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FV Biebrich 02
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nach unten Der neueste Hauzel

Juli/August 2010

Liebe Biebricher,
in einem Sommer ohne Fußballpause starten nun auch die Blauen in die neue Saison. Und doch, lassen Sie uns noch ein paar Sätze zur alten Spielrunde verlieren. Mit den beiden Seniorenmannschaften hat der Biebricher Fußballverein den Klassenerhalt geschafft, im Nachwuchsbereich gab es Erfolge (fast) ohne Ende. Pokalsiege, Meisterschaften, Aufstiege. Wir müssten glücklich und zufrieden sein. Doch das große Happyend gab es nicht.

Zwei Nackenschläge zu einem Zeitpunkt, als die Saison eigentlich schon rum war, haben das ganz große Glück verhindert. "Stellt Euch nicht so an. Man muss auch mal verlieren können", werden jetzt viele sagen. "Eure Luxusprobleme möchten wir haben", formulieren es andere. Aber die unglückliche Niederlage der A-Jugend im Aufstiegsduell gegen Eintracht Stadtallendorf ist nicht nur schade für diese Mannschaft, die eine herausragende Saison gespielt hat. Dass wir zum zweiten Male in einem Elfmeterschießen mit dem ältesten Nachwuchs-Jahrgang die Hessenliga verpasst haben, ist mehr als eine der üblichen Fußballtragödien, die sich zum Saisonende zigfach auf den Fußballplätzen abspielen. Wir waren wieder ganz, ganz nah dran, eine für die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des Vereins optimale Klassenstruktur zu schaffen. Wir wären durchgängig von der C- bis zur A-Jugend in den Hessenligen vertreten gewesen - und haben es wieder verpasst. Es bleibt uns nichts, als den Kopf aus dem Sand zu ziehen und es erneut zu versuchen.

Die andere Entscheidung, die unsere Möglichkeiten beschneidet und Perspektiven einschränkt, fiel im Rathaus. Wiesbadens Sportpolitiker verschenkten vorerst die große und vielleicht einzige Chance, die elende Platznot auf dem Dyckerhoff-Sportfeld zu lindern.

Schluss mit dem Schämen

Die Blauen spielen immer noch in der Verbandsliga. Das ist das einzige positive Fazit, das man unter die vergangene Saison der ersten Mannschaft ziehen kann. Ein schlecht zusammengestelltes, schlecht vorbereitetes und nicht austrainiertes Team, das in manchen Phasen sich nicht einmal mehr zusammenraufen konnte, als Zweckgemeinschaft einem gemeinsamen Ziel entgegenzustreben, eine Mannschaft, für die man sich während der Runde wiederholt schämen musste, ist genau das, was wir nie wieder im blauen Trikot sehen wollen. So selbstsicher, mitunter arrogant, wie manche Spieler aufgetreten sind, haben sie sich, um ihre Haut zu retten, dennoch dafür entschieden, die Heimspiele auf dem engen Kunstrasen auszutragen, weil sie selbst wussten, dass ihre fußballerischen Fähigkeiten und die konditionellen Grundlagen für den großen Rasenplatz nicht ausreichten. Dafür müssen wir uns auch bei den anderen Klubs der Liga entschuldigen. Das war nie unser Stil, und das soll er auch nie wieder sein. In einem Vorstandsbeschluss ist nun festgelegt, dass Biebrich 02 mit seiner ersten Mannschaft - solange der Platz bespielbar ist - auf dem Hauptfeld antritt.

Niemand weiß die neue Mannschaft nach den zahlreichen Zu- und Abgängen einzuschätzen, auch wenn sich die Experten - die ewig optimistischen wie die immer pessimistischen - natürlich scharenweise zu Prognosen hinreißen lassen. Eine anständige Saison zu spielen, statt sich und Zuschauer zu quälen - das wäre schon was. Mit Kampf und attraktivem Fußball verlorene Sympathien zurückzugewinnen - das ist ein Ziel, das nur wenig mit einem Tabellenrang zu tun hat. Gelingt es, ergibt sich aber eine gute Platzierung automatisch.

Ende August sind bereits sieben Punktspiele absolviert. Dann wissen wir mehr. Das für uns Biebricher Schöne an dem Spielplan ist, dass wir alle Derbys in den ersten Wochen auf eigenem Platz bestreiten dürfen. Zum Auftakt kommt Oberliga-Absteiger TSG Wörsdorf, zwei Wochen später ist der Türkische SV zu Gast, am 11. September steht auf dem Dyckerhoff-Sportfeld das Traditions-Duell mit Aufsteiger Kastel 06 auf dem Programm. Scherzbolde würden sagen: "Da rentiert sich eine Dauerkarte." Egal wie, versäumen sollten sie diese Begegnungen wirklich nicht.

Bis dahin,
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


September 2010

Liebe Biebricher,
das ist wohl das, was man einen durchwachsenen Saisonstart nennt. Und gerade als alle gedacht hatten, nun gehe es mit der Verbandsliga-Mannschaft endgültig bergauf, folgte der nächste Absturz. Vier Tage nach dem 3:0 über den Türkischen SV setzte es eine 1:5-Klatsche beim VfB 1900 Gießen. Dabei hatten die Gießener zuvor wahrlich keine Bäume ausgerissen.

Nach dem 0:4 zum Auftakt in Battenberg ist das die zweite böse Abfuhr, die sich das Team eingehandelt hat. Mag der Spielverlauf jeweils noch so unglücklich gewesen sein, nicht jede Niederlage muss gleich in eine Packung ausarten. Das tut der Stimmung auch im Umfeld nicht gut.

Der Atmosphäre täten ein paar starke Leistungen am Stück im Heimspiel gegen Eintracht Lollar, im Derby gegen Kastel 06, aber auch auf fremden Plätzen in Eddersheim und Zeilsheim wahrlich gut.

Es muss ein Ende haben, dass wie im Juli und August weiter gemeckert und gemeckert wird. Und das in vielen Bereichen – gerade aber auch über Leistung und Zusammensetzung des Verbandsliga-Kaders. Kritische Analysen können nützlich sein. Dummes Gerede ist und bleibt dumm – und schadet dem Image des Biebricher Fußballvereins. Wenn zum Beispiel gesagt wird, in der ersten Mannschaft spielten zu viele Ausländer oder zu viele Türken, dann grenzt das in einem Klub, dessen Integrationsarbeit zu den wesentlichen Förderkriterien bei Sponsoren und öffentlichen Zuschussgebern zählt, an vereinsschädigendes Verhalten. Und die Verantwortlichen werden künftig darauf zu reagieren haben.

Wenn sich Mitglieder, die in Funktionen für den Verein tätig sind, ob als Spieler, Betreuer oder im Vorstand, auf diese oder ähnliche Weise – egal ob unbedacht oder nicht – öffentlich äußern, schaden sie dem Ansehen der Blauen. Es ist aber vor allem ein alarmierendes Zeichen, dass sie die Welt, so wie wir sie in Biebrich uns wünschen, nicht begriffen haben. Die eine Welt, in der nach Herkunft, Abstammung und kulturellen Wurzeln allenfalls gefragt wird, um voneinander zu lernen, nicht aber, um die Menschen nach sinnlosen Kriterien einzuordnen oder auszusortieren. Die eine Welt, zu deren Realisierung wir in all den vergangenen Jahren viele Beiträge geleistet haben, für die wir auch ausgezeichnet wurden – und nun gerade beim Mosburgfest mit einem Sonderpreis des von Siegfried Huhle gestifteten EMIL-Award wieder gewürdigt werden.

Es ist ein Appell an alle Blauen, zusammenzurücken und zu den eigenen Grundsätzen zu stehen. Wir können Fußballspiele verlieren und absteigen, aber wir dürfen nicht das Gesamtprojekt gefährden.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Oktober 2010

Liebe Biebricher,
in dieser Saison kommt die Verbandsliga-Mannschaft der Blauen wirklich schwer in die Gänge. Oder sollen wir schon die Vergangenheitsform wählen: ist schwer in die Gänge gekommen. Denn langsam aber sicher scheint es voran zu gehen. Die knappe und unglückliche Niederlage in Eddersheim, das Remis gegen Kastel 06 und zuletzt der erste Auswärtssieg der Runde in Zeilsheim.

Wenn nun auch die beiden Partien gegen Birklar und in Kelsterbach für den Biebricher Fußballverein günstig laufen, könnte es am 10. Oktober gegen Hadamar fast so etwas wie ein Spitzenspiel auf dem Dyckerhoff-Sportfeld geben.

Aber lassen wir die Kirche im Dorf. Noch ist jeder Punkt wichtig für die Rückgewinnung der Harmonie rund um den Platz. Die ewige Meckerei geht nicht nur Spielern und Trainern an die Nerven. Unerfreuliche Leistungen und Ergebnisse kann man natürlich irgendwann auf die Zusammenstellung der Mannschaft zurückführen, aber sicherlich nur auf die fußballerische und nicht auf die landsmannschaftliche. Das geht eben überhaupt nicht.

Der Biebricher Fußballverein ist seit Jahrzehnten ein interkulturelles Integrationsprojekt. Ein funktionierendes wohlgemerkt. Dafür haben wir viele Auszeichnungen erhalten und noch mehr anerkennende Worte. Vor dem Hintergrund der aktuellen, völlig unsinnigen und überflüssigen Diskussion zum Integrationsthema in diesem Land, sind die eindeutigen Feststellungen, die wir in der letzten Ausgabe der Blauen zur Situation in unserem Verein gefunden haben, öffentlich auf positive Resonanz gestoßen. „02er ächten interne Rassismus-Tendenzen“, titelten Tagblatt und Kurier.

In diesen Zusammenhang passt auch trefflich, dass die Jugendabteilung sich erneut an einer Anti-Rassismus-Aktion beteiligt. Für dieses Engagement wurde Jugendleiter Hartmut Steindorf Ende August beim Mosburgfest mit einem Sonderpreis des von Siegfried Huhle gestifteten „Emil-Award“ ausgezeichnet.

Um zu unserem „Kerngeschäft“ Fußball zurückzukommen: Es wird von Jahr zu Jahr schwerer. Die Rahmenbedingungen werden immer ungünstiger. Wenn man die Negativ-Beispiele anschaut, darf man beim Biebricher Fußballverein über das in großer Kontinuität Erreichte durchaus zufrieden sein. Im Vorjahr musste die Wiesbadener Germania ihre Mannschaft während der Runde zurückziehen, gerade jetzt vollzog man bei Wisper Lorch diesen Schritt. Im Juli schon meldete sich ein schleswig-holsteinischer Verbandsligist (!) ab und kickt nun in der Kreisliga C.

Viele traditionsreiche und traditionell geführte Vereine fühlen sich vom Verband im Stich gelassen. Wechselfristen über den Saisonstart hinaus und in der Winterpause machen eine finanzierbare und verlässliche Planung unmöglich. Während sich die Amateure immer stärker herumquälen müssen, werden den Profiklubs jede Woche neu die Betten aufgeschüttelt. Selbst Hessens gegenüber dem DFB immer loyaler Verbandsfußballwart Armin Keller hatte im Winter eingestanden, dass zum Beispiel eine Regionalliga-Reform unumgänglich sei. Nun sieht es ganz so aus, als würden alle angedachten Reformpläne beim bevorstehenden DFB-Bundestag am Veto der DFL scheitern. Sprich: Es bleibt wie es ist, was bedeutet, dass für die allermeisten in der Oberliga Endstation ist. Niemand mag unter diesen Bedingungen aufsteigen, was auch dieser Klasse ein Gutteil der Attraktivität raubt. Was wiederum jegliche Anstrengung in der Verbandsliga relativiert.

Was Vereinen wie Biebrich 02 da noch bleibt? Ein anderer Schwerpunkt, wie wir ihn schon seit Jahrzehnten zu setzen versuchen: Kinder und Jugendliche in einem harmonischen, sozialverträglichen Klima auszubilden zu ordentlichen Fußballern und guten Menschen. Gemeinsam Freude an diesem Sport zu haben, dafür sollten wir weiterhin oder wieder verstärkt die Grundlage schaffen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November 2010

Liebe Biebricher,
na also, werden einige gedacht haben. Nach der unerwartet schlechten Leistung in Kelsterbach, die prompt mit einer 3:4-Niederlage bestraft wurde, gewannen die Verbandsliga-Fußballer der Blauen gegen Tabellenführer Hadamar mit 2:0. Und eine Woche drauf feierten die jungen 02er gar einen 8:3-Triumph bei der TSG Wieseck. Dort hieß es nach 30 Minuten schon 4:0. Das gibt einfach Mut, dass die Mannschaft in der Lage sein wird, auch in den folgenden schweren Begegnungen mitzuhalten. Zu fürchten braucht sie niemanden, das Selbstbewusstsein müsste nun da sein, um stabile Konzentration muss sie sich immer wieder aufs Neue bemühen.

Von den nächsten fünf Spielen finden vier daheim statt: Gegen die Reserve des SC Waldgirmes, gegen Titelanwärter VfB Unterliederbach, den FC Ederbergland und Schlusslicht SG Hausen/Fussingen. Dazwischen liegt am letzten Oktober-Samstag das Match beim FSV Braunfels. Vielleicht gelingt es den Biebrichern, dafür den Grundstock zu legen, um in der Spitzengruppe zu überwintern.

Die Probleme von Biebrich 02, sind – wie sie sehen – sehr bescheidener, einem Fußballverein entsprechender Natur: Da könnte mal hier ein Pünktchen mehr rausspringen, dort die Harmonie ein bisschen besser sein, bei der einen Mannschaft das Verletzungspech nachlassen und für die andere sich endlich noch ein zusätzlicher Betreuer finden. Erlauben Sie mir aber bitte einen Blick an die Waldstraße. Mit der SG Germania pflegen wir nun 107 Jahre sportliche Nachbarschaft. Die beiden Traditionsvereine haben gute und weniger gute Zeiten miteinander verlebt. Die legendären Derbys in den 60er Jahren haben an die Waldstraße und aufs Dyckerhoff-Sportfeld fünf-, sechs-, siebentausend Zuschauer gezogen. Beim Nostalgiecup im Januar treffen sich noch die Cracks von einst. Und jetzt?

Die Germania hat die Wandlungen des Amateurfußballs nicht nachvollzogen. Den Verantwortlichen gelang es nicht, die Brüche mit neuen Aufgaben- und Zielstellungen zuzuschütten, der wunderbaren Vergangenheit eine Zukunft anzufügen. Als vor zwei Jahren die Jugendarbeit zum Erliegen kam, vor einem Jahr die erste Mannschaft aus der laufenden Gruppenliga-Runde zurückgezogen werden musste, hörte man schon die Totenglocken bis ins Tal. Für viele war es eine Überraschung, dass es dem Vorstand um den Landtagsabgeordneten Ernst-Ewald Roth gelang, im Sommer wieder ein Team für die Kreis-Oberliga zu melden. Anfang des Monats folgte die nächste Schlagzeile von der Waldstraße. Roth berichtete von einer geplanten Fusion der Germania mit dem SC Mesopotamien. Der Schritt wurde lustigerweise als spannendes Integrationsprojekt verkauft. Unter Wiesbadens Fußballern war indes klar: Die Germania hat den Rasenplatz, Mesopotamien die Spieler. Ein solcher Zusammenschluss hätte nicht mehr und nicht weniger als das endgültige Aus des Traditionsklubs bedeutet. Nun dauerte es genau zwei Wochen, da kam vom „Gesamtvorstand“ in einem von Mario Schuch unterzeichneten Schreiben das Dementi der – so wörtlich – „überstürzten und vom Gesamtvorstand nicht abgesegneten“ Veröffentlichung: „Der Zeitungsbericht in der Wiesbadener Presse vom 6. Oktober sorgte für ein lautes Echo in Wiesbaden und hat einen spürbaren Ruck innerhalb der Germania ausgelöst. Als neuer Schatzmeister konnte Thomas Ackermann und als neuer Schriftführer Pietro Licata gewonnen werden. Damit sind seit langem vakante Vorstandspositionen besetzt worden. Auch viele Mitglieder signalisierten ihre Bereitschaft, wieder verstärkt dem Verein zur Seite zu stehen, um die über 100-jährige Tradition in Wiesbaden weiterzuführen und sportlich zu konsolidieren.“

Schön wäre es, wenn sich wie vor Jahren bei SVW und Kastel 06 nun auch bei der Germania die Kräfte zusammenfinden, die den Verein in seiner ursprünglichen Struktur erhalten wollen und alles dafür tun. Die „Großen Vier“ des Wiesbadener Fußballs sollten als Quartett erhalten bleiben. Dies wünscht sich,

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


November/Dezember 2010

Liebe Biebricher,
in diesem Jahr bleibt der blaue Teppich ausgerollt. Denn jedes Mal, wenn wir in 2010 gemeint haben, jetzt heben wir ab in den siebten Himmel, landen wir eben doch wieder mehr oder weniger unsanft auf eben jenem Teppich. Als wir im Sommer schon beinahe sicher waren, das angestrebte Traumziel, in allen Jugend-Altersklassen in der Hessenliga vertreten zu sein, verlor die A-Jugend das entscheidende Duell gegen Eintracht Stadtallendorf. Nun, als selbst immer skeptische Geister daran zu glauben begannen, die Verbandsliga-Mannschaft hätte ihre Launenhaftigkeit abgelegt, und es gehe nach fünf Spielen ohne Niederlage (mit vier Siegen und einem Unentschieden) unentwegt so weiter, patzte sie ausgerechnet daheim gegen den FC Ederbergland – zugegeben ein Angstgegner seit 30 Jahren – mit 1:2.

Nun mögen Sie denken, die 02-Verantwortlichen sitzen zutiefst frustriert im November-Grau auf eben jenem blauen Teppich, der irrt. Wir wissen uns zufrieden auf dem richtigen Weg. Dass es beschwerlich ist, wenn es bergauf geht, wird jeder aus eigener Erfahrung bestätigen können – ob Radfahrer oder Fußgänger. Nehmen wir unsere erste Mannschaft, ein sehr junges Team, das im Gegensatz zu anderen nicht gerade vom Glück verfolgt war, zuletzt aber immer besser zusammengefunden hat. Wer über den Tag hinaus denkt, ahnt sicher, welches Potenzial in dem Kader steckt – und dass es unser Bemühen sein muss, es weiter zu entwickeln und für uns auf Dauer zu nutzen. Da dürfen im Augenblick ruhig mal andere lauter jubeln. Wir haben schon viele Irrlichter kurz aufblinken und schnell wieder verschwinden sehen.

Die Gelassenheit, die aus diesen Zeilen herausklingt, ist es, die uns manchmal noch ein bisschen fehlt. In einem Verein, der nach 108 Jahren noch immer existiert – und zwar sehr gut existiert, sollten alle Beteiligten die Tagesentwicklungen mit ein wenig mehr Souveränität betrachten. Ja, manchmal lohnt es sich sogar, wenn’s innerlich brodelt, diese Ruhe und Gelassenheit zu schauspielern. Von den Verantwortlichen sollte dieses Kunststück sogar erwartet werden dürfen.

Erlauben Sie mir zum Jahresschluss, noch einmal auf die unschönen Diskussionen zurückzukommen, die etwa vor zwölf Monaten aus dem Bereich der damaligen ersten Mannschaft heraus hochgekocht sind. Die Vorgänge lieferten ein gutes Beispiel, wie ein sensibles Thema – wie hier das Miteinander von Fußballern deutschen und nicht-deutschen Ursprungs – nur benutzt wurde, um eigene (finanzielle) Interessen zu vertreten. Fußballer, die an ihren bescheidenen Laufbahnen bastelten, haben sich dabei natürlich um Sympathisanten im Umfeld bemüht und damit auch dort spaltend gewirkt.

Wenn dann auch noch in der Gesellschaft – fernab von jeglichem Fußballplatz – wirre Kämpfer sinnhafte Tabus unverantwortlich brechen und mühsam zugeschüttete Gräben aufreißen, kommt es plötzlich dazu, dass selbst in einem Verein, der sich wie Biebrich 02 die Integrationsarbeit seit Jahrzehnten als Markenzeichen auf die Fahne geschrieben hat, plötzlich die Erbsenzählerei beginnt. Wieviel Spieler kommen hierher, wieviel daher, wo kommt der überhaupt her? Ich möchte mit zwei Zitaten schließen, die engagierte 02er vor Jahren schon öffentlich gesagt und nichts von ihrer Richtigkeit verloren haben: Jugendtrainer Michael Schlemmer beantwortete die Frage eines Journalisten, aus Spielern wievieler Länder sein Team zusammengesetzt sei, kurz und ehrlich: „Weiß ich nicht. Das sind alles Biebricher.“ Und den Satz unseres Vorsitzenden Horst Klee hat Webmaster Udo Parker zurecht auf unserer Internetseite verewigt: „Es ist uns egal, ob die Kinder von Müttern gebracht werden, die ein Kopftuch tragen oder nicht. Wir behandeln alle gleich.“

Uns allen wünsche ich im Namen aller 02-Verantwortlichen ein fröhliches Weihnachtsfest und ein friedliches, gutes neues Jahr auf dem blauen Teppich.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Januar 2011

Liebe Biebricher,
schon traditionell richten die Blauen an den beiden Samstagen in der Januar-Mitte in der Sporthalle am Dyckerhoff-Sportfeld zwei Turniere aus: Den Nostalgie-Cup für die älteren Semester und den Horst-Seilberger-Pokal für die Aktiven.

Wenngleich – wie wir wissen – sportlicher Ehrgeiz nie ganz versiegt, ist das Turnier der Oldies stets hauptsächlich ein großes Familientreffen der Fußballergenerationen, die sich früher auf dem Platz gegenüber gestanden oder auch eine zeitlang miteinander gespielt haben. Das Zusammensein im Klubheim nach dem letzten Abpfiff hat seit anderthalb Jahrzehnten eine besondere Qualität und liefert mittlerweile selbst neue Anekdoten, die zu den immer wieder gern erzählten alten Geschichten von früher dazukommen. So zum Beispiel die Nacht im Winterchaos nach dem Turnier im Vorjahr, als die Heimfahrt im tiefen Schnee bei manchem nicht ganz unproblematisch verlief.

Das Teilnehmerfeld sieht (nicht deswegen!) diesmal ein wenig anders aus als zuletzt. Bei der Ü50 wird die Germania fehlen. Steffen Lux, obwohl selbst kein Germania-Mitglied mehr, hat sich bis zum vergangenen Sonntagabend intensiv darum bemüht, ein Team auf die Beine zu stellen, musste dann aber doch absagen. Dafür wird bei der Ü40 ein weiteres Team von Biebrich 02 mitwirken. Holger Jung und Gert Kramp haben eine Truppe aus ihrer gemeinsamen Zeit zusammengestellt. Lassen wir uns mal überraschen, wer da auflaufen wird.

Der SV Wehen hatte überlegt, erstmals auch mit einer Ü50 in Biebrich anzutreten, doch musste Ludwig Anspach den Versuch schließlich abblasen, weil zeitgleich ein großes Traditionsturnier in Nürnberg stattfindet, an dem eine Reihe von Ex-Mainzern, die zur Wehener „Equipe speciale“ gehören, teilnehmen. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Mit dem 14. Januar sollten sich alle Interessenten bereits heute den Termin für 2012 notieren.

Beim Kampf um den Horst-Seilberger-Pokal ist ein wenig mehr sportliches Prestige im Spiel. Das spricht nicht für die Blauen, weil denen, wie man am regelmäßigen Scheitern im Kreispokalwettbewerb der vergangenen Jahre sieht, Prestige nicht so wichtig ist. Vielleicht belehrt die Mannschaft uns Skeptiker eines besseren, wenn es nun in der Halle unter anderem gegen den selbstbewussten Verbandsliga-Aufsteiger Kastel 06, den Klassengefährten Türkischer SV oder die in der Gruppenliga längst „angekommene“ neue Mannschaft des SV Frauenstein. Die Germania und Kastel 06 sind schon erwähnt worden. Beide Klubs haben in der Winterpause für Schlagzeilen gesorgt. Bei den Waldsträßern hat nun der Vorsitzende Ernst-Ewald Roth den überfälligen Schritt vollzogen und ist zurückgetreten, nachdem ihm das Fusionsprojekt mit dem SC Mesopotamien komplett aus den Händen geglitten war. Nun bemüht sich Mario Schuch mit dem im Hintergrund unterstützenden Ex-Vorsitzenden Kurt Wahler, den Traditionsverein manövrierfähig zu machen und in ruhigeres Fahrwasser zu dirigieren.

In AKK haben sich unterdessen die Spvgg. Amöneburg, Kostheim 12, Kostheim 05 und Kastel 06 entschlossen, gemeinsam einen Jugendfußballverein – wohlgemerkt keine Spielgemeinschaft – zu gründen. Das ist eine keineswegs unproblematische Konstruktion. Umso mehr verwundert, mit welcher Überzeugungskraft die Gründerväter öffentlich gleich eine Kampfansage an Biebrich 02 mit formuliert haben.

Die Verantwortlichen der Blauen beobachten auch diese Aktivitäten in aller Gelassenheit und gönnen anderen die Schlagzeilen. Wir kümmern uns derweil weiterhin mit einem geschärft-selbstkritischen Blick um uns, um unsere fast 400 Jugendfußballer und unsere über 600 Mitglieder. Mögen uns dabei weiterhin möglichst viele möglichst wohlwollend begleiten.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


März 2011

Liebe Biebricher,
besser hätte das Jahr sportlich kaum beginnen können. Die ersten wichtigen Pflichtspiele im Nachwuchsbereich wurden gewonnen. Der 4:0-Erfolg der B-Jugend im Hessenliga-Duell bei Eintracht Frankfurt nährt die Hoffnung auf den Klassenerhalt, das 3:0 der A-Jugend über den SV Wiesbaden festigte die Gruppenliga-Tabellenführung. Und die C-Jugend zog mit einem 5:0 über den TuS Nordenstadt in das Kreispokalfinale ein. So könnte es in 2011 weitergehen. Aber nicht immer, das wissen wir, wird es so leicht und so glücklich gefügt für die Blauen laufen.

Das Verbandsliga-Jahr wird am letzten Februar-Sonntag auf dem Kunstrasen des Dyckerhoff-Sportfeldes mit der Auseinandersetzung zweier traditionsreicher Klubs eröffnet: Der VfB Gießen 1900 ist beim Biebricher Fußballverein zu Gast. Dabei haben die 02er eine ganze Menge gutzumachen, nachdem die Gießener das Hinspiel im Waldstadion 5:1 gewonnen hatten.

In einem Trainingslager in der Türkei haben sich die Blauen auf die restlichen Begegnungen der Runde vorbereitet. Das Testspiel nach der Rückkehr holte die Mannschaft von Trainer Engin Özdemir schnell in die kalte Wiesbadener Wirklichkeit zurück. Die Partie beim Gruppenligisten SV Niedernhausen ging am Dienstag mit 3:6 verloren. Lassen wir uns also überraschen. Wir sollten die Saison der Lage entsprechend jedenfalls in aller Gelassenheit weiterführen.

Am 8. April steht die Jahreshauptversammlung des Biebricher Fußballvereins im Terminkalender. Der Vorstand wird einen Antrag auf Beitragserhöhung stellen. Der eine Euro mehr pro Monat ist nach einer langen Zeit stabiler Preise nun sicher angemessen. Ausgenommen von der Erhöhung sind übrigens die Jüngsten. Bei E- und F-Jugend sowie Bambinis bleibt alles beim Alten.

Vor allem aber wird die Mitgliederversammlung im Clubheim im Zeichen der Wiederwahl von Horst Klee stehen. Denn wir feiern sein 40-jähriges „Dienstjubiläum“ als Vorsitzender. 1971 in einer turbulenten Sitzung erstmals gewählt, hat er den Verein in einer sehr schwierigen Situation damals stabilisiert, anschließend modernisiert und zu neuer Blüte geführt. Nie wieder war seit jenem Tag vor 40 Jahren von einer möglichen Fusion mit der Germania (und/oder dem SV Wiesbaden) die Rede. Längst haben die Blauen die Nachbarn überflügelt und die Nummer eins im Fußball der hessischen Landeshauptstadt übernommen.

Das ist vor allem das Verdienst von Horst Klee – aber auch von seinen zahlreichen Weggefährten im Verein, die genauso lang oder zumindest beinahe genauso lang im Verein engagiert sind. Nennen wir nur Horst Seilberger, Werner Kuhn, Dieter Zorn und Hartmut Steindorf. Ohne sie wäre nicht vorstellbar, dass die Blauen 2012 ihr 110-jähriges Bestehen bei bester Gesundheit als größter Wiesbadener Fußballverein mit der seit vielen Jahren größten und erfolgreichsten Jugendabteilung feiern können.

Und Horst Klee wird, so hat er in der jüngsten Vorstandssitzung angekündigt, an dieser Erfolgsgeschichte zumindest für die nächste Amtszeit von zwei Jahren als Chef-Autor mitschreiben. Die Mitglieder, die am 8. April letztlich darüber zu befinden haben, werden es beruhigt und mit Freude zur Kenntnis nehmen.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


April 2011

Liebe Biebricher,
die Hoffnungen im Verbandsliga-Team der Blauen auf einen guten Start ins neue Jahr haben sich erfüllt. Nach dem Trainingslager ist die Mannschaft tatsächlich ein Stück mehr noch zusammengewachsen. Die 02-Fußballer begannen das Jahr mit drei Siegen. Die prächtige Entwicklung, die die junge Mannschaft in dieser Saison genommen hat, lässt sich statistisch belegen: Aus den letzten zehn Partien stehen acht Siege und nur eine Niederlage zu Buche. Und jetzt gibt's quasi als Belohnung ein echtes Spitzenspiel auf dem Dyckerhoff-Sportfeld. Gegen den punktgleichen Zweitplatzierten aus Eddersheim wird sich weisen, ob die Biebricher in diesem Jahr wirklich Hoffnung auf die Teilnahme an der Hessenliga-Relegation hegen dürfen.

Wenn auch die zwei Derbys in Kastel und beim Türkischen SV sowie zwischendurch das Heimspiel gegen den SV Zeilsheim absolviert sind, werden wir bei der Jahreshauptversammlung wissen, ob wir den Rest der Saison mit Daumendücken zubringen müssen.

Was wir auf alle Fälle schon jetzt wissen: Was der Biebricher Fußballverein an seinem Vorsitzenden Horst Klee hat. Und wir werden in unserer Überzeugung durch einen Blick auf die Sportplätze in der Nachbarschaft immer wieder aufs Neue bestätigt. Gerade kam die überraschende Kunde, dass der SV Frauenstein sich trotz des überraschend guten Abschneidens in der Gruppenliga von seinem Wunschtrainer Hartmut Freudenberg trennt. Auch der Vorsitzende hört auf und kandidiert nicht noch einmal. Im Winter gab es Turbulenzen beim SV Wiesbaden, im Herbst bei der Germania.

Zählen wir einmal ein paar Vereine auf, die Horst Klee in den 40 Jahren, in denen er 02-Vorsitzender ist, kommen und gehen, kometenhaft aufsteigen, verglühen und nur zum Teil wieder aufflackern sah: Der FC Biebrich 76, der SV Hallgarten, der SVW, Kastel 06, die SG Walluf, der TSV Utphe, die SG Germania, der FC Herborn 80, der SSV Dillenburg, Eintracht Haiger, der VfB 1900 Gießen, der SV Walsdorf, der VfR Limburg 19, die SG 01 Höchst, die SG Görsroth und die TSG Idstein.

Zwischen den bizarr ausschlagenden Bilanzkurven dieser und vieler anderer Vereine, steht für Biebrich 02 eine blaue, nur ab und zu sanft schwingende Linie. In 26 Jahren der Klee'schen Amtszeit gehörte der Biebricher Fußballverein der gleichen Spielklasse an, heute der selben wie zu seinem Amtsantritt 1971. Den Umbruch, den auch unsere Sportart erlebt hat, haben die 02er bestens gemeistert. Der Verein hat sich neue Aufgaben gestellt, die sich aus der gesellschaftlichen Entwicklung ergaben, er ist dabei gewachsen und wirtschaftlich stets gesund gewesen. Nie gab es Schulden, nie haben sich die Blauen unter der Führung von Horst Klee in die Abhängigkeit obskurer Sponsoren begeben, nie war der Verein finanziell von dem Wohlwollen einzelner Gönner abhängig. Nie stand seine Existenz in Frage, immer genoss die auf die Jugend gründende Struktur oberste Priorität.

Heute und seit vielen Jahren ist der Verein, der einst mit Jürgen Grabowski, Gerd Klier und vielen anderen in der Hessenliga für Furore gesorgt hat, bekannt im Land für seine herausragende Jugend- und Integrationsarbeit. Die kontinuierliche und stabil positive Entwicklung weit jenseits der Sensations-Schlagzeilen, für die andere sorgen, ist in der Hauptsache Horst Klee zu verdanken. Auch weil es ihm gelungen ist, stets ein Team fähiger Mitstreiter um sich zu scharen, das zu einem guten Teil nicht viel weniger lang in der Verantwortung für diesen Verein steht.

Aus diesem Grund freuen wir uns, dass Horst Klee bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 8. April, um 20 Uhr im Clubheim am Dyckerhoff-Sportfeld für eine weitere zweijährige Amtszeit kandidiert.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


April/Mai 2011

Liebe Biebricher,
das ist rekordverdächtig. Neun Siege haben die Verbandsliga-Fußballer der Blauen hintereinander eingefahren. Und auch wenn es zuletzt etwas holperte – nun ist es eben endlich einmal unsere Mannschaft, die vom Glück der Erfolgreichen begünstigt wird: Wenn’s läuft, dann läuft’s. Die Serie hat den Biebricher Fußballverein auf den zur Hessenliga-Relegation berechtigenden zweiten Platz geführt, aber auch schon dicht herangebracht an Spitzenreiter Spvgg. Hadamar. Nach dem Heimspiel gegen Viktoria Kelsterbach und dem österlichen Derby bei der TSG Wörsdorf steigt am 1. Mai das Match beim Tabellenführer.

Das heißt nicht, dass die 02er zwingend in die Hessenliga aufsteigen werden. Doch bei der Jahreshauptversammlung am 8. April machte der wiedergewählte Vorsitzende Horst Klee deutlich: „Wir sind auf alles vorbereitet. Wenn die Mannschaft die Qualifikation sportlich schafft, werden wir auch in der Hessenliga spielen.“ Erstmals wieder nach 43 Jahren. Klee machte den Mitgliedern indes auch deutlich, dass es eine Kraftanstrengung besonderer Art bedeuten würde: „Aus der sportlichen Entwicklung erwächst vielleicht eine sehr große Herausforderung an die Leistungsfähigkeit des Vereins.“

Der Vorsitzende erklärte, dass der Biebricher Fußballverein auch die Stadt in die Pflicht nehmen werde, auf dem Dyckerhoff-Sportfeld endlich die Voraussetzungen zu schaffen für einen geordneten Spiel- und Trainingsbetrieb von 22 Mannschaften mit insgesamt 400 aktiven Fußballern. Da sind die Teams von Biebrich 19 wohlgemerkt nicht mitgerechnet.

Es könne einfach nicht angehen, dass das Sportamt die zweite Mannschaft von Bayern München an einem Freitagnachmittag vor dem samstäglichen Regionalliga-Spiel beim SV Wehen zum Trainieren auf den Biebricher Rasen schickt, weil das auf der Brita-Arena angeblich nicht möglich sei – und unser eigenes Abschlusstraining fällt deswegen aus. Er forderte darüber hinaus klipp und klar einen in vollem Maße spiel- und trainingstauglichen Kunstrasen samt Trainingsbeleuchtung für Platz drei. „Es kann auf Dauer nicht sein, dass selbst unsere Leistungsmannschaften jeweils nur auf dem halben Platz zwei trainieren – und die anderen im Winter unter unmöglichen Bedingungen auf dem halben Platz drei. Hier sind Ortsbeirat und Stadtverordnetenversammlung gefordert. Wir erwarten, dass die Vergabe weiterer Kunstrasenplätze nach Bedarf erfolgt – und werden das sehr genau im Auge behalten.“

Bei der Mitgliederversammlung wurde gut erkennbar, dass der Vorstand bei aller Freude über die positive Entwicklung der ersten Mannschaft unter Trainer Engin Özdemir das Gesamtgefüge und die anderen Teams nicht aus dem Blick verliert. Jugendleiter Hartmut Steindorf forderte unter dem demonstrativen Beifall der rund 60 Mitglieder besondere Anstrengungen für den Klassenerhalt der zweiten Mannschaft in der Kreis-Oberliga.

Einen besonderen Vertrauensbeweis erhielt die Führungsriege bei der Abstimmung über die Beitragserhöhung um einen Euro zum 1. Januar 2012, die der Vorstand nach Jahren der Preisstabilität für notwendig erachtet hat. Alle anwesenden Mitglieder haben dem Antrag ohne Aussprache zugestimmt.

In solchem Schulterschluss wird der Biebricher Fußballverein auf gutem Weg bleiben.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Der neueste Hauzel

Mai/Juni 2011

Liebe Biebricher,
wir begrüßen Sie zu einem dieser selten gewordenen Tage. Das Dyckerhoff-Sportfeld wird mal wieder ein großes Fest erleben mit - so hoffen wir zumindest - an die 1000 Zuschauern. Wenn man böse wollte, könnte man sagen, die Mannschaft hat versemmelt, dass die ganz große Sause draus wird. Die war im letzten Heimspiel dieser Verbandsliga-Saison gegen den FSV Braunfels greifbar nahe, ehe die Partie in den jüngsten drei Begegnungen von den Biebricher Fußballern selbst auf sportliches Normalmaß zurechtgestutzt wurde.

Schade drum, aber seien wir mal ehrlich: Wer hätte denn im vorigen Sommer, ja noch im November und an Weihnachten geglaubt, dass der Hessenliga-Aufstieg in dieser Runde überhaupt irgendwann noch in greifbare Nähe kommt? Kein Mensch. Und dann schaffte das junge Team der Blauen elf Siege in Folge. Plötzlich war sogar die Sensation möglich - die Rückkehr des Biebricher Fußballvereins ins Oberhaus des Hessischen Fußballverbandes nach 43 Jahren. Ja, den meisten schien das in der großen Eurphorie der deutlichen Erfolge gegen Kelsterbach und in Wörsdorf sogar wahrscheinlich. Obwohl auch in diesen beiden Begegnungen dem nüchternen Betrachter die Defizite der Mannschaft deutlich werden mussten.

Die Erfolgswelle sollte tragen, solange es eben ging. Ausgerechnet im Spitzenspiel in Hadamar krachte sie dann derb gegen einen Wellenbrecher. Und die sportliche Leitung schaffte es nicht mehr, die Gestrandeten anschließend schnell wieder aufs Brett zu stellen, um gegen Wieseck und in Waldgirmes wieder selbstbewusst obenauf zu sein wie zuvor. Sei's drum. Wir feiern eine gute Saison mit einer Top-Platzierung. Gegen den zuletzt bärenstarken FSV Braunfels wird es schwer genug, Rang drei zu verteidigen. Aber nun, vom Druck befreit, könnte beiden Teams ein wirklich gutes Fußballspiel gelingen. Das zumindest hat sich Armin Brandenburger verdient. Unser Mitglied, der Motor unseres Freundeskreises, hatte anlässlich seines 65. Geburtstages die Idee: "Ich möchte keine Geschenke, ich möchte dem Biebricher Fußballverein etwas Gutes tun." Der Gastronom, der das erfolgreiche Wiesbadener Catering-Unternehmen "Consortium" gründete und leitet, lud all seine Freunde und Geschäftspartner für diesen 22. Mai auf das Dyckerhoff-Sportfeld ein, auf dem er als sechsjähriger Bub sein erstes Fußballspiel sah, die Jubiläumspartie des damals 50-jährigen FV Biebrich 02 gegen Eintracht Frankfurt.

Brandenburger ist den Blauen treu geblieben. "Wir Biebricher stehen zusammen" hat er im Vorfeld seines Festtages plakatieren lassen. Denn er möchte so viele Menschen wie möglich auf den Platz locken. Er hat für Livemusik gesorgt durch die Band "Waterproof", und seine Consortium-Mitarbeiter kümmern sich um die Verpflegung der Besucher. Jede Frikadelle, jede Brat- und Currywurst der 11. Generation, jedes Stück Kuchen, jedes Eis und jedes Getränk - alles, so hat es Brandenburger beschlossen, kostet an diesem Tag einen Euro. Lassen wir es uns allen gut gehen. Genießen wir die Angebote, erfreuen uns am letzten Heimspiel der Verbandsliga-Mannschaft. Um 17 Uhr können wir auch der zweiten Mannschaft die Daumen drücken, die im Heimspiel gegen Kostheim 12 kämpft, den Klassenerhalt in der Kreis-Oberliga zu schaffen, was den Verantwortlichen der Blauen an diesem Tag ganz besonders wichtig wäre.

Armin Brandenburger will jedenfalls seinen Freunden und Geschäftspartnern zeigen, warum es sich lohnt, dem Biebricher Fußballverein Gutes zu tun. Nicht allein und vielleicht nicht vor allem wegen der Verbandsliga-Mannschaft, sondern gerade auch wegen der herausragenden Nachwuchsarbeit, die in 20 Mannschaften mit knapp 400 Kindern und Jugendlichen hier betrieben wird. In Spitze und Breite in einer in der hessischen Landeshauptstadt einzigartigen Weise.

Am Ende des Tages freuen Sie sich vielleicht alle mit uns auf ein schönes Jugendturnier-Wochenende am 18./19. Juni mit der Mainz-Wiesbadener E-Jugend-Stadtmeisterschaft. Und schon jetzt auf eine schöne neue Saison. In der Verbandsliga mit vielen Derbys, die es in der Hessenliga nicht gegeben hätte. Mit Biebrich 02, Kastel 06 und dann wohl auch dem SVW werden drei Große des Wiesbadener Fußballs in dieser Klasse wieder vereint sein. Wahrscheinlich ist auch der Türkische SV weiterhin dabei, vielleicht kommen der RSV Würges und der SC Mesopotamien noch dazu. Glauben Sie Armin Brandenburger, wenn der sagt, es mache Sinn, sich für die Blauen zu engagieren.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh

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Zuletzt geändert am 05.07.2011. 01:52:33

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