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Mai/Juni 2011
Juli/August 2010
Eine große Chance vertan
Das Dyckerhoff-Sportfeld platzt aus allen Nähten. Seit Jahren. Eine richtige Lösung war nie in Sicht, weil Erweiterungen des Geländes nicht möglich sind. Rund 25 Mannschaften
allein von Biebrich 02, dazu die Fußballer von Biebrich 19 müssen hier trainieren und spielen.
Nur Platz zwei mit seinem Kunstrasen und einer abgenommenen Kunstlichtanlage ist ganzjährig voll zu nutzen. Ab Mitte September fällt der Rasenplatz für das gesamte Training und
für Werktagsspiele aus, weil es zu früh dunkel wird. Häufig genug ist bei herbstlichen und winterlichen Witterungsbedingungen der Naturrasen gesperrt. Aus den gleichen Gründen
fällt Platz drei dann aus. Die Rotasche im Zwinger hat dürftiges Licht nur über das halbe Feld, der Platz ist im Winter oft nicht bespielbar, Belag und Spielfeld-Maße sind
indiskutabel, wobei eine Ausweitung der Fläche gerade hier nicht möglich ist.
De facto verfügt die Biebricher Sportanlage so über Wochen hinweg für fast 30 Mannschaften nur über einen Platz. Wie jetzt nach der Weltmeisterschaft unter diesen Bedingungen
ein eventuell erneut einsetzender Zulauf von Kindern aufgefangen werden soll, zumal Ganztagssschulbetrieb auch Trainingszeiten für Jugendliche in Richtung Abend schiebt, weiß kein Mensch.
Die Stadt Wiesbaden ist nicht in der Lage, ihrem größten und erfolgreichsten Fußballverein im größten Stadtteil ausreichend Spielmöglichkeiten zur Verfügung zu
stellen.
Nun hatte sich eine Lösung der Probleme angedeutet. REWE hätte auf dem bisherigen Platz drei einen Supermarkt gebaut - und dafür im Gegenzug das Hauptfeld mit einem hochwertigen
Kunstrasen, einer Kunststoff-Laufbahn und einer Flutlichtanlage ausgestattet. Mit einem Schlag hätten wir zwei ganzjährig und rund um die Uhr nutzbare Sportplätze zur Verfügung
gehabt. Die Sportfläche hätte sich im Vergleich zum heutigen Zustand effektiv vermehrt.
Das zu erkennen, waren die Politiker im Sportausschuss des Stadtparlaments nicht in der Lage. Sie wollten keinen Quadratzentimeter Sportfläche für einen Einkaufsmarkt preisgeben,
argumentierten sie. Unbrauchbare Sportfläche wohlgemerkt. Auch die Begründungen der Stadtteilpolitiker muss man nicht unbedingt nachvollziehen, die die Anziehungskraft der Biebricher
Kernstadt schwinden sahen, wenn sich zwischen Dilthey- und Kasteler Straße ein hochwertiger Lebensmittelmarkt niederlässt. Jahrelang tun sie nichts gegen Großmärkte auf der
grünen Wiese, und wenn sich dann ein Geschäft mit Waren des täglichen Bedarfs mitten im Wohngebiet niederlassen will, das auch den Biebrichern nördlich der Bahnlinie die
Gelegenheit bietet, zu Fuß einkaufen zu können, legen sie sich quer.
Verblüffend ist schließlich die Feststellung von Ortsvorsteher Wolfgang Gores, zugleich Mitglied des Sportausschusses, nun endlich sei den Politikern die Situation auf dem
Dyckerhoff-Sportfeld bekannt. Und sicher würde sich die Anlage auf der nächsten Prioritätenliste für Sportstätten-Baumaßnahmen weit vorn finden. Erstens wäre es
ein Armutszeugnis für jeden Wiesbadener Lokalpolitiker, wenn ihm die Platznot für Biebrichs Fußballer erst jetzt bekannt würde. Die 02-Verantwortlichen werden seit Jahren nicht
müde, die missliche Situation zu schildern. Sind sie nicht gehört worden, oder nimmt man Vereinsvertreter mit ihren Anliegen einfach nicht ernst? Zweitens wird es spannend zu sehen sein,
auf welcher Prioritätenliste was erscheinen soll? Ein Kunstrasen auf Platz drei mit einer kompletten Flutlichtanlage ist in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung Unsinn. Ein Kunstrasen mit
der dann zwingend notwendigen Kunststoff-Laufbahn und einer größer ausgelegten Flutlichtanlage ist wahnsinnig teuer.
So müssen sich Biebrichs Fußballer, sollten die Politiker nicht doch noch vom Licht der Erkenntnis bestrahlt werden, weiterhin mit der derzeitigen Situation zurechtfinden. Und
vielleicht erstmals Kinder, die bei uns kicken wollen, nach Hause schicken.
September 2010
EMIL beim Mosburgfest
Am letzten Wochenende im August feiern Biebrichs Vereine wieder zwei Tage lang mit allen Freunden und Nachbarn im Schloßpark. Einer der Höhepunkte wird am Samstag gegen 19 Uhr die
erstmalige Verleihung des EMIL-Awards sein. Der Biebricher Stahlbauunternehmer Siegfried Huhle hat den mit 2500 Euro dotierten Preis anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Firma
gestiftet. Er will mit der nach dem Unternehmensgründer Emil Huhle benannten Auszeichnung Personen, Vereine, Verbände, Initiativen oder Gruppen würdigen, die sich in herausragender
Weise um die Förderung von Kindern und Jugendlichen vor allem in Biebrich verdient gemacht haben. Einen mit 500 Euro dotierten Sonderpreis wird zur Premiere auch der Biebricher
Fußballverein und sein Jugendleiter Hartmut Steindorf erhalten.
Mit Wertmarken
Noch ein Grund also, am Stand der Blauen am Nordende des Weihers ein Gläschen zu nehmen und sich am Grillstand zu verköstigen. Auch hier gibt es eine Premiere. Die neuen
Mosburgfest-Verantwortlichen des Biebricher Fußballvereins, Kerstin Prassol und Karalampos Mentis, haben sich entschlossen, eine zentrale Kasse einzurichten, an der die Besucher Märkchen
erhalten, für die sie dann Speis und Trank bekommen. Das erleichtert vor allem die Arbeit in den oft stark beanspruchten Grill- und Getränkeständen. Wir werden uns anschauen,
wie’s klappt.
Hallenrunde ohne die 02-Jugend *
* Dieser in der PDF-Datei enthaltene Beitrag entspricht in keinster Weise der Realität. Natürlich nimmt der FV Biebrich 02 mit seinen Jugend-Teams an der Hallenrunde teil.
Weitere Hallenturniere
Termine zum Vormerken: Die Weihnachtsfeier im Casa Nova im Henkellpark findet am 18. Dezember statt, am Tag drauf folgt traditionell das Betreuerturnier für die Wiesbadener Jugendbetreuer in
der Sporthalle Biebrich. Am gleichen Ort steigt am 15. Januar das Turnier der Traditonsmannschaften um den Biebricher Nostalgiecup, der Horst-Seilberger- Pokal wird am 22. Januar von Liga-Teams
ausgespielt.
Das nächste Jubiläum
In ihrer jüngsten Vorstandssitzung haben die 02-Verantwortlichen entschieden, auch das 110-jährige Vereinsbestehen 2012 gebührend zu begehen. „In einem solchen Alter sollte
man öfter dankbar feiern“, erklärte Vorsitzender Horst Klee. „Auch wenn es sicher eine Nummer kleiner wird als beim unvergesslichen Hundertjährigen.“
C-Jugend gegen Rassismus
Am 12. Oktober beteiligt sich der Biebricher Fußballverein mit der C-Jugend an einem Workshop gegen Rassismus in seinem Vereinsheim.
Freundeskreis bei Karl & Co
Der Freundeskreis der Blauen trifft sich zu seiner nächsten Zusammenkunft am 21. Oktober auf Einladung von Karl & Co in der Biebricher Filiale des BMW-Autohauses.
Oktober 2010
Trainerwechsel
Nach dem miserablen Start der zweiten Mannschaft in die Kreis-Oberliga-Saison hat es einen Wechsel in der Verantwortlichkeit gegeben. Für Willi Roth, der sein Amt zur Verfügung gestellt
hat, ist jetzt David Comandatore der Trainer, wobei der in höheren Spielklassen erfahrene 26-Jährige dauerhaft mit auflaufen wird und damit die Mannschaft auch auf dem Platz stabilisieren
will. An der Seitenlinie wird er von Vorstandsmitglied Chara Mentis und Kurt Bissinger unterstützt. Erste Früchte trug die Maßnahme im Duell der Reserve-Teams mit dem SV Frauenstein.
Nach dem ersten Dreier der Runde darf wieder gehofft werden.
Emma kann nicht mehr
Emmerich Poharetzki, eines der größten Talente, die in der jüngeren Vergangenheit aus der 02-Jugendabteilung herausgewachsen sind und es in seiner Laufbahn bis in die Oberliga
geschafft hat, musste seinen Versuch, nach der zweiten Kreuzbandverletzung wieder Tritt in der Verbandsliga-Elf des Biebricher Fußballvereins Fuß zu fassen aufgeben. Bei jedem Training
sei das Knie sofort wieder angeschwollen. Der erst 29-Jährige hofft nun, bei geringerer Belastung unterklassig noch einmal kicken und vielleicht als Spielertrainer fungieren zu können.
Seine Spielmacher-Qualitäten hätten den Blauen in der vergangenen und in dieser Saison sicher gut getan.
Hans Groth hört auf
Hans Groth, seit zwei Jahrzehnten Verwaltungsstellenleiter in Biebrich, wird Ende des Jahres in Vorruhestand gehen. Gerade für die Vereine war es stets angenehm, mit Groth zusammenzuarbeiten,
kennt er doch deren Sorgen und Befindlichkeiten aus eigener Erfahrung. Künftig wird er also mehr Zeit haben, sich als Vorsitzender des FSV Schierstein 08 und der Schiersteiner Arbeiterwohlfahrt
zu engagieren. Die Biebricher müssen hoffen, dass die Stadt- Oberen noch einmal so ein gutes Händchen bei der Besetzung der Chefstelle im Biebricher Rathaus haben wie zuletzt mit Karl-Heinz
Reinhold, Harald Schindler und Hans Groth.
Feuerprobe bestanden
Das neue Organisationsteam beim Mosburgfest um die Vorstandsmitglieder Chara Mentis und Kerstin Prassol hat die Feuerprobe bestanden. Auch der Versuch mit der Zentralkasse, Essens- und
Getränkebons wurde von den Besuchern problemlos angenommen. Dazu sah das 02-Personal in den einheitlichen blauen Polo-Shirts auch noch klasse aus.
Udo moderiert
Unser „Webmaster“ Udo Parker – er feierte Anfang September seinen 56. Geburtstag. Glückwunsch, Udo – sah sich gezwungen, im Gästebuch unserer Internetseite
moderierend einzugreifen und den größten, im Schutz der Anonymität abgesonderten Müll zu entfernen. Warum wir uns mitunter immer noch gegenseitig das Leben schwer machen...
November 2010
Glückwunsch, Günter Becker
Günter Becker steht auf dem Dyckerhoff-Sportfeld fast immer am gleichen Platz. Unter dem Tribünendach, rechts von der Sprecherkabine, verfolgt er seit Jahrzehnten die Begegnungen der
Biebricher Fußballer. Und auch er selbst scheint sich nicht verändert zu haben. Dabei ist das 02-Ehrenmitglied, man mag es kaum glauben, nun 80 geworden. Viele Jahre war er als 1.
Kassierer für die Barschaften des größten Wiesbadener Fußballvereins verantwortlich – und führte Bücher und Kasse dabei so penibel, wie es seitdem bei den Blauen
üblich geblieben ist. Er hat im wahrsten Sinne des Wortes für die folgenden Vorstandsgenerationen vorbildlich gearbeitet. Dafür gebührt ihm auf Dauer anerkennender Dank.
Wolfgang Groths Abschied
Biebrichs Verwaltungsstellenleiter Hans Groth feierte am 18. Oktober seinen 60. Geburtstag und verabschiedete sich am gleichen Tag aus dem Rathaus. „Er ist nicht zu ersetzen“, machte
Ortsvorsteher Wolfgang Gores deutlich, wie sehr die Biebricher den Schiersteiner vermissen werden. Gerade die Vereine fanden in Groth, der in Schierstein selbst Vorsitzender der 08-Fußballer
und der Arbeiterwohlfahrt ist, stets einen verständnisvollen und hilfsbereiten Ansprechpartner. Über 44 Jahre war Groth bei der Stadtverwaltung beschäftigt, davon die letzten 20 Jahre
als Chef im Biebricher Rathaus. Nie missgelaunt, stets freundlich und vermittelnd, so haben ihn die Biebricher kennengelernt. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.
Zeig Rassismus die Rote Karte
Im Wiesbadener Tagblatt erschien ein Beitrag von Beate Herberich über ein Anti-Rassismus-Projekt, an dem sich Biebrich 02 beteiligt hat: Hier der Beitrag im Wortlaut.
Ausgrenzung ohne Chance
FV BIEBRICH 02 Jugendfußballer beteiligen sich an Anti-Rassismus-Aktion
Vom 14.10.2010
Von Beate Herberich
Biebrich. Der schrille Ton einer Trillerpfeife gellt durch das Klubheim des Biebricher Fußballvereins 02. Wie auf Kommando sind die 35 Nachwuchsspieler, die eben noch wild durcheinander
geredet haben, still. Das Signal kennen die 12- und 13-Jährigen. Jetzt wird etwas passieren. Tatsächlich eröffnen Andreas Hellstab und Conny Deneke mit dem Anpfiff ihren Workshop "Zeig
Rassismus die Rote Karte".
"Um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf uns zu ziehen, holen wir sie dort ab, wo sie gerade stehen", erklärt Andreas Hellstab. Zusammen mit Fabian Will hat der Politologe das
gemeinnützige Projekt "Show the Racism the Red Card - Deutschland" entwickelt, das Workshops zur politischen Bildung für Kinder und Jugendliche anbietet. "Über den Fußballsport
möchten wir den Kids zeigen, wie wichtig gesellschaftliches Fairplay, Teamgeist und Integration sind", so Hellstab.
Der Kontakt mit Biebrich 02 kam über das Kinder- und Jugendzentrum Biebrich zustande. Es koordiniert präventiv-pädagogische Projekte, die im Rahmen des Bundesprogramms "Vielfalt tut
gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" bezuschusst werden. Für Andreas Hellstab ist Prävention ein wichtiges Stichwort: "Die wenigsten Kinder wissen, dass es sich bei
Rassismus um ein gesellschaftliches Problem handelt", so der 26-Jährige. Genau dafür wolle er sie aber sensibilisieren. "Oft wird nur Interventionsarbeit geleistet, wenn die Vorurteile
bereits tief verankert sind", pflichtet ihm Conny Deneke bei. Es sei deshalb wichtig, vorbeugend aktiv zu werden, und zwar genau dort, wo Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten
zusammenkämen.
Im Mittelpunkt des über zweistündigen Workshops steht die Vorführung eines Films, in dem Profifußballer wie Ryan Giggs und Samuel Eto´o ihre persönlichen
Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung schildern. Besonders beeindruckt zeigen sich die jungen Zuschauer von einer Szene, in der der Kameruner Samuel Eto´o wegen rassistischer
Beleidigungen durch die Zuschauer mitten in einer Partie seines Vereins Inter Mailand das Spielfeld verlassen will.
Anschließend spielen die Jugendlichen eine Pressekonferenz nach, in der sie die Rollen von Trainern, Schiedsrichtern, Zuschauern und Spielern einnehmen. Sie diskutieren darüber, was man
vor und nach dem Spiel hätte besser machen können und entwickeln Strategien, mit denen solche Übergriffe verhindert werden könnten. Dabei kommen auch persönliche Erfahrungen
ans Licht. Abdullah, ein 13-jähriger Türke, berichtet von Vorfällen aus seiner Schule: Sätze wie "Scheiß Türken" oder "Geht zurück in euer Land" würden
öfter fallen. "Das schmerzt schon", fügt er leise hinzu. "Ich würde nie auf die Idee kommen, einen farbigen Jungen zu beleidigen", entrüstet sich der 13-jährige Kroate Luka.
Vor Gott seien ja eigentlich alle gleich, nur verstünden das manche Leute nicht.
"Es ist kein Zufall, dass das Kinder- und Jugendzentrum Biebrich mit dem Projekt auf uns zugekommen ist", erklärt Hartmut Steindorf, der Jugendleiter des Vereins. "Biebrich 02 und der DJK SC
Schwarz-Weiß Wiesbaden, bei denen der Workshop ebenfalls stattfindet, haben die größten Jugendabteilungen in der ganzen Region." Mit mehr als 350 Jugendspielern, davon mehr als 200
junge Menschen ausländischer Abstammung, gehört die Nachwuchs- und Integrationsarbeit des FV Biebrich 02 zur erfolgreichsten in der Landeshauptstadt. Für ihn und seine Jungs sei es
ohnehin ganz natürlich, dass hier Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen kicken, meint Steindorf. "Die Kinder kommen freiwillig her, um Fußball zu spielen. Sie wissen, dass sie sich
in der Gruppe anpassen müssen, egal aus welchem Land sie kommen oder welche Hautfarbe sie haben. Wer das nicht kann, hat bei uns keine Chance", sagt Steindorf bestimmt.
Trotzdem weiß er, dass die Wirklichkeit außerhalb des Vereins oft ganz anders aussieht: "Wir befürworten diese Projekte, damit den Kindern bewusst wird, dass es diese Problematik
in der Gesellschaft gibt, und um ihnen zu zeigen, wie sie damit umgehen können."
Dezember 2010
Es ist noch was los im alten Jahr
Das Jahr ist fast rum. Doch noch hat Biebrich 02 einiges zu bieten, auf das man sich freuen kann: Das Heimspiel der Verbandsliga- Mannschaft gegen Aufsteiger Hausen/ Fussingen und das Traditions-Duell
mit dem VfB 1900 Gießen, das am ersten Dezember-Samstag auf dem Dyckerhoff-Sportfeld steigt. Die beiden Jugend-Hessenligaspiele bei B- und C-Jugend gegen Kickers Offenbach, das
Spitzenspiel der A-Jugend-Gruppenliga zwischen Tabellenführer Biebrich 02 und dem Rangzweiten VfB Unterliederbach am 27. November. Natürlich auf das Jugendbetreuerturnier, den
denkwürdigen Jahresabschluss in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld, am vierten Advent, dem Tag nach der Vereins-Weihnachtsfeier im Henkell-Park.
und gleich auch im neuen
Selbstverständlich kündigen wir gern auch schon heute die Traditions-Hallenveranstaltungen zu Beginn des neuen Jahres an. Am 15. Januar steigt das Turnier um den Biebricher Nostalgie-Cup
mit den Oldies von SV Wiesbaden, Germania, Biebrich 76, Biebrich 19, Biebrich 02 und der Equipe Speciale des SV Wehen. Eine Woche drauf folgt das Horst-Seilberger-Turnier der Aktiven.
Dank an die Naspa
Stammgast sind Vertreter von Biebrich 02 derzeit bei der Nassauischen Sparkasse. Mitte November wurden in der Wiesbadener Rheinstraße Finanzmittel aus dem PS-Los-Fördertopf an Vereine
und Institutionen übergeben. Der Biebricher Naspa-Chef Dieter Hardt beglückte dabei auch die Jugendabteilung der Blauen. Anfang Dezember werden Mittel der Naspa-Stiftung ausgeschüttet.
Auch dann wird der Biebricher Fußballverein 02 von dem 170-jährigen Traditionshaus mit einem vierstelligen Betrag unterstützt.
Januar 2011
Der Trainer bleibt
Noch im alten Jahr haben sich der Vorstand des Biebricher Fußballvereins und Trainer Engin Özdemir geeinigt, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Seit Oktober 2009 ist Özdemir am
Dyckerhoff-Sportfeld tätig. Er sicherte nach dem misslungenen Start in die vorige Saison den Klassenerhalt, strukturierte die Mannschaft um und hat sie in der laufenden Spielzeit auf Platz
fünf geführt. Manchem mögen die Fortschritte nicht rasch genug gegangen sein, doch sie sind mittlerweile unverkennbar. Die Ruhe, mit der er unbeirrt sich und seinem Weg treu bleibt,
imponiert den Verantwortlichen, die Özdemir nun die Möglichkeit geben wollen, diesen Weg mit den Blauen auch in der nächsten Saison weiter zu beschreiten. Der 42-Jährige plant
bereits intensiv voraus, wobei der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der derzeitigen Mannschaft liegt. Was allein dadurch belegt wird, dass in der Winterpause im Gegensatz zu anderen Vereinen so
gut wie keine Wechsel stattgefunden haben.
Trainingslager in der Türkei
Das zeigt sich aber auch daran, dass die erste Mannschaft der Blauen seit langer Zeit zum ersten Mal im Winter ein Trainingslager beziehen. Eine Woche fährt Özdemir mit dem Kader und
„Delegationsleiter“ Werner Kuhn in die Türkei. Wichtig erscheint das nicht nur unter dem Gesichtspunkt der physischen und spieltechnischen Vorbereitung auf die zweite
Saisonhälfte, sondern auch zur sozialen Teambildung. Zusammenwachsen und Zusammengehörigkeitsgefühl sollen in der Türkei gefördert werden.
Frühstart mit Nachholspiel
Die Verbandsliga-Runde wird früher fortgesetzt als ursprünglich geplant und beginnt mit einem Nachholspiel. Das Heimspiel gegen den VfB Gießen 1900 wird am Sonntag, 27. Februar,
ausgetragen, am Fastnachtssamstag steigt das Match in Oberliederbach.
März 2011
Mit 70 ist Schluss
Bei der Jahreshauptversammlung, die am Freitag, 8. April, um 20 Uhr im Clubheim am Dyckerhoff-Sportfeld stattfindet, steht personelle Kontinuität im Mittelpunkt. Nur Pressewart Horst
Schumacher wird nicht mehr für den Vorstand kandidieren. Beisitzer Werner Kuhn steht noch einmal zur Verfügung, will aber nur noch ein Jahr dem Vorstand angehören. Er hat seiner Erika
versprochen „Mit 70 ist Schluss.“ Der langjährige Kassierer wird indes sicher auch anschließend im Clubheim und auf dem Sportplatz zu sehen (und zu hören) sein und ein
waches Auge auf die Kasse und die Ausgabenpolitik des Vereins haben.
Abschied mit Aufstieg?
Einen Wechsel wird es zum Saisonende in der Verantwortung für die A-Jugend geben. Nach vielen Jahren als überaus erfolgreicher Trainer im Nachwuchsbereich des Biebricher
Fußballvereins will Mike Schlemmer in der nächsten Saison die Aktiven des FSV Oberwalluf nach oben führen. Am liebsten würde er sich mit dem nächsten Titelgewinn und vor
allem dem Aufstieg der A-Jugend in die Hessenliga von den Blauen verabschieden. Unsere älteste Nachwuchsmannschaft, so zeichnet sich ab, übernimmt das derzeitige B-Jugend-Trainergespann
Malte Christ und Markus Goßmann. In der B-Jugend wird sich Klaus Tobies engagieren. Der braucht dafür aber angesichts starker beruflicher Beanspruchung dringend noch qualifizierte
Unterstützung.
Doppel-Stadtmeisterschaft
Der Biebricher Fußballverein hat vom Kreisjugendausschuss den Auftrag bekommen (und angenommen), am 18./19. Juni auf dem Dyckerhoff-Sportfeld die Mainz/Wiesbadener E-Jugend Stadtmeisterschaft
auszurichten. Am 4./5. Juni findet wieder das Jugend-Trainingscamp mit Borussia Mönchengladbach statt.
Schiedsrichter-Suche
Erstmals seit Jahrzehnten muss der Biebricher Fußballverein wieder eine Strafe zahlen, weil er das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt. Die 400 Euro wurden fällig, weil ein für
die Blauen pfeifender Referee krankheitsbedingt nicht genü- gend Spiele leiten konnte. Diese Erfahrung zeigt, dass die Zahl der Unparteiischen, die für die 02er pfeifen, gesteigert werden
muss. Wer Interesse hat, sich als Schiedsrichter zu engagieren und einen Lehrgang zu absolvieren, darf sich gern im Clubheim oder bei einem der Vorstandsmitglieder melden.
April 2011
Es wird ein neuer Pressewart gesucht
Die Jahreshauptversammlung eines Vereins ist immer von Bedeutung. Hier haben die Mitglieder die Möglichkeit, die Zukunft mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen. Auch am Freitag,
8. April, beim FV Biebrich 02. Um 20 Uhr im Clubheim geht es einerseits darum, das Personal zu bestimmen, das den Verein führt. Bis auf eine Ausnahme kandidieren die Amtsinhaber für eine
neuerliche zweijährige Amtszeit. Weil Horst Schumacher nicht mehr antritt, wird indes ein neuer Pressewart gesucht. Eine oft unterschätzte, sehr wichtige Aufgabe, das Bild der Blauen
positiv und wahrhaftig in die Öffentlichkeit zu projizieren. Außerdem hat die Versammlung über einen Antrag des Vorstandes zu entscheiden, die seit vielen Jahren stabilen
Beiträge für die Mitglieder von D-Jugend ab aufwärts um einen Euro anzuheben.
Mediziner laufen für die 02-Nachwuchsarbeit
Professor Dr. Franz-Josef Prott, Mitglied des Freundeskreises des Biebricher Fußballvereins, ist Organisator des Bundeskongresses der Deutschen Gesellschaft für Radiononkologie, der vom
2. bis 5. Juni in Wiesbaden stattfindet. Im Rahmen des Kongresses organisieren sich die Mediziner einen Benefizlauf im Kurpark. Dessen Erlös soll diesmal der Jugendarbeit der Blauen
zufließen.
Happy Birthday auf dem Dyckerhoff-Sportfeld
Armin Brandenburger, der „Chef“ des Freundeskreises, will beim Heimspiel unserer Verbandsliga-Mannschaft gegen den FSV Braunfels am 22. Mai mit vielen Ehrengästen und Freunden seinen
65. Geburtstag feiern. Auch hier kommt der Erlös dem Biebricher Fußballverein zugute. Das wäre natürlich eine tolle Sache, wenn es in diesem Match auch noch um die
Vizemeisterschaft ginge.
Der Biebricher Fußballverein wird im nächsten Jahr 110
Kaum zu glauben, dass es schon wieder neun Jahre her ist. Die phantastischen Jubiläumsfeiern im Biebricher Schloss und im Festzelt der Gibber Kerbegesellschaft sind noch in bester Erinnerung.
Ganz so riesig wie den 100. wollen die Verantwortlichen den 110. Geburtstag der Blauen nicht feiern. Aber das große Datum soll auch nicht unbeachtet verstreichen. Die ganze 02-Familie darf sich
jedenfalls freuen: 2012 gibt es wieder einen guten Grund, die Gläser zu erheben. Die Organisation läuft an.
Für die Blauen pfeifen statt schwarz ärgern
Erstmals seit Jahrzehnten musste der Biebricher Fußballverein wieder eine Strafe zahlen, weil er das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt. Die 400 Euro wurden fällig, weil ein für
die Blauen pfeifender Referee krankheitsbedingt nicht genü- gend Spiele leiten konnte. Diese Erfahrung zeigt, dass die Zahl der Unparteiischen, die für die 02er pfeifen, gesteigert werden
muss. Wer Interesse hat, sich als Schiedsrichter zu engagieren und einen Lehrgang zu absolvieren, darf sich gern im Clubheim oder bei einem der Vorstandsmitglieder melden.
April/Mai 2011
Eine wunderschöne Urkunde
Ehrungen hat Horst Klee schon zuhauf erfahren. Zum 100-jährigen Bestehen des Biebricher Fußballvereins erhielt er aus der Hand des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gar
das Bundesverdienstkreuz. Da wird es schwer für weitere „runde Anlässe“ neue Formen der Auszeichnungen zu finden. „Wenn dem Landessportbund gar nichts mehr einfällt,
macht er wunderschöne Urkunden“, sagte Wiesbadens Sportkreisvorsitzender Helmut Fritz, der bei der Jahreshauptversammlung der Blauen Horst Klee im Namen des LSB für 40
Vorsitzenden-Jahre dankte und eine Ehrengabe überreichte.
40 Jahre und ein Tag
Der stellvertretende 02-Vorsitzende Heinz-Jürgen Hauzel berichtete später von der turbulenten Amtsübernahme Klees, die sich genau einen Tag vor der Mitgliederversammlung zum 40.
Male jährte. Das war die dramatischste Zeit in der mittlerweile 109-jährigen Geschichte der Blauen. Im Frühjahr 1971 stand die Existenz des Vereins auf dem Spiel. In den tollen elf
Jahren in der Hessenliga hatten die Verantwortlichen versäumt, Zukunfts-Vorsorge zu betreiben. Der am 25. März bei der Jahreshauptversammlung gerade gewählte Vorsitzende Paul Haas,
priorisierte angesichts der Situation eindeutig eine Fusion mit SVW und Germania, verriet aber erst nach seiner Wahl, an den vom Sportamt geleiteten Gesprächen teilnehmen und die Fusion
forcieren zu wollen. Nach heftigen Spontan-Reaktionen der Mitglieder kündigte Haas noch am gleichen Abend seinen Rücktritt an.
Schnell aus dem Koma erwacht
„Biebrich 02 liegt im Koma. Ein neuer Vorsitzender ist weit und breit nicht in Sicht“, hieß es daraufhin am 1. April im Wiesbadener Tagblatt. Das war nicht als Aprilscherz
gedacht, und doch sollte sich der Sportredakteur Volker Eckhardt mit dieser Behauptung kräftig irren. Horst Klee, zu der Zeit Spielausschuss- Vorsitzender, Beisitzer Dieter Zorn und der
erfahrene Horst Seilberger nahmen die Zügel in die Hand und initiierten den Neustart mit 3000 Mark Schulden, ohne Einnahmequellen und sportlich im Abstiegskampf der zweiten Amateurliga. Schon in
einer Sitzung am 7. April 1971 wurde Klee zum Vorsitzenden, Seilberger zum Stellvertreter ernannt, Dieter Zorn übernahm später den Spielausschussvorsitz. „Die Führungsprobleme
des FV Biebrich 02 können als gelöst betrachtet werden“, wurde Klee in der Tagblatt-Osterausgabe zitiert. „Die Fusionsgespräche mit der Germania und dem SVW sind für
uns erledigt.“
Für Biebrich unverzichtbar
In den 40 Jahren, die Horst Klee den Verein nun führt, sind die Blauen nie mehr in eine ähnliche Situation geraten. Seiner Philosophie, die er auch bei der diesjährigen
Mitgliederversammlung wiederholte, ist er, ist auch der Verein stets treu geblieben: „Wir leisten uns nur, was wir auch bezahlen können.“ Wo anders verfahren wurde, wie auch bei den
damals als Fusionspartner vorgesehenen Traditionsklubs SVW und Germania, sind die Vereine am Abgrund und in der Bedeutungslosigkeit gelandet. Heute steht Biebrich 02 besser da denn je: Mit über
600 Mitgliedern, knapp 400 Kindern und Jugendlichen – und natürlich schuldenfrei. „Auch wenn nur wenige wissen und anerkennen, welchen Wert unsere Arbeit hat“, erklärte
Klee nach seiner Wiederwahl: „Der Biebricher Fußballverein ist für Biebrich unverzichtbar.“
Einstimmige Wiederwahlen
Horst Klee ist sich sehr wohl bewusst, dass nicht er allein den erfolgreichen Weg der vergangenen 40 Jahre beschritten hat. Die aktuellen Mitstreiter, die zur Wahl standen, wurden wie der
Vorsitzende einstimmt in ihren Ämtern bestätigt: Kassierer Ulrich Janocha sowie die Beisitzer Werner Kuhn, Klaus Tobies und Bernd Fiala. Auch die Kassenprüfer Horst Seilberger und
Helmut Mehl wurden wiedergewählt.
Ehrungen für blaue Herzen
Zur Jahreshauptversammlung standen folgende Ehrungen an: Kurt Bissinger und Gerhard Winkler erhielten die Bronzenadel für 15-jährige Mitgliedschaft, Silber ging an Jens Baess und Klaus
Günther für 25 Jahre. Für 40-jährige Vereinstreue wurden Karl-Heinz Müller, Hermann „Bubi“ Portugall, Thomas Schöttke und Werner Tobies mit der Goldenen
Ehrennadel ausgezeichnet. Präsentkörbe und Ehrenurkunden gab es für Klaus-Dieter Herrmann, Lothar Rohde und Karlheinz Zorn, die den Blauen seit 50 Jahren die Treue halten, sowie
für Rudolf Möller und Dieter Weller, die seit sechs Jahrzehnten Mitglied sind.
Vorschau auf das Jubiläumsjahr 2012
Im kommenden Jahr wird der FV Biebrich 02 110 Jahre alt. Eigentlich kein Anlass für eine Jubiläumsfeier. Die Verantwortlichen beim FV Biebrich 02 wollen dennoch mit ihren Mitgliedern,
Sponsoren und Freunden feiern. Geplant sind unter anderem eine akademische Feier und das internationale C-Jugendturnier im Juni. Alles natürlich eine Nummer kleiner als im Jahr 2002. Gerne
erinnert man sich noch an die diversen Veranstaltungen, die zum 100-Jährigen organisiert wurden und bei den Fußballfans in Biebrich und außerhalb Biebrichs großen Anklang
fanden. Die akademische Feier im Biebricher Schloß, die Ausstellung im Heimatmuseum oder das Internationale C-Jugendturnier, an dem 21 Mannschaften aus zwölf Nationen teilnahmen.
Jugendleiter Hartmut Steindorf hat kürzlich in alten Turnierunterlagen gestöbert und dabei einige interessante Entdeckungen gemacht. Turniersieger wurde die Mannschaft des FC Schalke 04.
In Reihen der Königsblauen standen damals unter anderem Alexander Baumjohann und Niklas Stegmann. Alexander Baumjohann spielt jetzt wieder in der
Bundesligamannschaft der Schalker, nachdem ihn der frühere Trainer Felix Magath in die 2. Mannschaft, die in der Regionalliga West beheimatet ist, abgeschoben hat. Vor ein paar Tagen feierte er
sein Debüt in der Champions-League beim sensationellen 5:2-Erfolg bei Inter Mailand. Niklas Stegmann spielte in der Bundesliga für den MSV Duisburg und steht heute beim Zweitligisten RW
Oberhausen unter Vertrag.
Robert Flessers wurde mit Borussia Mönchengladbach Turnierdritter, spielte in der Bundesliga für die Fohlen und landete nach einem kurzen Gastspiel bei Mainz 05 beim Drittligisten RW
Ahlen.
Borussia Dortmund war mit dem jüngeren Jahrgang zu Gast und belegte am Ende Platz 6. Nuri Sahin, Kevin Großkreutz, Christopher Nöthe und Marco Rummenigge vertraten die
schwarz-gelben Farben. Nuri Sahin hat es in kurzer Zeit nicht nur zum Stammspieler beim kommenden deutschen Meister geschafft, sondern kann inzwischen auf mehr als 20 Einsätze in der
türkischen Nationalmannschaft zurückblicken. Kevin Großkreutz ist im Mittelfeld des BVB gesetzt. Am 13. Mai 2010 gab er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft im Länderspiel
gegen Malta. Er wurde in der 57. Minute eingewechselt und leitete mit seinen ersten Ballkontakten direkt das Tor zum 2:0 ein. Christopher Nöthe absolvierte drei BL-Spiele im Dortmunder Trikot.
2008 wechselte er zu RW Oberhausen, 2009 zur Spvgg. Greuther Fürth. Marco Rummenigge, Sohn des ehemaligen Nationalspielers Michael Rummenigge, musste inzwischen seine Karriere aus
Verletzungsgründen beenden. Zuvor war er für die Dortmunder U23 und den Regionalligisten SV Waldhof Mannheim aktiv.
Der 1. FC Köln belegte den 8.Platz. Jens Hegeler, der über die Stationen Bayer Leverkusen und FC Augsburg beim 1. FC Nürnberg gelandet ist, war damals mit den Kölnern zu
Gast.
„Ein Hauch von Bundesliga wehte über der dicht bevölkerten Dyckerhoff- Sportanlage“, stellte der Wiesbadener Kurier in seinem Turnierbericht fest.
Mai/Juni 2011
Armin Brandenburger: Es begann mit indonesischen Frikadellen
Er mag gute Zigarren und guten Espresso. Er liebt den Fußball und Biebrich 02. Der Gastronom Armin Brandenburger hat klein angefangen und ist im Erfolg stets auf dem Boden geblieben.
Anlässlich seines 65. Geburtstages organisiert der Chef des erfolgreichen Wiesbadener Caterers "Consortium GmbH" ein Fest auf dem Dyckerhoff-Sportfeld.
Ein bisschen scheint es, als sei es das größte Opfer für ihn, dass er an diesem Tag, den er zum Wohle seines Biebricher Fußballvereins ausrichtet, denn alle Einnahmen
fließen der Jugendarbeit der Blauen zu, selbst im Blickpunkt steht. Das mag er nicht. "Ich bin kein Selbstdarsteller", sagt Brandenburger, und man sieht den Satz bestätigt, wenn er immer
wieder seine Eltern, einstige Chefs, seine Freunde und Partner vorschiebt, ihnen den entscheidenden Part am Erfolg zuschreibt - und dem Glück. "Und Glück kann man nicht beeinflussen."
„Die Karriere des Tellerwäschers" übertitelte das Wiesbadener Tagblatt Armin Brandenburgers Lebensgeschichte. Und in der Tat hat der Biebricher Bub, der in der Andreasstraße
aufgewachsen ist, die Goetheschule besuchte, als Zwölfjähriger in einem indonesischen Lokal im Westflügel des Schlosses geholfen - heute würde man sagen: gejobbt. Für
fünf Mark in der Woche hat er täglich fünf, sechs Stunden hier und da mit angepackt, ehe er seine ersten Frikadellen machen durfte - und er beschloss Koch zu lernen.
Aus den indonesischen wurden Frikadellen der 11. Generation. Wie in den Bratwürsten Fleisch ohne Konservierungsstoffe, ohne jegliche Chemie. Eine Erfolgsgeschichte für sich, die deutlich
zeigt: Was Brandenburger macht, macht er aus Überzeugung. Die 11. Generation produziert und vertreibt auch Currysaucen, Senf und Espresso. Dazu betreibt Brandenburge am Eltviller Rheinufer den
"Anleger 511" und den Gutsausschank "Baiken" der Hessischen Staatsweingüter. Das Hauptgeschäft: Consortium stellt in 27 Betriebskantinen täglich 15.000 Essen auf den Tisch. Unter
anderem in Frankfurt bei der UBS-Bank im Opernturm und bei Vodafon, in Wiesbaden bei der Naspa, bei ESWE-Versorgung und bei der Glyco, die heute Federal Mogul gehört. Bei alldem sagt
Brandenburger, nicht die Menge sei entscheidend: "Uns ist die Qualität wichtig." Das glaubt man, wenn man weiß, dass mit Egbert Engelhardt, der sich einst im Grauen Haus in Winkel einen
Stern erwarb, Kazuyo Fukuhira und Rolf Laudenbach ausnahmslos Spitzenköche geschäftsführende Gesellschafter von Consortium sind.
Zum erfolgreichen Unternehmer gehört der richtige Umgang mit den Mitarbeitern. "Dieses Thema ist mein Hobby", bekennt Armin Brandenburger. "Mit Arroganz wirst Du nichts im Leben." Und: "Ohne
motivierte Mitarbeiter kannst Du nichts erreichen." Nachdem er früher von seinen Chefs nicht immer nur gut behandelt worden ist, sagt er heute: "Du musst auch vor einem jungen Menschen Respekt
haben. Egal, was er macht oder denkt - solange er Dir nicht den Schädel einschlägt."
Der Biebricher Fußballverein 02 ist froh, einen solchen Freund, ein solches Mitglied in seinen Reihen zu wissen.
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