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Juli/August 2010

Liebe Biebricher,
in einem Sommer ohne Fußballpause starten nun auch die Blauen in die neue Saison. Und doch, lassen Sie uns noch ein paar Sätze zur alten Spielrunde verlieren. Mit den beiden Seniorenmannschaften hat der Biebricher Fußballverein den Klassenerhalt geschafft, im Nachwuchsbereich gab es Erfolge (fast) ohne Ende. Pokalsiege, Meisterschaften, Aufstiege. Wir müssten glücklich und zufrieden sein. Doch das große Happyend gab es nicht.

Zwei Nackenschläge zu einem Zeitpunkt, als die Saison eigentlich schon rum war, haben das ganz große Glück verhindert. "Stellt Euch nicht so an. Man muss auch mal verlieren können", werden jetzt viele sagen. "Eure Luxusprobleme möchten wir haben", formulieren es andere. Aber die unglückliche Niederlage der A-Jugend im Aufstiegsduell gegen Eintracht Stadtallendorf ist nicht nur schade für diese Mannschaft, die eine herausragende Saison gespielt hat. Dass wir zum zweiten Male in einem Elfmeterschießen mit dem ältesten Nachwuchs-Jahrgang die Hessenliga verpasst haben, ist mehr als eine der üblichen Fußballtragödien, die sich zum Saisonende zigfach auf den Fußballplätzen abspielen. Wir waren wieder ganz, ganz nah dran, eine für die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung des Vereins optimale Klassenstruktur zu schaffen. Wir wären durchgängig von der C- bis zur A-Jugend in den Hessenligen vertreten gewesen - und haben es wieder verpasst. Es bleibt uns nichts, als den Kopf aus dem Sand zu ziehen und es erneut zu versuchen.

Die andere Entscheidung, die unsere Möglichkeiten beschneidet und Perspektiven einschränkt, fiel im Rathaus. Wiesbadens Sportpolitiker verschenkten vorerst die große und vielleicht einzige Chance, die elende Platznot auf dem Dyckerhoff-Sportfeld zu lindern.

Schluss mit dem Schämen

Die Blauen spielen immer noch in der Verbandsliga. Das ist das einzige positive Fazit, das man unter die vergangene Saison der ersten Mannschaft ziehen kann. Ein schlecht zusammengestelltes, schlecht vorbereitetes und nicht austrainiertes Team, das in manchen Phasen sich nicht einmal mehr zusammenraufen konnte, als Zweckgemeinschaft einem gemeinsamen Ziel entgegenzustreben, eine Mannschaft, für die man sich während der Runde wiederholt schämen musste, ist genau das, was wir nie wieder im blauen Trikot sehen wollen. So selbstsicher, mitunter arrogant, wie manche Spieler aufgetreten sind, haben sie sich, um ihre Haut zu retten, dennoch dafür entschieden, die Heimspiele auf dem engen Kunstrasen auszutragen, weil sie selbst wussten, dass ihre fußballerischen Fähigkeiten und die konditionellen Grundlagen für den großen Rasenplatz nicht ausreichten. Dafür müssen wir uns auch bei den anderen Klubs der Liga entschuldigen. Das war nie unser Stil, und das soll er auch nie wieder sein. In einem Vorstandsbeschluss ist nun festgelegt, dass Biebrich 02 mit seiner ersten Mannschaft - solange der Platz bespielbar ist - auf dem Hauptfeld antritt.

Niemand weiß die neue Mannschaft nach den zahlreichen Zu- und Abgängen einzuschätzen, auch wenn sich die Experten - die ewig optimistischen wie die immer pessimistischen - natürlich scharenweise zu Prognosen hinreißen lassen. Eine anständige Saison zu spielen, statt sich und Zuschauer zu quälen - das wäre schon was. Mit Kampf und attraktivem Fußball verlorene Sympathien zurückzugewinnen - das ist ein Ziel, das nur wenig mit einem Tabellenrang zu tun hat. Gelingt es, ergibt sich aber eine gute Platzierung automatisch.

Ende August sind bereits sieben Punktspiele absolviert. Dann wissen wir mehr. Das für uns Biebricher Schöne an dem Spielplan ist, dass wir alle Derbys in den ersten Wochen auf eigenem Platz bestreiten dürfen. Zum Auftakt kommt Oberliga-Absteiger TSG Wörsdorf, zwei Wochen später ist der Türkische SV zu Gast, am 11. September steht auf dem Dyckerhoff-Sportfeld das Traditions-Duell mit Aufsteiger Kastel 06 auf dem Programm. Scherzbolde würden sagen: "Da rentiert sich eine Dauerkarte." Egal wie, versäumen sollten sie diese Begegnungen wirklich nicht.

Bis dahin,
Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh


Der neueste Hauzel

September 2010

Liebe Biebricher,
das ist wohl das, was man einen durchwachsenen Saisonstart nennt. Und gerade als alle gedacht hatten, nun gehe es mit der Verbandsliga-Mannschaft endgültig bergauf, folgte der nächste Absturz. Vier Tage nach dem 3:0 über den Türkischen SV setzte es eine 1:5-Klatsche beim VfB 1900 Gießen. Dabei hatten die Gießener zuvor wahrliche keine Bäume ausgerissen.

Nach dem 0:4 zum Auftakt in Battenberg ist das die zweite böse Abfuhr, die sich das Team eingehandelt hat. Mag der Spielverlauf jeweils noch so unglücklich gewesen sein, nicht jede Niederlage muss gleich in eine Packung ausarten. Das tut der Stimmung auch im Umfeld nicht gut.

Der Atmosphäre täten ein paar starke Leistungen am Stück im Heimspiel gegen Eintracht Lollar, im Derby gegen Kastel 06, aber auch auf fremden Plätzen in Eddersheim und Zeilsheim wahrlich gut.

Es muss ein Ende haben, dass wie im Juli und August weiter gemeckert und gemeckert wird. Und das in vielen Bereichen – gerade aber auch über Leistung und Zusammensetzung des Verbandsliga-Kaders. Kritische Analysen können nützlich sein. Dummes Gerede ist und bleibt dumm – und schadet dem Image des Biebricher Fußballvereins. Wenn zum Beispiel gesagt wird, in der ersten Mannschaft spielten zu viele Ausländer oder zu viele Türken, dann grenzt das in einem Klub, dessen Integrationsarbeit zu den wesentlichen Förderkriterien bei Sponsoren und öffentlichen Zuschussgebern zählt, an vereinsschädigendes Verhalten. Und die Verantwortlichen werden künftig darauf zu reagieren haben.

Wenn sich Mitglieder, die in Funktionen für den Verein tätig sind, ob als Spieler, Betreuer oder im Vorstand, auf diese oder ähnliche Weise – egal ob unbedacht oder nicht – öffentlich äußern, schaden sie dem Ansehen der Blauen. Es ist aber vor allem ein alarmierendes Zeichen, dass sie die Welt, so wie wir sie in Biebrich uns wünschen, nicht begriffen haben. Die eine Welt, in der nach Herkunft, Abstammung und kulturellen Wurzeln allenfalls gefragt wird, um voneinander zu lernen, nicht aber, um die Menschen nach sinnlosen Kriterien einzuordnen oder auszusortieren. Die eine Welt, zu deren Realisierung wir in all den vergangenen Jahren viele Beiträge geleistet haben, für die wir auch ausgezeichnet wurden – und nun gerade beim Mosburgfest mit einem Sonderpreis des von Siegfried Huhle gestifteten EMIL-Award wieder gewürdigt werden.

Es ist ein Appell an alle Blauen, zusammenzurücken und zu den eigenen Grundsätzen zu stehen. Wir können Fußballspiele verlieren und absteigen, aber wir dürfen nicht das Gesamtprojekt gefährden.

Ihr und Euer
Heinz-Jürgen Hauzel, 2. Vorsitzender

hjh



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Zuletzt geändert am 24.08.2010. 14:49:27

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