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Spielberichte vom ersten Spieltag

SC Waldgirmes II - FV Biebrich 02 1:4 (0:3) - 28. 07. 2007

Hickls Elf leistet sich zu viele Fehler

Von Wendelin Müller

Der SC Waldgirmes II erhielt zum Auftakt der Fußball-Landesliga Mitte eine Lehrstunde. Mit 4:1 (3:0) gewann der FV Biebrich 02 in der Lahnaue und stellte dabei eindrucksvoll unter Beweis, warum der Club aus Wiesbaden von fast allen Trainern der Liga als ganz heißer Kandidat auf den Meistertitel genannt wird.

Die erste Halbzeit machte Lust auf mehr. Beide Teams spielten mit offenem Visier und suchten bedingungslos den Weg zum gegnerischen Tor. So entwickelte sich von Beginn an ein sehr intensives Duell, in dem es hin und her ging.

Schon nach vier Minuten zischte der erste Warnschuss von Atanas Paliakov knapp am Waldgirmeser Gehäuse vorbei. Im direkten Gegenzug verschätzte sich FV-Torwart Daniel Knapschinski bei einer langen Flanke. Doch Waldemar Baum traf das Leder nicht richtig, so dass Sargon Odisho den Ball noch von der Linie schlug. In der neunten Minute vergab Paliakov seine zweite Möglichkeit, bevor auf der Gegenseite der starke Christian Lang Millimeter vor dem einschussbereiten Baum zur Ecke klärte. Den Eckball köpfte Masih Saighani an den Pfosten. Sekunden später streifte erneut ein Saighani-Kopfball das Aluminium. "Wir hatten zwei Mal Riesendusel, dass wir nicht in Rückstand geraten sind", gab Gästecoach Bernhard Raab später zu.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann bei diesem offenen Schlagabtausch die Tore fallen würden. Da sich der SC in der Abwehr die entscheidenden Schnitzer leistete, ging die Partie trotz des abwechslungsreichen Starts am Ende klar an die "Blauen": In der 25. Minute säbelte Cornelius Hull über den Ball. Nutznießer war der Ex-Braunfelser Paliakov, der zur Biebricher Führung einschob.

Beim 2:0 durfte Ümit Yildiz (39.) die Ecke von Lang unbedrängt einköpfen, ehe Yildiz nur eine Minute nach seinem ersten Streich erneut per Kopf aus kurzer Entfernung zur Stelle war, während der Waldgirmeser Schlussmann Mario Werner auf der Linie klebte.

Damit war die Partie binnen einer Viertelstunde entschieden. Auch der schöne Treffer von Thomas Schlierbach (47.) kurz nach dem Seitenwechsel brachte die Oberliga-Reserve des Gastgebers nicht mehr in die Erfolgsspur zurück.Clevere Gäste nutzen Chancen "Für die jungen Leute war es nach dem 0:3 schwierig, den Faden wiederzufinden", so SC-Coach Armin Hickl, der mit Fabian Pötzl, Kevin Buycks, Deniz Vural sowie Aho Hanno vier Nachwuchskickern die Chance gab, Landesliga-Luft zu schnuppern. Die Hauptursache der Niederlage war schnell gefunden: "Wer sich gegen eine solche Mannschaft im hinteren Bereich diese Fehler leistet wie wir, hat keine Chance."

Statt einer erfolgreichen Waldgirmeser Aufholjagd sahen die 150 Zuschauer nach der Pause ein abgebrühtes Team aus der Landeshauptstadt, das den Sieg locker über die Runden schaukelte. In der 66. Minute legte Kurt-Jürgen Migge nach einer Standardsituation sogar noch das 4:1 nach. Dabei machte Werner erneut keine gute Figur. "Wir haben die Sache hier nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän und konsequent heruntergespielt", freute sich Raab über einen aus seiner Sicht rundum gelungenen Auftakt. "Wir wollten hier eine erste Duftmarke setzen. Das haben wir getan", so der ehemalige Ex-Profi des Karlsruher SC weiter.

SC Waldgirmes II: Werner - Hull - Pötzl, Tschutschupalow - Baum, Buycks (69. Hanno), Schlierbach, Meffert (46. Vural), Saighani - Jordan (46. Mouchi), Schappert.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Bilir - Beil, Odisho - Litke, Migge, Yildiz (89. Otto), Wilde, Lang - Klenner (64. Losito), Paliakov (82. Badal).

Schiedsrichter: Keil (Kronberg)

Zuschauer: 150

Tore: 0:1 Paliakov (25.), 0:2 Yildiz (39.), 0:3 Yildiz (40.), 1:3 Schlierbach (47.), 1:4 Migge (66.)

Gelbe Karten: Migge, Odisho (Biebrich).

mittelhessen.de, 29. 07. 2007


Biebricher Duftmarke zum Landesliga-Start

Zwei Yildiz-Treffer beim 4:1 in Waldgirmes

nn. WALDGIRMES Mit 4:1 (3:0) siegte Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 zum Auftakt beim SC Waldgirmes II. Die Geburtsstunde eines Aufstiegsteams? Trainer Bernhard Raab übte sich jedenfalls nicht in Zurückhaltung, sondern kommentierte selbstbewusst: "Wir wollten uns an den eigenen Asprüchen messen lassen und haben gleich mal eine richtige Duftmarke gesetzt."

Im Gegensatz zum Vorjahr, als nach dem 3:3 gegen den SV Wiesbaden magere Wochen folgten, gibt der Premieren-Dreier Hoffnungen zum angestrebten Daueraufenthalt auf der Aussichtsplattform. Erstaunlich, wie die Rädchen bereits ineinandergriffen: Der Ex-Würgeser Fatih Bilir erwies sich als Turm der Deckung, so dass Torhüter Daniel Knapschinski, der diesmal zunächst das Duell mit Denis Ademovic für sich entschieden hat, kaum einzugreifen brauchte. Dazu feierte Spielmacher Ümit Yildiz ein glänzendes Comeback. Verletzungsbedingt in der Rückrunde der vergangenen Serie nur ein Mal aufgelaufen, krönte er seine Gala mit zwei Kopfballtreffern. Saisontor eins war auf das Konto des ballsicheren Ex-Braunfelsers Atanas Paliakov gegangen. Mit der Stirn zur Stelle war Kurt Migge beim 4:1, während Christian Lang als Flügelflitzer brillierte.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Litke, Wilde, Migge, Yildiz (87. Otto), C. Lang - Paliakov (80. Badal), Klenner (63. Losito).

Tore: 0:1 Paliakov (24.), 0:2, 0:3 Yildiz (24./38.), 1:3 Schliersbach (47.), 1:4 Migge (65.)

SR: Keil (Kronberg)

Zu.: 230

WK, 30. 07. 2007


Spielberichte vom zweiten Spieltag

FSV Schröck - FV Biebrich 02 1:6 (0:1) - 03. 08. 2007

Biebricher Kantersieg

02er auch beim FSV Schröck nicht zu stoppen

rol. SCHRÖCK Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 setzt seinen Traumstart in die neue Saison fort. Nach dem 4:1-Auswärtssieg zum Auftakt bei Waldgirmes II ließen sich die "Blauen" auch vom gastgebenden FSV Schröck nicht aufhalten. Am Ende hieß es 1:6 (0:1) für die Gäste, die im zweiten Durchgang fast nach Belieben kombinierten und den noch bis zur Pause zumindest optisch überlegenen Hausherren nicht den Hauch einer Chance ließen. Lediglich bei einem Strafstoß musste Schlussmann Knapschinski einmal hinter sich greifen, nachdem er kurz zuvor bereits einen Elfmeter abgewehrt hatte. "Eine nahezu perfekte Leistung. Vor allem in technischer Hinsicht waren wir dem Gegner heute deutlich überlegen", freute sich Spielausschuss-Obmann Thomas Utikal.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho (77. Wölbert *) - Litke, Wilde, Migge, Yildiz, C. Lang - Paliakov (65. Losito), Klenner (74. Otto).

Tore: 0:1 Klenner (29.), 0:2 Migge (53.), 0:3 Litke (57.), 0:4 Yildiz (60.), 1:4 Greb (69./Foulelfmeter), 1:5 Otto (84.), 1:6 Yildiz (88.)

Schiedsrichter: Kunstmann (Niederjossau **)

Zuschauer: 250

* Löbelt

** Niederjossa

WT, 04. 08. 2007


FSV Schröck - FV Biebrich 02 1:6 (0:1)

Von Rainer Maaß

„Endlich einmal mehr für uns als nur die blanken Fahrtkosten“, atmete Bernhard Raab, Trainer des FV Biebrich, nach dem gestrigen 6:1 (1:0)-Kantersieg seiner Schützlinge beim FSV Schröck tief durch. Drei Pleiten und 3:11 Tore setzte es zuletzt für die Biebricher am Schröcker „Elisabethbrunnen“, doch gestern war alles anders. Dank einer erstklassigen Chancenverwertung unterstrich der Titelanwärter seine Aufstiegsambitionen und verdarb dem FSV die Heimpremiere gründlich.

Der erste Durchgang brachte nur eine Tormöglichkeit und genau die nutzten die cleveren Gäste zur Führung. Marcel Klenners Freistoßroller aus 18 Metern stand Kamerad Sargon Odisho im Weg. Als dieser selbigen frei machte, konnte Schröcks Torhüter Torben Schläfer nicht mehr reagieren (29.).

Biebrich tat dem FSV nicht den Gefallen zu agieren. Der Titelanwärter ließ sogar eine Schröcker Feldüberlegenheit zu, die ansehnliche Ballstaffetten oder auch ein zügiges Überbrücken des Mittelfeldes für die Gastgeber ermöglichte. Das temporeiche Match war für das Auge sehr ansehnlich, nur fehlte den Hausherren in letzter Konsequenz der nötige Zug zum Tor. Biebrich verließ sich auf gelegentliche Konter über die pfeilschnellen Spitzen Atanas Paliakow und Marcel Klenner, die allerdings abgesehen vom Führungstreffer keine Tormöglichkeit brachten.

In der zweiten Halbzeit drehten die Gäste dann auf. „Wir waren vor allem bei Standardsituationen viel zu anfällig“, ärgerte sich FSV-Trainer Carsten Schneider und spielte auf die Gegentore zwei und vier an, die Kurt Migge per Kopf nach Dimitri Litkes Freistoß (53.) sowie der überragende Ümit Yildiz nach Litkes Ecke (59.) markierten. Den Biebricher Zwischenspurt setzte Dimitri Litke mit seinem Tor zum 0:3 fort (53.). Damit war die Partie entschieden, obwohl Amet Marankoz mit einem Foulelfemeter an FV-Keeper Daniel Knapschinski scheiterte (63.) und Lukas Greb per erneutem Foulelfmeter auf 1:4 verkürzte (68.).

Die Gäste hatten noch Reserven und nutzten das Vakuum im Schröcker Kreativbereich durch das Fehlen des gesperrten Christoph Vollmer sowie des angeschlagenen Robert Schulz gnadenlos aus. Daniel Otto (84.) und Ümit Yildiz (86.) schraubten das Ergebnis auf 6:1 für die Wiesbadener Ortsteilelf.

„So kann es weitergehen“, frohlockte Bernhard Raab, dessen Schützlinge vor Wochenfrist bereits beim SC Waldgirmes II mit 4:1 gewonnen hatten. „Die Welt geht davon nicht unter. Wir brauchen noch etwas Zeit, aber unsere Mannschaft hat Moral und steckt das weg“, erklärte Carsten Schneider. Er wusste wohl, dass der FV Biebrich in dieser Saison zwar der gleichen Spielklasse angehört, leistungsmäßig aber im Vergleich zu seinen Jungs in einer anderen Liga kicken wird.

FSV Schröck: Schläfer – Gorski, Goebel, Mboe, Dierks – Borawski, Schott, Ludwig (50. Berger), Greb (80. Rausch) – Brandenstein, Marankoz

FV Biebrich 02: Knapschinski – Bilir * (80. Becker) – Beil, Odisho ** – Migge, Wilde, Litke, Yildiz, Lang – Klenner (73. Otto), Paliakow (88. Losito)

Schiedsrichter: Kunzmann *** (Niederjossa)

Zuschauer: 350

Tore: 0:1 Klenner (29.), 0:2 Migge (53.), 0:3 Litke (57.), 0:4 Yildiz (59.), 1:4 Greb (68., Foulelfmeter), 1:5 Otto (84.), 1:6 Yildiz (86.)

Gelbe Karten: Greb (Schröck) – Migge, Beil, Wilde, Otto (Biebrich)

Bes. Vorkommnisse: Marankoz (Schröck) scheitert per Foulelfmeter an Biebrichs Torhüter Knapschinski (63.).

Marburger Neue Zeitung, 04. 08. 2007

* Fatih Bilir spielte durch.

** Für Sargon Odisho wurde Daniel Löbelt eingewechselt.

*** Kunstmann


Spielberichte vom dritten Spieltag

FV Biebrich 02 - Türkischer SV 1:0 (0:0) - 07. 08. 2007

Erst Badal knackt das Bollwerk der Türken

Biebrichs Joker sticht beim ersten Kontakt

nn. BIEBRICH Das glückliche Einwechselhändchen von Trainer Bernhard Raab bescherte Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 einen 1:0 (0:0)-Derby-Sieg über den Türkischen SV. Michel Badal bewies gegen den abwehrstarken TSV Joker-Qualitäten.

Mit Disziplin und durch eine gezielte Maßnahme legten die Türken die Biebricher Angriffs-Maschinerie in der ersten Halbzeit völlig lahm. Einerseits geriet die Gäste-Deckung um Markus Kusch und Kaya Karakaya zum Bollwerk, andererseits engte Debütant Mehmet Kirazli (zuvor FC Maroc) wirkungsvoll die Kreise von Regisseur Ümit Yilidiz ein. Da nutzte den 02ern das optische Übergewicht nichts, zwingende Möglichkeiten erspielten sie sich keine, während die Gäste-Offensive so gut wie gar nicht stattfand.

Bernhard Raab reagierte im vorderen Bereich, brachte Dennis Losito und in der 76. Minute Michel Badal. Das half. Losito flankte und Badal köpfte mit seiner ersten Ballberührung das 1:0, münzte seinen Bank-Frust in unbändigen Jubel um. Josef Achhoud und Harun Erdogan buchten danach TSV-Chancen. Es reichte aber nicht mehr zum Punktgewinn, "den wir gegen recht einfallslose Biebricher verdient gehabt hätten", so Klubchef Ömer Sekmen.

Nach dem dritten Erfolg im dritten Spiel zeigte sich 02-Spielausschuss-Chef Thomas Utikal erleichtert "Ein Arbeitssieg. Irgendwie ist unsere Geduld belohnt worden." Am Samstag in Zeilsheim soll es in der Offensive besser funken, während der Türkische SV parallel in Schröck den ersten Auswärtspunkt anstrebt.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Litke (20. Otto), Migge, Wilde, Yildiz, C. Lang - Paliakov (76. Badal), Klenner (57. Losito).

Türkischer SV: I. Yilmaz - Öztürk (74. Gündüz), Kusch, Karakaya, Karaca - Sengün, Acar, Kirazli (78. Yildirim), Kharraz - H. Erdogan, Karadag (25. Achhoud).

Tor: 1:0 Badal (77.)

SR: Wickenmeier (Lämmerspiel)

Zuschauer: 200

Gelb-Rot: Karaca (80./Türkischer SV)

WT, 08. 08. 2007


Spielberichte vom vierten Spieltag

SV Zeilsheim - FV Biebrich 02 0:1 (0:0) - 11. 08. 2007

Biebricher bauen ihre perfekte Bilanz aus

Losito sichert schwachen 02ern drei Punkte

nn. ZEILSHEIM Einfach fabelhaft, diese Auftakt-Bilanz. Vier Spiele, vier Siege. Das gab´s Jahre nicht mehr beim Fußball-Landesligisten FV Biebrich 02, der sich beim SV Zeilsheim aber nicht mit Ruhm bekleckerte. Biebrichs Trainer Bernhard Raab sprach trotz des 1:0 (0:0)-Erfolgs von einem "Grottenkick".

Die Null steht. Das ist in dieser Runde das Erfolgsgeheimnis. "In der vergangenen Saison hätten wir so ein Spiel möglicherweise verloren", mutmaßte Raab. Er ist heilfroh, in Fatih Bilir endlich den optimalen Abwehrboss gefunden zu haben. Beim Oberligisten RSV Würges war der Routinier nicht mehr gesetzt, in Biebrich ist er eine Klasse tiefer nicht aus dem Team wegzudenken.

Sargon Odisho, neben Robert Beil einer seiner Nebenleute im Dreier-Defensiv-Verband, hatte dagegen keinen glücklichen Tag erwischt. Nach einem Trikotzupfer an Christian Lang zielte er beim Elfmeterschuss am Tor vorbei, wirkte danach nervös. Wie überhaupt das ganze 02-Ensemble nicht auf Touren kam. Über ein Unentschieden, so Bernhard Raab ("Wir waren einfach schlecht"), hätte man sich nicht beschweren dürfen.

Es kam anders. Auch deshalb, weil Raab anhand der Trainingseindrücke das Sturm-Duo getauscht hatte. Michel Badal wurde zwar ausgetauscht, aber Dennis Losito durfte durchspielen. Das zahlte sich aus. Der gleichfalls eingewechselte David Comandatore legte auf und Losito lupfte aus kurzer Distanz in die Maschen (88.). Der Rest war zum Vergessen. Jetzt gilt alle Biebricher Konzentration dem Samstag-Derby gegen den SVW. In der Hoffnung auf viele Fans ist ein neuer Imbiss-Stand in Bau.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho (65. T. Becker) - Litke (46. Comandatore), Migge, Wilde, Yildiz, C.Lang - Losito, Badal (65. Otto).

Tor: 0:1 Losito (88.)

SR: Reisert (Ober-Roden)

Zuschauer: 130

Gelb-Rot: Tsaoupolous (87./Zeilsheim)

BV.: Odisho (Biebrich) vergab Elfmeter (5.).

WT, 13. 08. 2007


Eine Unachtsamkeit bringt Zeilsheim um den Lohn einer guten Leistung

Zeilsheim. Wenn sich der SV Zeilsheim und der verlustpunktfreie Tabellenführer FV Biebrich in der Fußball-Landesliga Mitte unentschieden getrennt hätten, hätte sich niemand beschwert. Doch eine Verkettung von besonderen Umständen führte dazu, dass Biebrichs Trainer Bernhard Raab doch noch über das 1:0 jubelte und sein Kollege Theo Vassiliou nach dem Schlusspfiff kopfschüttelnd mehrere Runden auf dem Platz drehte.

Was war passiert? In der 87. Minute bekam der SV Zeilsheim auf der rechten Abwehrseite einen Einwurf zugesprochen. Joannis Tsabasopulos wollte ihn ausführen, wurde vom Schiedsrichter Reisert aus Ober-Roden aber bei der Ausführung korrigiert. Weil Tsabasopulos auch im zweiten Versuch scheiterte und er das nicht einsehen wollte, riss Reisert der Geduldsfaden: Der Unparteiische zeigte dem verdutzten Zeilsheimer die Gelb/Rote Karte. Erst nach einem energischen Ruf seines Trainers über den ganzen Platz schlich Tsabasopulos, der den verletzt ausgeschiedenen Pierre Banek auf der rechten Abwehrseite vertreten hatte, in die Kabine. Ein abermaliger Ersatz in der Zeilsheimer Deckung wurde so schnell nicht aufgetrieben: Biebrich warf ein, Christian Lang nutzte die Unordnung mit einem Dribbling, bei dem die Gastgeber zudem Tor-Aus reklamierten, so dass Dennis Losito in zentraler Position genug Zeit für seinen Geniestreich besaß. Der ehemalige Schwalbacher lupfte den Ball ansatzlos aus dem Fußgelenk über den chancenlosen Torwart Steven Barron zum entscheidenden 1:0 ins Netz. „Das darf nicht passieren“, haderte Vassiliou, „da haben wir 85 Minuten gekämpft und nicht viel zugelassen und gehen im Endeffekt leer aus“. Auch mit seiner Einschätzung, den Spitzenreiter „teilweise beherrscht“ zu haben, lag der Grieche richtig. Zunächst hatte Zeilsheim aber Glück, dass Sargon Odisho in der sechsten Minute einen umstrittenen Elfmeter (Mansouri foulte Lang) neben das Tor geschossen hatte. Bei einem Zeilsheimer Angriff flog ein Kopfball von Andreas Wrage über die Latte, auf der Gegenseite war Lang freigespielt worden, schloss gegen Barron jedoch zu schwach ab.

Auch nach der Pause blieb das Spiel hart umkämpft und ausgeglichen. Die beste Zeilsheimer Chance hatte Hakim Azougagh mit einem feinen Schlenzer aus 16 Metern, der an die Latte klatschte (60.). „Die warten nur auf unsere Fehler“, hatte erst Zeilsheims Sportlicher Leiter Viktor Wagner erklärt, dann rief Raab dieselben Worte seinen Spielern zu. Dennoch bot die Schlussphase einen offenen Schlagabtausch, bei dem beide Mannschaften vor dem Tor zu überhastet agierten. Bis auf eine Ausnahme.

Vassiliou ärgerte sich nicht nur über das fehlende Glück, sondern auch über die Verletzungen von Banek (Zerrung) und Falkenmayer (Schulterblessur im Abschlusstraining). Mohamed Bouzachdat dagegen sei seit einer Woche nicht mehr im Training erschienen. „Wenn er seine Leistung bringt, spielt er“, kommentierte das Vassiliou, „wir werden aber keinem Spieler hinterherlaufen“. (rem)

SV Zeilsheim: Barron – Banek (72. Filipelli), Nsiah, Kahles, Azougagh – Mansouri (61. John), Ajouaou, Tsabasopulos, Cosar (35. Kadi) – Lazzara, Wrage.

FV Biebrich 02: Knapschinski – Bilir – Beil, Odisho (65.) – Migge, Wilde, Litke (46. Comandatore), Yildiz, Lang – Badal (65. Otto), Losito.

Schiedsrichter: Reisert (Ober-Roden)

Zuschauer: 150

Tor: 0:1 Losito (88.). Gelb/Rot: Tsabasopulos (87., falscher Einwurf)

Besonderes Vorkommnis: Odisho verschießt Elfmeter (6.).

Höchster Kreisblatt, 13. 08. 2007


Spielberichte vom fünften Spieltag

FV Biebrich 02 - SV Wiesbaden 2:1 (2:1) - 18. 08. 2007

Biebrichs "Filmriss" bleibt ohne Folgen

2:1-Sieg im Landesliga-Derby / Pfosten und Latte verhindern Ausgleich des Sportvereins

WIESBADEN Wirklich ein krasses Landesliga-Derby. 30 Minuten kickte Biebrich 02 wie ein Aufsteiger, die restlichen 60 eher wie ein Absteiger. Trotzdem schaffte der SV Wiesbaden nicht mehr den Ausgleich. Vor knapp 500 Zuschauern siegte Biebrich 2:1 - ergibt eine 15-Punkte-Bilanz.

Von Stephan Neumann

Horst Schultz, ehemaliger Wiesbadener Trainer mit hohem Ansehen, brachte die 90 unterhaltsamen Minuten auf den Punkt: "Als hätte einer den Stecker gezogen, so spielte Biebrich plötzlich nach starkem Beginn." 02-Coach Bernhard Raab sprach von einem phänomenalen Wechsel der Rollen: "Wir hätten durchaus verlieren können, und unser Glück ist jetzt wohl langsam aufgebraucht. Wo die Jungs doch 90 Minuten brummen können. Aber das ist alles eine reine Kopfsache."

Die Biebricher hatten nach den schmalen 1:0-Erfolgen über den Türkischen SV und in Zeilsheim konzentriert und gut organisiert begonnen. Eine Flanke des ansonsten schwachen Spielmachers Ümit Yildiz landete bei David Comandatore, der per Kopf für Michel Badal auflegte. Gegen dessen Direktabnahme war kein Kraut gewachsen. Zumal die SVW-Deckung - inklusive Trainer Elvir Melunovic - den 02ern anfangs zu viel Raum gewährte. So wurde auch die Linksflanke von Christian Lang nicht verhindert. Badal verlängerte und Kurt Migge nickte ins Netz (31.). Die Partie unter den Augen von Oberbürgermeister Helmut Müller schien gelaufen.

Doch der SVW wurde mutig, Biebrich bedenklich sorglos. Miro Badrov, 20-jähriger Kroate im Gäste-Dress, zog ungehindert aufs Tor, zirkelte ansatzlos mit dem linken Fuß in den rechten Winkel (45.). Ein Traumtor, das die 02-Träumer nicht weckte, sondern sie in Tiefschlaf versetzte. Bezeichnend: Nach der Pause blieb Biebrich ohne echte Torchance. "Das hatte nichts mehr mit Fußball zu tun", schimpfte Klubchef Horst Klee, tröstete sich jedoch mit der Erkenntnis, dass der Verein derzeit mit Gönnern und Freundeskreis auf stabilen Beinen steht: "Vor der Oberliga ist mir deshalb nicht mehr bange." Sorgen um den Ligaverbleib braucht sich Schlusslicht SVW nicht zu machen, wenn die Leistung der zweiten Hälfte öfter kopiert wird. Melunovic passte einen Freistoß clever quer zu Badrov, dessen 16-Meter- Schlenzer (diesmal mit dem rechten Fuß) an den Pfosten klatschte (65.). Nach Badrovs Hackentrick flankte Gerald Böhm von rechts und Dawid Krojs Kopfball prallte von der Lattenunterkante deutlich vor der Torlinie auf (74.). Völlig unverständlich, dass Sturm-Center Kroj danach ausgetauscht wurde. Raab hatte wegen Krojs Gefährlichkeit bei hohen Bällen eigens umgestellt. Dann half der "Wechselfehler" des SVW mit, das 2:1 über die Zeit zu retten.

Nebenbei: Der für Kroj gekommene Dimi Tsakas ist Lichtjahre von früheren Glanztagen entfernt. Melunovic sah dennoch Positives: "Von einem Unterschied in der Tabelle hat man nach einer halben Stunde nichts mehr gesehen. Uns klebt nur das Pech an den Schuhen." Findet auch Badrov: "Aber wir wissen, dass wir es eigentlich können." Was ebenso auf die Biebricher zutrifft. Ein solch krasser Bruch soll in Unterliederbach (Mi., 19 Uhr) ausbleiben, während der Sportverein parallel den Türkischen SV bezwingen will.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Migge, Wilde (75. Flindt), Comandatore (66. Paliakov), Yildiz, C. Lang - Badal, Losito (66. Becker).

SV Wiesbaden: Berger (72. Wittmer) - Bitter, Melunovic, Djogo - Daniel, Boehm, Breitrück, Reichardt, Gnoyke (68. Bilic) - Kroj (75. Tsakas), Badrov.

Tore: 1:0 Badal (18.), 2:0 Migge (31.), 2:1 Badrov (45.)

Schiedsrichter: Blankenburg (Sprendlingen)

Zuschauer: 500

WT, 20. 08. 2007


Spielberichte vom sechsten Spieltag

VfB 1912 Unterliederbach - FV Biebrich 02 2:0 (0:0) - 22. 08. 2007

Erste Saison-Niederlage für Biebrich 02

Landesliga-Spitzenreiter verliert 0:2 beim VfB Unterliederbach / Oldie Fischer düpiert Deckung

nn. UNTERLIEDERBACH Erste Niederlage für die Landesliga-Kicker des FV Biebrich 02, deren Anfangselan im Moment etwas zu verpuffen scheint. Beim VfB Unterliederbach verlor das zuvor fünf Mal in Serie siegreiche Team mit 0:2 (0:0), bleibt aber dennoch Tabellenführer.

Von neuem Biebricher Schwung nach der dürftigen zweiten Derby-Hälfte gegen den Sportverein war nichts zu spüren. Ümit Yildiz, zuletzt nicht mehr in der Topform der beiden ersten Spiele, sorgte ansatzweise für Gefahr vor dem VfB-Kasten. Ansonsten neutralisierten sich beide Seiten, verlebten beide Torhüter zunächst geruhsame Zeiten.

Die Entscheidung in der Endphase: Sargon Odisho verpasste per Kopf das 0:1 (78.). Liederbachs 38-jähriger Oldie Fischer machte es Nuancen besser, behauptete sich im Luftduell und nickte aus dem Nichts heraus zum 1:0 (81.) ein. Christian Langs Versuch (83.) blieb das letzte Biebricher Offensivsignal. Spielausschuss-Chef Thomas Utikal: "Eigentlich ein klassisches 0:0-Spiel. Man kann nicht mal sagen, dass wir schlecht gespielt haben. Es hat aber das Glück der letzten Wochen gefehlt."

Das spielfreie Wochenende kommt den 02ern nach strapaziösem Start nun zum Auftanken äußerst gelegen. Verlegt auf den 4. September wurde das für Dienstag vorgesehene Spiel gegen den FC Eschborn.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Migge, Comandatore, Yildiz (80. Klenner), Litke, C. Lang - D. Flindt (67. Otto) - Losito (46. Paliakov).

Tor: 1:0 Fischer (81.), 2:0 Aguirre (89.)

SR: Stübing (Gelnhausen)

Zu.: 100

WT, 23. 08. 2007


Ein 2:0 ist für den VfB Unterliederbach zu Hause Standard

Nach Fischers Streich den Spitzenreiter düpiert

Von Christian Neubauer

Unterliederbach. Der VfB Unterliederbach hat die Fußball-Landesliga Mitte wieder spannend gemacht: Durch das 2:0 (0:0) gegen den FV Biebrich fügten die Gastgeber dem Spitzenreiter nicht nur die ersten Punktverluste zu, sondern rückten bis auf zwei Zähler an den bisherigen Liga-Primus heran. Lange sah es nach einer Punkteteilung auf dem Sportplatz an der Hans-Böckler-Straße aus, doch die Schlussphase hatte es in sich – mit dem besseren Ende für den VfB.

Zufrieden herzte der Unterliederbacher Vorsitzende Damir Ivsan jeden einzelnen Spieler nach dem Schlusspfiff und bedankte sich bei seinem Team: „Das war super, dass Biebrich nicht mit 18 Punkten wegzieht. Die Mannschaft hat gut gekämpft und gut gespielt. Das sieht sehr gut aus. Ich bin sehr stolz.“ Ivsan war aber nicht der einzige, der sich mit der Mannschaft freute. Auch Trainer Atze Rompel war diesmal rundum zufrieden mit seinen Spielern: „Das ist absolut verdient. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr investiert. Die erste Halbzeit war noch von der Taktik geprägt. Das war absolut in Ordnung heute. Ich denke, wir haben die Liga wieder interessanter gemacht. Einige Mannschaften werden uns wohl danken.“

Dass es in diesem Spitzenspiel überhaupt einen Sieger gab, hatte bis zehn Minuten vor dem Ende der Partie kaum noch jemand geglaubt. Im ersten Abschnitt neutralisierten sich die beiden Aufstiegsaspiranten völlig. Unterliederbach blieb mit seinen vielen langen Bällen in der Biebricher Deckung hängen. Die Gäste setzten auf Konter und brachten auch kaum etwas zu Stande. Der Fernschuss von Armando Aguirre sorgte schon für ein Raunen im Publikum (36.).

Ein wenig besser wurde es im zweiten Abschnitt. Unterliederbach erhöhte etwas den Druck, und schon wurde die Partie zumindest etwas offener. Flindt zielte für Biebrich knapp vorbei (52.). Aber auch der Unterliederbacher Kapitän Alexander Wolf fand eine Minute später aus 25 Metern im glänzend aufgelegten Schlussmann Knapschinski seinen Meister. In der 74. Minute scheiterte der aufgerückte Sargon Odisho nach einer Ecke noch einmal knapp für die Gäste. Völlig unerwartet fiel dann der Führungstreffer: Der agile Aguirre hatte sich rechts durchgesetzt. Nach der präzisen Hereingabe zeigte Routinier Michael Fischer mit dem Kopfball am kurzen Pfosten all sein Können und düpierte damit sogar den verdutzten Knapschinski. „Das war ein sensationelles Tor“, schwärmte Trainer Rompel. Plötzlich reagierten die Biebricher, die mit dem Punkt wohl mehr als zufrieden gewesen wären, mit wütenden Angriffen. Doch Lang verzog aus 16 Metern ganz knapp über das Tor (83.). Soufian Houness hatte nur eine Minute später die Partie schon entscheiden können, scheiterte nach der erneuten Vorarbeit von Aguirre aber an Knapschinski. Zwei Minuten vor dem Ende besorgte Aguirre das 2:0 dann selbst. Auf Zuspiel von Andreas Russ hämmerte der kleine Unterliederbacher den Ball genau in den Winkel. „So kann es weitergehen“, freute sich Aguirre über den Sieg gegen den Tabellenführer. Besonders freute er sich mit Abwehrspieler Zoran Puljic. Vor dem Spiel hatte er Aguirre nämlich per SMS einen Treffer gegen Biebrich vorausgesagt. „Am Ende war der Sieg verdient für uns. Hinten haben wir wieder nichts zugelassen“, hatte Aguirre auch lobende Worte für Puljic und Co. parat, die das vierte 2:0 zu Hause hintereinander begünstigten.

FNP, 23. 08. 2007


Spielberichte vom siebten Spieltag

FV Biebrich 02 - 1. FC Eschborn 0:0 - 04. 09. 2007

Biebrich 02 0:0 gegen FC Eschborn

nn. BIEBRICH Tabellenführung verpasst: Das packende 0:0 gegen den FC Eschborn reichte Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 nicht zur Rückkehr an die Spitze.

Selbstbewusst legte der zuletzt im Aufwind segelnde Absteiger los, erspielte sich Vorteile und kam zu zwei Möglichkeiten, die 02-Keeper Daniel Knapschinski in prächtiger Manier zunichte machte. Die Biebricher, diesmal in der Deckung mit dem groß gewachsenen Timo Becker anstelle von Sargon Odisho, benötigten in der Offensive eine lange Anlaufphase. Erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff sorgte Michel Badal mit einem Lattentreffer für einen Aufreger.

Eschborn blieb auch im zweiten Durchgang effektiver: Knapschinski musste gegen den durchgebrochenen Leopold retten und später nochmals beherzt zupacken. Auf der Gegenseite kam Ümit Yildiz nach Vorarbeit von Robert Beil zu einer Gelegenheit. In der Summe hatten die Gäste aber "ein Chancen-Plus", so 02-Sprecher Horst Schuhmacher: "Deshalb müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein. Im Vergleich zum Spiel in Kelsterbach stand die Abwehr aber weitaus sicherer."

Neben Knapschinski tat sich bei Biebrich der agile Sturm-Youngster Marcel Klenner hervor. Hüne Becker spielte hinten einen grundsoliden Part. Am Sonntag gegen Walluf soll nun ein Sieg her.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, Becker - Litke (77. Otto), Migge, Comandatore, Yildiz, D. Lang - Badal (89. S. Odisho), Klenner (69. Paliakov).

SR: Ballweg (Pfungstadt)

Zu.: 300

Gelb-Rot: Comandatore (88./Biebrich)


Eschborn bleibt weiter ungeschlagen, verpasst aber den Anschluss

Ein Punkt ist zu wenig

Biebrich. Zwar blieb der 1. FC Eschborn auch im Nachholspiel der Fußball-Landesliga Mitte beim Zweiten FV Biebrich als einzige Mannschaft weiterhin ungeschlagen, das 0:0 beim Titelfavoriten war aber wieder einmal zu wenig. Kopfschüttelnd stapfte Trainer Thomas Biehrer nach der Partie vom Feld: „Wir kontrollieren das Spiel fast nach Belieben, kriegen es aber nicht fertig, den Todesstoß zu setzen.“

Dass die Eschborner spielerisch eine der stärksten Mannschaften in der Landesliga sind, ist unbestritten. Passend zum überlegenen Spiel ließ Torhüter Philipp Selig während der zweiten Halbzeit seinen Frust ab: „Wir spielen uns tot.“ Deshalb sprach er von zwei verschenkten Punkten: „Wir vergessen, das Tor zu machen. Das ist schon die ganze Saison so, und schade, weil wir so gut spielen.“

Schon nach acht Minuten hätten die Gäste auf dem für beide Mannschaften ungewohnten Kunstrasen in Führung gehen können. Doch Mustafa Ichaoui scheiterte nach der Flanke von Massie Barjalei per Kopf am reaktionsstarken Biebricher Torhüter Knapschinski. Im direkten Gegenzug musste Selig aber Kopf und Kragen gegen den völlig freien Klenner riskieren. Eschborn verfügte aber auch in der Folge über die reifere Spielanlage. Echte Chancen sprangen bis zur Pause nicht mehr heraus. Vielmehr traf der überraschte Biebricher Badal noch aus fünf Metern die Latte.

Im zweiten Abschnitt war von Biebrich aber kaum noch etwas zu sehen. Eschborn dominierte das Spiel, doch Leopold scheiterte an Knapschinski (52.), und Keskin verzog nach einer starken Einzelaktion knapp (57.). Auch der eingewechselte Engin Arslan konnte es nicht mehr richten. Knapschinski parierte seinen Drehschuss (78.). Fast wäre es für den 1. FC Eschborn bitter geworden. Sechs Minuten vor dem Ende entwischte Yildiz im Rücken von Barjalei, verzog aber aus acht Metern knapp. „Dann hätten wir noch das 1:1 gemacht“, war sich Biehrer sicher.

Dass seine Mannschaft – trotz fünf Zählern Rückstand auf den FV Biebrich und auf einen der beiden Aufstiegsplätze – weiter auf dem richtigen Weg ist, davon ist Biehrer überzeugt: „Wenn wir das Niveau halten, werden wir uns spätestens am 36. Spieltag unter den erste Zwei befinden.“

FV Biebrich: Knapschinski – Bilir – Migge, Beil – Litke, Commandatore, Yildiz, Becker, Lang – Klenner (68. Klenner), Badal (89. Odisho)

1. FC Eschborn: Selig – Bindewald, Petracca, Kaymak (54. Gashi), Grundler (88. Cesur) – Kilic, Ilkiz, Barjalei – Leopold – Keskin, Ichaoui (73. Arslan).

Schiedsrichter: Ballweg (Pfungstadt)

Zuschauer: 150

Gelb/Rot: Commandatore (88., wiederholtes Foulspiel).

(cn)

FNP, 05. 09. 2007


Spielberichte vom achten Spieltag

Viktoria Kelsterbach - FV Biebrich 02 1:3 (1:1) - 01. 09. 2007

Knapschinski klasse

Biebrichs Sieggarant / Morgen gegen Eschborn

nn. KELSTERBACH Biebrichs Brüder Leichtfuß schwirrten bei Viktoria Kelsterbach eine Halbzeit lang kunterbunt durcheinander. Sorglos wie eine Kindergartengruppe. Dank der Halbzeit-Ansprache von Trainer Bernhard Raab fanden die 02er zur Ordnung zurück, siegten 3:1 (1:1). Letztlich doch noch eine gute Einstimmung für das morgige Spitzenspiel gegen den FC Eschborn (19.30 Uhr).

Landesliga-Spitzenteam? Davon waren die Biebricher Feldspieler 45 Minuten lang weit entfernt: "Alle zehn hätte ich zur Pause austauschen können. Denn es hätte ohne Übertreibung 2:0 oder 3:0 für Kelsterbach stehen können", musste Raab mit glasklaren Vorgaben gegen die Launen seiner Schützlingen ankämpfen. Ausgenommen Daniel Knapschinski. Seinem Torhüter brauchte er keine Weisungen zu geben.

"Düsi", vergangene Runde hinter Denis Ademovic die Nummer zwei, hielt erstklassig, bügelte die kapitalen Böcke seiner Vordermänner (Fatih Bilir patzte beim 1:1) aus und ebnete mit seinen Paraden den Weg zum Dreier. Auch der eingewechselte Ex-Gonsenheimer Timo Becker trug zur Stabilität der hinteren Reihe bei, während der vorher schwache David Comandatore Gastgeber-Motor Dominik Machado erfolgreich in Manndeckung nahm. Unter diesen Umständen kam die Offensivabteilung auf Touren. Kapitän Christian Lang zirkelte einen Freistoß auf Michel Badal, der mit der Stirn versenkte.

Konzentration und Spielfreude bildeten plötzlich wieder eine ausgewogene Einheit. Das wurde beim 1:3 sichtbar. Über die Stationen Marcel Klenner und Dimi Litke gelangte der Ball zu Regisseur Ümit Yildiz, dessen Direktabnahme unhaltbar einschlug. Bleibt die Frage, ob sich die Form der zweiten Hälfte konservieren lässt.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho (46. T. Becker) - Litke, Migge, Comandatore, C. Lang (65. Otto) - Yildiz - Badal, Klenner (82. Paliakov).

Tore: 0:1 Klenner (35.), 1:1 Machado (37.), 1:2 Badal (60.), 1:3 Yildiz (74.)

SR: Unsleber (Reinheim)

Zuschauer: 75

Gelb-Rot: Veith (89./Kelsterbach)

WT, 03. 09. 2007


Kelsterbach verbessert, aber ohne Fortune

Kelsterbach. Der Abwärtstrend von Viktoria Kelsterbach in der Fußball-Landesliga Mitte setzt sich fort: Im Heimspiel gegen den keinesfalls übermächtigen FV Biebrich musste sich die Mannschaft von Trainer Christian Kreil mit 1:3 (1:1) geschlagen geben. Vor allem in der ersten Halbzeit vergaben die Gastgeber eine Vielzahl bester Möglichkeiten.

In solchen Spielen greifen die alten Fußball-Weisheiten, dass Mannschaften, die unten stehen, ihre Möglichkeiten nicht nutzen, während die Spitzenteams nur ganz wenige Gelegenheiten zum Treffer benötigen. Ganz genauso war es in Kelsterbach. Die Gastgeber halfen zudem beim 0:1 tatkräftig mit. Den katastrophalen Pass von Hicham Mimi nahm Klenner auf, lief Libero Patrick Marscholl davon und traf zur Führung. Doch nicht dieser Gegentreffer brachte die wenigen Zuschauer in Kelsterbach zur Verzweiflung, sondern die fahrlässige Chancenverwertung. Allen voran David Veith, der die Partie schon in der ersten Hälfte hätte entscheiden können. Zumindest Engagement war dem Neuzugang aus Dornheim nicht abzusprechen. Schon nach sechs Minuten scheiterte der agile Stürmer an Torhüter Knapschinski. Nach einem tollen Solo und knapp verzogenen Schuss von Kapitän Marco Di Meglio (9.) war wieder Veith an der Reihe. Erst scheiterte er in der 14. Minute erneut an Knapschinski, nur eine Minute später setzte er sich gegen vier Biebricher durch, zielte aber über das Tor. Nach dem Missgeschick zum 0:1 ließen die Kelsterbacher die Köpfe nicht hängen. Im direkten Gegenzug eroberte Machado den Ball und behielt alleine vor Knapschinski die Nerven – 1:1 (37.). Überhaupt zeigte die Mannschaft nach den Turbulenzen der vergangenen Woche eine klasse Reaktion und setzte Biebrich gehörig unter Druck. Doch erneut Veith schoss nach einem Abpraller einen Biebricher auf der Linie an (41.). Auch Di Meglio hatte nach einem Sololauf über den halben Platz Pech und zielte knapp vorbei (43.). „Wenn wir zur Pause 3:1 führen, gewinnen wir zu 100 Prozent“, ärgerte sich Trainer Kreil.

Im zweiten Abschnitt war den Gastgebern die kräfteraubende Spielweise der ersten Hälfte anzumerken. Biebrich kam etwas besser ins Spiel und traf durch Yildiz in der 57. Minute den Pfosten. Veith scheiterte mit einem Flachschuss erneut an Torhüter Knapschinski. Der kurzfristig verpflichtete Vranesevic kam nicht mehr an den Abpraller heran (57.). Nach einem Freistoß in der 63. Minute war Badal mit dem Kopf zur Stelle und traf zum 2:1 für die Gäste. Kelsterbach versuchte alles. Doch Machado hatte Pech, als er in der 68. Minute aus der Drehung den Pfosten traf. Sehenswert war das 3:1 für die Gäste: Nach der Ablage von Beil wuchtete Yildiz den Ball aus 16 Metern in den Winkel. Damit war der Widerstand der Kelsterbacher gebrochen. Trainer Kreil konnte dennoch positive Schlüsse aus der Niederlage gegen den Titelaspiranten ziehen: „Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt und die Basis für die kommenden drei schweren Spiele gelegt.“

Passend zu seinem verkorksten Spiel lieferte Stürmer Veith auch noch den Schlusspunkt. Weil er sich in der Schlussminute zu heftig über ein vermeintliches Handspiel aufregte, durfte er das Feld noch vor allen Anderen mit Gelb/Rot verlassen. (cn)

FNP, 03. 09. 2007


Spielberichte vom neunten Spieltag

FV Biebrich 02 - SG Walluf 3:1 (2:1) - 09. 09. 2007

Biebricher Schwankungen bringen Raab auf die Palme

02-Trainer ärgert sich trotz des 3:1 gegen ersatzgeschwächte Wallufer

nn. WIESBADEN Zufriedenheit hört sich anders an. "Für einen Tabellenführer haben wir viel zu viele Fehler gemacht", meinte Bernhard Raab, Trainer des Fußball-Landesligisten FV Biebrich 02, nach der Rückkehr an die Spitze. Die SG Walluf kann auch nicht zufrieden sein. Sie dümpelt nach der 1:3 (1:2)-Niederlage im Mittelfeld herum.

Aggressiv und zweikampfstark kaufte Biebrich den Rheingauern gleich den Schneid ab. Das frühe 1:0 durch einen von Sargon Odisho verwandelten Freistoß (6.) schürte den Tatendrang. Wobei Odisho auf der rechten Seite gefiel. Vorne wirbelte Marcel Klenner. Nach einer Steilvorlage scheiterte er an Keeper Marco Piemonte, den Abpraller jagte Michel Badal in die Maschen. Walluf schien einem Debakel entgegenzusteuern. Doch stattdessen leistete sich 02-Oldie Kurt Migge einen Lapsus, den Omer Muminovic zum 2:1 nutzte - ein Treffer aus heiterem Himmel für die bis dahin harmlosen Wallufer.

Entsprechend sauer reagierte Raab beim Pausen-Talk. Ohne anscheinend Gehör zu finden. Unverständlich nervös ließ Biebrich SG-Chancen durch Muminovic und Mohamed Azakir zu. Anschließend mussten die Gäste personellen Problemen Tribut zollen. Der angeschlagene Torjäger Muminovic stand kurz vor einem Platzverweis, wurde daher ausgewechselt, während beim zweiten Angreifer Dennis Ilsemann eine Knöchelblessur wieder aufbrach. "Überhaupt war die Anzahl der Angeschlagenen und Verletzten ein Handicap. Erst wenn alle an Bord sind, können wir richtig angreifen", weiß Manager Michael Wagner um die momentanen Gegebenheiten.

Biebrich hatte die personellen Kapazitäten, reizte sie aber nicht aus. Das Phänomen Leistungs-Knick ist nicht neu. Genauso regelmäßig bringen die Schwankungen den 02-Coach auf die Palme: "50 Prozent des Tempos, das wir gegen Eschborn hingelegt haben, und wir hätten Walluf überrannt. So aber bereiten wir uns immer selbst Ärger. Wir müssen einfach abgezockter werden."

Immerhin erwiesen sich die Eingewechselten als Glücksgriffe. Daniel Otto kurbelte munter an, bereitete das von Joker Atanas Paliakov erzielte 3:1 vor. Walluf fehlten derlei Alternativen. Ingo Tepper war nach nur einem Training aufgelaufen. Marc Wilhelm und der Ex-Biebricher Özgür Aktürk mussten letztmals gesperrt zuschauen. Zwei, die gegen den Türkischen SV mithelfen können, zumindest die Heimstärke zu erhalten.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, Becker - S. Odisho, Migge, Comandatore, Yildiz, C. Lang (46. Otto) - Klenner (69. Paliakov), Badal (90. D. Flindt).

SG Walluf: Piemonte - P. Yolver, Aktan, C. Gebhardt - C. Poharetzki, F. Augustini, Azakir, Blum, Tepper - Ilsemann (74. S. Yolver), Muminovic (62. Rebic).

Tore: 1:0 Odisho (6.), 2:0 Badal (35.), 2:1 Muminovic (43.), 3:1 Paliakov (75.)

Schiedsrichter: Nuñez (Offenthal)

Zuschauer: 280

WT, 10. 09. 2007


Spielberichte vom zehnten Spieltag

Der FV Biebrich 02 ist spielfrei - 16. 09. 2007


Spielberichte vom elften Spieltag

FV Biebrich 02 - FSV Braunfels 2:4 (0:1) - 22. 09. 2007

Biebrich besitzt noch kein Spitzenteam

2:4-Niederlage gegen wuchtige, aber nicht übermächtige Braunfelser / Gisinger-Comeback

nn. BIEBRICH Ganz bittere Pille für Fußball-Landesligist FV Biebrich 02: Im Spitzenspiel gegen den keinesfalls übermächtigen FSV Braunfels gab es eine 2:4 (0:1)-Niederlage. Ein Fingerzeig, dass den 02ern zum Prädikat "Spitzenteam" noch einiges fehlt. "Eine gewisse Portion an Abgezocktheit und Cleverness hat den Braunfelsern gereicht. Dabei haben die nicht mal sonderlich geglänzt. Sie haben nur konsequent das gespielt, was sie können", charakterisierte Biebrichs Coach Bernhard Raab eingehend den Gegner. Um damit aufzuzeigen, woran es bei seinen Schützlingen haperte. Es fehlte schlicht und ergreifend das letzte Fünkchen Willenskraft bei der Balleroberung, beim Unterbrechen von Angriffsaktionen. Braunfels hatte in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Wuchtig tankten sich die Spieler des Absteigers im britischen Stil durch. Das genügte, um Biebricher Fehlerquellen zu provozieren. Beispielweise vor dem 0:1, dem ein überflüssiger Eckstoß voranging.

Eine Ecke, bei der Torhüter Daniel Knapschinski irgendwie keine echten Anstalten zum Fangen oder Fausten machte. Abwehrkollege Robert Beil war entsprechend überrascht, als der Ball von seinem Körper den Weg hinter der eigenen Torlinie einschlug (22.). Höchste Zeit für das Biebricher Mittelfeld, die Offensive anzukurbeln. Doch weit gefehlt. Regisseur Ümit Yildiz gab hin und wieder Kostproben seines zweifelsohne vorhandenen Könnens, um danach in der Rolle des Unsichtbaren zu verschwinden. Von der Glanzform der ersten Spiele ist er weit entfernt.

Während Kapitän Christian Lang nach überstandenen Kreislaufproblemen auf der linken Außenbahn ohne die gewohnte Power agierte. Auch über rechts lief nicht viel. Also warf Raab Oldie Roland Gisinger ins Rennen. Der Ex-Profi, der am 16. November 36 wird, entpuppte sich nach kurierter Verletzung prompt als Lichtblick. Nachdem Braunfels zwischenzeitlich auf 3:0 erhöht hatte, brachte "Gisi" die vorher vermissten Flanken ein. Biebrich kam zu Chancen, durch Sargon Odisho und Michel Badal per Doppelschlag (85./86.) plötzlich heran, ehe die Gäste in der Nachspielzeit ihren Dreier zementieren.

Damit für Wehklagen im Lager der 02er sorgten, die sich kräftig an die eigene Nase greifen durften. "Eine so unnötige Niederlage tut richtig weh", fasste Trainer Raab das allgemeine Meinungsbild zusammen. Weitere Spiele dieser Sorte - am Samstag geht's nach Eddersheim - könnten den angestrebten Sprung in die Oberliga kosten. Ein etwaiger Aufstieg, der angesichts der Einführung der 3. Liga ohnehin nur als "Klassenerhalt" zu werten wäre. Alles andere, also Platz vier abwärts, käme einer Rückstufung gleich. In Deutschlands künftige Spielklasse Nummer sechs.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, Becker (58. Otto), S. Odisho - Migge, Comandatore, Yildiz, C. Lang (71. Litke) - Badal, Paliakov (58. Gisinger).

Tore: 0:1 Beil (22./Eigentor), 0:2, 0:3 Seip (50./74.), 1:3 S. Odisho (85.), 2:3 Badal (86.), 2:4 Schmidt (90.+1)

SR: Iaccarino (Schwanheim)

Zuschauer: 180

WT, 24. 09. 2007


Joker Seip sticht mit zwei Treffern

Von Wolfgang Hoffmann

In dieser Partie, in die erst in der zweiten Hälfte richtig Schwung kam, gab die mannschaftliche Geschlossenheit und die höhere Effektivität im Offensivspiel den Ausschlag zugunsten der Schlossstädter. Sehr zum Ärgernis von Biebrichs Trainer Bernhard Raab, der vom Auftreten seiner Elf enttäuscht war. „Wenn man so sorglos spielt wie wir, muss man sich nicht wundern, dass man solch eine Klatsche bekommt. Wir konnten leider nur bis kurz vor den gegnerischen Strafraum gefällig spielen, danach fehlten Präzision und der Wille zum Abschluss,“ konnte sich der engagierte Trainer noch Minuten nach der Partie nicht beruhigen. Bis zur 85. Minute lagen die Braunfelser klar mit 3:0 in Führung, ehe es durch Sorglosigkeiten in der Abwehr noch einmal spannend wurde, weil Biebrich innerhalb von zwei Minuten plötzlich auf 2:3 herankam.

Simon Schmidt macht alles klar

Die zuvor gezeigte Souveränität ging glücklicherweise nur kurzzeitig verloren, denn Simon Schmidt machte in der Nachspielzeit mit dem vierten Treffer alles zugunsten der Braunfelser klar. „Unser Sieg war heute absolut verdient, weil wir engagierter gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht haben,“ lautete das zufriedene Fazit des Braunfelser Trainers Harry Preuss.

Nachdem der Biebricher Robert Beil eine scharf hereingetretene Ecke von Marko Maser ins eigene Tor verlängert hatte (23.) stach der in der zweiten Halbzeit ins Spiel gekommene Patrick Seip als Joker. Nach zwei blitzsauberen Kontern wurde er von Manuel Eichert (50.) und Hagen Mett (75.) herrlich angespielt und netzte anschließend zweimal gekonnt ein. Die Treffer ließen nicht nur Preuss mit der Zunge schnalzen. „Hier hat man die Qualität von Patrick Seip gesehen. Mit seiner Dynamik und Schnelligkeit war er heute enorm wertvoll für uns,“ bekam der wuselige Angreifer der Braunfelser noch ein Extralob von seinem Trainer.

Die Biebricher blieben in dem fairen Spiel insgesamt weit unter ihren Möglichkeiten, was auch ein Verdienst der starken Defensivleistung der Gäste war. Und noch einen entscheidenden Unterschied hatte der Trainer der Gastgeber ausgemacht. „Die Braunfelser hatten heute einen Sturm, der den Namen verdient und wir nicht“, merkte Raab nach dem Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters Daniel Iaccarino resignierend an.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Braunfelser Spieler mit Trainer Preuss einen Kreis gebildet und feierten lautstark den Sieg im Verfolgerduell.

Biebrich: Knapschinski – Bilir, Beil, Bäcker (58. Giesinger) – Odisho, Commandatore, Migge, Yildiz, Lang (72. Litke) – Paliakov (58. Otto), Badal.

Braunfels: Wack – Schmidt, Ketter (46. Seip), Winch, Wachter – Schäfer (81. Hahn), D’Ambrosio, Schellhaas, Mett – Maser, Eichert (53. Plotzki).

Schiedsrichter: Daniel Iaccarino (Schwanheim)

Tore: 0:1 Beil (22., Eigentor), 0:2 Seip (50.), 0:3 Seip (75.), 1:3 Odisho (85.), 2:3 Badal (87.), 2:4 Schmidt (90. + 2)

Zuschauer: 250

Gelbe Karten: Yildiz (Biebrich), Eichert (Braunfels)

mittelhessen.de, 23. 09. 2007


Spielberichte vom zwölften Spieltag

FC Eddersheim - FV Biebrich 02 1:2 (1:1) - 30. 09. 2007

Biebricher lassen sich nicht beirren

nn. EDDERSHEIM In Unterzahl rettete Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 beim FC Eddersheim einen 2:1 (1:1)-Erfolg ins Ziel. Ein unter schwersten Bedingungen errungener Dreier, der Mut macht für die knifflige Mittwoch-Aufgabe gegen Marburg.

Biebrich hatte nicht nur mit den Gegenspielern, sondern auch mit dem Schiedsrichter-Gespann zu kämpfen. Trotzdem war Ümit Yildiz nach einem Freistoß von Dennis Lang * per Kopf zur Stelle (31.). Gleich darauf roch es stark nach Elfmeter, als Michel Badal im FCE-Strafraum eindeutig grob unfair gebremst wurde. Doch ein Pfiff blieb aus. Stattdessen verwies Referee Wüst 02-Trainer Bernhard Raab aus dem Coaching-Bereich, obwohl dieser alles andere als wüst reklamiert hatte. Noch bitterer: Kurz vor der Pause ließ Robert Beil Eddersheims Sturmtank Timo Leifermann ein einziges Mal etwas Platz und schon hieß es 1:1.

Die Gäste ließen sich aber nicht beirren, demonstrierten Stärken bei Standards. So nickte Badal die Kugel im Anschluss an eine präzise Ecke von Dimi Litke in die Maschen. Ungeachtet des Platzverweises gegen Kapitän Christian Lang, dessen erstes Foul sofort Rot nach sich zog, brachte das diesmal ebenso konzentrierte wie kampfstarke Team das Ergebnis über die Zeit. "Die Jungs haben das im Kollektiv wirklich ganz toll bewältigt", lobte der verletzte Frank Wilde und freute sich über die umgehende Wiedergutmachung für das 2:4 gegen Braunfels.

FV Biebrich 02: Knapschinski; Beil, Bilir, S. Odisho - Migge (62. Gisinger), Comandatore, Yildiz, Litke, D. Lang * - Badal (83. Becker), Klenner (70. Flindt).

Tore: 0:1 Yildiz (31.), 1:1 Leifermann (44.), 1:2 Badal (60.)

SR: W. Wüst (Griesheim bei Darmstadt)

Zuschauer: 120

Rote Karte: Lang (78./Biebrich)

* Christian Lang

WT, 01. 10. 2007


1:2 – Jetzt braucht Eddersheim eine Siegesserie

Eddersheim. Der FC Eddersheim musste in der Fußball Landesliga-Mitte eine 1:2-Heimniederlage gegen den FV Biebrich hinnehmen und bleibt damit weiter im Mittelfeld der Tabelle. Die Spieler und Verantwortlichen des FC Eddersheim hatten sich einiges vorgenommen. „Wir wollen mit einem Sieg ein Zeichen setzen und hier zu Hause gewinnen, um dann auch endlich eine Serie zu starten“, war der Eddersheimer Vorsitzende Peter Edelmann vor dem Spiel noch zuversichtlich. Er wurde bitter enttäuscht.

Beide Mannschaften begannen sehr nervös, der gegenseitige Respekt wurde deutlich. Die Eddersheimer versuchten die Abwehrreihe der Biebricher durch lange Bälle zu knacken – jedoch ohne Erfolg. Erst nach einer Viertelstunde wurde es vor dem Tor der Gäste das erste Mal gefährlich, als Thomas Born aus der zweiten Reihe abzog. Nun begann eine kurze Druckphase der Eddersheimer, die sich innerhalb von fünf Minuten vier gute Möglichkeiten erarbeiteten. Erst nach knapp zwanzig Minuten wurden auch die Biebricher aktiver, ließen jedoch vor dem Tor von Rolf Kaben keine große Gefahr aufkommen. Doch nach einem Freistoß von der halbrechten Seite stieg der Biebricher Spielmacher Yildiz zum Kopfball hoch und ließ Kaben keine Abwehrchance (30.). Nur drei Minuten später wurde es vor dem Eddersheimer Tor erneut gefährlich, doch nach einem klaren Foul im Strafraum blieb der Pfiff des Unparteiischen aus. Viel lief danach auf beiden Seiten nicht mehr zusammen, doch kurz vor der Pause stieg Timo Leifermann, nach Borns schöner Flanke höher als sein Gegenspieler und köpfte zum Ausgleich ein (43.). „Wir haben in der ersten Halbzeit mit einem vernünftigen Tempo gespielt, waren teilweise jedoch zu hektisch und haben zu viel mit langen Bällen agiert“, erkannte der Eddersheimer Trainer Markus Enders.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel langsamer und Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Doch in der 58. Minute war der Biebricher Badal zur Stelle der per Kopf, erneut nach einer Standardsituation, die Gäste in Führung brachte. „Ich bin über die Tore maßlos enttäuscht“, gab Trainer Enders zu, „wir hatten bei den Standards keine Zuordnung und trotz unserer eigentlich kopfballstarken Jungs lassen wir zwei solche Gegentreffer zu.“ Bereits wenige Minuten nach dem Gegentreffer hätte der eingewechselte Sebastian Metzger ausgleichen können, verzog jedoch nach einem schönen Zuspiel in die Spitze von Timo Leifermann. In der 77. Minute musste der Biebricher Kapitän Christian Lang nach einem groben Foulspiel an Metzger das Spielfeld verlassen, doch die zahlenmäßige Überlegenheit konnten die Eddersheimer nicht mehr ausnutzen.

„Das war eine bittere Niederlage, ein Unentschieden wäre drin gewesen“, zeigte sich Enders nach dem Spiel enttäuscht, der nun mit seiner Mannschaft in den nächsten Spielen zu einer Siegesserie ansetzten möchte. (sfr)

FNP, 01. 10. 2007


Spielberichte vom dreizehnten Spieltag

FV Biebrich 02 - VfB Marburg 4:5 (0:2) - 03. 10. 2007

Landesliga Mitte: FV Biebrich 02 - VfB Marburg 4:5 (0:2) / Gäste klettern auf Rang zwei

"Schimmelreiter" schießen sich warm

Von Hermann Maaß

Der VfB Marburg befindet sich weiter auf Erfolgskurs in der Fußball-Landesliga Mitte. Gestern knackten die "Schimmelreiter" die Festung Dyckerhoff-Sportpark in Wiesbaden und gewannen beim bisherigen Tabellendritten und Titelaspiranten FV Biebrich 02 mit 5:4 (2:0). Als Zweiter scheinen sie gut gerüstet für das Derby am Samstag zu Hause gegen den TSV Stadtallendorf.

VfB-Trainer Romeo Wendler hatte eine eher ungewöhnliche Vorbereitung gewählt und sein Team zum Brunch vor Spielbeginn in Wiesbaden gebeten. Derart gestärkt machten die Marburger von Beginn an mächtig Druck, nutzten mit hoher Laufbereitschaft und frühem Pressing die gesamte Spielfläche. Schnelles Umschalten und sicheres Kurzpass-Spiel sorgten für ein optisches Übergewicht.Wieder zwei Tore von Saighani Lohn der Bemühungen war erstmals die 16. Minute, als Daniel Pichler per neunten Freistoßtreffer für seine Farben aus der laufenden Saison, die 1:0-Führung erzielte. Die Platzherren lockerten ihre Abwehr, verstärkten ihre Angriffsbemühungen, liefen aber vermehrt in die Abseitsfalle der Marburger. Die ihrerseits nach einer kurzen Phase der Besinnung das Tempo wieder anzogen und durch Masih Saighani zur verdienten 2:0-Pausenführung kamen (36.). Außer einem eher harmlosen Schussversuch von Michael Badal (40.) hatten die Gastgeber trotz durchaus gutem Spiel keine zwingenden Torchancen.

Im zweiten Durchgang brachten die Biebricher mit Tobias Laufer eine dritte Spitze, erhöhten den Druck und erzielten durch Kurt Migge 1:2 (51.) und nur fünf Minuten später erneut durch Migge den 2:2-Ausgleich. Die Gäste verloren vorübergehend ihre spielerische Linie und rückten bei Ballbesitz nicht mehr entschlossen genug hinten raus. Doch als sich die Biebricher Defensive eine Unachtsamkeit leistete, erzielte Saighani mit seinem achten Saisontreffer die 3:2-Führung (64.).

In der 73. Spielminute egalisierte Yildiz zum 3:3, ehe Ingo Czerewski zum 4:3 (75.) und Stasis Buividavicus zum 5:3 (80.) für Marburg "Tore vom Feinsten" markierten. Das 4:5 durch Yildiz war nur noch Ergebniskorrektur (88.) Und nach dem Schlusspfiff tanzte der VfB Marburg erneut überglücklich den Siegesreigen.

Biebrich: Knapschinski - Beil, Litke, Odisho, Commandatore (46. Gisinger) - Migge, Bilir, Otto (73. Flindt), Yildiz - Badal, Klenner (46. Laufer)

Marburg: Katz - Kasseckert, Abali, Jencik, Akci (68. Baur) - Rechner, Pichler, Herrmann (46. Buividavicius), Gut (74. Drescher) - Saighani, Czyrzewski

Schiedsrichter: Putz (Langen)

Zuschauer: 180

Tore: 0:1 Pichler (16.), 0:2 Saighani (36.), 1:2 Migge (51.), 2:2 Migge (56.), 2:3 Saighani (64.), 3:3 Yildiz (73.), 3:4 Czyrzewski (75.), 3:5 Buividavicius (80.), 4:5 Yildiz (88.)

Gelbe Karten: Badal, Yildiz (Biebrich), Pichler (Marburg)

mittelhessen.de, 04. 10. 2007


"Massenweise Fehler"

Klee droht nach 4:5 der 02er mit Konsequenzen

nn. BIEBRICH So wird´s nichts mit dem angestrebten Aufstieg. Gegen Mitkonkurrent Marburg legten die Landesliga-Kicker von Biebrich 02 nach dem 2:4 gegen Braunfels die nächste Heim-Bauchlandung hin. 4:5 (0:2) hieß es nach indiskutabler Abwehrleistung.

02-Chef Horst Klee war bedient: "Von außen werden Fehler gemacht und auf dem Feld massenweise. Das muss sofort abgestellt werden, sonst ziehen wir im Winter Konsequenzen. Neun Gegentore in zwei Heimspielen und nur ein Punkt gegen drei Mannschaften aus dem vorderen Bereich sind nicht akzeptabel." Vorher hatte die unendliche Geschichte der Biebricher Launen ihre Fortsetzung erfahren. Bezeichnend: Erst als zwei Oldies - Roland Gisinger und der reaktivierte Tobi Laufer - ins Spiel kamen, wurde ein Aufbäumen spürbar. Kurt Migge, der dritte Routinier, traf doppelt. Wie Ümit Yildiz, der noch an die Latte zielte (79.), ehe es hinten wieder klingelte. Morgen (15.30) kommt Aßlar...

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Migge, Litke, Comandatore (46. Gisinger), Yildiz, Otto (74. D. Flindt) - Badal, Klenner (46. Laufer).

Tore: 0:1 Pichler (18.), 0:2 Saighani (37.), 1:2, 2:2 Migge (51./57.), 2:3 Saighani (64.), 3:3 Yildiz (73.), 3:4 Czyrzewski (75.), 3:5 Buividavicus (80.), 4:5 Yildiz (89.)

SR: Putz (Langen)

Zuschauer: 150

WT, 05. 10. 2007


Spielberichte vom vierzehnten Spieltag

FV Biebrich 02 - VfB Aßlar 1:1 (0:1) - 06. 10. 2007

Bei den Biebrichern knirscht es im Getriebe

Nur 1:1 gegen Aßlar / Raab: Bitteres Ergebnis

nn. BIEBRICH 2:4 und 4:5 gegen die Spitzenteams aus Braunfels und Marburg, jetzt ein mageres 1:1 (0:1) gegen die graue Landesliga-Maus aus Aßlar. Bei den Fußballern des FV Biebrich 02 knirscht es mächtig im Getriebe.

Klubchef Horst Klee hatte mit einem kritischen Rundumschlag aufwecken wollen. Aber die Wirkung blieb aus, weil das ohne die Stützen Ümit Yildiz, Frank Wilde (beide verletzt) und Christian Lang (gesperrt) aufgelaufene Team der allgemeinen Verunsicherung nicht Herr wurde. Als dann die höchst biederen Gäste auch noch zum 0:1 kamen, schien Biebrich endgültig in die Krise zu schlittern.

Chefcoach Bernhard Raab reagierte, brachte die Stürmer Athanos Paliakov und Michel Badal. Doch erst in der 80. Minute schaffte Marcel Klenner den Ausgleich, schnupperte wenig später am 2:1. Auch bei Kurt Migge (Lattentreffer), Badal und Paliakov fehlten lediglich Zentimeter. In der Summe fehlten aber Längen, um nur ansatzweise das Niveau der Startphase der Runde zu erreichen. Raab bekannte: "Es ist bitter, gegen eine Mannschaft wie Aßlar einen Punkt einzubüßen. Man merkt letztlich schon, wenn drei wichtige Spieler ausfallen. Ohne dieses Trio dürfte es eng werden, den Anschluss zu halten."

In der derzeitigen Verfassung - die 02er stehen sich wohl selbst am meisten im Weg - ist die Samstag-Hürde Watzenborn/Steinberg ziemlich hoch.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Gisinger, Migge, Litke, Flindt (70. Paliakov), Otto (55. Badal) - Laufer (70. Comandatore), Klenner.

Tore: 0:1 A. Schmidt (43.), 1:1 Klenner (80.)

SR: Willmann (Altheim)

Zu.: 120

WT, 08. 10. 2007


Fußball-Landesliga Mitte: FV Biebrich 02 - VfB Aßlar 1:1 (0:1) / Ausgleich in der 78. Minute

Dill-Kicker lassen zwei Punkte liegen

Von Kirsten Ohlwein

Nur knapp hat Fußball-Landesligist VfB Aßlar gestern die Überraschung verpasst. Bis zur 78. Minute führten die Dill-Kicker beim aufstiegsambitionierten FV Biebrich, reisten aber am Ende mit einem 1:1 nach Hause.

"Es ist wie jede Woche. Wir sehen wie der sichere Sieger aus und verschenken dann die Punkte", ärgerte sich Aßlars Trainer Udo John über das Remis, aus dem vor allem aufgrund der Leistung der ersten Halbzeit ein Erfolg hätte werden müssen.

20 Minuten lang zeigte der VfB den Biebrichern die Grenzen auf und schnürte die Gastgeber in die eigene Hälfte ein. Während die Landeshauptstädter jegliche Offensivkraft missen ließen, erarbeitete sich Johns Mannschaft gute Gelegenheiten. Waldemar Koch testete FV-Keeper Daniel Knapschinski schon nach zwei Minuten zum ersten Mal, sieben Minuten später hämmerte Dennis Hild einen Freistoß nur knapp über die Latte des Biebricher Kastens. Vor allem bei langen Bällen auf Hamit Saeidi und Koch sah der Defensivverbund der Gastgeber alles andere als glücklich aus und hatte auch in Sachen Schnelligkeit mehrfach das Nachsehen mit den Aßlarer Angreifern.

Erst nach 18 Minuten befreite sich die Mannschaft von Ex-Profi Bernhard Raab aus der Umklammerung des VfB und wagte sich in den gegnerischen Strafraum: Kapitän Roland Gisinger und Daniel Otto nutzten die Freiräume aber nicht. Bis zum Halbzeitpfiff wurde es aber nur noch einmal brenzlig für die Gäste: Dennis Springer klärte einen Schuss von Fatih Bilir (26.) auf der Linie.

Schmidt trifft von der Außenlinie

Das einzige Aßlarer Tor fiel eher zufällig. Der agile Alexander Schmidt wollte von der rechten Außenlinie aus 25 Metern den Ball in den Biebricher Strafraum auf den Kopf von Koch bringen, doch segelte die Kugel an Freund und Feind vorbei in den Kasten des FV - nur kurz abgefälscht von Knapschinski (43.).

Auf der Gegenseite musste Torwart-Oldie Stefan Dern einmal hinter sich greifen. Denn Eugen Blank - der bis dahin eine ordentliche Partie abgeliefert hatte - spielte den Ball versehentlich Marcel Klenner in die Füße, der diese Chance nutzte und den sich bietenden Konter zum Ausgleich abschloss (78.).

Der VfB machte es bis zum Abpfiff dann noch einmal spannend. Denn die Biebricher zeigten in den letzten Minuten, was sie zu leisten vermögen. Drei Minuten vor Schluss verhinderte die Latte nach einem Schuss von Kurt Migge den Siegtreffer der Wiesbadener. Keine 60 Sekunden später war es erneut Klenner, der ein Tor auf dem Fuß hatte, aber am glänzend spielenden Dern scheiterte.

Biebrich: Knapschinski - Beil, Odisho, Bilir - Migge, Litke - Gisinger, Flindt (76. Paliakov), Otto (58. Badal) - Laufer (76. Comandatore), Klenner.

Aßlar: Dern - Gojanaj, Urban, Hild, Springer - Schmidt, Blank, Patrick Jung - Saeidi (89. Schleifer) - Schug (74. Helbig), Koch (58. Henss).

Schiedsrichter: Willmann (Altheim)

Zuschauer: 100

Tore: 0:1 Schmidt (43.), 1:1 Klenner (78.)

Gelbe Karten: Gisinger (Biebrich), Dern (Aßlar)

mittelhessen.de, 07. 10. 2007


Spielberichte vom fünfzehnten Spieltag

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg - FV Biebrich 02 2:1 (1:1) - 13. 10. 2007

Biebrichern missraten selbst einfachste Dinge

Lange 02-Gesichter nach 1:2 in Watzenborn

nn. WATZENBORN Welch eine Wandlung: Vom selbstbewussten Aufstiegsanwärter zum zahnlosen, ohne Mumm umherirrenden Landesliga-Mitläufer. In dieser Rolle unterlag der FV Biebrich 02 beim bisherigen Tabellenvorletzten Teutonia Watzenborn/Steinberg 1:2 (1:1). Braucht im Biebricher Lager keiner mehr zu behaupten, das sei keine sportliche Krise.

"Wie eine innere Blockade. Die einfachsten Dinge gelingen nicht mehr", wunderte sich Spielausschuss-Chef Thomas Utikal über die sich ausdehnende Verunsicherung, die einem Abstiegskandidaten einen leichten Sieg gestattete. Ab der 60. Minute kickte Watzenborn gar in Unterzahl, fuhr mit dem einzig ernsthaften Vorstoß der zweiten Hälfte die Ernte ein.

Ebenfalls bitter: Die Absicht, unbedingt mal wieder zu Null zu spielen, wurde bereits nach zwei Minuten mit dem 1:0 durchkreuzt. "Man darf nicht alles auf die Abwehr schieben, denn vorn erspielen wir uns auch nicht genügend Chancen", meinte Co-Trainer Frank Wilde, der den kurzfristig aus privaten Gründen verhinderten Chefcoach Bernhard Raab vertrat. An der Einstellung, ergänzte Wilde, habe es nicht gelegen.

Woran dann, darüber müssen sie in Biebrich nun intensiver nachdenken. Schließlich droht der Zug in die Oberliga langsam ohne die 02er abzufahren. Dem Heimspiel gegen Stadtallendorf kommt somit besondere Bedeutung bei. "Der Kontakt zur Spitze darf bis zur Winterpause einfach nicht abreißen", fordert Frank Wilde einen Kraftakt mit positivem Resultat.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil, Bilir, S. Odisho - Gisinger, Migge, Comandatore, Yildiz, Litke (82. Otto) - Badal (75. D. Flindt), Klenner (70. Paliakov).

Tore: 1:0 Student (2.), 1:1 Badal (8.), 2:1 Dickmann (78.)

SR: Vonderschmidt (Offenthal)

Zuschauer: 100

Gelb-Rot: Zahrt (60./Watzenborn/Steinberg.)

WT, 15. 10. 2007


Freude nach endlos langer Schlussphase

Watzenborn-Steinberg landet überraschenden 2:1-Erfolg gegen Biebrich

Student und Dickmann treffen für Teutonen

POHLHEIM (jcs). Dass ausgerechnet der abstiegsbedrohte SC Teutonia Watzenborn-Steinberg dem FV Biebrich 02, Tabellenvierter in der aktuellen Fußball-Landesliga-Saison, die vierte Niederlage dieser Spielzeit beibringt, hätte im Vorfeld dieser Partie wohl niemand vermutet. 300 Zuschauer wollten sich am Samstag das Heimdebüt des neuen Trainers Thorsten Zimmerling nicht entgehen lassen. Am Ende feierte der SC einen überraschenden 2:1-Heimerfolg, obwohl man im Vorfeld nur auf einen Punkt gehofft, aber vielleicht gar nicht daran geglaubt hatte.

Die Gastgeber erwischten einen traumhaften Start in die Begegnung.

Biebrich machte sofort Druck, ließ den Ball schnell über mehrere Stationen laufen - doch Watzenborn zeigte sich davon recht unbeeindruckt. Nach noch nicht einmal 120 Sekunden tauchte die Heimelf erstmals in der gegnerischen Hälfte auf, die Abwehr der Gäste war wohl noch nicht ganz im Bilde, als Roman Student über die linke Seite in den Strafraum eingedrungen war und ein Zuspiel blitzschnell aus circa acht Metern zum 1:0-Führungstor verwandelte. Lange währte die Freude über dieses Tor jedoch nicht, denn bereits nach acht Minuten hatte Michael Bodal zum Ausgleich eingenetzt.

Doch danach blieben die Gäste recht blass. Nach bärenstarken zehn Minuten war von der Souveränität der Biebricher nur noch das recht solide Kurzpass-Spiel übrig geblieben, Torchancen hatten die Gäste in der ersten Halbzeit nicht mehr zu verzeichnen. Eine gute Möglichkeit hatte Student noch in der zehnten Minute, traf jedoch nach einer Flanke von Binder den Ball nicht richtig. In die Kategorie "überflüssig" gehörte die Gelbe Karte gegen Jens Zahrt in der 34. Minute: Bei einem Offensivvorstoß hatte er sich den Ball zu weit vorgelegt, der Tormann fing das Leder ab, daraufhin legte sich Zahrt erst mit dem FV-Keeper und anschließend noch mit Schiedsrichter Vanderschmidt an. Fast ein Spiegelbild dieser Aktion war dann sein Platzverweis durch Gelb-Rot in der 55. Minute. Beim Angriff über die rechte Außenbahn verlor er den Ball, drehte sich um und grätsche den Gegenspieler zu Boden. Schiedsrichter Vanderschmidt, der nicht immer einen souveränen Eindruck machte, blieb in dieser Situation praktisch keine Wahl. Sieben Minuten zuvor wurde Roman Student nach einem Alleingang vermeintlich offensichtlich durch einen Schubser von hinten im Strafraum zu Fall gebracht, doch der Elfmeter-Pfiff blieb aus.

In der 77. Minute kamen die Platzherren dann aber endlich zu ihrem verdienten Führungstreffer. Tim Sannert hatte von der linken Seite den Eckball in den Strafraum geschlagen, der Ball passierte zwei Watzenborner Spieler und erreichte rechts neben dem Tor schließlich Alexander Dickmann, der einfach sofort draufhielt und damit Erfolg hatte. Den Rest der Spielzeit retteten die Teutonen ihre Führung, wohl mit teils rasendem Puls, über die Runden. Der Unparteiische ließ lange, schier endlos lange nachspielen, bis letztendlich der erlösende Schlusspfiff ertönte. "Mit so einem Dreier kommt man einen Riesenschritt voran, dabei wäre schon ein Punkt für die Moral wichtig gewesen", so Thorsten Zimmerling.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: Weigel (ab 46. Stark); Schlecht, Wallbott, Engelke, Binder (ab 69. Rebstock), Helbig (ab 64. Belloff), Dickmann, Priebe, Sannert, Zahrt, Student.

FV Biebrich 02: Knapschinski; Migge, Berl, Comandatore, Litke (ab 82. Otto), Odisho, Gisinger, Bilur, Klenner (ab 63. Paliakov), Yildiz, Bodal (ab 74. Flindt).

Tore: 1:0 Roman Student (2.), 1:1 Michael Badal (8.), 2:1 Alexander Dickmann (77.)

Zuschauer: 300

Gelbe Karte: Jens Zahrt (34.), Roman Student (79.)

Gelb-Rote Karte: Jens Zahrt (55.)

Schiedsrichter: Vonderschmidt (Diedesheim).

Gießener Anzeiger, 15. 10. 2007


Spielberichte vom sechzehnten Spieltag

FV Biebrich 02 - Eintracht Stadtallendorf 1:2 (1:2) - 20. 10. 2007

Von Hermann Maaß

„Wir haben gespielt wie ein Absteiger und hatten fast nur Blinde im Team“! Bernhard Raab, Trainer des aufstiegsambitionierten FV Biebrich, war nach der gestrigen 1:2 (1:2)-Heimniederlage gegen den stark ersatzgeschwächten TSV Eintracht Stadtallendorf restlos bedient. Während sich die Gäste auf den dritten Rang verbesserten, kassierten die Biebricher die Treffer elf und zwölf binnen ihrer letzten vier Heimspiele und blasen Trübsal.

Stadtallendorf war die gestrige Leistung nicht zuzutrauen. Erstens stand nur ein Dreierpack aus den vergangenen fünf Spielen zu Buche und zweitens musste Trainer Robert Backes sein Team infolge der Personalnot gleich auf sieben (!) Positionen umbauen. Seine gewohnte Vierer-Abwehrkette fiel daher auch dem konventionellen System mit Libero und Rückkehrer Michael Emmerich zum Opfer. Wie sich die Eintracht präsentierte, verdient Respekt. Da aufgrund der Umstellungen ohnehin keine spielerische Brillanz zu erwarten war, demonstrierten die Gäste immerhin eine vorbildliche mannschaftliche Geschlossenheit. Einer kämpfte für den anderen und machte Abstimmungsprobleme durch ein engagiertes Zweikampfverhalten sowie hohe Laufbereitschaft wett.

„Tugenden, die bei uns völlig fehlten“, gestand Bernhard Raab. Der Ex-Profi, einst unter Trainer Winfried Schäfer 31 Mal für den Karlsruher SC in Bundesligadiensten, sah dennoch die 1:0- Führung für sein Team (21.). Michel Badal war der Schütze, wobei Stadtallendorfs Keeper Peter Marquardt nicht gut aussah. „Das Ding nehme ich auf meine Kappe“, kommentierte der ansonsten fehlerfreie Gästeschlussmann. Nach Michel Kleemanns Direktabnahme flog Zabih Saighani dem Ball entgegen und markierte per Kopf den 1:1-Ausgleich (32.). Stadtallendorf wurde nun immer mutiger und profitierte von einem Aussetzer des Biebricher Schlussmanns Daniel Knapschinski. Dieser ließ sich auf ein waghalsiges Dribbling gegen Eintracht-Angreifer Mario Ellerich ein, wovon Ellerich profitierte. Er passte das Leder auf Bektas Bilgilisoy, der aus 30 Metern per Lupfer zum 2:1 für die Gäste ins verwaiste Tor traf (41.).

Im zweiten Durchgang kam von Biebrich nichts mehr. Die Platzherren waren zwar Feldüberlegen, verzeichneten allerdings keine Torchance. Auf der Gegenseite hätten der unermüdlich rackernde Mario Ellerich (84./89.) sowie Zabih Saighani (61.) durchaus für eine Beruhigung des Nervenkostüms von Robert Backes sorgen können. Dieser war nach dem Schlusspfiff restlos begeistert. „Ein Riesenkompliment an meine Jungs, die in dieser Formation niemals vorher aufliefen. Wir haben durch einen großartigen Teamgeist gewonnen“, strahlte Backes nach dem Sieg in Unterliederbach über das zweite Husarenstück seiner Truppe auf dem Platz eines vermeintlichen Topteams binnen nur drei Wochen.

Biebrich: Knapschinski – Odisho – Beil (76. Laufer) – Migge, Litke, Gisinger, Comandatore (46. Otto), Flindt (69. Losito), Bilir – Badal, Yildiz

Stadtallendorf: Marquardt – Emmerich – Yildiran, Schudy – Nawid Saighani (90. Jarkow), Kleemann, Zabih Saighani, Bilgilisoy (78. Ramic), Monaco (57. Koziol), Koch - Ellerich

Schiedsrichter: Berg (Bischofsheim)

Zuschauer: 120

Tore: 1:0 Badal (21.), 1:1 Zabih Saighani (32.), 1:2 Bilgilisoy (41.)

Gelbe Karten: Flindt, Badal, Yildiz (Biebrich) – Marquardt, Nawid Saighani, Kleemann, Koziol, Ellerich (Stadtallendorf)

Marburger Neue Zeitung, 21. 10. 2007


Biebrich am absoluten Tiefpunkt angelangt

1:2 gegen Stadtallendorf / Raab schonungslos

nn. BIEBRICH Würde die Mannschaft nur so konsequent kicken, wie ihr Trainer Bernhard Raab das Geschehen reflektiert. Dann gäbe es beim Landesligisten FV Biebrich 02 keine sportliche Krise. So aber wird das Tief zum Dauerzustand. 1:2 (1:2) hieß es gegen Eintracht Stadtallendorf.

Es ehrt Bernhard Raab, dass er sich nicht mal ansatzweise in Schönfärberei versucht, keine halbseidenen Ausreden anführt, stattdessen schonungs- und beinahe schon hoffnungslos kritisiert: "Das war kein Spiel zweier Oberliga-Ambitionierter, sondern das Match Drittletzter gegen Vierletzter. Wir müssen erst mal den Gegner finden, den wir noch schlagen können."

Dabei hatte es gut angefangen. Stadtallendorf spendierte Balsam fürs angegriffene Biebricher Gemüt. Michel Badal nutzte den Patzer per 20-Meter-Heber zum 1:0. Doch nicht mal mehr eine Führung verleiht Selbstvertrauen. Stattdessen trat die 02-Abteilung Pleiten, Pech und Pannen auf den Plan, begünstigte das nach einem Freistoß per Flugkopfball erzielte 1:1. Wobei es ein wenig nach Abseits roch. Fahrlässig indes, wie Keeper Daniel Knapschinski vor dem Wechsel zum Dribbling ansetzte, die Kugel verlor und anschließend als dummer August dastand. Nach starkem Saisonbeginn ein erneuter Fehler des Schlussmanns. Raabs Geduld dürfte ein Ende haben. In Oberliederbach ist wohl Denis Ademovic am Zug. Aber die Gesamtmisere ist nicht an Knapschinski festzumachen, sondern am Umstand, dass alle von der Rolle sind. "Wie eine nicht zu lösende Handbremse", so Raab.

Das Verflixte an der Situation: Keiner in Biebrich scheint einen Lösungsansatz zu kennen. Das Paradoxe: Biebrich zählt noch zur Spitzengruppe.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Beil (75. Laufer), Bilir, Comandatore (46. Otto) - Gisinger, Migge, S. Odisho, Yildiz, Flindt (70. Losito), Litke - Badal.

Tore: 1:0 Badal (20.), 1:1 Saighani (33.), 1:2 Bektas * (42.)

SR: Berg (Bischofsheim)

Zuschauer: 120

* Bektas Bilgilisoy

WT, 22. 10. 2007


Spielberichte vom siebzehnten Spieltag

SG Oberliederbach - FV Biebrich 02 1:2 (0:0) - 28. 10. 2007

Dennis Losito lässt Biebrich durchatmen

Nullzweier mit Siegtreffer kurz vor Schluss

nn. OBERLIEDERBACH Der Patient FV Biebrich 02 hat den Genesungsweg eingeschlagen. In Oberliederbach gelang ein 2:1 (0:0)-Erfolg, der die Anbindung an die Spitzengruppe der Fußball-Landelsiga gewährleistet.

Trainer Bernhard Raab hatte die Karten völlig neu gemischt. Als Abwehr-Stabilisator zauberte er Daniel Löbelt zurück auf die Landesliga-Bühne. Der Polizist hatte aufgrund von Wochenend- und Schichtdienst kürzer treten müssen. Dazu kam der regionalliga-erprobte Co-Trainer Frank Wilde ebenfalls in der Defensive zum Zug, während im Sturm Dennis Losito nach längerer Urlaubsreise eine Chance bekam. Und im Tor erhielt erwartungsgemäß Denis Ademovic den Vorzug gegenüber Daniel Kanpschinski. Umstellungen, die mit einer aggressiven Grundeinstellung einhergingen.

Pech nur, dass Michel Badal aus kurzer Distanz an Klassekeeper Reisinger scheiterte. Biebrich war jedenfalls klar überlegen, kam folglich durch Löbelt zum 0:1 (55.). Das 1:1, das Yildiz mit einem Fehlabspiel einleitete, ließ die 02er in den Status des Verunsicherten zurückfallen. "Plötzlich war die Mannschaft von der Rolle und der Gegner wurde zum Leben erweckt", erkannte 02-Spielausschuss-Chef Thomas Utikal.

Doch die Felle schwammen nicht vollends davon. Die Panikattacken gingen vorüber, weil innerhalb der Mannschaft eine generelle Aufbruchstimmung zu neuen Erfolgs-Ufern zu spüren war. Ein Charakterzug, der belohnt wurde. Kurt Migge brachte seine Kopfballstärke zur Geltung und Losito eine Minute vor dem Ende seinen Riecher vor dem Tor. Der Siegtreffer mündete in ein kollektives Durchatmen, das nach harten Wochen zum Herbstorkan wurde.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Bilir, Wilde (72. Beil), S. Odisho - Gisinger, Migge, Yildiz, Flindt (85. Otto) - Losito, Badal.

Tore: 0:1 Löbelt (55.), 1:1 Steiner (71.), 1:2 Losito (89.)

SR: Wahl (Laufdorf)

Zuschauer: 180

WT, 29. 10. 2007


Oberliederbach im Pech – 1:2

Oberliederbach. Nicht etwa Können, sondern Glück entschied gestern Nachmittag die Fußball-Landesliga-Partie im Oberliederbacher Sportpark zwischen Aufsteiger und Aufstiegsaspirant: Die SG Oberliederbach kassierte eine Minute vor Schluss das 1:2 gegen den FV Biebrich, und damit war die zweite Heimniederlage in Folge eine bittere.

An der Laune von Chakir Charaf ändert das nichts: „Da muss man auch mit leben, wir sind weiterhin voll im Soll und ich bin zufrieden.“ Beim Oberliederbacher Trainer fällt die positive Grundeinstellung auf. Er ist aber auch ein Meister des Understatements. Gerne sieht Charaf vor den Spielen seine Mannschaft in der Außenseiterrolle, die ihr zu liegen scheint. Und die längere Verletztenliste, die das eine oder andere Mal vor den Spielen noch genannt wird, verkürzt sich zum Spieltag hin nicht selten. Gestern standen Innenverteidiger Michael Schell und Regisseur Zvonimir Matkovic plötzlich nicht mehr darauf, wie noch während der Woche. Da auch die Mitspieler einen recht fitten Eindruck hinterließen, entwickelte sich vor dieses Mal nur 170 Zuschauern im Sportpark eine muntere Partie mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe.

Der Aufstiegsanwärter hatte zwar Feldvorteile, das war aber nicht verwunderlich, denn diese gestattet der Aufsteiger seinen Gegnern gerne, um blitzschnell kontern zu können. Nach einem solcher Angriffe hätte Odisho eine Hereingabe von Steiner fast ins eigene Tor geklärt (15.) und Torwart Ademovic musste erst gegen Schmidbauer nach Flanke Weber, und danach gegen den satten Nachschuss von Libero Preß (25.) sein ganzes Können aufbieten. Sein Gegenüber Markus Reisinger stand aber auch mehrere Male im Mittelpunkt: Zwei Mal parierte er klasse gegen Badal. Während er sich bei einem 18-Meter-Schuss richtig hatte strecken müssen (12.), profitierte der Schlussmann nach einer maßgerechten Hereingabe des ehemaligen Weheners Gisinger vom Unvermögen des Biebricher Stürmers, der unbedrängt aus drei Meter Entfernung ausgerechnet Reisinger auf der Linie traf (33.).

„Wer heute das erste Tor schießt, hat sehr gute Karten“, meinte Oberliederbachs Zweiter Vorsitzender Ingo Hemberger zur Pause. Das stimmte nur zum Teil. Denn nach einer schwachen Phase nach Wiederbeginn, in der Reisinger erst prima gegen Badal (52.) und Lositio (55.) pariert hatte, ehe er den Schuss des mitgelaufenen Löbelt nur noch ins Netz lenken konnte (57.), zeigten die Oberliederbacher ihr Kämpferherz. Unter den lang gezogenen Anfeuerungsrufen des Fan-Clubs der Gastgeber warf sich Knut Schmidbauer in einen Zweikampf, setzte so den gefällig spielenden Antonio Gouveia über links in Szene und nach dessen Flanke stand Thorsten Steiner wieder einmal richtig: Das 1:1 war schon der zwölfte Saisontreffer des Angreifers (71.).

Der FV Biebrich hätte danach genauso gut als Verlierer vom Platz gehen können, jedoch rettete Ademovic gegen Schmidbauer (80.) und Steiner (88.). Umso schmerzhafter der entscheidende Treffer im Gegenzug: Migge verlängerte per Kopf, Dennis Losito sprintete im Fünf-Meter-Raum in den Ball. Danach versammelten sich die Glücklicheren in einem Kreis zum Kampfspruch. Das Motto der Biebricher: „Jetzt starten wir eine neue Serie und greifen oben wieder an.“ (rem)

FNP, 28. 10. 2007


Spielberichte vom achtzehnten Spieltag

FV Biebrich 02 - Eintracht Lollar 0:0 - 03. 11. 2007

Eine gruselige Nullnummer

Biebrich 02 lässt beim Remis gegen Lollar jegliche Kreativität vermissen

nn. BIEBRICH Was ist nur mit den Landesliga-Fußballern des FV Biebrich 02 los? Beim 2:1 in Oberliederbach schien das Team auf den Erfolgspfad zurückzufinden, um nun mit einer gruseligen Nullnummer gegen die Betonmischer von Neuling Eintracht Lollar aufzuwarten. Der Heimfluch mit drei Niederlagen und zwei Unentschieden dehnt sich aus.

Möglich, dass die Entscheidung für die faden 90 Minuten schon vor dem Anpfiff fiel. Frank Wilde, der Vaterfreuden entgegenblickt, musste aus familiären Gründen kurzfristig absagen und Ümit Yildiz meldete muskuläre Probleme im Oberschenkel. Die Folge dieser Ausfälle skizzierte Trainer Bernhard Raab kurz und bündig: "Null Kreativität."

Vielmehr lief der Film ab, den die weniger werdenden Zuschauer kennen. Titel: Biebrich bemüht, aber planlos. Kaum zu glauben, dass die Mannschaft in der Tabelle mit 33 erzielten Treffern geführt wird. Gegen Lollars Blockier-Experten brachte sie in 90 Minuten nicht eine Torchance der Marke hochkarätig zuwege. Als es der eingetauschte Daniel Otto zweimal versuchte, waren das die klitzekleinen Höhepunkte einer Partie zum Vergessen. "Wir haben es versucht, waren aber total harmlos", bekannte Raab.

Das Eingestehen schwacher Leistungen hilft jedoch zur dauerhaften Bewältigung ständig aufkeimender Krisenherde nicht weiter. Langsam aber sicher drängt sich der Verdacht auf, dass dieser Kader nicht die Qualität zur Oberliga-Qualifikation besitzt.

FV Biebrich 02: Ademovic - Beil, Bilir, Löbelt - Gisinger (16. Litke), Migge, S. Odisho, D. Flindt (70. Comandatore), C. Lang (60. Otto) - Losito, Badal.

Schiedsrichter: Schmidt (Niederhadamar)

Zuschauer: 100

WT, 05. 11. 2007


Spielberichte vom neunzehnten Spieltag

FC Ederbergland - FV Biebrich 02 1:3 (0:2) - 16. 02. 2008

Biebrich bestraft Ederbergländer Ballverluste – 1:3

ALLENDORF (schä). Dreimal gepatzt, dreimal ausgekontert: Die Fußballer des FC Ederbergland haben zum vorgezogenen Jahresauftakt die Effektivität und Abgebrühtheit des FV Biebrich 02 kennen gelernt. Das Nachholspiel der Landesliga Mitte verlor der heimische Aufsteiger am Samstag vor nur rund 140 Zuschauern mit 1:3 (0:2).

„Biebrich hat nicht unverdient gewonnen, aber wir hätten das hier nicht verlieren brauchen“, sah FCE-Trainer Wolfgang Werth die Gründe für die Schlappe in erster Linie bei seiner Mannschaft. Während Biebrichs Deckung um die glänzenden Löbelt und Flindt nur kurz nach der Pause in Verlegenheit gebracht werden konnte, ermöglichten die Ederbergländer durch ihre Fehler im Spielaufbau dem auf Rang zwei vorgerückten Gast aus Wiesbaden ab und an Überzahlsituationen. Die nutzte die ersatzgeschwächten Null-Zweier dreimal eiskalt – und jeweils im richtigen Moment.

Einen Blackout von Marc Tauchen nutzte Paliakov nach Hereingabe von außen aus acht Metern zum 0:1 (12.). Vom Spielverlauf war damit nicht unbedingt zu rechnen; auch nicht mit dem 0:2. Die Heimelf hatte sich allmählich gefangen, da folgte eine weitere Dusche: 0:2 durch Gisinger, Sekunden vor dem Pausenpfiff. Unmittelbar zuvor hatte Möllmann eine hundertprozentige Chance zum 1:1 vergeben.

Nach Wiederanpfiff nahm sich Ederbergland ein Herz, machte mehr Druck. Das 1:2 durch den eingewechselten Rabe (60.) bewies, dass in dieser Phase mindestens der Ausgleich noch drin war. Doch wieder warf ein Fehler im Mittelfeld den FCE zurück. Nur vier Minuten später nutzte erneut Gisinger einen Konter zum 1:3, was den Gastgebern vorzeitig den Zahn zog. Mit etwas mehr Genauigkeit hätten beiden noch treffen können, je länger die Partie dauerte, umso mehr fügten sich die FCEler in ihr Schicksal.

Immerhin: In der Tabelle blieb das einzige Landesligaspiel des dritten Februar-Wochenendes ohne große Folgen. Punktemäßig unverändert, aber mit nun wieder negativer Tordifferenz bleibt Ederbergland 13.

WLZ/FZ, 17. 02. 2008


Biebrichs "alter Mann" antwortet mit Toren

3:1-Auswärtssieg bringt Nullzweiern Rang zwei

nn. ALLENDORF Alle Achtung FV Biebrich 02! Auf dem holprigen und rutschigen Rasen in Allendorf zeigte der neue Landesliga-Zweite dem gastgebenden FC Ederbergland fußballerische Grenzen auf, trotzte der eigenen Verletztenmisere und den schlechten Bedingungen im Stile einer Klassemannschaft. Der 3:1 (2:0)-Erfolg ist die ideale Einstimmung für den Derby-Auftritt am Samstag beim Sportverein.

Die Spekulationen um die Zukunft um Trainer Bernhard Raab und die Personalknappheit wirkten im Vorfeld keinesfalls störend, eher motivierend. Selten wohl ist eine Biebricher Mannschaft so gut aus dem Startblock gekommen wie diesmal. Schwachpunkte im Team? Fehlanzeige. "Absolut super. Die Jungs sind mit perfekter Einstellung an diese knifflige Aufgabe herangegangen", brauchte Raab nicht mit Lob zu geizen.

Als Orchester mit großartigen Solisten präsentierte sich der Aufstiegsanwärter. Oldie Roland Gisinger (36) kamen die Frotzeleien einiger einheimischer Zuschauer vor dem Anpfiff gerade recht. Die Worte "alter Mann" drangen in seinen Gehörgang. "Gisi" konterte: "Na dann guckt mal zu." Und tatsächlich ließ der Ex-Profi Taten folgen. Dabei kam ihm zugute, dass Ümit Yildiz im Mittelfeld den Taktstock in selten erlebter Manier schwang. Der Techniker war endlich einmal bereit, auch die Drecksarbeit zu erledigen, die Zweikämpfe anzunehmen, sich durch gegnerische Attacken übelster Art nicht einschüchtern zu lassen.

Der Lohn: Zweimal legte er für Gisinger auf, der beide Male eiskalt verwandelte - von wegen alter Mann. Nur schade, dass Yildiz die eigenen drei Gelegenheiten, darunter ein Pfostentreffer (83.), nicht nutzte. Das simple Rezept, auf dem Allendorfer Acker die Räume eng zu machen und nach vorne mit langen Bällen zu operieren, ging auch deshalb auf, weil Atanas Paliakov in seinem ersten Punktspiel-Einsatz nach einer halben Ewigkeit in der Anfangsphase das Mut machende 0:1 beisteuerte. Weil die Abwehr um Daniel Flindt kaum etwas zuließ, weil Frank Wilde und David Comandatore im Mittelfeld schon gewaltig abräumten. Bleibt die Frage nach Raabs Zukunft. Er will sie definitiv in dieser Woche beantworten.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, D. Flindt, S. Odisho - Litke, Wilde, Comandatore, Yildiz, C. Lang - Gisinger (90. Becker), Paliakov (71. Klenner).

Tore: 0:1 Paliakov (12.), 0:2 Gisinger (45.), 1:2 Rabe (60.), 1:3 Gisinger (64.)

SR: Sauerwein (Bad Hersfeld)

Zuschauer: 100

WK, 18. 02. 2008


Spielberichte vom zwanzigsten Spieltag

VfB Marburg - FV Biebrich 02 0:0 - 17. 11. 2007

Nullnummer kostet die Tabellenführung

Von Hermann Maaß

Keine Tore, nur ein Punkt und der Verlust der Tabellenführung an den Nachbarn aus Stadtallendorf! Für den VfB Marburg verlief der Rückrundenauftakt mit dem torlosen Remis vor eigenem Publikum gegen den FV Biebrich wenig verheißungsvoll. Unter dem Strich mussten die „Schimmelreiter“ mit dem einen Zähler sogar zufrieden sein, denn der zuletzt kriselnde Gast aus der Landeshauptstadt wies die deutlich besseren Tormöglichkeiten auf.

Darin, dass es ein 0:0 der besseren Sorte war, herrschte unter beiden Trainern Einigkeit. „Der Einsatz meiner Jungs hat gestimmt, nur haperte es im spielerischen Bereich“, erkannte Marburgs Trainer Romeo Wendler, während Gästecoach Bernhard Raab wusste, „dass wir die Partie vor der Pause für uns entscheiden mussten“.

Raab hatte nach nur einem Sieg aus den letzten drei Partien und der Nullnummer zuhause gegen Eintracht Lollar sein Mittelfeld umgebaut. Drei neue Kräfte waren im Team und sorgten im Verein mit dem bärenstarken Roland Gisinger dafür, dass Biebrich das Geschehen im ersten Akt dominierte.

Gisingers Kreise wurden nicht gestört. Der 36-jährige, einst im Regionalligadress des TSV 1860 München aktiv, setzte seine Nebenleute klug ein. Rasch wurde aber deutlich, warum die Biebricher mit gerade einmal 33 Treffern die schwächste Torausbeute der Topteams aufweisen: Sie gingen mit größten Möglichkeiten, wie etwa im Fall von Dennis Losito (7.) und Dennis Löbelt ¹ (13.) verschwenderisch um. Bei Roland Gisingers Freistoßkracher an den Pfosten des VfB-Gehäuses kam außerdem noch Pech dazu (41.).

Die Marburger buchten durch Mehmet Akci, dessen Kopfball nach Daniel Pichlers Freistoß knapp über das Tor flog, ihre erste und einzige zwingende Torchance vor der Pause (19.).

Acht Minuten nach Wiederbeginn hatte der Marburger Anhang rund um den Kunstrasenplatz am Gaßmann-Stadion den Torschrei auf den Lippen. Dass sich aber mit Masih Saighani, Ingo Czyrzewski, Daniel Pichler und Steffen Rechner vier Akteure den Ball fröhlich hin und her schoben, ohne den Abschluss zu suchen, passte ins Bild. Zwei Mal noch trat der jetzt verbesserte VfB Marburg im Gästestrafraum in Erscheinung: Mehmet Akcis Kopfball klatschte an die Latte (60.) und drei Minuten vor Schluss setzte Ingo Czyrzewski einen spektakulären Seitfallzieher nur um Zentimeter am Biebricher Tor vorbei.

Dazwischen lagen größte Einschussmöglichkeiten der Landeshauptstädter, die im Mittelfeld sehr kompakt agierten und die Partie zumeist im Griff hatten. Dem immer bemühten VfB Marburg fehlte es an Ideen, die gut gestaffelte Deckung der Gäste auszuhebeln. Die Räume, die der VfB bei sieben Siegen in Folge in der Fremde besaß, fand er gestern nicht vor. Da die Pässe aus der Tiefe auf die beiden Spitzen Ingo Czyrzewski und Masih Saighani zu unpräzise kamen, konnten letztere kaum auf sich aufmerksam machen. Marburg enttäuschte gegen eine starke Gästeelf nicht, ist aber dennoch die Tabellenführung los.

Marburg: Katz – Akci, Jencik, Kasseckert, Schick – Pichler, Hermann, Rechner, Gut (77. Buividavicius) – Saighani, Czyrzewski

Biebrich: Ademovic – Bilir – Löbelt, Beil – Comandatore, Litke, Wilde, Gisinger (82. Flindt), Lang – Badal (81. Otto), Losito (68. Klenner).

Schiedsrichter: Hallstein (Darmstadt)

Zuschauer: 180

Gelbe Karten: Akci, Kasseckert (Marburg) – Löbelt, Lang, Losito (Biebrich).

Quelle: mittelhessen.de, 17. 11. 2007

¹ Daniel Löbelt


Ein 0:0 als Mutmacher

Biebricher scheitern nur am Marburger Keeper

nn. MARBURG Eine Nullnummer als Mutmacher. Die Landesliga-Kicker des FV Biebrich 02 fanden im 0:0 bei Spitzenreiter VfB Marburg mal wieder einen Ansatz zu besseren Zeiten. Doch Vorsicht ist geboten: Von den letzten vier Spielen des Jahres steigen drei auf eigenem Terrain, wo seit fünf Versuchen ein 02-Dreier aussteht.

Ohne den verletzten Regisseur Ümit Yildiz sowie ohne Sargon Odisho (Mittelhandfraktur) und den privat verhinderten Kurt Migge startete Biebrich couragiert, setzte mit dem Kopfball von David Comandatore ein erstes Ausrufezeichen (5.). Positiv machte sich in dem gutklassigen Match das Mitwirken der Routiniers Frank Wilde und Roland Gisiniger bemerkbar. Letzterer zwang Torhüter Dennis Katz per Fernschuss und per Freistoß zur katzenartigen Sprungeinlagen - im Vergleich zur trostlosen Nullnummer gegen Lollar schien Biebrich auf allen Ebenen runderneuert.

Auch ein Lattentreffer der Gastgeber (48.) löste keine Panik aus. Die bärenstarke Abwehr erstickte Marburgs Strohfeuer im Keim. Bei den 02ern stimmte diesmal alles. Bis auf die Abgeklärtheit im Abschluss. So gelangte ein Querpass von Dennis Losito nicht zum lauernden Gisinger und der eingewechselte Marcel Klenner fand in Katz seinen Meister. Dennoch malte Spielausschuss-Chef Thomas Utikal in rosaroten Farben: "Bis auf die Chancenverwertung war das in jeder Beziehung ganz ausgezeichnet. Wenn wir jetzt die Heimschwäche ablegen und die Hürde beim Türkischen SV meistern, können wir nach vorn noch einiges an Boden gutmachen."

FV Biebrich 02: Ademovic - Beil, Bilir, Löbelt - Gisinger (82. Flindt), Litke, Wilde, Comandatore, C. Lang - Badal (85. Otto), Losito (62. Klenner)

Schiedsrichter: Hallstein (Eberstadt)

Zuschauer: 200

WT, 19. 11. 2007


Spielberichte vom einundzwanzigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - SC Waldgirmes II 3:0 (2:0) - 25. 11. 2007

Biebrich 02 wieder auf Erfolgskurs

nn. BIEBRICH Im sechsten Versuch mal wieder ein Heimsieg: Das 3:0 (2:0) des Fußball-Landesligisten FV Biebrich 02 über den SC Waldgirmes II geriet zu einer leichten Übung. Mit dem positiven Effekt, dass die 02er vor dem Duell mit Schröck Anschluss an Rang drei halten.

Roland Gisinger sorgte nach feiner Einzelleistung per 16-Meter-Schuss für das beruhigende 1:0. Michael Badal und der eingetauschte Dennis Losito stockten auf. Soweit die Tor-Fakten. Weit wichtiger waren für Trainer Bernhard Raab ganz andere Aspekte. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Abwehr erneut zu Null spielte, ihr Tief endgütlig überwunden zu haben scheint. Was erkennbar mit der Rückkehr von Frank Wilde zusammenhängt. Torhüter Denis Ademovic, vor einigen Wochen für Daniel Knapschinski zwischen die Pfosten gerückt, bekam erneut nicht viel zu tun. Er wartet auf ernsthafte Prüfungen, um seine Qualitäten unter Beweis stellen zu können.

Positivfaktor zwei ist der wieder aufkeimende Konkurrenzkampf nach dem Ende der Verletztenmisere. Bis auf Sargon Odisho (Handfraktur) sind alle Mann an Bord. "Wir sind nur dann stark, wenn im Kader Druck herrscht", weiß Raab. Insofern ist der guter Dinge, dass der Aufwärtstrend bis zum Jahreswechsel fortgesetzt wird.

Zu bemängeln war letztlich nur die Chancenverwertung. So versiebte Kurt Migge vor dem verlassenen Gäste-Kasten. Davon abgesehen ist auch Spielausschuss-Chef Thomas Utikal überzeugt, dass die sportliche Talsohle endgültig durchwandert ist "und die Mannschaft jetzt zu einer kleiner Erfolgsserie ansetzt". Was notwendig ist, um zumindest Relegationsrang drei im Auge zu behalten. Die Besonnenheit der Vereinsführung in den Wochen der Negativergebnisse hat sicherlich zur Krisenbewältigung beigetragen.

FV Biebrich 02: Ademovic - Beil, Bilir, Comandatore - Gisinger, Migge, Wilde, Yildiz, Litke (46. Klenner) - Badal (65. Losito), C. Lang (80. Becker).

Tore: 1:0 Gisinger (7.), 2:0 Badal (30.), 3:0 Losito (70.)

Schiedsrichter: Beck (Birkenau)

Zuschauer: 100

WT, 26. 11. 2007


Spielberichte vom zweiundzwanzigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - FSV Schröck 3:2 (0:1) - 01. 12. 2007

Zweimalige Führung reicht nicht

Von Hermann Maaß

Fußball-Landesligist FSV Schröck hat seine Serie von drei Auswärtssiegen beim FV Biebrich 02 nicht weiter ausgebaut. Trotz zweimaliger Führung unterlagen die Schröcker gestern im Dyckerhoff-Sportpark mit 2:3 (1:0). Der FSV bleibt damit im Tabellenmittelfeld, während sich Biebrich allmählich wieder im Kreis der Aufstiegsanwärter einordnet.

Das Geschehen vor der Pause war dem Anspruch an ein Landesliga-Spiel nicht würdig. Beide Teams verzeichneten nur je eine echte Tormöglichkeit. Bei den Biebrichern scheiterte Uemit Yildiz mit seinem Distanzschuss an Schröcks Keeper Thorben Schläfer (6.). Auf der Gegenseite war FSV-Defensivspezialist "Sammy" Mboe erfolgreicher, als er nach Christoph Vollmers Ecke und Philipp Goebels Pfostenschuss zum 1:0 für die Gäste traf (14.). Ansonsten kennzeichneten die Partie im ersten Durchgang eine Vielzahl an leichten Ballverlusten und ein Mangel an Kreativität auf beiden Seiten. FV-Coach Raab: "Einfach grausig""Einfach grausig", traf Biebrichs Trainer Bernhard Raab mit seinem Pausenfazit den Nagel auf den Kopf. Mehr Belebung brachte der zweite Abschnitt, den Schröcks André Berger mit einem schönen Alleingang eröffnete, dem letztlich FVB-Schlussmann Denis Ademovic im Weg stand (48.).

Biebrich präsentierte sich jetzt wesentlich aktiver und profitierte in der Folge von großen Schröcker Problemen auf den beiden defensiven Außenbahnen. "Da hatten wir genügend Platz und das war der Schlüssel zum Sieg", wusste Raab. Michel Badals zehntes Saisontor bedeutete den 1:1-Ausgleich (55.) und leitete die stärkste Phase der Gastgeber ein. Diese scheiterten ein ums andere Mal an FSV-Torhüter Thorben Schläfer, dem besten Mann auf dem Platz.

Mitten in die Drangphase der Biebricher setzte André Berger zu einem tollen Solo an und markierte mit einem beherzten Schuss von der Strafraumgrenze die überraschende 2:1-Führung für Schröck (70.). "Wenn man auswärts zweimal führt, muss man sich cleverer verhalten. Wir haben die Bälle zu leicht verloren", ärgerte sich Gästetrainer Carsten Schneider.

In der Tat dauerte es nur sieben Minuten, bis Biebrichs "Joker" Dennis Losito eine Fußspitze eher am Ball war als Thorben Schläfer und das 2:2 markierte (77.). Ein Geniestreich, der überhaupt nicht zu den beiderseits gezeigten Leistungen zuvor passte, brachte den Platzherren den Sieg: Daniel Löbelt bugsierte das Leder mit der Hacke und per Bogenlampe fünf Minuten vor dem Halali zum 3:2-Siegtreffer für Biebrich ins Gehäuse.

"Unter dem Strich vielleicht etwas glücklich für uns, aber wenn einem der Gegner speziell über die Außenbahnen so viel Platz lässt, muss man das einfach annehmen", atmete Bernhard Raab tief durch.

Biebrich: Ademovic - Bilir, Comandatore (75. Flindt), Löbelt, Beil - Migge (63. Otto), Wilde, Yildiz, Lang - Gisinger (30. Losito), Badal.

Schröck: Schläfer - Goebel, Mboe, Gorski - Berger, Vollmer, Borawski, Rausch (46. Dierks), Ludwig (88. Brandenstein) - Marankoz, Schulz.

Schiedsrichter: Andreas Putz (Langen)

Tore: 0:1 Mboe (14.), 1:1 Badal (55.), 1:2 Berger (70.), 2:2 Losito (77.), 3:2 Löbelt (85.)

Zuschauer: 75

Gelbe Karte: Losito (Biebrich)

Quelle: mittelhessen.de, 02. 12. 2007


Löbelts Tor des Jahres hält Biebrich auf Kurs

Bogenlampe per Hacke zum 3:2 über Schröck

nn. BIEBRICH Löbelt. Da lässt sich einiges ableiten. Lob und löblich. So gesehen machte Daniel Löbelt seinem Nachnamen alle Ehre. Nicht nur, dass er den seit fünf Spielen ungeschlagenen Fußball-Landesligisten FV Biebrich 02 vor einem Rückschlag bewahrte. Nein, es war die Art, wie er gegen den FSV Schröck das 3:2-Siegtor erzielte, die nach Lob schreit. Mit dem Rücken zum Tor stehend, traf der insgesamt gut aufgelegte Abwehrspieler zirka acht Meter vor dem Gäste-Kasten mit der Hacke per Bogenlampe über den bis dahin putzmunteren Torhüter Thorben Schläfer ins FSV-Gehäuse. Fehlten nur TV-Kameras, um in die Wertung zum Tor des Jahres zu gelangen.

Es war nach holprigem Beginn ein versöhnlicher Schlussakkord. Der frühere Würgeser Sammy Mboe staubte zunächst zum 0:1 ab (14.). Weitaus konzentrierter agierten die Biebricher nach der Pause. Aus dem Getümmel heraus drückte Michel Badal zum 1:1 ein. Kein Schreck für die Schröcker, die durch Berger antworteten - ein Treffer, bei dem Keeper Denis Ademovic nicht gut aussah. Doch seine Vorderleute bewiesen Moral. Dennis Losito schweißte zum 2:2 ein, ehe sich Kunstschütze Löbelt in Position brachte: "Jeder hat im Leben mal Glück, und für solche Momente ist der Fußball ja bekannt", zeigte sich der 26-jährige Polizist und Ordnungshüter im eigenen Strafraum als bescheidener Genießer eines einmaligen Treffers. Im Pokal gegen Italia (morgen, 19 Uhr) und im Derby beim Türkischen SV soll Biebrichs Glückssträhne anhalten. Zum Kader stoßen Florian Göllnitz (SV Gonsenheim) und Marc Herbst (VfB Friedrichshafen).

FV Biebrich 02: Ademovic - Beil, Bilir, Löbelt - Migge (64. Otto), Comandatore (76. Flindt), Wilde, Yildiz, C. Lang - Gisinger (30. Losito), Badal.

Tore: 0:1 Mboe (14.), 1:1 Badal (55.), 1:2 Berger (70.), 2:2 Losito (77.), 3:2 Löbelt (86.)

Schiedsrichter: Putz (Langen)

Zuschauer: 110

WT, 03. 12. 2007


Spielberichte vom dreiundzwanzigsten Spieltag

Türkischer SV - FV Biebrich 02 1:3 (1:0) - 09. 12. 2007

Biebricher legen Derby-Schalter um

Steigerung der Nullzweier bringt 3:1 gegen den Türkischen SV und die Aufstiegsplätze in Sicht

nn. WIESBADEN Katzenjammer beim Türkischen SV, steigende Aufstiegs-Aktien bei Biebrich 02. Nach dem 3:1-Erfolg der 02er im Landesliga-Derby tut sich zwischen dem Auf- und dem Abstiegskandidat nach Punkten eine kleine Fußballwelt auf. Im Spiel war das zumindest in der ersten Hälfte nicht der Fall.

Denn 30 Minuten lang entwickelte sich ein pures Abtasten, bevor ein türkischer Paukenschlag die Biebricher aus allen Träumen riss. Ferhat Gündüz brachte seine hinlänglich bekannte Kopfball-Stärke ein, sorgte per Bogenlampe für das überraschende 1:0, wobei Torhüter Denis Ademovic durch unnötiges Herauskommen assistierte. Die ohne Fatih Bilir aufgelaufenen 02er - der Abwehrchef hatte sich im Pokalspiel gegen Italia eine Fußfraktur zugezogen - schnupperten durch Michael Badal am Ausgleich. Vor dem verlassenen TSV-Kasten zeigte er aber Nerven (45.).

So benötigten auch die Biebricher die Unterstützung des Gegners. Das überflüssige Strafraumfoul von Markus Kusch an Dennis Losito (Enver Karaca hätte die Situation wohl bereinigt) löste einen Strafstoßpfiff aus. Diesmal zeigte sich Badal nervenstark, verwandelte den ersten Versuch und auch die vom Schiedsrichter wegen der zu früh in den Sechzehner gestürmten Gäste-Spieler angeordnete Wiederholung zum 1:1 (50.). Für die 02er ein ungeahnter Motivationsschub. Lositos Flanke hämmerte Kapitän Christian Lang mit toller Direktabnahme in die Maschen (57.). Der eingetauschte Marcel Klenner sorgte mit seinem Kontertor für die Zugabe. Grund genug für Gäste-Coach Bernhard Raab, über den ersten Abschnitt das Mäntelchen des Schweigens zu decken: "Nach der Pause hat die Mannschaft den Schalter umgelegt und so gespielt, wie wir es uns vorgenommen hatten."

Zur Entdeckung wurde Bilir-Vertreter Daniel Flindt. In dieser Runde hatte er bislang nicht zum Stammpersonal gezählt. Auf dem Niederfeld-Hartplatz machte er einen prima Job, trug viel zum geordneten Spielaufbau bei. Überhaupt war das Team in die Lage, den Ausfall von Bilir und Roland Gisinger zu kompensieren, weil ansonsten alle Mann verfügbar waren. Sechs ungeschlagene Spiele (vier Siege, zwei Remis) lassen vor dem abschließenden Match gegen Zeilsheim wieder die Ränge eins und zwei in Sichtweite kommen.

Während sich die Türken eher in Richtung Bezirks-Oberliga orienierten müssen. Spielauschuss-Chef Ömer Kurban ist nicht sicher, ob sich die angestrebten Neuzugänge realisieren lassen. Zudem bereiten ihm die Launen der Mannschaft Sorgen: "Angesichts der Halbzeit-Führung haben wohl alle gedacht, dass das Spiel für uns ein Selbstläufer sein würde. Jedenfalls waren wir nach dem Wechsel nicht mehr präsent." Ein Leistungsabfall, der sich zum Finale gegen Schröck nicht wiederholen darf. Geht auch dieses Match verloren, würde sich das Unternehmen Klassenerhalt selbst mit Verstärkungen als sehr schwierig gestalten.

Türkischer SV: I. Yilmaz - Sengün, Akpinar (65. Bilgen), Kusch, Karaca - Kharraz, Rreshka (75. Öztürk), Kirazli, Balikci (66. Acar) - Gündüz, H. Erdogan.

FV Biebrich 02: Ademovic - Beil, D. Flindt, Löbelt - Migge, Comandatore, Wilde (89. Becker), Yildiz, C. Lang - Badal (79. Otto), Losito (64. Klenner).

Tore: 1:0 Gündüz (31.), 1:1 Badal (50./Foulelfmeter), 1:2 C. Lang (57.), 1:3 Klenner (76.)

SR: Putz (Langen)

Zuschauer: 200

WT, 10. 12. 2007


Spielberichte vom vierundzwanzigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - SV Zeilsheim 4:2 (2:1) - 15. 12. 2007

Oberliga wieder ein 02-Thema

Michel Badel trifft doppelt beim Biebricher 4:2-Erfolg über Zeilsheim

nn. BIEBRICH Prima Jahresabschluss für Fußball-Landesligist FV Biebrich 02, der den abstiegsbedrohten SV Zeilsheim 4:2 (2:1) schlug, damit vier Siege am Stück mit unter den Weihnachtsbaum nimmt.

Biebrich 02 weist eine Serie von sieben ungeschlagenen Spielen auf, die sich am 16. Februar beim FC Ederbergland fortsetzen soll. Die Platzherren waren vom Anpfiff an hellwach. Dieses ungewohnte Bild bot sich der schmalen Kulisse. Der hohe Konzentrations-Level mündete prompt in sehenswerte Tore. Michel Badal düpierte Zeilsheims Keeper mit einem 20-Meter-Heber und Kurt Migge steuerte die Flanke bei, die der agile Kapitän Christian Lang per Direktabnahme versenkte. Schade nur, dass Badal nach diesem Doppelschlag leichtfertig das 3:0 verpasste. Nach langem Ball und Blackout hieß es stattdessen urplötzlich 2:1 (38.).

Und gleich nach Wiederbeginn unterlief Daniel Löbelt ein Strafraumfoul, das Lazzara per Strafstoß zum 2:2 ummünzte. Was die stets um hohen Unterhaltungswert bemühten 02er keinesfalls in Panik versetzte. Zumal Roland Gisinger (36) kurz nach seiner Einwechslung gekonnt die erneute Führung erzielte und Badal noch sein 13. Saisontor drauflegte. Damit war die Stimmung bei der anschließenden Weihnachtsfeier endgültig gerettet. Man durfte sich getrost über das Thema Oberliga unterhalten, außerdem stolz sein, die Oktoberkrise eindrucksvoll gemeistert zu haben.

"Die gute Serie hat sich die Mannschaft wirklich erarbeitet. Wir haben nun reelle Aufstiegschancen, doch man darf das rege Gedränge an der Spitze nicht verkennen", zog Trainer Bernhard Raab Bilanz. Er muss bis auf Weiteres auf Keeper Daniel Knapschinski verzichten, der sich einer Knieoperation unterziehen muss. Möglich, dass mit Blick auf die restlichen Partien ein neuer Torhüter zum Kader stößt.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, D. Flindt, Beil - Migge, Comandatore, Wilde (82. Otto), Yildiz, C. Lang - Klenner (63. Gisinger), Badal (78. Losito).

Tore: 1:0 Badal (11.), 2:0 Lang (15.), 2:1 Mansouri (38.), 2:2 Lazzara (46./Foulelfmeter), 3:2 Gisinger (67.), 4:2 Badal (73.)

SR: Kalbhenn (Düdelsheim)

Zuschauer: 100

WT, 17. 12. 2007


Kein Happy End für Zeilsheim

Zeilsheim. Der SV Zeilsheim ist der einzige Landesligist aus dem Fußballkreis Main-Taunus, der das Jahr 2007 auf dem Platz nicht positiv beenden konnte: Nach dem allerdings nicht unerwarteten 2:4 beim Tabellendritten FV Biebrich fehlen den Zeilsheimern aber nur zwei Zähler auf den rettenden 15. Rang. Thomas Glittenberg konnte bei seinem Punktspiel-Abschied als Interimstrainer – im neuen Jahr wird Andreas Schreier spätestens zum Vorbereitungsbeginn am 14. Januar die Mannschaft übernehmen – kein Erfolgserlebnis mehr feiern, was deshalb kein Wunder darstellt, weil Zeilsheim der einzige Landesligist ohne Auswärtssieg ist. Die Bilanz des Zweiten Vorsitzenden auf der Trainerbank weist einen Sieg, drei Unentschieden und drei Niederlagen auf.

Für die Leistung in Biebrich zollte Glittenberg seinem ersatzgeschwächten Team Respekt. „Wir haben aus dem, was da war, alles rausgeholt und uns gut verkauft“, lobte er. Zeilsheim bewies auch ohne die erkrankten Zormpalas, Tesfamical und Torwart Klöckner sowie Urlauber Banek Moral und steckte das frühe 0:2 durch Badal und Lang gut weg. Nach einem Konter verkürzte Moulay Mansouri, der einen Tag zuvor schon 90 Minuten in der B-Liga gespielt hatte (36.), ehe Maurizio Lazzara direkt nach Wiederanpfiff sogar ausglich. Mansouri war im Strafraum gefoult worden und der auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld spielende Torjäger verwandelte den Elfmeter zum 2:2. „Das war arrogant“, bewunderte Glittenberg den Lupfer in die Mitte des Tores direkt unter die Latte. Biebrich reagierte wütend und brachte frische Offensivkräfte wie den ehemaligen Wehener Gisinger, der prompt das 3:2 schoss (65.). Badal machte mit seinem zweiten Tor alles klar (73.), nachdem in einer Szene im Biebricher Strafraum nach einem Fallrückzieher von Falkenmayer Konfusion geherrscht hatte und der Ball erst auf der Linie hatte geklärt werden können.

Für die geplante Aufholjagd im neuen Jahr haben die Zeilsheimer unterdessen schon zwei Neuverpflichtungen unter Dach und Fach gebracht. Vom Oberligisten KSV Klein-Karben kommt der ehemalige Schwanheimer Mohammed Ayadi, vom Bezirks-Oberligisten DJK Hattersheim Giuseppe Sanfratello an die Lenzenbergstraße. (rem)

FNP, 17. 12. 2007


Spielberichte vom fünfundzwanzigsten Spieltag

SV Wiesbaden - FV Biebrich 02 2:0 (0:0) - 23. 02. 2008

Biebricher Betriebsstörung

SVW feiert 2:0 im Landesligaderby gegen indisponierte 02er / Klee sauer

nn. WIESBADEN "Wir glauben an uns", klang es einheitlich aus dem SVW-Lager. "Wir können es einfach nicht glauben", war die Reaktion bei Biebrich 02. Grund für die unterschiedlichen Gefühlswelten war das 2:0 (0:0) des Sportvereins über die favorisierten 02-Fußballer. Daneben waren sich alle, inklusive der 300 Zuschauer des Landesliga-Derbys, einig über die Spielwertung. Das "absolut verdient für den SVW" klebte jedem förmlich an den Lippen. Entsprechend zelebrierte das Schlusslicht den ersten Punktspielerfolg über den Stadtrivalen seit mehr als einem Jahrzehnt - während Biebrichs Klubchef Horst Klee beim Fluchen mehr Adrenalin ausschüttete als die gesamte Mannschaft während ihrer verkrampften Vorstellung. Bei Kaiserwetter mit über 15 Grad wirkten die in Richtung Oberliga schielenden 02-Fußballer wie schockgefroren, obwohl sie mit einem Dreier Tabellenführer geworden wären. "Den Mund haben wir im Vorfeld voll genommen. Aber ich habe nicht einen Spieler mit Oberliga-Niveau gesehen", polterte der 68-Jährige und kündigte für morgen eine Sitzung an: "Mit mir!" Parallel will Trainer Bernhard Raab morgen endgültig seine Zukunftspläne offen legen.

Eine Kopfwäsche hat der Sportverein nicht nötig. Von Spielertrainer Elvir Melunovic körperlich bestens präpariert, forcierte er mit kollektivem Kampfgeist die komplette Biebricher Betriebsstörung. In einer Partie, die bis zur Pause zur beiderseitigen Fehlpass-Orgie geriet. Einzig Gäste-Oldie Roland Gisinger tankte sich einmal durch. Seine Flanke brachte Athanas Paliakov aber nicht unter - das war es schon mit Biebrichs Torgefahr.

Anders der Sportverein nach der Pause. Stefan Vicentic, prima spielender Ex-Nullzweier im Dress der Heimelf, zwang den in die Sonne blickenden Keeper Denis Ademovic zu einer Glanztat (53.). Dimi Tsakas knallte aus halblinker Position mit seinem starken linken Fuß an den rechten Innenpfosten (54.) und legte vier Minuten später maßgerecht für Pascal Gnoyke auf. Dessen Kopfballtor war auch vom sich streckenden Biebricher Kapitän Christian Lang nicht mehr zu verhindern.

Ein echtes Aufbäumen des bisherigen Zweiten war danach nicht zu spüren. Vielmehr klingelte es nochmals im eigenen Kasten. Nach vergebener Großchance von Dawid Kroj (74.) schlug der gerade eingetauschte Harmen Baghramien zu. Biebrich beeindruckte letztlich einzig durch Ehrlichkeit bei der Analyse. Daniel Flindt räumte ein: "Keiner hat das getan, was er sollte. Vorne waren wir tot und hinten schwach. So brauchen wir nicht über Meisterschaft oder Relegationsplatz zu reden." Bernhard Raab ergänzte: "Ich habe vor und während des Spiels angemahnt, mit wenigen Kontakten zu spielen. Stattdessen haben wir uns in unnötige Dribblings verstrickt."

Beim SVW hat sich derweil die Aufbruchstimmung manifestiert: "Wir glauben wirklich noch an den Klassenerhalt, das hat man ja wohl gesehen. Jetzt müssen wir beim Türkischen SV mit einem Sieg nachlegen", meinte Dimi Tsakas (25), der sich schrittweise an seine Bestform herantastet. Teamsenior und Torhüter Christian Berger (29) zählt sich ebenso zur SVW-Glaubensgemeinschaft: "Das war ein erster Schritt. Wir müssen nun unbedingt diese Aggressivität beibehalten."

SV Wiesbaden: Berger - Daniel, Melunovic, Böhm, Voigt (90. Koleda) - Gnoyke, Vicentic (85. Schatto), Reichardt, Tsakas (86. Harmen Baghramian) - Badrov, Kroj

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Flindt, S. Odisho (74. Badal) - Litke (61. Jakic), Wilde (81. Migge), Comandatore, Yildiz, C. Lang - Gisinger, Paliakov

Tore: 1:0 Gnoyke (58.), 2:0 Baghramian (89.)

SR: Dutschmann (Wetzlar)

Zuschauer: 300

WK, 25. 02. 2008


Spielberichte vom sechsundzwanzigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - VfB 1912 Unterliederbach 0:0 - 01. 03. 2008

Biebrich 02 nur 0:0 gegen Unterliederbach

Sturmflaute trotz Böen / Gisinger beerbt Raab

nn. BIEBRICH Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 kommt in diesem Jahr allenfalls langsam auf Touren. Nach dem restlos enttäuschenden Derby-Auftritt beim SVW reichte es gegen den VfB Unterliederbach nur zu einem 0:0. Das ist eigentlich nicht mit den Ansprüchen eines Aufstiegsanwärters vereinbar, aber zumindest als kleiner Aufwärtstrend zu werten.

Unterdessen hat Klubchef Horst Klee mit Ex-Profi Roland Gisinger (36) per Handschlag eine Zwei-Jahres-Vereinbarung besiegelt. Der jetztige Spieler wird im Sommer den zum SV Wehen Wiesbaden wechselnden Bernhard Raab als Cheftrainer beerben.

Biebrichs amtierender Coach registrierte diesmal keine Defizite in puncto Einstellung, dafür aber fehlende Durchschlagskraft im Angriff. Auch der erstmals in der Startelf aufgebotene Stipan Jakic (früher Mainz 05 und SV Wehen) fand keine Lücke. Während die Windböen immer wieder vielen gut gemeinten Aktionen die Grundlage raubten. Bernhard Raab sparte angesichts dieser Bedingungen mit Kritik.

Freilich musste Torhüter Denis Ademovic bei nur wenigen Prüfungen sein ganzes Können aufbieten, um eine neuerliche Niederlage zu verhindern. Seine Vorderleute schnupperten erst in der Endphase an einem Tor. Versuche von Michel Badal und Christian Lang (abgefälschter Schuss) fanden aber nicht den Weg ins Ziel. Im Verfolgerduell in Eschborn muss Biebrich nun mehrere Schippen drauflegen.

Möglich, dass dort Mittelfeld-Techniker Ümit Yildiz wieder in der Anfangself auftaucht. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen hatte er vergangene Woche nicht trainiert, musste daher auf die Bank. Welchen Platz Raab zukünftig einnimmt, bleibt offen. Vermutlich wird es der in der Leitung des Wehener Nachwuchszentrums sein.

FV Biebrichs 02: Ademovic - S. Odisho, D. Flindt, Löbelt - Migge, Wilde, Comandatore, Gisinger (75. Klenner), C. Lang - Paliakov (65. Yildiz), Jakic (65. Badal)

SR: P. Unsleber (Reinheim)

Zu.: 130

WK, 03. 03. 2008


Spielberichte vom siebenundzwanzigsten Spieltag

1. FC Eschborn - FV Biebrich 02 1:0 (0:0) - 08. 03. 2008

Bei Biebrich klemmt´s vor allem im Angriff

Trotz 0:1 in Eschborn weiter Aufstiegschancen

nn. ESCHBORN 0:1 (0:0) verlor der FV Biebrich 02 das Verfolgerduell in der Fußball-Landesliga beim FC Eschborn und bleibt trotzdem ein Aufstiegsanwärter. Durch die Kapriolen der Mitbewerber um die Oberliga-Plätze - die beiden Ersten steigen direkt auf, der Dritte bestreitet die Relegation - wirft die Magerbilanz mit nur einem Pünktchen aus den letzten drei Spielen das Team noch nicht aussichtslos zurück.

Wäre es ein Boxkampf gewesen, hätten die Biebricher in Eschborn am Ende nach Punkten die Nase vorne gehabt. Engagiert und taktisch diszipliniert gingen sie zu Werke. Gewiss erreichte die Partie nie die besondere Güte des Hinspiel-0:0, doch spannend war sie allemal. Roland Gisinger und Christian Lang schnupperten vor der Pause an der Gäste-Führung.

Bevor gleich nach dem Wechsel eine einzige Unaufmerksamkeit die Niederlage besiegelte. Der Ex-Wörsdorfer Rouven Leopold nahm ein Zuspiel auf, ließ drei Biebricher aussteigen und schloss mit einem Schuss unter die Latte ab. Weitere Eschborner Möglichkeiten blieben aus, während die Nullzweier sich selbst um den Ausgleich brachten. Sargon Odisho hatte abgezogen, der Torwart ließ abprallen und Gisinger schien den Weg für einen Mitspieler freiblocken zu wollen, orientierte sich dann doch in Richtung Ball und brachte damit ungewollt den herannahenden Marcel Klenner um eine Einschusschance.

Doch an dieser Szene ist das Ergebnis nicht festzumachen. Fakt ist: Es klemmt nach dem dritten torlosen Match in Folge eindeutig im Angriff. Auch Stipan Jakic konnte bislang nicht helfen. Trainer Bernhard Raab weiß um die Misere. Er filterte dennoch positive Aspekte heraus: "Insgesamt hat sich die Mannschaft super verkauft."

FV Biebrich 02: Ademovic; Löbelt, D. Flindt, S. Odisho - Migge, Wilde, Comandatore (72. Klenner), Yildiz (65. Badal), C. Lang (80. Litke) - Gisinger, Jakic

Tor: 1:0 R. Leopold (47.)

SR: Wahl (Laufdorf)

Zuschauer: 170

WK, 10. 03. 2008


Spielberichte vom achtundzwanzigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - Viktoria Kelsterbach 2:1 (1:1) - 15. 03. 2008

Pechvogel Badal als Biebricher Glückspilz

Mühsames 2:1 der Nullzweier über Kelsterbach

nn. BIEBRICH Überzeugend sieht anders aus. Mit dem 2:1 (1:1) über Viktoria Kelsterbach quälte sich Fußball-Landesligist aus seinem Zwischentief, darf weiter auf den Sprung in die Oberliga hoffen.

Speziell der matte erste Durchgang stellte alles andere als eine Empfehlung für Hessens höchste Liga dar. Nicht mal unverdient ging Kelsterbach in Führung, während Biebrich seine Tore-Diät zunächst fortsetzte. So entsprang der Ausgleich nicht genialer Spielkunst, sondern eher einer glücklichen Fügung. Ein Produkt zweier Abwehrspieler: Daniel Löbelt fälschte mit dem Kopf einen Schuss von Daniel Flindt ab.

Zumindest die Spannungs-Komponente blieb nach der Pause erhalten. Nach einem Strafraumfoul an Stipan Jakic verzögerte Michel Badal beim Elfmeterschuss. Prompt wertete der Referee den Treffer nicht, hielt dem Schützen die Gelbe Karte unter die Nase. Badal lief zur Wiederholung an, wählte die andere Ecke, scheiterte an Keeper Björn Morper und versiebte auch den Nachschuss (68.)

Dank des zur Pause eingewechselten Roland Gisinger wurde Pechvogel Badal aber noch zum Glückspilz. Gisingers flache Hereingabe verwandelte er in bester Torjäger-Manier zu seinem 14. Saisontor. Eine Genugtuung für ihn und die Mannschaft.

Und für Trainer Bernhard Raab: "Nach diversen Umstellungen in der Pause hat die Mannschaft angefangen Fußball zu spielen. Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns. Wir müssen dahin kommen, wieder über 70, 80 Minuten konstant stark zu spielen." Spielausschuss-Chef Thomas Utikal geht unterdessen davon aus, dass die Stamm-Crew mit Blick auf die nächste Runde weitgehend beisammenbleibt.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Flindt, S. Odisho (46. Gisinger) - Migge, Litke, Wilde, Yildiz, C. Lang (83. Paliakov) - Badal, Jakic (71. Klenner).

Tore: 0:1 Marscholl (40.), 1:1 Löbelt (45.), 2:1 Badal (81.)

SR: Kindinger (Rossdorf)

Zuschauer: 120

WK, 17. 03. 2008


Spielberichte vom neunundzwanzigsten Spieltag

SG Walluf - FV Biebrich 02 1:2 (0:1) - 29. 03. 2008

Walluf steckt im Abstiegskampf

1:2 im Landesliga-Derby gegen Biebrich lässt Alarmsirenen schrillen

nn. WALLUF Willkommen im Abstiegskampf. Das ist die neue Realität beim Fußball-Landesligisten SG Walluf nach dem 1:2 (0:1) im zerfahrenen Derby gegen Aufstiegsanwärter FV Biebrich 02. "Jetzt haben wir acht Endspiele, aus denen mindestens zehn Punkte her müssen", redete Wallufs Coach René Keutmann nach der dritten Niederlage in Folge nicht um den heißen Brei herum. Nun müssen die Rheingauer zum Türkischen SV, der zuletzt drei Siege in Folge eingefahren hat.

Das frühe 0:1 wies Biebrich den Weg. David Comandatore, der Ex-Wallufer in der 02-Abwehr, brachte vorn nach Eckstoß von Daniel Flindt seine Kopfballstärke ein, nötigte Rami Azakir förmlich dazu, den Ball mit dem Scheitel ins eigene Tor zu verlängern. Das fuchste SG-Torjäger Omer Muminovic. Der Heißsporn wähnte in der 22. Minute den von Comandatore abgewehrten Ball hinter der Biebricher Torlinie. Doch in diesem Fall lag der Schiedsrichter wohl richtig. Er entschied auf Weiterspielen. Um fortan mit Karten um sich zu werfen. Sieben Gelbe und zwei Gelb-Rote für die Heimelf, vier Verwarnungen und eine Ampelkarte für Biebrich standen am Ende zu Buche, und alle waren sich einig, dass der Referee überzogen hatte. Davon abgesehen ließ Iwan Rebic Wallufs zweite Großchance aus (63.).

Das rächte sich: Ecke Flindt, Kopfball Comandatore - das 0:2 bedeutete die Vorentscheidung. Nach einem Strafraum-Duell zwischen Derby-Protagonist Comandatore und Sierk Conradi krönte der Unparteiische seinen Auftritt mit einem Strafstoß, den selbst Keutmann der Rubrik "den hätte ich nicht gegeben" zuordnete: "Was nicht heißt, dass ich insgesamt die Schuld beim Schiedsrichter suche. Der war sicherlich schwach. Aber es liegt in unserer Verantwortung, Tore zu verhindern oder zu schießen."

Bernhard Raab war dagegen rundum zufrieden. Vor dem Spiel hatte er an die Tafel geschrieben: "Standards sind der Schlüssel zum Erfolg." Hinterher sah sich Biebrichs Trainer bestätigt. Auch die Entscheidung, den angeschlagenen Stürmer Stipan Jakic auf dem harten Belag nicht zu bringen, zahlte sich aus, weil Michel Badal vorne für zwei wirbelte. "Wenn unsere Konkurrenten patzen, patzen wir normalerweise auch. Diesmal aber hat die Mannschaft ein wichtiges Spiel bei einem unbequemen Gegner prima über die Bühne gebracht", zollte Raab Anerkennung. Eine Biebricher Einstellung, die Mut macht für den Endspurt. Nach einem spielfreien Wochenende geht es zum FSV Braunfels.

Aus Wallufer Sicht gab es nur ein freudiges Ereignis. Marc Wilhelm durfte Törchterchen Nina in die Arme schließen. Der frisch gebackene Vater steht beim Türkischen SV wohl wieder zur Verfügung.

SG Walluf: Piemonte - C. Gebhardt, Achampong, P. Yolver - Blum (46. Ilsemann), F. Augustini, Aktan (65. S. Conradi), Azakir, Tepper - Muminovic, Rebic.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Comandatore, S. Odisho - Litke, Migge, Wilde, D. Flindt, C. Lang (67. Klenner) - Gisinger (86. Uworuya), Badal (88. Paliakov).

Tore: 0:1 Azakir (7./Eigentor), 0:2 Comandatore (75.), 1:2 Gebhardt (88./Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Sale (Langstadt)

Zuschauer: 180

Gelb-Rot: Augustini (64.), Achampong (71./beide Walluf), Comandatore (88./Biebrich)

WT, 31. 03. 2008


Spielberichte vom dreißigsten Spieltag

Der FV Biebrich 02 ist spielfrei - 06. 04. 2008


Spielberichte vom einunddreißigsten Spieltag

FSV Braunfels - FV Biebrich 02 3:1 (1:0) - 12. 04. 2008

Der FSV Braunfels hat nach einer Klasseleistung den FV Biebrich 02 mit 3:1 besiegt und dem bisherigen Tabellenzweiten damit im Aufstiegskampf der Fußball-Landesliga Mitte einen kleinen Dämpfer versetzt. Die Gastgeber steigerten sich dabei durch eine sehr engagierte und konzentrierte Leistung in allen Mannschaftsteilen gegenüber den letzten Partien und verkrafteten zudem den Ausfall von vier Stammspielern. "Das war schon eine souveräne Leistung und eine sensationelle Vorstellung meiner Jungs angesichts der Turbulenzen unter der Woche." FSV-Trainer Harry Preuss kam aus dem Staunen nicht heraus und sah eine Elf, die von Beginn an Druck auf den Gegner ausübte und diesen damit nicht zur Entfaltung kommen ließ. Dies musste auch Gäste-Coach Bernhard Raab anerkennen: "Die Braunfelser haben sehr aggressiv begonnen. Wir waren dabei gedanklich zu langsam, und in unserem Defensivverbund hat die Ordnung zudem nicht gestimmt."

Spieler des Tages war FSV-Stürmer Sebastian Schäfer, dem mit drei Toren in Folge ein Hattrick gelang. Kurioserweise entstanden die Treffer der Braunfelser dabei jeweils nach Kontersituationen. In der 34. Minute steuerte Schäfer alleine auf Biebrichs Torwart Denis Ademovic zu, umspielte diesen und schob anschließend den Ball ins leere Tor. Beim zweiten Treffer zog der Braunfelser Angreifer aus 16 Metern trocken ab und knallte den Ball unter die Torlatte. Mit einem feinen Lupfer über den herauseilenden Ademovic krönte Schäfer dann seine starke Leistung in der 61. Minute.

Doch die Gäste aus Biebrich gaben sich auch nach dem 0:3-Rückstand nicht verloren. Christian Lang verkürzte nur drei Minuten später auf 1:3 und nährte damit nochmals die Hoffnung auf einen Punktgewinn. Doch die Gastgeber ließen in der hektischen Schlussphase nichts mehr anbrennen, obwohl die optische Überlegenheit der Biebricher deutlich war. Diese schwächten sich allerdings selbst und kassierten kurz vor dem Spielende noch zwei "Ampelkarten" für Löbelt und Badal. Das gleiche Schicksal ereilte den Braunfelser Jerome Plotzki (86.) nach wiederholtem Foulspiel.

Unter dem Strich siegten die Braunfelser dennoch verdient, da sie einen Tick mehr investierten als der Aufstiegsaspirant, der vor allem im Durchgang eins einiges schuldig blieb. "Wir sind durch eine Unachtsamkeit verdient in Rückstand geraten und haben erst im Verlauf des Spiels besser dagegen gehalten. Als wir alles riskiert haben, sind wir klassisch ausgekontert worden. Für mich wurde der zweite und dritte Braunfelser Treffer aus Abseitsposition erzielt", nörgelte Biebrichs Trainer Bernhard Raab nach der 1:3-Niederlage seiner Elf, die dadurch zunächst auf den Relegationsplatz zurückgeworfen wurde.

mittelhessen.de, 13. 04. 2008


Biebricher Verärgerung

Nullzweier beim 1:3 in Braunfels benachteiligt

nn. BRAUNFELS "Eine skandalöse Schiedsrichter-Leistung" prägte den Auftritt bei Fußball-Landesligist FV Biebrich beim FSV Braunfels. Spielausschuss-Chef Thomas Utikal sah darin einen Grund für die 1:3 (0:1)-Niederlage. Doch er schaute auch auf die eigenen Reihen: "Es gelingt uns einfach nicht, mal eine Mannschaft aus dem oberen Bereich zu schlagen."

Die zweite Halbzeit dürfte den Biebrichern noch lange im Gedächtnis verankert bleiben. Sebastian Schäfer, der mit dem Pausenpfiff per Konter zum 1:0 getroffen hatte, kam zu zwei weiteren Torerfolgen. Doch was der gesamte Gäste-Tross erkannt haben wollte, beurteilte das Schiedsrichter-Trio anders. Zweimal ertönte der Torpfiff. "Beide Male war es Abseits. Ich stand genau auf entsprecher Höhe", befand Trainer Bernhard Raab.

Kapitän Christian Lang verkürzte per Flachschuss auf 3:1 (63.). Roland Gisinger und Michel Badal verzeichneten weitere Chancen, bevor ein Braunfelser Abwehrspieler im eigenen Strafraum die Sportart verwechselte. "Eine Annahme mit beiden Händen in bester Volleyball-Manier. Ein denkbar klarer Elfmeter, den der Unparteiische mit einem verschämten Lächeln nicht geben wollte", schimpfte Utikal. Zwangsläufig lief beim erregten Gäste-Ensemble nichts mehr zusammen. "Beim 1:0 waren wir hinten viel zu sorglos. Aber das 1:3 drückt nicht den Spielverlauf aus. Ein Unentschieden wäre das richtige Ergebnis gewesen", fasste Raab das Geschehen mit ausgeklammerter Schiedsrichter-Schelte zusammen. Trotzdem ist die Qualifikation zur Oberliga nicht aus der Welt.

Nebenbei: Im Biebricher Personalpuzzle für die nächste Runde bildet der Verbleib von Torhüter Denis Ademovic einen ersten Eckpunkt.

FV Biebrich 02: Ademovic - D. Flindt, Löbelt, Comandatore (60. Yildiz) - Migge, Wilde (79. Paliakov), Litke, C. Lang - Gisinger, Jakic, Badal.

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 S. Schäfer (34./54./60.), 3:1 Lang (63.)

SR: Vollmer (Bad Hersfeld)

Zuschauer: 120

Gelb-Rot: Löbelt (83.), Badal (89./beide Biebrich), Plotzki (84./Braunfels)

WT, 14. 04. 2008


Spielberichte vom zweiunddreißigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - FC Eddersheim 0:1 (0:0) - 19. 04. 2008

Biebricher eine Stunde zu harmlos

nn. BIEBRICH Schon mehrfach in dieser Runde hatten sich die Fußballer des FV Biebrich 02 eine glänzende Ausgangsposition zum Oberliga-Aufstieg geschaffen. Doch stets ging das mühsam Erarbeitete schnell wieder flöten. Jetzt, nach dem 0:1 (0:0) gegen den FC Eddersheim, bleiben nur noch ganze sechs Spiele, um verlorenen Boden gutzumachen. Im Klartext: Die Aufstiegsplätze eins und zwei werden wohl nur schwer erreichbar bleiben.

"In der entscheidenden Saisonphase darf man sich nicht zwei Niederlagen am Stück erlauben. Da muss sich die Mannschaft an die eigene Nase greifen", meinte Spielausschuss-Chef Thomas Utikal unter Einbeziehung des vorhergehenden 1:3 in Braunfels. Trainer Bernhard Raab mag dagegen noch nicht von einem abgefahrenen Aufstiegszug sprechen. Zumal Relegationsrang drei ein Thema bleibt: "Dazu muss nun aber definitiv in Aßlar ein Dreier her."

Im Duell mit Eddersheim benötigte Biebrich mal wieder eine lange Anlaufzeit. Bezeichnend: In der zweiten Hälfte hielt Torhüter Denis Ademovic die Mannschaft durch zwei Glanzparaden im Spiel. Danach blieb Stipan Jakic das Pech bei einem Pfostentreffer treu - der Neuzugang wartet weiter auf sein erstes Erfolgserlebnis. Auch bei einem Versuch von Daniel Löbelt fehlten nur Zentimeter. Anschließend wechselte das Pech in die Abwehr. Dimi Litke rutschte aus, ebnete Sebastian Metzger ungewollt den Weg zum Siegtor (78.). Christian Lang und Dennis Losito, der nächste Runde an Bord bleibt, scheiterten abschließend an Keeper Rolf Karben. So blieb das Comeback von Fatih Bilir nach langer Verletzungspause der einzig erfreuliche Aspekt einer zwar gutklassigen, aber aus Biebricher Sicht erneut punktlosen Partie.

Bernhard Raab wollte die Niederlage nicht auf das Fehlen von Roland Gisinger (geschäftlich unterwegs) und David Comandatore (Platzwunde im Augenbereich) zurückführen. Eher auf die ersten betont harmlosen 60 Minuten.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Litke, S. Odisho - Migge, Wilde (81. Paliakov), Flindt (69. Bilir), Yildiz, C. Lang - Badal (81. Losito), Jakic.

Tor: 0:1 Metzger (78.)

SR: W. Wüst (Griesheim)

Zuschauer: 100

WT, 21. 04. 2008


Spielberichte vom dreiunddreißigsten Spieltag

VfB Aßlar - FV Biebrich 02 2:1 (1:0) - 26. 04. 2008

Gehemmte Biebricher mit nächster Niederlage

Nullzweier verlieren bei biederem VfB Aßlar

nn. ASSLAR Der Gegner in fast allen Belangen unterlegen, dazu ab der 66. Minute nach einer Ampelkarte mit zehn Mann - und trotzdem verloren. So etwas bringen nur die Landesliga-Fußballer des FV Biebrich 02 fertig. 1:2 (0:1) unterlagen sie dem biederen VfB Aßlar. Die dritte Niederlage in Serie. In dieser Verfassung - da mögen die Konkurrenten noch so sehr mitpatzen - ist Biebrich kein Oberliga-Kandidat.

Kapitän Christian Lang hatte vor der Partie verbale Motivationsspritzen gesetzt. Anscheinend solche der Marke wirkungslos. Dimi Litke kam an eine Flanke nicht heran und es hieß 1:0 (10.). Bezeichnend, dass danach Abwehrspieler Daniel Löbelt zwei Gäste-Chancen besaß. Wie das Team im Verlauf der Runde auf 54 Treffer kommen konnte, erscheint angesichts der derzeitigen Flaute völlig schleierhaft.

Nach der Pause immerhin der Ausgleich, als Michel Badal nach Freistoß von Roland Gisinger mal wieder Torjäger-Qualitäten bewies. Ümit Yildiz schnupperte am 1:2. Doch die Gelb-Rote Karte gegen Aßlars Schug torpedierte die aufgekeimte Zielstrebigkeit, ohne dass die Heimelf sonderlich zugelegt hätte. "Das wirkte eher gehemmt, pomadig", fand Spielausschuss-Chef Thomas Utikal keine rechte Erklärung für die verklemmte Spielweise. Das in Unterzahl erzielte Siegtor des eingewechselten Sven Helbig geriet so zu einer Höchststrafe für die Biebricher, die unbändigen Siegeswillen vermissen ließen.

Davon konnten sich auch die 35 Schiedsrichter-Obmänner aus dem ganzen Bundesgebiet überzeugen, die im nahen Grünberg unter Leitung von Bundesliga-Referee Lutz Wagner einen Lehrgang absolvierten und zwecks Praxisschulung vorbeischauten.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Litke, S. Odisho - Comandatore, Migge, Flindt (73. Losito), Yildiz, C. Lang (62. Bilir) - Gisinger (79. Paliakov), Badal.

Tore: 1:0 Zurapovic, 1:1 Badal (61.), 2:1 Helbig (75.)

SR: Schröder (Naunheim)

Zuschauer: 60

Gelb-Rot: Schug (66./Aßlar), Badal (88./Biebrich).

WT, 28. 04. 2008


Spielberichte vom vierunddreißigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - SC Teutonia Watzenborn-Steinberg 1:3 (0:0) - 03. 05. 2008

Biebrich 02: Raab denkt an Rücktritt

nn. BIEBRICH Vier Niederlagen am Stück und immer noch im Rennen um Relegationsrang drei, das kann nur in einer Kapriolenklasse der besonderen Art passieren - in der Fußball-Landesliga-Mitte. Tatsache ist aber: Auch beim 1:3 (0:0) gegen Abstiegskandidat Teutonia Watzenborn/Steinberg stellte der Tabellenvierte FV Biebrich 02 seine Oberliga-Untauglichkeit unter Beweis. Konsequenz: Trainer Bernd Raab, dessen Abschied nach Saisonschluss schon länger beschlossene Sache ist, denkt ernsthaft über Rücktritt nach: "Ich bin schwer am Überlegen. Aber ich muss abwägen, ob es Sinn macht und wem das guttut." Bis zum morgigen Training will er eine Entscheidung treffen.

Dazu hatte es vor der Partie gekracht. Spielausschuss-Chef Thomas Utikal teilte der Mannschaft mit, dass sich der Verein von Torjäger Michel Badal (15 Treffer) getrennt habe. Hintergrund: Badal hatte Utikal zunächst sein Wort für die nächste Runde gegeben, um eine Woche später seine Zusage zurückzuziehen. "Man kann nicht beim nächstbesten Angebot abspringen. Das empfinden wir als charakterlos", so Utikal.

Auf dem Spielfeld ließ das Team dann einmal mehr die Komponenten Leidenschaft und Kampf vermissen - Raab ("Von dem, was Fußball ausmacht, war bei uns nichts zu sehen") musste es draußen machtlos mitanschauen. Trauriger Höhepunkt: Jungspund Marcel Klenner (18), erst vier Minuten zuvor eingewechselt, beleidigte seinen routinierten Mitspieler Frank Wilde (33) mit nicht druckreifen Silben, sah die Rote Karte.

Raab: "Wenn keine Entschuldigung erfolgt, braucht er sich nicht mehr blicken zu lassen." Fazit: Biebrich ist dabei, eine eigentlich gute Runde in Schutt und Asche zu legen.

FV Biebrich 02: Ademovic - S. Odisho, Comandatore (59. Klenner), Bilir - Migge, Wilde (70. Jakic), Litke (70. Uworuya), Yildiz, C. Lang - Gisinger, Losito.

Tore: 0:1 Zahrt (55.), 0:2 Zahrt (70./Foulelfmeter), 1:2 Lang (79./Foulelfmeter), 1:3 Student (90.)

SR: Nunez (Offenthal)

Zu.: 100

Rot: Klenner (63./Biebrich)

WT, 05. 05. 2008


Jens Zahrt leitet Überraschungs-Sieg ein

Zweifacher Torschütze beim Auswärtssieg gegen Tabellenvierten - Wichtiges Erfolgserlebnis

BIEBRICH/GIESSEN (jcs). In den vergangenen drei Wochen gab es an der Leistung des Fußball-Landesligisten SC Teutonia Watzenborn-Steinberg nicht viel auszusetzen, doch die passenden Ergebnisse fehlten. Mit einem 3:1 (0:0)-Auswärtssieg beim Tabellenvierten FV Biebrich 02 ergriff die Mannschaft von Trainer Thorsten Zimmerling nun den vielleicht rettenden Strohhalm, der den Klub vor dem Abstieg in die Bezirksoberliga bewahren könnte. Die Pohlheimer haben die Euphorie, die nach dem Einzug in das SWG-Pokal-Finale herrschte, in die Landesliga übertragen können. Die letzten vier Saisonspiele bestreiten die Watzenborner, die momentan mit 33 Punkten Rang 18 belegen, gegen den Türkischen SV Wiesbaden, den SV Zeilsheim, das Ligaschlusslicht SV Wiesbaden und Viktoria Kelsterbach. Ein durchaus lösbares Restprogramm für den SC, geht es doch ausschließlich gegen Konkurrenten aus dem Tabellenkeller. "Die letzten zwei Heimspiele müssen wir auf jeden Fall gewinnen. Wir konzentrieren uns jetzt hundertprozentig auf den Türkischen SV Wiesbaden, und wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann ist in Zeilsheim alles möglich. Sieben Punkte müssen wir meiner Meinung nach noch holen, um den Klassenerhalt zu schaffen", gibt SC-Trainer Thorsten Zimmerling den Plan für die Saison-Schlussphase aus. Die erste Halbzeit der Partie in Biebrich war von nur wenig Höhepunkten geprägt. Die Gastgeber verhielten sich recht abwartend, lauerten wohl auf Fehler der Watzenborner und wurden ihrer Favoritenrolle so nicht gerecht. Fast schon phlegmatisch war das Auftreten des Tabellenvierten, der sich in dieser Verfassung wohl keine Hoffnungen auf den Oberliga-Aufstieg machen darf.

Aber auch die Offensivbemühungen der Pohlheimer waren in der ersten Halbzeit noch etwas zaghaft. Dies änderte sich aber nach dem Seitenwechsel. Bereits in der 55. Minute gelang der vielleicht vorentscheidende Durchbruch im gegnerischen Strafraum: Roman Student hatte Watzenborns offensiven Mittelfeldspieler Jens Zahrt mustergültig bedient, dieser nahm sich ein Herz und schoss aus etwa 14 Metern Tordistanz zum 1:0 ins rechte Eck ein.

In die Karten der Gäste spielte auch die Tatsache, dass der auf Biebricher Seiten eingewechselte Yakic nur wenige Minuten später wegen Beleidigung eines Mitspielers vom Unparteiischen wegen unsportlichen Verhaltens per Roter Karte des Feldes verwiesen wurde.

Kurz darauf tauchte Student erneut im gegnerischen 16er auf, schlug in einer Eins-gegen-Eins-Situation einen Haken und konnte daraufhin nur noch per Foul gestoppt werden. Jens Zahrt zeigte bei dem fälligen Foulelfmeter keine Nerven und erhöhte in der 69. Minute auf 2:0.

Auf Seiten der Platzherren war es dann ebenfalls ein Strafstoß, der zum 1:2-Anschlusstreffer durch Lang führte, Stefan Salzmann war im eigenen Strafraum mittels einer Grätsche etwas zu beherzt eingeschritten. In Gefahr geriet der Sieg der Watzenborner dadurch jedoch nicht, denn Roman Student manifestierte den Auswärtserfolg für seine Farben in der 82. Minute per Drehschuss bei einem Konterangriff.

FV Biebrich 02: Ademovic; Migge, Wilke, Commandatore, Litke, Gisinger, Odisho, Bilir (ab 56. Yakic), Losito, Yildiz, Lang.

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg: Stark; Frodermann, Wallbott, Schlecht, Engelke, Zahrt (ab 75. Helbig), Schmandt, Steuernagel, Salzmann, Stasch (ab 65. Dickmann), Student (ab 89. Oktay).

Tore: 0:1 (55.) Zahrt, 0:2 (69., FE) Zahrt, 1:2 (74., FE) Lang, 1:3 (82.) Student.

Schiedsrichter: Munoz-Nunez (Dreieich).

Gelbe Karten: Zahrt, Salzmann, Student/Wilke ¹, Litke,Bilic.

Rote Karte: Yakic ² (63., unsportliches Verhalten).

Zuschauer: 200.

Gießener Anzeiger, 05. 05. 2008

¹ Wilde, ² Klenner


Spielberichte vom fünfunddreißigsten Spieltag

Eintracht Stadtallendorf - FV Biebrich 02 1:1 (1:0) - 10. 05. 2008

Biebrichs Krisenende dank Felix Neumann

A-Jugendlicher als Joker / Kommt Gebhardt?

nn. STADTALLENDORF Nach vier Niederlagen ein Lebenszeichen von Fußball-Landesligist FV Biebrich 02: Bei Tabellenführer Eintracht Stadtallendorf, der als Oberliga-Aufsteiger feststeht, gelang ein verdientes 1:1 (1:0). "Endlich mal wieder über 90 Minuten eine relativ gute Leistung", zeigte sich Trainer Bernhard Raab erleichtert, gönnte sich auf der Rückfahrt einen Eisbecher. Zumal er den Punktgewinn eingewechselt hatte. In Gestalt des A-Jugendlichen Felix Neumann, der die Vorlage von Dennis Losito abgebrüht zum 1:1 verwertete.

Kämpfen, Charakter zeigen - das war bei Biebrich nach einer turbulenten Woche angekündigt. Und wurde in die Tat umgesetzt. Auch ohne die verletzten Kurt Migge und Daniel Flindt, den beruflich verhinderten Polizeibeamten Daniel Löbelt sowie ohne Rotsünder Marcel Klenner und den gefeuerten Torjäger Michel Badal (wechselt zum SV Wiesbaden) legten die 02er Elementar-Tugenden an den Tag. Doch kassierten sie gegen den starken, aber nicht übermächtigen Tabellenführer zunächst ein Gegentor der Marke "total überflüssig". Während ein Abwehrspieler der Heimelf den Versuch von Frank Wilde von der Torlinie fegte (44.).

Nach der Pause klatschte ein Kopfball von Sargon Odisho an den Pfosten (73.), ehe Neumann für den Ausgleich sorgte. "Wir haben uns wieder wie eine Mannschaft aus dem oberen Bereich präsentiert", lobte Spielausschuss-Chef Thomas Utikal und verkündete die Verpflichtung von Defensiv-Ass Christian Gebhardt (SG Walluf). Gebhardt selbst sieht den Wechsel noch nicht als beschlossen an. SG-Manager Michael Wagner: "Er bleibt." Irritationen, die nach Klärung rufen. Definitiv getrennt haben sich die Biebricher von Stürmer Stipan Jakic.

FV Biebrich 02: Ademovic - Comandatore, Bilir, S. Odisho - Uworuya (65. F. Neumann), Wilde, Litke, Yildiz, C. Lang - Losito, Gisinger.

Tore: 1:0 Sohn (35.), 1:1 Neumann (75.)

SR: Orschulok (Wattenbach)

Zu.: 250

WT, 13. 05. 2008


Von Hermann Maaß

Jubelschreie sowie Menschen, die sich unter den überdimensionalen Klubfahnen umarmen und Tänze vollführen. Der TSV Eintracht Stadtallendorf hat gestern durch ein 1:1 (1:0) Remis im heimischen Herrenwaldstadion über den FV Biebrich den Aufstieg in die Fußball-Oberliga Hessen geschafft. Die vielen Spielzeiten zuvor, in denen Stadtallendorf stets auf der Zielgeraden versagte und die schwache Partie am gestrigen Nachmittag, interessierte am Ende niemanden mehr.

„Hauptsache wir sind durch. Heute ist es mir zum ersten Mal egal, wer weshalb nicht gut gespielt hat. Wir genießen einfach nur den Erfolg und wollen jetzt natürlich auch Meister werden“, strahlte Eintracht-Coach Robert Backes, der in seiner ersten Saison bei den Grünweißen gleich durchstartete. 650 Zuschauer waren gekommen, um den Aufstieg ihrer Lieblinge zu erleben. Im ersten Akt schien es fast so, als wolle der ersatzgeschwächte FV Biebrich um keinen Preis die Feierlichkeiten stören. „Im Prinzip ging es nur darum, hier nicht zu hoch zu verlieren“, gestand Gästecoach Bernhard Raab, der von Glück reden konnte, dass Stadtallendorf nur eines der Geschenke auspackte, das ihnen die Wiesbadener Stadtteilelf offerierte. In der 34. Minute nämlich durfte Thorsten Sohn nach Marem Yildirans schöner Vorarbeit freistehend am langen Pfosten das 1:0 für die Platzherren besorgen. Wann immer Stadtallendorf das Tempo anzog, geriet die Verlegenheitself der Biebricher in arge Nöte.

Ein gänzlich anderes Bild bot sich im zweiten Akt. Die Gäste wollten sich nun keineswegs mehr ergeben, rollten die weiße Fahne wieder ein und zogen plötzlich ein konsequentes Pressing auf. Die Folgen davon: Stadtallendorf spielte nicht mehr so gefährlich in die Schnittstellen der Biebricher Deckung, sondern war gezwungen, seine Bemühungen in die Breite anzulegen. Die Gäste hingegen kamen zu Chancen. Sargon Odisho traf per Kopf den Pfosten des Eintracht-Gehäuses (76.), was Bernhard Raab erkennen ließ, „dass Stadtallendorf nun der Stift geht“. Eine Minute später war Felix Neumann zum 1:1 zur Stelle. Zwar hatte die Eintracht noch einige Möglichkeiten, doch stand ihr immer ein wenig das eigene Nervenkostüm im Weg. „Ja, es war ein Nervenspiel, keine Frage“, gestand Robert Backes, ehe ihn die Anhänger der Eintracht in ihrer Freude beinahe erdrückten. Peter Marquardt, Torhüter der Stadtallendorfer, vor fast auf den Tag genau einem Jahr mit Eintracht Wetzlar in die Oberliga aufgestiegen, blieb inmitten der Jubelstürme auf dem Teppich: „Ich bin in meiner Karriere schon oft aufgestiegen, aber die heutige Leistung war die schwächste. Eigentlich müssten wir uns bei jedem Zuschauer einzeln entschuldigen“, betonte Marquardt. Selbiges wäre jedoch kaum nötig gewesen, denn die Fans der Eintracht wollten gestern einfach nur feiern. Nachdem zuvor auch die zweite Mannschaft der Herrenwälder den Aufstieg in die Bezirksoberliga geschafft hatte, zog die erste Garnitur gestern nach und die größte Aufstiegsparty Mittelhessens konnte beginnen.

Stadtallendorf: Marquardt – Schudi, Klein, Blöss, Nawid Saighani – Zabih Saighani, Sohn (70. Kleemann), Koch, Yildiran (90. Weber)– Ellerich (86. Monaco), Schäfer

Biebrich: Ademovic – Bilir – Comandatore, Odisho – Wilde, Owaruya ¹ (68. Neumann), Litke, Yildiz, Lang – Gisinger, Losito

Schiedsrichter: Orschulok (Wattenbach)

Zuschauer: 650

Tore: 1:0 Sohn (34.), 1:1 Neumann (77.)

Gelbe Karten: Nawid Saighani (Stadtallendorf) – Owaruya ¹ (Biebrich)

Marburger Neue Zeitung, 11.05.2008

¹ Uworuya


Spielberichte vom sechsunddreißigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - SG Oberliederbach 2:2 (1:1) - 18. 05. 2008

Lang rettet einen Punkt

Umstrittener Elfmeter bringt Biebrich das 2:2

nn. BIEBRICH Gegen den starken Aufsteiger SG Oberliederbach durfte Fußball-Landesligist FV Biebrich 02 froh sein, einen Zähler gerettet zu haben. Kapitän Christian Lang verwandelte einen höchst umstrittenen Handelfmeter zum 2:2 (1:1)-Endstand. "Ein glücklicher Punkt. Wir hätten auch verlieren können. Letztlich mussten wir unserem personellen Engpass Rechnung tragen. Von der Einstellung her war den Jungs kein Vorwurf zu machen", zog Biebrichs Bernhard Raab Bilanz.

Dem scheidenden Trainer waren die Hände gebunden. Ümit Yildiz, Daniel Flindt und Kurt Migge waren nicht verfügbar. Während des Spiels schieden zudem Frank Wilde und der starke Dimi Litke (Schütze des 1:0) verletzt aus. Trotz großer Bemühungen eine nicht zu kompensierende Hypothek.

So sah Oberliederbach im zweiten Abschnitt wie der sichere Sieger aus. Bis der Schiedsrichter nach angeregter Diskussion mit seinem Assistenten einen Handelfmeter der zweifelhaften Art verhängte. In der Nachspielzeit schnupperte Daniel Löbelt per Kopfball gar am Siegtor. Doch das - da waren sich im Biebricher Lager alle einig - wäre des Guten zuviel gewesen.

Bleibt die allwöchentliche Erkenntnis: Trotz einer Negativ-Serie von vier Niederlagen und zuletzt zwei Unentschieden liegt Relegationsrang drei vor den abschließenden Auftritten in Lollar und gegen Ederbergland nur zwei Zähler entfernt. Aber von einer Aufbruchstimmung in Richtung Oberliga kann nicht die Rede sein. Davon abgesehen hat Torhüter Daniel Knapschinski für die nächste Runde zugesagt. Somit bleibt das Gros des Kaders dem Verein treu.

FV Biebrich 02: Ademovic - Löbelt, Bilir, S. Odisho - Litke (60. Becker), Wilde (46. Uworuya), Comandatore, Gisinger, C. Lang - F. Neumann, Losito.

Tore: 1:0 Litke (36.), 1:1 Matkovic (38.), 1:2 Steiner (75.), 2:2 C. Lang (90./Handelfmeter)

Schiedsrichter: Langhammer (Königstädten)

Zuschauer: 100

WT, 19. 05. 2008


Spielberichte vom siebenunddreißigsten Spieltag

Eintracht Lollar - FV Biebrich 02 2:0 (1:0) - 24. 05. 2008

Biebrich blamiert sich nach Kräften

Enttäuschende Nullzweier nach 0:2 in Lollar am Ende aller Aufstiegshoffnungen

nn. LOLLAR Ein Auftritt als Offenbarungseid einer gruseligen Rückserie mit zuletzt vier Niederlagen, zwei Remis und nun noch dem 0:2 (0:1)-Flop beim abstiegsbedrohten Aufsteiger Eintracht Lollar obendrauf. Es war das Ende aller Aufstiegshoffnungen für den Fußball-Landesligisten FV Biebrich 02. Dessen Urgestein Werner Kuhn mochte da die Jungs, die ihm eigentlich am Herzen liegen, nicht mehr in Schutz nehmen. "Wie ein Alt-herren-Team haben sie gespielt", entfuhr es ihm nach einer Partie, die Trainer Bernhard Raab "als lauen Sommerkick" bezeichnete.

Zwei Wertungen, die zutrafen. Abstiegsnot kontra Aufstiegsambition - davon war nie etwas zu spüren. Keine Funken sprühten, keine Emotionen kochten hoch. Ein Freizeit-Kick auf Landesliga-Ebene. Das lässt Schlimmes für die Zukunft befürchten. Ob die Landesliga dann Verbandsliga heißt oder sonstwie, spielt keine Rolle. Erst recht müssen aus Biebricher Sicht Bedenken aufkeimen, wenn man berücksichtigt, dass mit dem Gros dieses Kaders verlängert wurde. Mit den meisten Akteuren einer Mannschaft, die in vielen Spielen den auf Einsatz beruhenden Grundgedanken des Fußballs hat schleifen lassen.

"Nie war es so einfach, zumindest in die Relegation zu kommen. Doch ich habe schon vor Wochen gespürt, dass dazu der letzte Wille fehlt", sagt Bernhard Raab, der nun beim SV Wehen Wiesbaden Chef des Nachwuchs-Leistungszentrums wird. Zwar sprach sich das Team kürzlich einstimmig für den Coach aus, der zurücktreten wollte. Doch auf dem Platz ging es überwiegend so weiter, als würde man jegliche Weisungen des Trainers geflissentlich überhören - nach acht Jahren ein bitterer Abschied. Der künftige Trainer Roland Gisinger steht vor der Aufgabe, die Mentalität der Spieler neu auszurichten, ihnen Beständigkeit und dauerhaften Einsatz einzuimpfen. Kein leichter Job.

WK, 26. 05. 2008


Aktueller Spielbericht:

Spielberichte vom achtunddreißigsten Spieltag

FV Biebrich 02 - FC Ederbergland 1:4 (1:1) - 31. 05. 2008

Raab trifft bei Biebrichs Tiefpunkt

nn. BIEBRICH FV "Talfahrt" Biebrich 02. Diesen Namenszusatz hat sich der Fußball-Landesligist redlich verdient. 1:4 (1:1) hieß es zum Abschluss gegen den FC Ederbergland. Acht sieglose Spiele - diesen Klotz muss der neue Trainer Roland Gisinger erst mal von der Mannschaft nehmen. Sein Vorgänger Bernhard Raab schied dagegen glücklos.

Acht Jahre hat Raab in Biebrich gewirkt. Überwiegend erfolgreich. Das strich Klubchef Horst Klee bei seiner Laudatio deutlich heraus. Doch zuletzt ging nichts mehr. Raabdrang offenkundig nicht mehr so wie früher in die Gehörgänge seiner Spieler vor.

Zum Finale lief er selbst noch mal auf, erzielte nach einer Gisinger-Hereingabe schon nach zwei Minuten das 1:0, kniete sich als 42-Jähriger richtig rein und verleitete 02-Organisator Horst Schuhmacher zu der Annahme: "Mit ihm als Spieler wären einige Punkte mehr hängen geblieben."

Mal sehen, ob Jaoud Kharraz (Türkischer SV) Belebung bringt. Im Sommer 2007 hatte er seine Zusage rückgängig gemacht. Nun soll der Flügelflitzer wirklich kommen. Obgleich Biebrich seinerzeit kundtat, keine Fühler mehr nach Akteuren des Türkischen SV ausstrecken zu wollen. Auch Offensivtalent Edis Sikiric (SV Wiesbaden) ist fix für die nächste Runde, in der alles besser werden soll.

FV Biebrich 02: Knapschinski - Becker (53. Klenner), S. Odisho, Comandatore (80. Paliakov) - Migge, Wilde, Yildiz, Raab, C. Lang - Gisinger, Losito.

Tore: 1:0 Raab (2.), 1:1 O. Schneider (39.), 1:2 Citlak (48.), 1:3 M. Tauchen (82.), 1:4 Flo. Schneider (85.)

SR: Dutschmann (Bonbaden)

Zuschauer: 100

WT, 02. 06. 2008



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Zuletzt geändert am 02.06.2008. 02:39:44

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