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Der neueste Hauzel
Juli/August 2009
Liebe Biebricher,
wir packen es an. Und wir werden es besser machen. Das ist die Grundstimmung bei den Blauen. In der neuen Saison soll wieder öfter gejubelt werden auf dem Dyckerhoff-Sportfeld - wohlgemerkt von
Biebricher Fußballern, nicht von unseren Gästen. Die Voraussetzungen wurden in den vergangenen Wochen geschaffen. Der Spielausschuss hat den Verbandsliga-Kader verstärkt und in der
Kreis-Oberliga mit Michael Sauer als Spielertrainer eine Hoffnung machende Lösung gefunden. Mobby Wolf, ein fachlich versierter und erfahrener Fußball-Experte ist nun im Vorstand
verantwortlich für die Reserve und die Koordination mit dem oberen Jugendbereich. Diese Entscheidung hat der 02-Vorstand mit einem weiten Blick nach vorn getroffen. So soll es schon im
nächsten Sommer an dieser Nahtstelle deutlich weniger knirschen als diesmal. Schließlich hat der in den vergangenen Jahren in der B-Jugend erfolgreiche Mike Schlemmer die A-Jugend
übernommen. Die Augen sind hier ebenso erneut hin zur Oberliga gerichtet wie bei der C-Jugend, bei der nach dem Abstieg die Verantwortung nun wieder in den bewährten Händen von Klaus
Tobies liegt.
Lassen wir uns in gewohnt gelassener Zuversicht überraschen, wie sich die Saison für die vielen Mannschaften der Blauen anlässt. Nichts ist im Fußball zu erzwingen - das haben
wir bei Biebrich 02 in mittlerweile 107 Jahren gelernt.
Gelassenheit ist ebenfalls dringend anzuraten, wenn man mit der Spitze des Hessischen Fußballverbandes in Kontakt gerät. Als Dieter Elsenbast beim Verbandsvorsitzenden Rolf Hocke zum
Rapport bestellt war, betonte Wiesbadens Kreisfußballwart, dass er mit seiner Kritik am HFV in der hessischen Landeshauptstadt keinesfalls allein stehe und zitierte zum Beleg aus der
Jahreshauptversammlung des Biebricher Fußball-Vereins. Ende April hatte dort 02-Vorsitzender Horst Klee gesagt: "Der Amateurfußball droht aufgerieben zu werden, weil DFB und Hessischer
Fußballverband sich ausschließlich an den Interessenlagen der Profis orientieren. Die Funktionäre vergessen leider allzu oft, wo sie hergekommen sind."
Später berichtete Rolf Hocke, in einem persönlichen Gespräch habe Klee ihm versichert, dass er das nie gesagt hätte. Das wiederum brachte Klee auf die Palme. Zumal es für
das Gespräch mit Hocke einen Zeugen gab, der bestätigte, dass der 02-Chef das Zitat keineswegs zurückgenommen, sondern seine Kritik bekräftigt hat. Der Gipfel kommt immer am
Schluss: "Wenn es Ihnen nicht passt, können Sie ja aus dem HFV austreten", soll Hocke den Biebrichern darauf geraten haben. Da hat einer wirklich nicht begriffen, dass der Verband ein
Zusammenschluss der Vereine ist und deswegen Verwaltung und Vorstand für die Klubs da sind - keineswegs umgekehrt.
Wie beim neuen HFV mit Kritik umgegangen wird, beweist auch das Verfahren um einen vom Wiesbadener Kreispressewart Udo Parker (Biebrich 02) verfassten Beitrag, der den Erbenheimer Rainer
König würdigen sollte. König, der seit 42 Jahren ehrenamtlich für den Fußball wirkt, vor allem für den Jugendfußball lebt, sprach einen Satz, der sehr an das
Klee-Zitat erinnert. "Immer weniger Leute engagieren sich ehrenamtlich, außerdem entfernen sich die Verbandsoberen zunehmend von der Basis." Nun könnte man sich mal Gedanken machen, ob das
Gebaren der Verbandsspitze und das schwindende ehrenamtliche Engagement miteinander in einem Verhältnis stehen... Wenn zwei alte Fahrensmänner wie Klee und König dergleichen
feststellen, ist es mit Sicherheit nicht aus der Luft gegriffen. Statt dessen hat die Redaktion des Verbands-Organs "Hessen-Fußball" den kritischen Passus aus dem von Udo Parker eingereichten
Text einfach entfernt.
Alles in allem ein unerfreuliches Kapitel. Doch wird das in den Hintergrund rücken, wenn der Ball nun wieder rollt. Freuen wir uns darauf. Und - den Termin bitte schon vormerken - auch auf
den 29. und 30. August. Da findet im Schloßpark das 30. Mosburgfest statt. Selbstverständlich ist dort auch der Biebricher Fußballverein mit seinen Ständen wieder vertreten.
Wir sehen uns aber vorher.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

August 2009
Liebe Biebricher,
die Saison ist noch jung, aber die Verbandsliga-Fußballer der Blauen haben uns schon alles geboten. Deutliche Niederlagen, einen Kantersieg und ein turbulentes Derby in Frauenstein. Dieses 2:2,
hoffen wir, dass es nicht zum frühen und negativen Wendepunkt in einer Runde wird, die gerade Hoffnung auf attraktiven und erfolgreichen Fußball geweckt hatte.
Nach dem 8:1-Erfolg über den SV Zeilsheim führten die Biebricher auch in Frauenstein mit 2:0, und selbst nach dem Anschlusstreffer der Gastgeber auf der Bodenwaage rechnete kaum jemand
mehr mit dem Ausgleich. Bis Schiedsrichter Olaf Schmidt zur Tat schritt. Freistoß für Biebrich 02 nach einer Frauensteiner Abseitsstellung. Torwart Ademovic rollt den Ball mit der Hand zur
Auführung nach vorn. Der Frauensteiner Rebic kickt den Ball ins Tor. Der Referee entscheidet auf Tor für Frauenstein:2:2. "Ein Freistoß im Fußball kann ja wohl nicht mit der
Hand ausgeführt werden", sagte Helmut Kemen, der SVW-Kapitän aus großen Tagen des Sportvereins, der ebenso als Zuschauer an der Bodenwaage war wie der ehemalige
Tagblatt-Sportredakteur Wolfgang Blum. Beide hatten gesehen, was wohl nur dem Schiedsrichtergespann entgangen ist und daraufhin einen eindeutigen Regelstoß begangen hat. Einen gravierenden, der
in der vorletzten Spielminute über die Punktverteilung entschied.
Olaf Schmidt ließ sich von aufgeregten Widersprüchen natürlich nicht überzeugen und nutzte die Gelegenheit, den nächsten Gegner seines eigenen Vereins - der Spvgg. Hadamar
- nach Kräften zu dezimieren. Nach Zer, dessen einwandfreies Tor aus der ersten Hälfte er nicht anerkannt und danach wegen Schiedsrichter-Beleidigung des Feldes verwiesen hatte, zeigte er
nun auch noch Hadzic und Ademovic die Rote Karte.
Den Blauen sind die Sicherungen durchgebrannt. Keine Frage. Dafür entschuldigen wir uns bei den Frauensteinern, die als Gastgeber keinerlei Schuld traf. Doch wenn man dann liest, was
Tagblatt-Sportchef Ulrich Schwaab in seinem Wochen-Schlusspfiff schrieb, bleibt nurmehr Kopfschütteln: die Fußballer als Vorbilder sollten doch bittesehr "die Grundsätze des Fairplay
beachten und die überhitzten Gemüter rechtzeitig abkühlen". Rechtzeitig abkühlen. Am besten schon unterkühlt auf den Platz gehen. So blutleer wie diese Sportredaktion ihre
Arbeit versieht, nein - so blutleer wollen wir unsere Mannschaften nicht haben.
Zitieren wir in diesem Zusammenhang hier mal aus einem Interview, das Stefan Haßler, der erfolgreiche Trainer des VfB Gießen 1900 kurz vor Saisonbeginn gegeben hat: "Ich gehe nie mit
einem guten Gefühl in ein Punktspiel. Wenn es mal so kommen sollte, muss ich aufhören", berichtet er von natürlicher Anspannung, um dann fortzufahren: "Fußball ist ein
Kriegsspiel, in dem es um Punkte, Platzierung, Auf- und Abstieg geht. Die Identifikation jedes einzelnen Spielers mit der Mannschaft, dem Trainer, dem Verein beziehungsweise mit der Stadt und der
Region, spielen bei der Arbeit eine entscheidende Rolle und bilden die Basis einer emotional verbundenen Gemeinschaft. Da ist man immer angespannt und steht ständig unter Strom. Denn nur die
unbewusste Angst vor der Niederlage macht Siege möglich." Man mag über manche Formulierung streiten, der eine oder andere wird auch die Nase rümpfen - aber Haßler hat Recht.
Erfolge können nur emotional verbundene Gemeinschaften erzielen. Und wenn's gilt, müssen sie unter Strom stehen. Manchmal muss sogar von draußen einer den Schalter umlegen oder den
Stecker in die Steckdose stecken.
Übrigens: Hätte das Tagblatt, wie es früher eine Selbstverständlichkeit war, zu dem Verbandsliga-Derby nach Frauenstein einen Berichterstatter geschickt, hätte der
persönlich gesehen, dass die Leistung des Referees genauso unmöglich war wie die Schiedsrichter-Ansetzung an sich. Und so wie man Spieler für schlechte Leistungen kritisieren darf,
müssen sich das natürlich auch die Schiedsrichter gefallen lassen.
Sind wir nun gespannt darauf, wie der Rechtsausschuss am 26. August um 18 Uhr im Vereinsheim des FC Bierstadt über den Einspruch der Biebricher gegen die Spielwertung entscheidet. Interessant
wird sein, was die Frauensteiner Zeugen aussagen. Torschütze Rebic sollte ja gesehen haben, wie es tatsächlich war. Doch egal, mit welchen Ergebnissen die Verhandlung endet, wir sollten
einem Schiedsrichter nicht die Macht geben, uns in ein Stimmungsloch zu stoßen. Vergessen wir einfach den Herrn Schmidt.
Gegen Zeilsheim und in Frauenstein hat das 02-Team gezeigt, dass es in der Lage ist, guten und erfolgreichen Fußball zu spielen. Das sollte die Mannschaft wieder tun. Und das wird auch
zwingend nötig sein, um gegen Tabellenführer Eintracht Wetzlar ein ordentliches Ergebnis zu erreichen. In Breidenbach und gegen Schloßborn müssen dann auf alle Fälle wieder
Punkte aufs Konto gebucht werden.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

September 2009
Liebe Biebricher,
wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn hier mal ein Schiri spricht. So könnte man ein altes Sprichwort abwandeln. Aber beim Hessischen Fußballverband stehen die
Schiedsrichter unter besonderem Schutz. In der Rechtsverhandlung, in dem die Vorkommnisse beim Verbandsliga-Derby zwischen dem SV Frauenstein und Biebrich 02 aufgeklärt werden sollten,
verstrickten sich die drei Referees zwar in Widersprüche. Schließlich musste Schiedsrichter Olaf Schmidt sogar zugeben, dass er im Gegensatz zu seinen fast dreiseitigen Einlassungen im
Spielberichtsbogen die entscheidende Szene gar nicht richtig gesehen hat - aber seine Feststellungen zu den Verfehlungen der 02-Spieler Ademovic und Hadzic nahmen ihm die Fußballrichter dennoch
unbesehen ab, verurteilten die beiden Blauen zu Sperren von vier beziehungsweise zwölf Spielen Sperre. Ganz nebenbei: Ein Spielberichtsbogen gilt als Urkunde.
Das erfreulichste an den zwei mündlichen Verhandlungen in Bierstadt und Grünberg war, dass offenbar weder die drei Schiedsrichter noch die verfahrensbeteiligten Frauensteiner zuvor ihre
Aussagen abgesprochen hatten. So gelang es dem Biebricher Spielausschussvorsitzenden, Rechtsanwalt Thomas Utikal, vor allem auch dank der Aussage des Frauensteiner Torwarttrainers Jürgen Dachtler,
Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit zu wecken, die selbst der Rechtsausschuss unter Horst-Günther Konlé nicht übergehen konnte. Da der Frauensteiner Ausgleichstreffer in der
vorletzten Spielminute irregulär zustande gekommen war und nun quasi amtlich ist, dass der Referee den Blauen die Punkte geklaut und den Saisonstart vermasselt hat, wird das Derby noch einmal
gespielt. Immerhin eine faire Chance für beide Teams und eine zusätzliche Einnahme für den SV Frauenstein, wenngleich die ursprünglichen Vorteile für die Blauen nicht wieder
herzustellen sind. Die Strafe gegen Ademovic geht sicher in Ordnung. Das Verhalten von Hadzic mit einer vierteljährigen Sperre zu belegen, ist nur mit dem alten Verbandsgrundsatz zu
erklären, dass die Schiedsrichter in jeder Beziehung und auch im wahrsten Sinne des Wortes "unantastbar" sind.
Dass zwei Verbandsligaspiele des Biebricher Fußballvereins unter Verbandsaufsicht stattfinden, wie es im Urteil festgelegt wurde, kostet die 02er zwar noch einmal Geld, aber vielleicht
verfolgen ja dann wenigstens diese HFV-Abgesandten konzentriert das Spielgeschehen und können im Falle eines Falles als höchst offiziell neutrale Zeugen der Wahrheit zu ihrem Recht
verhelfen.
Die Verbandesliga-Vorrunde jedenfalls nimmt für die Blauen einen deutlich anderen Verlauf, als es bis zu 89. Minute in Frauenstein ausgesehen hatte. Es gilt nun, die Ruhe zu bewahren und die
dafür nötigen Punkte einzufahren - wie schon beim Auswärtsspiel in Breidenbach. Dazu bestehen in den nächsten Wochen realistische Möglichkeiten. Im Heimspiel gegen die SG
Oberliederbach sowie in den Auswärtsspielen in Braunfels und Kelsterbach müsste Zählbares zu holen sein. Eine besonders schwere, aber eben auch besonders reizvolle Aufgabe wartet am 3.
Oktober mit dem FC Eddersheim. Dass die 02er mit Spitzenteams der Klasse mithalten können, bestätigte die Mannschaft trotz der unglücklichen Heimniederlage gegen Titelanwärter
Eintracht Wetzlar eindrucksvoll.
Und vergessen sie nicht, dem Nachwuchs der Blauen die Daumen zu drücken. Die ambitonierten Gruppenliga-Teams in A- und C-Jugend sind stark in die Saison gestartet. Auch die B-Jugend
imponierte trotz einer unglücklichen 4:5-Niederlage im ersten Spiel bei den Offenbacher Kickers.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Oktober 2009
Liebe Biebricher,
die Verbandsliga-Fußballer der Blauen haben wieder einen Trainer. Und nie hat man das schneller und deutlicher gespürt als bei der Verpflichtung von Engin Özdemir durch die
02-Vormänner Horst Klee und Thomas Utikal. Er war gerade einen Tag im Amt, da bezwang die zuvor meist kopf- und ideenlos deprimierende Ergebnisse einspielende Mannschaft gegen den
Meisterschafts-Mitfavoriten FC Eddersheim mit 6:1. Das Main-Taunus-Team hatte in dieser Runde bis dahin erst ganze sieben Gegentore kassiert und nur einmal verloren. Und eine Woche drauf wurde
diesmal das gerade aufgebaute von den Nullzweiern auch nicht mit dem eigenen Hintern wieder eingerissen. Zwar weniger spektaktulär aber immerhin mit 3:1 gewannen die Blauen beim Schlusslicht in
Kelsterbach.
Aber auch ein neuer Besen kehrt nicht allein dadurch gut, dass ein Zettel draufklebt: "Neu". Engin Özdemir hat gleich ein paar Duftmarken gesetzt, zwei, drei Umstellungen vorgenommen, junge
Spieler ins kalte Wasser geworfen, andere erstmal auf die Bank gesetzt - und er hat natürlich eine andere Ansprache als sein Vorgänger Roland Gisinger, der nach der 1:4-Heimniederlage gegen
Oberliederbach entnervt das Handtuch geworfen hat (wofür jeder Verständnis haben und Respekt zollen muss). Der Temperaments-Unterschied zwischen altem und neuem Trainer ist sicher das, was
am ehesten auffällt. Und alle haben wir die Hoffnung, dass in Biebrich nun wieder Fußball ehrlich gearbeitet und herzerfrischend gespielt wird.
Keine Frage, werden die Siege sich nun nicht endlos wie die Perlen einer Kette aneinanderreihen. Aber es musste neuer Schwung in den Laden. Und den - dahin deuten derzeit alle Anzeichen - haben
wir nun. Und den braucht die Mannschaft auch, wenn sie die nächsten Spiele bestehen will. Namentlich das Heimspiel gegen die Oberliga-Reserve des SC Waldgirmes, die gerade dem Titelanwärter
VfB Unterliederbach die erste Saisonniederlage zugefügt hat, und eine Woche drauf im zweiten Heimspiel hintereinander gegen den FC Ederbergland. Ein nun ganz besonderes Derby steht am 1.
November auf dem Plan, wenn die Blauen beim Türkischen SV auf dem Hartplatz am Niederfeld anzutreten haben, den Özdemir einst in die Landesliga geführt hat. Freuen wir uns drauf.
Weniger erfreulich ist, wie der Deutsche Fußball-Bund weiterhin mit seinen Amateuren umgeht. Haben Sie in den vergangenen Wochen auch einen Anruf von "Sky" bekommen, dem Premiere-Nachfolger,
der "sieben Tage Fußball die Woche" im Bezahl-Fernsehen bietet? Sie dürfen sicher sein, die Werber haben die Telefonnummer nicht von Ihrem Biebricher Fußballverein bekommen. Obwohl
der Verband genau das gewünscht hat. "Das ist ein Unding. Es gibt Vereine, die Mitgliederdaten herausgeben", ereiferte sich Berit Schiefke im September, die Vorsitzende des 930 Mitglieder
starken, holsteinischen SV Westerrade. "Das würden wir nie machen." Das partnerschaftliche Bemühen von Sky und DFB, den kleinen Vereinen die Zuschauer von den Plätzen wegzulocken und
an die Bildschirme zu ziehen, nennt Bernd Schult, der Manager des Lübecker Verbandsligisten Rot-Weiß Moisling "einen Affront gegen die Amateurfußballer. Man sollte mal mehr an uns
Amateure denken und nicht immer nur ans große Geld." Der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband hat "bewusst entschieden, das Angebot nicht zu bewerben", erklärte Verbandssprecher
Tobias Kruse immerhin. Beim obrigkeitshörigen Hessischen Fußballverband sieht das natürlich anders aus.
Die Aufregung kann bundesweit mit Zitaten belegt werden. Kommentatoren schütteln selbst auf Politikseiten der Tageszeitungen den Kopf über den DFB. Und nun kommt der nächste
Verbands-Angriff auf das Selbstbesimmungsrecht der Vereine und seiner Mitglieder. Im Streit mit dem Internetportal "hartplatzhelden.de", das kurze Videoclips mit Spielszenen aus Amateur- und
Jugendspielen ins Netz stellt, klagt der Württembergische Fußballverband. Er fühlt sich - wörtlich - als "Leistungserbringer" der Amateurfußballspiele. Die Hartplatzhelden
verletzten die Verwertungsrechte des Verbandes. Der absurde Satz, den der hessische Verbandsgeschäftsführer Gerhard Hilgers im Zusammenhang mit dem Ergebnisdienst "DFB-net" geprägt hat
("Die Ergebnisse auf hessischen Fußballplätzen sind geistiges Eigentum des Verbandes"), gewinnt neue Bedeutung. Natürlich ist auch der HFV in Sachen Internet schon aktiv geworden. Im
Sommer hat der Hessische Fußball-Verband den VfL Philippstal aufgefordert, Videos mit Spielszenen, die Klubmitglieder bei "You Tube" hochgeladen hatten "zeitnah" zu löschen.
Der württembergische Verbands-Justiziar Frank Thumm begründet die WFV-Ansprüche mit der Feststellung, die Spiele seien nur dank der Vorleistungen des Verbandes möglich: "5000
Partien pro Saison finden nicht von allein statt." Aber, lieber Herr Thumm, vor allem nicht ohne die Vereine und ihre Mannschaften. Und wer, Sie sind ja Jurist und müssen das wissen, ist denn
der Verband? Ist das nicht die Gemeinschaft der Vereine? Die sind verrückt beim Verband. Oder abgerückt, weit weg gerückt von der Basis. Ein Lars Klingenberg schreibt im Internet auf
"myheimat.de": "Ich sehe es noch kommen, dass sich Eltern bei den Landesverbänden akkreditieren müssen, damit sie ihre Kinder beim Spiel fotografieren oder filmen dürfen." Ich
auch.
Aber nun vergessen Sie Verband und Fernsehen und schauen Sie die Spiele unserer vielen, vielen Mannschaften an. Dort sehen wir uns.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

November 2009
Liebe Biebricher!
„Heute habe ich mich erstmals fremdgeschämt“, sagte unser Fotograf und Internet-Manager Udo Parker nach der 0:10-Niederlage des 02-Verbandsliga-Teams in Unterliederbach.
Schämen für eine Mannschaft der Blauen – das ist seitdem für die Mitglieder und Freunde des Verein in dieser Saison beinahe zu einer Dauerübung geworden. Die letzten Treuen
haben schon viele schwere Zeiten erlebt, schwache Spiele und kräftige Niederlagen – nie aber war es ein peinliches Spießrutenlaufen, als bekennender Nullzweier über die
Sportplätze der Stadt zu gehen.
Dabei sollte das nicht den Zuschauern des Biebricher Fußballvereins peinlich sein, was da geboten wird, sondern der Mannschaft. Hat sie wahrgenommen oder hat es ihr jemand gesagt, dass bei
der 0:4-Heimniederlage gegen den FC Ederbergland die eigenen Zuschauer in der zweiten Hälfte rübergegangen sind zur Begegnung der A-2-Jugend?! Die hat zu dem Zeitpunkt gegen den TuS
Nordenstadt im Kampf um Kreisliga-Punkte auch zurückgelegen, aber sie hat einen Rückstand wettgemacht und in der Schlussminute 4:3 gewonnen. Welch ein Glück, werden manche gedacht
haben, dass es an diesem Tag diese Alternative gab. Früher war es nicht schlimm, gegen die Battenberger zu verlieren, aber die Nachfolger jenes starken Teams, die heute unter FC Ederbergland
firmieren, haben mit den Arnolds, Krümmelbeins, Spechts und Werths von einst so gar nichts gemein.
Die Diskussion nach dem 0:4, warum wir nicht wieder auf dem Kunstrasen gespielt hätten, da wäre es doch sicher besser gegangen, die ist eigentlich auch nur peinlich. Sie passt nicht zum
größten Fußballverein der hessischen Landeshauptstadt. Sie riecht nach Löhnberg und Waldgirmes, wo früher regelmäßig die schönen Rasenplätze gesperrt
und spielstärkere Gegner auf Wiese oder Hartplatz geschickt wurden, um die eigenen Chancen zu erhöhen. Wo sind wir denn? Wenn einer Mannschaft der Naturrasen nicht behagt, wenn ihr die
Ausmaße des Platzes zu groß sind – dann gehört sie nicht in die Verbandsliga, dann spricht sie sich selbst die Klassenreife ab. War das Spielfeld gegen den FC Ederbergland zu
groß, war es eine Woche drauf beim Türkischen SV vermutlich zu hart, zu rot, zu weiß nicht was. Das Ergebnis war jedenfalls das Gleiche: 0:4 gegen allenfalls mittelmäßige
Konkurrenz. Der kurze Aufwind, der nach dem Trainerwechsel spürbar war, wurde nicht genutzt, sondern ist verpufft – und, um das noch zu ergänzen: Schwache Schiedsrichter und verletzte
Spieler haben andere auch.
Ein Blick auf die Statistik dieser Verbandsliga-Vorrunde ist ein Beleg für Disziplin- und Charakterschwäche. In den drei Heimsiegen kommt das 02-Team auf 18:5 Tore, bei den fünf
Niederlagen auf 4:17. Bei den drei Auswärtssiegen auf 8:2 Tore, bei den drei Niederlagen auf fremden Plätzen auf 2:23! Aus Analysen ziehen die Verantwortlichen die Konsequenzen. Auch bei
Biebrich 02. Denn das, was im Umfeld eines derart desaströsen Auftretens an Stimmung spürbar wird, kann überschwappen auch auf andere Teams und das Klima im Verein allgemein verpesten.
Fußball muss Spaß machen, ein Besuch auf dem Dyckerhoff-Sportfeld muss unterhaltsam sein, das anschließende Bier im Klubheim muss schmecken. Dazu wollen wir beitragen, nein, es ist
die Pflicht der Verantwortlichen, einer Entwicklung Einhalt zu gebieten, die über Jahre gewachsene Kultur des Zusammenlebens im Verein gefährdet und damit einhergehend den Ruf zu ruinieren
droht.
Das – wohlgemerkt – hat rein gar nichts mit der Klassenzugehörigkeit zu tun, sondern allein mit dem Auftreten all derer, die ein blaues Trikot tragen.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Dezember 2009
Liebe Biebricher,
ein für die 02-Fußballer turbulentes Jahr geht zu Ende. Aufregung bis zum Schluss. Gerade um die aktiven Mannschaften, die wider Erwarten in Verbands- bzw. Kreisoberliga um den
Klassenverbleib bangen müssen. Aber wir sind ganz sicher, dass 2010 ein „blaues Jahr“ wird. Natürlich müssen wir dazu die Fehler vermeiden, die im Umfeld der beiden Teams
in vielleicht allzu großer Selbstsicherheit gemacht wurden – und diese Fehler, wo es noch nicht geschehen ist, korrigieren. Der neue Trainer Engin Özdemir arbeitet leidenschaftlich
daran. Und nun hilft ihm auch Jürgen Dachtler, der als Torwarttrainer und gute Seele aus Frauenstein ans Dyckerhoff- Sportfeld zurückgekehrt ist.
Natürlich muss die teilweise triste Stimmung, die in dieser Saison während der Spiele der Verbandsliga-Elf (und danach) auf dem Platz und im Clubheim oft herrschte, endlich verschwinden.
Nehmen wir wahr, dass es jetzt alle besser machen wollen. Auch schon bei der letzten „Hausaufgabe“ des Jahres gegen den SV Frauenstein. Im Hinspiel hat das Fiasko begonnen. Aber ein
unfähiges Schiedsrichter-Gespann kann so früh in der Runde nicht eine ganze Saison kaputt machen, wenn die Mannschaft wirklich stark ist und Charakter hat. Fußballspiele und vor allem
solch ein Derby können, nein sie sollten Beteiligten wie Zuschauern Spaß machen. Da müssen wir wieder hinkommen.
Die Hoffnung auf ein erfolgreicheres 2010 nährt sich auf dem Dyckerhoff-Sportfeld natürlich – wie sollte es ander sein? – aus dem, was sich in der riesigen Jugendabteilung
tut. Es passiert da unendlich viel Positives. Die B-Jugend unter der Leitung von Malte Christ hat in der Hessenliga vor allem gegen den Nachwuchs der Profiklubs, bei Kickers Offenbach (4:5), beim FSV
Frankfurt (2:4) und Spitzenreiter Darmstadt 98 (0:0) mit großartigen Leistungen imponiert und sich im Tabellenmittelfeld festgebissen. Noch im Dezember bestreitet sie das Wiesbadener
Pokalfinale gegen den SV Frauenstein. Die junge A-Jugend-Mannschaft von Mike Schlemmer hat sich in der Gruppenliga von Spiel zu Spiel gesteigert und zuletzt die beiden bis dahin ausnahmslos
siegreichen Titelkonkurrenten aus Eddersheim (6:2) und Frauenstein (2:0) bezwungen. Schon jetzt werden die größten Talente von Engin Özdemir immer wieder zusätzlich in der ersten
Verbandsliga- Mannschaft eingesetzt. Die C-Jugend scheint den vorjährigen Betriebsunfall mit dem Abstieg in die Gruppenliga sofort wettmachen zu können. Die Jungs von
„Cheftrainer“ Klaus Tobies führen die Tabelle an. Und Hartmut Steindorfs D-Jugend liegt in der Gruppenliga hinter den Wehenern auf Platz zwei. All das und auch die beachtlichen
Ergebnisse der Zweier- und Dreier-Mannschaften sowie der ganz Kleinen demonstrieren, dass Leistungs- und Breitensport in bester Ausprägung beim Biebricher Fußballverein nachwievor eine
Heimat haben. Helfen wir alle mit, dass die erreichbaren sportlichen Ziele 2010 tatsächlich erreicht werden.
Der Biebricher Fußballverein wünscht seinen Freunden und Gönnern und allen Sportfreunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Januar 2010
Liebe Freunde, liebe Biebricher,
der Nostalgie-Cup weckt mittlerweile selbst schon nostalgische Erinnerungen - so alt ist er schon. Denn von denen, die anfangs auf dem Parkett standen, leben mittlerweile einige schon nicht mehr.
Denken wir nur an den unvergesslichen Germanen Werner Hammelbacher und den 02er Wilfried Rath. Oder die Macher: Der "Chef" Heinz Przybilla - die Familie gedachte gerade vor einer Woche des zehnten
Todestages. 85 wäre der legendäre Trainer der erfolgreichsten Biebricher Fußballmannschaften aller Zeiten heute. Und Ede Bruch, der das Herz des FC Biebrich 76 war. Ein gutes
Stück kommen Wiesbadens Alt-Fußballer auch ihnen zu Ehren am 16. Januar wieder zusammen, um sich gemeinsam ihrer zu erinnern. Zwangsläufig werden sie wie viele andere, die einst
Mitstreiter in der großen Zeit des Wiesbadener Fußballs waren, in den Gesprächen während und nach dem Turnier vorkommen.
Wir danken den Teams für die Teilnahme, den Mannschaften der 19er, der 76er, der 02er, des SV Wiesbaden, der Germania, um die wir derzeit alle ein bisschen bangen, auch wenn die
Verantwortlichen uns beruhigen wollen - und schließlich die Equipe Speciale des SV Wehen, die von Anfang an zu diesem Wiesbadener Traditionsturnier dazugehört.
Wir von Biebrich 02 freuen uns, diese Veranstaltung wieder ausrichten zu können. Es war der Wunsch der Spieler, die Tradition fortzusetzen, was wir nach einjähriger Unterbrechung im
Vorjahr getan haben. Wie es da der Wunsch war, diesmal nun auch wieder den Eintrittserlös dem Biebricher Nachbarschaftshaus mit seinen zahllosen Einzelprojekten, die allesamt zum friedlichen und
gedeihlichen Miteinander in unserem Stadtteil beitragen, zukommen zu lassen - und diesen Betrag mit Spenden aus der eigenen Tasche, wie es in all den Jahren so erfreulicherweise geschehen ist,
ordentlich aufzustocken. Selbstverständlich werden die Blauen im Gegenzug nach dem letzten Abpfiff für alle Teilnehmer im Klubheim wieder Essbares bereitstellen. Ein schönes Turnier,
ein wunderbares Beisammensein - das soll der Nostalgiecup wieder sein.
Eine Woche drauf steht an gleicher Stelle in der Halle am Dyckerhoff-Sportfeld das Turnier um den Horst-Seilberger-Pokal auf dem Programm. Mit zwölf Mannschaften, die noch aktiv am
Ligabetrieb teilnehmen. Starke Fußballer, die in dieser Saison schon haben aufhorchen lassen. Neben den Verbandsligisten SV Frauenstein, Türkischer SV und Biebrich 02 vor allem der FSV
Winkel, der SV Wiesbaden und der SC Mesopotamien.
Kommen Sie einfach vorbei. Ein Besuch bei den Blauen lohnt sich auf alle Fälle.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

Der neueste Hauzel
März 2010
Liebe Freunde, liebe Biebricher,
endlich wird draußen auch in den Amateurklassen wieder Fußball gespielt. Und der Start ins neue Jahr ist zumindest schon mal den Jugendmannschaften der Blauen gelungen. Die Gruppenliga-
Spitzenreiter vom Dyckerhoff-Sportfeld haben so weitergemacht, wie sie vor der langen Pause aufgehört haben – mit souveränen Siegen. Die A-Jugend bezwang den SV Wiesbaden mit 3:0, die
C-Jugend den TSV Bleidenstadt mit 7:1. Diesen Beispielen könnten die anderen Teams nun folgen.
Bei erster und zweiter Mannschaft geht es in Verbands- und Kreisoberliga in diesem Frühjahr einzig um den Klassenerhalt. Personell hat sich in der Winter-Wechselpause noch einmal allerhand
getan. Ob das zu einem besseren Klima und besseren Leistungen, insgesamt zu einer Stabilisierung auf höherem Niveau führt, muss sich zeigen. Noch weiß niemand, wo die Teams nach den
Veränderungen im Kader stehen. Zumindest war lang genug Zeit, die Spieler in einen körperlich besseren Zustand zu versetzen. Schon das erste Verbandsligaspiel des neuen Jahres bietet dem
Team eine hervorragende Möglichkeit zu demonstrieren, wie sehr es sich gewandelt hat. Gegen den VfB Unterliederbach geht darum, die größte Blamage der vergangenenen Jahrzehnte
halbwegs wettzumachen. So charakterlos wie beim 0:10 im Hinspiel hat sich noch nie eine erste 02-Mannschaft in eine Niederlage ergeben. Die Vereins-Verantwortlichen wissen, dass es auch in Zukunft
Niederlagen geben wird, aber sie selbst wollen sich wie die anderen 02-Mitglieder für ihr Team nicht mehr schämen müssen.
Was erste und zweite Mannschaft bislang in dieser Saison abgeliefert haben, passt schlicht nicht in das Bild, das der Biebricher Fußballverein insgesamt abgibt. Die Finanzen sind in Ordnung,
Schulden gibt es nicht. Die Teams der riesigen Jugendabteilungen eilen von Erfolg zu Erfolg und geben zu großen Hoffnungen Anlass. Wie anders stellt sich dagegen die Situation bei unserem
Nachbarn da. Die Wiesbadener Germania, mit der wir über 100 Jahre lang oft den gleichen Weg gegangen sind, häufig in den gleichen Klassen gespielt und großartige Derbys vor vier- und
fünftausend Zuschauer absolviert haben, steht vor dem Aus. Nachdem sich bereits die Jugendabteilung auf ein einziges D-Jugend- Kleinfeldteam reduziert hatte, wurden nun die beiden aktiven
Mannschaften aus der laufenden Runde der Gruppen- und C-Liga zurückgezogen.
Zwar heißt es in den offiziellen Verlautbarungen von der Waldstraße, der Traditionsklub werde in der neuen Saison in der Kreisoberliga einen Neustart wagen, doch muss man da
überaus skeptisch sein. Die Voraussetzungen jedenfalls sind denkbar schlecht. Ein Trauerspiel, das auch bei den Blauen, die über Jahrzehnte auf freundschaftliche Weise mit den Germanen
verbunden waren, große Wehmut auslöst.
Strukturen und Voraussetzungen zu schaffen, die einen derartigen Niedergang am Dyckerhoff-Sportfeld ausschließen, ist seit 40 Jahren Ziel des 02-Vorstands. Bislang hat er diese selbst
gestellte Aufgabe hervorragend erfüllt.
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

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