{"id":308,"date":"2021-08-09T00:39:20","date_gmt":"2021-08-08T22:39:20","guid":{"rendered":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/?page_id=308"},"modified":"2021-08-10T02:58:06","modified_gmt":"2021-08-10T00:58:06","slug":"1oo-jahre-fvb","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/?page_id=308","title":{"rendered":"1oo Jahre FVB"},"content":{"rendered":"\n<p>Folgende Texte und Aufs\u00e4tze stammen aus dem Buch &#8222;100 JAHRE FUSSBALL IN BIEBRICH&#8220;, das unter der Federf\u00fchrung von Hans Joachim Vogt, Heinz-J\u00fcrgen Hauzel und Horst Schuhmacher entstand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gru\u00dfwort des Schirmherrn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Fu\u00dfballfreunde, liebe G\u00e4ste,100 Jahre Biebricher Fu\u00dfballverein &#8211; dies ist wahrlich ein Grund zur Freude und zum Feiern. Gerne habe ich als ehemaliger langj\u00e4hriger aktiver Fu\u00dfballer die ehrenvolle Aufgabe desSchirmherren f\u00fcr das Jubil\u00e4umsjahr \u00fcbernommen. Geh\u00f6rt doch gerade der Biebricher Fu\u00dfballverein 1902 zu den Vereinen, die im Laufe ihrer Geschichte durch ehrenamtlichesEngagement, Einsatzbereitschaft und angetrieben von dem Willen und Bestreben, \u00fcber den Sport die Kameradschaft zu pflegen, hervorragende Leistungen erbracht haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute, 100 Jahre nach der Gr\u00fcndung, gilt es jenen Dank zu sagen, die am 10. November 1902 im &#8222;Deutschen Kronprinzen&#8220; in Biebrich diesen, unseren Verein gegr\u00fcndet haben. \u00dcber allerschwerste Zeiten hinweg hat sienie der Wille und Mut verlassen, diesen Verein zu erhalten. Sie haben mit viel Schwei\u00df den Grundstein gelegt, f\u00fcr das, was heute oftmals als selbstverst\u00e4ndlich erachtet wird. Siehaben etwas geschaffen, das heute, 100 Jahre sp\u00e4ter, genauso popul\u00e4r ist wie in den Gr\u00fcnderjahren.<\/p>\n\n\n\n<p>In all den Jahren der Vereinsgeschichte haben sich immer wieder Idealisten gefunden, die &#8211; getragen vom Sportgeist &#8211; die \u00c4rmel hochkrempelten und mit Ehrgeiz und Motivation den Verein in seinem Fortbestand gesichert haben. Ihnen allen verdanken wir, dass der Verein heute, im 100. Jahr seines Bestehens, mit Stolz auf seine Vergangenheit zur\u00fcckblicken und mit Zuversicht den Weg in die Zukunft gehen kann. Die aktive Jugendarbeit, die der Biebricher Fu\u00dfballverein leistet, ist ein Garant hierf\u00fcr. Die Mitarbeit in Vereinen verbindet Jung und Alt und f\u00f6rdert die Kameradschaft. Ich bin mir sicher, dass Sie gerade diesen Gemeinschaftsgeist bei den Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten bemerken werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Schirmherr gratuliere ich dem Verein zu seinem Jubil\u00e4um und w\u00fcnsche ihm eine bl\u00fchende Zukunft. F\u00fcr das Jubil\u00e4umsfest w\u00fcnsche ich Ihnen und allen G\u00e4sten Tage<br>des Frohsinns und der Erinnerung an sch\u00f6ne alte Zeiten. Sie alle bitte ich, den Biebricher Fu\u00dfballverein 1902 auch weiterhin so tatkr\u00e4ftig zu unterst\u00fctzen, damit das Geschaffene erhalten und ausgebaut werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Alfred Meinhardt, Schirmherr<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>100 Jahre Biebricher Fu\u00dfballverein 1902<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Biebricher Fu\u00dfballverein im Jahre 2002 sein 100-j\u00e4hriges Bestehen feiert, bedeutet dies 100 Jahre Fu\u00dfball in Biebrich und f\u00fcr viele Generationen junger<br>Fu\u00dfballinteressierter die M\u00f6glichkeit, diese Sportart auszu\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>In den vielen Jahrzehnten haben sich die Vereinsstruktur und der Fu\u00dfball st\u00e4ndig ver\u00e4ndert &#8211; Verein und Sportart haben sich zeitlichen Gegebenheiten angepasst. Die Verantwortlichen haben immer die gleichen Ziele verfolgt. Sportliche Erfolge verbunden mit Teamgeist, Kameradschaft und Toleranz wurden angestrebt. Die Chronik des Vereins weist aus, dass trotz sehr wechselvoller Geschichte und auch vieler schwieriger Zeiten der Verein immer festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen behalten hat. Der heutige Zeitgeist stellt den Verein vor neue Herausforderungen. Diefr\u00fcher praktizierten Grundwerte sind durch die Reiz\u00fcberflutung unserer Freizeitgesellschaft f\u00fcr viele nicht mehr erstrebenswert. Die Aufgabe der heutigen Vereinsf\u00fchrung ist es, den Verein gesichert in das zweite Jahrhundert seines Bestehens zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unseren Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern in Biebrich soll durch dieses Jubil\u00e4um bewiesen werden, wie wichtig Vereine f\u00fcr Biebrich und unsere Gesellschaft sind. Wenn 250 Kinder und Jugendliche im Jubil\u00e4umsjahr unser Angebot nutzen, ist dies der beste Beweis f\u00fcr die Notwendigkeit unseres Vereins.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach \u00fcber vierzig Jahren aktiven Mitgestaltens bin ich \u00fcberzeugt, dass das Jubil\u00e4umsjahr die Chance f\u00fcr neue Impulse und Perspektiven bieten wird. Meinem Verein Biebrich 02 w\u00fcnsche ich eine gute und erfolgreiche Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Horst Klee, 1. Vorsitzender<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>100 Jahre Deutscher Fu\u00dfballbund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Eine vom DFB-Ehrenpr\u00e4sidenten akualisierte Fassung seiner Festrede vom 28. Januar 2000 in Leipzig<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit ist kurzlebig und doch sind 100 Jahre &#8211; nicht nur n\u00fcchtern und statistisch betrachtet &#8211; mehr als eine kurze Spanne, vor allem wenn man die Entwicklung des Fu\u00dfballs in sie einblendet, seinen Siegeszug um den Erdball Revue passieren l\u00e4sst und die immer aufs Neue von ihm ausgehende Fazination erkennt. Das Bild vom Ball, der um die Welt fliegt, hat ebenso Symbolcharakter wie die Feststellung, dass der Fu\u00dfball bei aller sportlicher Rivalit\u00e4t doch immer ein Spiel ist. Dies bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass er eine wichtige Rolle als Mittler und F\u00f6rderer von Integrit\u00e4t im Sinne gesellschaftlicher Vorstellungen, aber auch Verantwortung, \u00fcbernommen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich empfinde es als eine gro\u00dfe Auszeichnung, dass ich im Jahr des 100-j\u00e4hrigen Bestehens als Pr\u00e4sident an der Spitze des Verbandes stehen durfte. Viele Gedankenhaben mich in den vergangenen Tage und Monaten besch\u00e4ftigt. Es waren besonders Gef\u00fchle der Dankbarkeit, die ich schon als junger Mensch und nicht erst als Pr\u00e4sident des DFB empfundenhabe, der f\u00fcr mich zeitlebens eine Herzensangelgenheit war. Sein Wesen ist ein sinnliches Tun, das Br\u00fccken baut zu den Menschen in der ganzen Welt, Kultur, weil der Sport \u00fcber den Broterwerb des Menschen hinaus geeignet ist, Lebensqualit\u00e4t zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Uns alle verbindet die Liebe zum Fu\u00dfballsport. In dieser Gemeinsamkeit finden wir Kraft und die St\u00e4rke zur Gestaltung der uns \u00fcbertragenen Aufgaben vor 100 Jahren, heute und auch morgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind f\u00fcr die Weltmeisterschaft 2006 gut ger\u00fcstet. Das haben uns zumindest die Delegierten der FiFa- Inspektionsgruppe eindrucksvoll best\u00e4tigt. Es war die Bewerbung eines \u00fcber viele Jahre leidvoll geteilten Landes. Millionen von Menschen im fr\u00fcher noch geteilten Europa haben deshalb im Jahr 2006 erstmalig die Gelegenheit, ohne Reisebeschr\u00e4nkungen in voller Freiheit die Spiele im vereinten Deutschland unmittelbar zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mir daher sicher, dass die Vergabe der WM 2006 an Deutschland eine Entscheidung von h\u00f6chster sport- und gesellschaftspolitischer Bedeutung f\u00fcr Europa war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nunmehr 100-j\u00e4hrige Geschichte des DFB ist eine sehr wechselvolle. Sie ist gepr\u00e4gt von Triumphen, Erfolgen, aber auch &#8211; das sollte nicht vergessen werden &#8211; von Tiefs und bitteren R\u00fcckschl\u00e4gen. Sie ist zwangsl\u00e4ufig auch wechselvoll, weil die Geschichte des Fu\u00dfballs untrennbar eng verbunden ist mit der deutschen Geschichte im vergangenen Jahrhundert. Der Fu\u00dfball ist in unserem Land in einer Epoche zunehmender Industrialisierung aus der Taufe gehoben worden. Er war schon damals zu Beginn des 20. Jahrhunderts f\u00fcr viele, nach Freizeitausgleich und sozialer Geborgenheit strebende Menschen eine Art von Heimatersatz.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Zeiten wirtschaftlichen Elends und hoher Arbeitslosigkeit nach dem 1. Weltkrieg blieb der Fu\u00dfball f\u00fcr die Menschen stets ein Ankerplatz in einem sicheren Hafen, wo ihnen das starke Gef\u00fchl der Hoffnung vermittelt wurde, dass mit einem gesunden Selbstbewusstsein und Selbstbehauptungswillen die Talsohle durchschritten werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Moloch Nationalsozialismus vereinnahmte mit der ihm eigenen Brutalit\u00e4t auch den Fu\u00dfball und missbrauchte ihn f\u00fcr seine Ziele und Ideologie. Manche &#8211; das l\u00e4sst sich nicht leugnen &#8211; haben sich auch vereinnahmen lassen. Andere tolerierten jene Machtergreifung. Ich will feststellen: Wir waren sicherlich keine Widerstandsbewegung. Diejenigen aus unseren Reihen, die Widerstand leisteten, fanden sich h\u00e4ufig in den Konzentrationslagern wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schmach dieses Zeitalters d\u00fcrfen wir nie vergessen, sondern wir m\u00fcssen dauerhaft unsere Lehren daraus ziehen. Ich wei\u00df mich in \u00dcbereinstimmung mit unserem verehrten ehemaligen Bundespr\u00e4sidenten Richard von Weizs\u00e4cker, wenn ich sage: Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bew\u00e4ltigen. Das kann man gar nicht. Wer aber die Augen vor der Vergangenheit verschlie\u00dft, wird blind f\u00fcr die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, wird anf\u00e4llig f\u00fcr neue Ansteckungsgefahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis 1990 gab es zwei deutsche Fu\u00dfballverb\u00e4nde: den DFB und den DFV. Was einst getrennt war, ist gottlob inzwischen wieder zusammengewachsen. Im Bereich des Fu\u00dfballsports ist dies dank des gro\u00dfen Engagements vieler positiver Kr\u00e4fte besonders schnell und gut gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei mir gestattet, dass ich hierbei sehr intensiv meines viel zu fr\u00fch verstorbenen Vorg\u00e4ngers Hermann Neuberger noch einmal gedenke. Er war es, der in seiner unnachahmlichen Art und mit nie erlahmender Energie die Vereinigung der beiden Verb\u00e4nde vorangetrieben hat, wobei er in Dr. Moldenbauer einen idealen Partner an seiner Seite hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir nun den Blick nach vorn richten, wird es selbstverst\u00e4ndlich von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit sein, alles zu tun, um das allseits anerkannte hohe sportliche Leistungsverm\u00f6gen national und auch international zu erhalten. Von Verbandsseite her werden wir mit der geplanten Strukturreform daf\u00fcr auch die Weichen stellen. Entscheidend wird es indes darauf ankommen, die Interessen des Fu\u00dfballs in seiner Gesamtheit unter der Verantwortung des DFB zu behalten. Nat\u00fcrlich werden wir dem professionellen Fu\u00dfball aus \u00dcberzeugung eine gro\u00dfe Eigenst\u00e4ndigkeit zubilligen. Die gro\u00dfe Solidarit\u00e4t des Fu\u00dfballs insgesamt darf allerdings nie angetastet oder gar in Frage gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen n\u00e4mlich nicht nur f\u00fcr 36 Profiklubs ein, sondern f\u00fchlen uns verpflichtet, gemeinsam mit unseren Profi-Ligen die Interessen aller unserer fast 27.000 Vereine in Deutschland unter der F\u00fchrung des DFB engagiert zu vertreten. Nur so kann n\u00e4mlich die Einheit des deutschen Fu\u00dfballs als tragende S\u00e4ule unseres Verbandes gewahrt und gesichert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gemeinschaft der 6,3 Millionen Menschen im DFB muss sich nat\u00fcrlich immer wieder in Frage stellen lassen und muss sich auch Fragen stellen, wie das Zusammenleben in unserer Gesellschaft \u00fcberhaupt aussieht. Sie wissen alle, dass ich dem sozialen Engagement, also der t\u00e4tigen Hilfe von Menschen f\u00fcr Menschen, eine sehr gro\u00dfe Bedeutung beimesse. Wir d\u00fcrfen nie die Augen vor den Sorgen und N\u00f6ten unserer Zeit verschlie\u00dfen, vor dem zum Teil sehr starken Gef\u00e4lle zwischen den reichen und den benachteiligten L\u00e4ndern und Verb\u00e4nden, vor dem drohenden Auseinanderdriften von Besitzenden und Wenigerbesitzenden, vor dem Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit, vor Gewalt und den Problemen, die sich beispielsweise aus der Verschiedenartigkeit der Kulturkreise ergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Fu\u00dfball muss immer mehr sein als &#8222;1:0&#8220;. Der DFB ist stolz darauf, eine &#8222;Bilanz der guten Taten&#8220; vorweisen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnert sei hier zum Beispiel an das Wirken der &#8222;Sepp-Herberger-Stiftung&#8220; oder der &#8222;Mexico-Hilfe&#8220;. Der Fu\u00dfball muss im Sinne der Verst\u00e4ndigung stets die Rolle eines Mittlers zwischen Menschen und V\u00f6lkern \u00fcbernehmen. Deshalb wird der DFB auch in Zukunft alles in seiner Macht Stehende unternehmen, dass Randgruppen wie Hooligans, Rechts- oder Linksradikale oder andere blindw\u00fctige Fanatiker keine Plattform f\u00fcr ihre Menschen verachtenden Aktivit\u00e4ten finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Jahrhundert mit vielen gro\u00dfen Ereignissen, Bewegungen und Umw\u00e4lzungen liegt hinter uns. Nun m\u00fcssen wir uns aber offensiv den Herausforderungen des neuen Jahrtausends stellen. Und da bewegt mich ein Gedanke ganz besonders: Fu\u00dfball muss Volkssport bleiben! Er darf nie von Gesch\u00e4ftemachern missbraucht werden, die nur eines im Auge haben: den grenzenlosen Profit um jeden Preis.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen das Rad der Geschichte nicht anhalten oder gar zur\u00fcckdrehen. Wer aber glaubt, Fu\u00dfball sei nur noch ein &#8222;Millionenspiel&#8220;, der irrt. Fu\u00dfball ist vielmehr ein &#8222;Spiel f\u00fcr Millionen&#8220;, welche er auch in Zukunft in seinen Bann ziehen wird. Davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in meinem Alter hat man noch Tr\u00e4ume: Ich tr\u00e4ume auch weiterhin von einem Fu\u00dfballsport, der sich nicht im Fernsehen &#8222;totsenden&#8220; oder in selbstgef\u00e4lligen Shows &#8222;platt reden&#8220; l\u00e4sst, sondern von einem Fu\u00dfballsport, der seine gesellschaftlichen Werte verteidigt, sich nicht missbrauchen l\u00e4sst und der damit den Zeitgeist &#8211; so wie er es immer getan hat &#8211; positiv mitgestaltet. Unser wirkliches Kapital sind die Millionen von Menschen und nicht die anonymen Aktien und Aktion\u00e4re einer Kapitalgesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Fans, unsere wichtigsten Begleiter in unserem Sport, m\u00fcssen unseren Fu\u00dfball erleben und an ehrliche Leistungen glauben d\u00fcrfen. Daf\u00fcr lohnt es sich zu k\u00e4mpfen, und wir sind bereit f\u00fcr diesen Kampf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sollten heute mit Dankbarkeit, Freude und Stolz auf das bisher Erreichte zur\u00fcckblicken, aber auch in aller \u00d6ffentlichkeit bekunden, dass wir das neue Jahrhundert mit Mut und Zuversicht angehen wollen. Dabei bin ich fest davon \u00fcberzeugt, dass wir erfolgreich sein werden, weil sich auch zuk\u00fcnftig immer wieder Frauen und M\u00e4nner ehrenamtlich in den Dienst des Fu\u00dfballs stellen, weil sie wissen, dass sie sich damit dem Dienst an und f\u00fcr Menschen insbesondere der Jugend und der zuk\u00fcnftigen Generation widmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dem Fu\u00dfball sehr zugetane Schriftsteller Rohr Wolf hat einmal gesagt: &#8222;Die Welt ist zwar kein Fu\u00dfball, aber im Fu\u00dfball findet sich eine Menge Welt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dem ist nichts mehr hinzuzuf\u00fcgen!<\/p>\n\n\n\n<p>Egidius Braun<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>100 Jahre Vereinsgeschichte &#8211; 100 Jahre Biebricher Ortsgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vereinsgeschichte ist zugleich auch Ortsgeschichte. Die Geschichte des Fu\u00dfball-Vereins Biebrich 02 ist zugleich auch ein Teil der Biebricher Ortsgeschichte. Beide sind eng miteinander verbunden, sie sind voneinander abh\u00e4ngig, sie bedingen einander. Anl\u00e4sslich des 100-j\u00e4hrigen Bestehens soll diese enge Verbindung von Vereins- und Ortsgeschichte aufgezeigt werden und zwar entsprechend der jeweiligen Jubil\u00e4umsdaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>I. Biebrich im Gr\u00fcndungsjahr des Vereins<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Gr\u00fcndungsjahr des Fu\u00dfball-Vereins Biebrich 02 f\u00fchrt uns in eine der wichtigsten Epochen der Biebricher Geschichte. In den Jahrzehnten vor 1914 war im Deutschen Reich in fast allen Bereichen, insbesondere in den technischen und wirtschaftlichen, eine ungeheuere Dynamik festzustellen. Diese Dynamik erstreckte sich auch auf die Kommunen. Die wilhelminische Epoche, so benannt nach Kaiser Wilhelm II., der ab 1888 als deutscher Kaiser und K\u00f6nig von Preu\u00dfen regierte, kann geradezu als eine Zeit der Kommunen bezeichnet werden. Damals wurden die infrastrukturellen Grundlagen unserer heutigen St\u00e4dte und Gemeinden gelegt. Dies ist heute f\u00fcr uns deutlich erkennbar, insbesondere an den Bebauungspl\u00e4nen, den Versorgungseinrichtungen mit Wasser, Strom und Gas sowie der Errichtung von Schulen und der Einrichtung von Krankenh\u00e4usern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biebrich &#8211; eine selbst\u00e4ndige Stadt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das war auch in Biebrich so, das 1902 noch eine selbst\u00e4ndige Stadt war, also noch nicht nach Wiesbaden eingemeindet war &#8211; ein Schritt, der erst 1926 erfolgen sollte. Das Pr\u00e4dikat &#8222;Stadt&#8220; hatte man bereits 1882 angenommen, und ab 1893 nannte man sich offiziell &#8222;Stadt Biebrich am Rhein.&#8220; Die Stadt z\u00e4hlte am 30. 10. 1902 &#8211; also zwei Wochen vor der Vereinsgr\u00fcndung &#8211; 15.956 Einwohner. Sie war nach Wiesbaden die gr\u00f6\u00dfte Stadt in dem 1867 nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preu\u00dfen (1866) gebildeten Regierungsbezirk gleichen Namens; zugleich geh\u00f6rte sie zum Landkreis Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Verdoppelung der Einwohnerzahl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den beiden Jahrzehnten zwischen 1890 und 1910 verdoppelte sich nahezu die Einwohnerzahl von 11.023 auf 21.199. Allein daraus l\u00e4sst sich die gewaltige Dynamik jener Jahre erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist allerdings auch, dass es damals in Biebrich und seinem n\u00f6rdlichen Stadtteil Mosbach noch insgesamt \u00fcber 900 landwirtschaftliche Geh\u00f6fte gab mit 464 Pferden, 531 St\u00fcck Rindvieh, 39 Schafen und 683 Schweinen, und das, obwohl sich Biebrich-Mosbach bereits seit mitte des 19. Jahrhunderts dank der \u00fcberaus g\u00fcnstigen Lage im Rhein-Main-Gebiet vom Bauerndorf zu einem bedeutenden Handels- und Gewerbeort gewandelt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus allen \u00e4rmeren Gegenden Deutschlands waren die Menschen hierher gezogen, um in den Biebricher Industriewerken Arbeit zu finden. Die Biebricher Industrie bestand zu Beginn des Jahrhunderts im wesentlichen aus den Firmen Kalle \u00b1 Co. Fabrik von Teerstoffen, chemischen und pharmazeutischen Produkten; Chemische Werke, vormals H. und E. Albert, Fabrik f\u00fcr k\u00fcnstlichen D\u00fcnger; Dyckerhoff \u00b1 S\u00f6hne, Portland-Zementfabrik; Dyckerhoff \u00b1 Widmann A.G. Zementwarenfabrik und Unternehmung f\u00fcr Betonbauten; Teerproduktenfabrik Biebrich von Seek \u00b1 Alt; Rheinh\u00fctte, Eisengie\u00dferei G.m.b.H. vorm. L. Beck \u00b1 Co; Thonwerk Biebrich A.G., Fabrik hochfeuerfester Produkte, sowie der Biebricher Makkaroni und Eierteigwarenfabrik G.m.b.H. Vater \u00b1 Co. und der Musikinstrumentenfabrik W. Heckel. Sie alle sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Biebrich gegr\u00fcndet worden, ihre Produkte tragen zum Teil bis heute den Namen unserer Stadt in alle Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ausbau der st\u00e4dtischen Infrastruktur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Den vielf\u00e4ltigen Anforderungen, die an eine derart gewachsene Stadt gestellt wurden, waren die Stadtv\u00e4ter nachgekommen. Unter hohem Aufwand an Kosten wurden Wasserleitungen gelegt, Kanalisation gebaut, Stra\u00dfen gepflastert, Gehwege befestigt und freie Pl\u00e4tze angelegt. Rathenauplatz (Kaiserplatz), Friedensanlage (Wilhelmsanlage) und Herzogsplatz entstanden damals. Die Stadt hatte 1900 von der gro\u00dfherzoglich Luxemburgischen Finanzkammer den Borkholder Hof mit seinen etwa 17.800 Quadratmeter umfassenden L\u00e4ndereien f\u00fcr \u00fcber 180.000 Reichsmark angekauft und au\u00dferdem den bis 1855 genutzten altenFriedhof, der sich von der Mosbacher Kirche bis in die heutige August-Wolff-Stra\u00dfe (fr\u00fcher Gartenstra\u00dfe) erstreckte, aufgelassen. Das gesamte Gel\u00e4nde wurde zu Baupl\u00e4tzen parzelliert, um damit die M\u00f6glichkeit einer Gro\u00dfz\u00fcgig angelegten st\u00e4dtebaulichen Entwicklung zwischen den beiden alten Ortskernen von Biebrich und Mosbach zu er\u00f6ffnen. Damals entstand an der Kaiserstra\u00dfe (heute Stra\u00dfe der Republik) ein ganz neuer Stadtteil. Die gro\u00dfen Mietsh\u00e4user mit ihren imposanten Fassaden beeindrucken noch heute. Der besonders herausgehobene Geb\u00e4udekomplex am Herzogsplatz wurde gerade 1902\/03 errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorzuheben ist, dass Biebrich 1902 mit vier Volksschulen \u00fcber ein vorz\u00fcgliches \u00f6ffentliches Schulsystem verf\u00fcgte, an dessen Spitze das Realgymnasium mit Realschule, aus dem sp\u00e4ter die Riehlschule hervorging, und das Lyzeum standen. Auch die \u00e4rztliche Versorgung war voll gew\u00e4hrleistet, und im 1888 eingeweihten Krankenhaus an der Frankfurter Stra\u00dfe (heute Altenheim) waren alle notwendigen Abteilungen vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eine fortschrittliche Verwaltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An der Spitze der Stadtverwaltung standen im Gr\u00fcnderjahr 1902 Rudolf Vogt als erster und August Wolff als zweiter B\u00fcrgermeister. Der erfahrene Verwaltungsjurist Vogt hatte 1891 sein Amt als Nachfolger von Johann Heppenheimer, der 30 Jahre die Gemeindeverwaltung leitete und 1893 zum Ehrenb\u00fcrger ernannt wurde, angetreten und blieb bis zum Ende der Eingemeindungsverhandlungen; er war 1906 zum Oberb\u00fcrgermeister und 1918 zum Geheimen Regierungsrat ernannt worden. August Wolff war zugleich Mitglied des Preu\u00dfischen Abgeordnetenhauses in Berlin. Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung war der Fabrikant Dr. Ludwig Beck (1841 &#8211; 1918). F\u00fcr seine Verdienste um die Stadt wurde ihm 1915 die Ehrenb\u00fcrgerw\u00fcrde verliehen. Die Wahl der Vertretung im Biebricher Rathaus wurde seinerzeit nach dem im K\u00f6nigreich Preu\u00dfen geltenden Drei-Klassen-Wahlrecht vorgenommen, durch das die Einwohner mit geringem oder gar keinem Steuereinkommen politisch erheblich benachteiligt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf ihr Rathaus waren die Biebricher besonders Stolz. Es war 1876 auf der Grenze zwischen Biebrich und Mosbach errichtet worden. Doch die zahlreichen neuen Aufgaben einer modernen Stadtverwaltung lie\u00dfen das Rathaus schon nach kurzer Zeit aus allen N\u00e4hten platzen, so dass einige \u00c4mter sogar ausgelagert werden mussten. Erst als das Haus 1906 umgebaut worden war und einen Anbau erhalten hatte, war die Raumfrage endlich zufriedenstellend gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>G\u00fcnstige Verkehrm\u00e4\u00dfige Erschlie\u00dfung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verkehrsm\u00e4\u00dfig war Biebrich ausreichend angebunden. Vier Bahnh\u00f6fe geh\u00f6rten 1902 zur Stadt: der Rheinbahnhof, auf der Anh\u00f6he oberhalb des Zollamtes, der 1905 zur Wilhelm-Kalle-Stra\u00dfe zur\u00fcckverlegt wurde, die Bahnh\u00f6fe Curve (Biebrich-Ost) und Biebrich-West sowie die Station Chausseehaus im Biebricher Wald an der Aartalbahn gelegen (Zu Biebrich geh\u00f6rten damals gro\u00dfe Waldgebiete am Fu\u00dfe des Schl\u00e4ferskopf). Bedauerlich war allerdings, dass keine Schnellz\u00fcge hier anhielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die verkehrsm\u00e4\u00dfige Verbindung nach Wiesbaden war gut gel\u00f6st. Seit dem 18. Mai 1899 fuhr die Dampfbahn zwischen dem Rheinufer und der Station Beausite im Nerotal. Mit der Jahrhundertwende wurde sie von der elektrischen Stra\u00dfenbahn abgel\u00f6st. Die s\u00fcddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, die die Stra\u00dfenbahn betrieb, errichtete 1902\/03 ihren Betriebshof, das Depot (das heutige Galateazentrum). Auch nach Mainz bestanden mit der Stra\u00dfenbahn und den Lokalbooten gute Verbindungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Biebricher Hafen hatte damalsnoch eine viel gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als heute. Zun\u00e4chst nat\u00fcrlich f\u00fcr den Fremdenverkehr. Biebrich war auf der rechten Rheinseite die erste Dampferstation in Preu\u00dfen. Hier landeten alle Schiffe der beiden gro\u00dfen Rheindampferlinien, der K\u00f6ln-D\u00fcsseldorfer und der Niederl\u00e4nder. Von hier aus konnte man am bequemsten die internationalen Badeorte Wiesbaden, Langenschwalbach (Bad Schwalbach) und Bad Homburg sowie die Handels- und Messestadt Frankfurt am Main erreichen. Aber auch f\u00fcr eine gro\u00dfe Anzahl von G\u00fcterdampfern bildete Biebrich einen idealen Landeplatz, zumal ein K\u00f6nigliches Zollamt mit Lagerr\u00e4umen vorhanden war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biebrich &#8211; ein attraktiver Wohnort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Touristen war nicht nur das Biebricher Schlo\u00df eine gro\u00dfe Attraktion. Es war noch im Besitz des fr\u00fcheren Landesherrn, des Herzogs Adolph von Nassau, der 1866 nach dem Ende des preu\u00dfisch-\u00f6stereichischen Krieges seinen Thron verloren hatte, aber 1890 Gro\u00dfherzog von Luxemburg geworden war. Er hatte noch rege Kontakte zu seiner Geburtsstadt, und die Stadtv\u00e4ter hatten es sich nicht nehmen lassen, im Rathaus seine B\u00fcste neben der des neuen, preu\u00dfischen Landesherren aufzustellen. Auch der Schlo\u00dfpark &#8222;mit seinen wundervollen alten B\u00e4umen, seinen sattgr\u00fcnen Wiesenmatten, den Springbrunnen und Weihern sowie seiner epheuumsponnenen Ruine, der Mosburg&#8220; war ein Anziehungspunkt f\u00fcr Fremde und Einheimische.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Schlo\u00df beherrschte die 1859 bis 61 f\u00fcr das Nassauische J\u00e4gerkorps errichtete Rheinkaserne das Rheinufer; 1902 war dort die K\u00f6niglich Preu\u00dfische Unteroffiziersschule untergebracht. Sie galt der Lage nach als eine der sch\u00f6nsten Kasernen Deutschlands. Hinzu trat dann noch die neue evangelische Kirche, die Oranier-Ged\u00e4chtniskirche, f\u00fcr die gerade am 5. Oktober 1902 in feierlicher Weise der Grunstein gelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>So konnte damals unsere Stadt in einer Ortsbeschreibung ger\u00fchmt werden: &#8222;Die Stadtverwaltung im Verein mit der B\u00fcrgerschaft ist bestrebt, Wohnung und Aufenthalt in Biebrich immer freundlicher und behaglicher zu gestalten. Kanalisation, Wasserleitung, Elektrizit\u00e4ts- und Gaswerk ist in Ordnung. Die Stra\u00dfen sind sauber; h\u00fcbsche Pl\u00e4tze mit wohlgepflegten g\u00e4rtnerrischen Anlagen erfreuen das Auge. Auch der Tourist weilt gern hier und genie\u00dft, etwa nach einem Spaziergang durch den Schlo\u00dfpark oder einem erfrischenden Rheinbad, mit Behagen von einem der Wirtschaftsg\u00e4rten am Rhein aus den interessanten Anblick, den das best\u00e4ndig wechselnde Bild des Verkehrs auf dem breit dahinflutenden Rheinstrom gew\u00e4hrt. So erscheint Biebrich h\u00f6chst g\u00fcnstig gelegen f\u00fcr Verkehr, Handel, Gewerbe und nicht zum mindesten als Wohnplatz.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>II. Seit dem 1. Oktober 1926 Wiesbaden-Biebrich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als der Fu\u00dfball-Verein 1927 sein 25-j\u00e4hriges Jubil\u00e4um begehen konnte, warim kommunalen Leben Biebrichs ein tiefer Einschnitt eingetreten: Biebrich war nach Wiesbaden eingemeindet worden. Die einstige Stadt Biebrich am Rhein hatte ihre Selbst\u00e4ndigkeit verloren. Mit der Aufgabe der Selbst\u00e4ndigkeit ging eine erfolgreiche kommunale Geschichte zu Ende.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Biebricher Bev\u00f6lkerung, insbesondere bei vielen \u00c4lteren, wird dies auch heute noch oft bedauert. Man kann dann h\u00f6ren, der 1. Oktober 1926 sei ein &#8222;schwarzer Tag&#8220; gewesen, Wiesbaden habe damals Biebrich &#8222;geschluckt&#8220;, um an den Rhein zu gelangen und sich die Steuereinnahmen der Biebricher Industriewerke zu sichern. Biebrich h\u00e4tte die damalige finanzielle Krise auch aus eigenen Kr\u00e4ften \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Mit heute rund 40.000 Einwohnern k\u00f6nnte biebrich neben Wiesbaden und Mainz im Rhein-Main-Gebiet als selbst\u00e4ndige Stadt bestehen, so wie Hochheim oder Niedernhausen. Doch entspricht diese Ansicht nicht den historischen Gegebenheiten vor 75 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Seit 1895 Verhandlungen zur Eingemeindung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Eingemeindung Biebrichs nach Wiesbaden handelt es sich nicht um eine kurzfristige Entscheidung des Jahres 1926, sondern diese Frage zog sich \u00fcber einen Zeitraum von einem Vierteljahrhundert hin. Bereits 1895 hatte der damalige Biebricher B\u00fcrgermeister Rudolf Vogt die Eingemeindung nach Wiesbaden f\u00fcr w\u00fcnschenswert angesehen und entsprechende Verhandlungen mit dem Magistrat von Wiesbaden angeregt, weil eine zuk\u00fcnftige gedeihliche Entwicklung der beiden St\u00e4dte nur gemeinsam Erfolg haben w\u00fcrde. Damals hatte allerdings Wiesbaden kein Interesse an der Industriestadt am Rhein. Wiesbaden f\u00fcrchtete um seinen Ruf als Weltkurstadt. Als nach dem Ende des Ersten Weltkrieges erneut die Frage einer Eingemeindung auf der Agenda stand, wurde dies vom Wiesbadener Magistrat erneut abgelehnt. Doch waren es die katastrophalen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der Nachkriegszeit, die letztlich die beiden St\u00e4dte zum Handeln zwangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biebrich in finanzieller Notlage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadt Biebrich befand sich schon seit Jahren infolge der durch die Kriegs- und Nachkriegszeit verursachten Belastungen in einer schweren finanziellen Notlage. Die gro\u00dfen Industriewerke lagen nicht auf Biebricher Stadtgebiet, sondern in Am\u00f6neburg auf dem Gebiet des Volksstaates Hessen &#8211; bis 1918 Gro\u00dfherzogtum (Hessen-Darmstadt). Sie f\u00fchrten ihre Steuern nach Darmstadt bzw. nach Mainz ab. Demgegen\u00fcber hatte Biebrich als Wohnsitzgemeinde des gr\u00f6\u00dftenTeils der Arbeitnehmer alle Soziallasten zu tragen, die insbesondere durch die steigende Zahl der Arbeitslosen immer mehr anwuchsen. Au\u00dferdem war Biebrich durch die franz\u00f6sische Besatzungszone seit 1919 vom \u00fcbrigen Deutschen Reich abgetrennt. Dadurch waren die gesch\u00e4ftlichen Verbindungen der in Biebrich ans\u00e4ssigen Firmen stark zur\u00fcckgegangen, so dass auch hier die n\u00f6tigen Steuerzahlungen ausblieben. Dazu kam, dass das Verm\u00f6gen der Stadt durch die Kriegszeit, die Besatzungsma\u00dfnahmen und durch die Inflation total geschmolzen war; der Rest wurde schnell durch die sozialen Ma\u00dfnahmen aufgezehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich hatte Biebrich rund zwei Millione Mark Schulden. Eine Sanierung aus eigenen Kr\u00e4ften war unm\u00f6glich, zumal keine Hilfe von au\u00dfen, von der Reichsregierung bzw. dem preu\u00dfischen Finanzministerium, zu erwarten war. Es blieb nur die Vereinigung mit dem finanzst\u00e4rkeren Wiesbaden. So kam es im Dezember 1923 zum Abschluss des Eingemeindungsvertrages. Am 28. Oktober 1926 verabschiedete der Preu\u00dfische Landtag in Berlin das Gesetz \u00fcber die Erweiterung des Stadtkreises Wiesbaden. Damit war die Eingemeindung von Biebrich, Schierstein und Sonnenberg nach Wiesbaden r\u00fcckwirkend zum 1. Oktober 1926 vollzogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Eingemeindung Biebrichs nach Wiesbaden erhielt die Weltkurstadt ein Gemeinwesen mit modernster Infrastruktur. Unvoreingenommen gesehen war die Eingemeindung notwendig gewesen, nachteilig wirkte sich allerdings aus, dass nach und nach das kommunalpolitische Eigenleben Biebrichs immer mehr zur\u00fcckging.<\/p>\n\n\n\n<p>Da jetzt eine stabile W\u00e4hrung vorhanden war, es auch alle Materialien zu haben gab, konte die Bauwirtschaft in gro\u00dfem Stil t\u00e4tig werden. Gro\u00dfe Hilfe bot auf diesem Gebiet besonders der Marshsallplan, mit dessen Unterst\u00fctzung der soziale Wohnungsbau erst richtig begonnen werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich wurden zun\u00e4chst die vorhandenen Altbaugebiet durch Neubauten abgerundet und die teilweise stark zerrissenen Ortsr\u00e4nder durch eine geordnete Bebauung organisch geschlossen. Dieser Abschnitt begann 1950, als in der Gartenstra\u00dfe (August-Wolff-Stra\u00dfe) und Elise-Kirchner-Str\u00dfe sowie in der Karlstra\u00dfe (Teplitzstra\u00dfe) und der Pf\u00e4lzerstra\u00dfe Wohnbauten errichtet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1954 wurde dann das freie Feld hinter dem Stra\u00dfenbahndepot sowie das Ackergel\u00e4nde an der Frankfurterstra\u00dfe (Breslauer Stra\u00dfe) als reines Wohngebiet bebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Ende der 50er Jahre das in unmittelbarer N\u00e4he gelegene Baugel\u00e4nde ersch\u00f6pft war, bem\u00fchte man sich um neue Erschlie\u00dfungsgebiete. So entstanden in den 60er Jahren auf der Adolfsh\u00f6he und auf dem Gr\u00e4selberg zwei neue Wohngebiete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einwohnerzahl war in den 50er Jahren von 34.278 (1953) auf 37.727 (1958) gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ortsbeirat und Ortsverwaltung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem demokratischen Neubeginn nach dem Ende des so genannten Dritten Reiches blieb Biebrich weiterhin Stadtteil von Wiesbaden. Ein Wiedererlangen der Selbst\u00e4ndigkeit wurde damals nicht ernsthaft erwogen. Im Biebricher Rathaus wurde erneut eine Verwaltungsstelle eingerichtet, die zahlreiche Aufgaben zu erf\u00fcllen hatte. Erster Verwaltungsstellenleiter war Heinrich Neusel. Ab 1. Oktober 1949 leitete Jakob Oswald die Verwaltungsstelle.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Einf\u00fchrung eines Ortbeirats erhielten die Biebricher wieder eine Art &#8222;Gemeinderat&#8220;: Zwar wurden die Mitglieder zun\u00e4chst nicht direkt gew\u00e4hlt (dies war erst ab 1972 m\u00f6glich), sondern sie wurden von der Stadtverordnetenversammlung bestimmt. Dennoch bestand nunmehr eine Institution, die Vorschl\u00e4ge und Anregungen bei den st\u00e4dtischen K\u00f6rperschaften einbringen konnte und au\u00dferdem f\u00fcr die kleineren und gr\u00f6\u00dferen Sorgen der B\u00fcrger ein offenes Ohr hatte. Erster Vorsitzender des Ortsbeirats war Christian Krau\u00df (CDU). Ihm folgte von 1950 bis 1956 Jakob Spitzer (CDU). Nach dessen pl\u00f6tzlichem Tod trat Martin H\u00f6rner (SPD) bis 1968 an die Spitze des Ortsbeirats.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>III. Jahre des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das 50j\u00e4hrige Jubil\u00e4um fand in einer Zeit Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg statt. Eines der wichtigsten Probleme in dieser Zeit war die L\u00f6sung der Wohnungsnot. Zwar blieb Biebrich im Zweiten Weltkrieg das Schicksal anderer St\u00e4ste wie Mainz , Gie\u00dfen oder Darmstadt mit einer Totalzerst\u00f6rung erspart, dennoch waren im Stadtgebiet durch Bombenangriffe 106 Geb\u00e4ude v\u00f6llig zerst\u00f6rt worden, \u00fcber 800 Wohnungen ausgebombt. Hinzu kamen zahlreiche Familien, die nach der Bestetzung Biebrichs durch amerikanische Truppen ihre H\u00e4user und Wohnungen auf der Adolfsh\u00f6he f\u00fcr die Unterbringung der Besatzungssoldaten hatten r\u00e4umen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders prek\u00e4r wurde die Situation, als Fl\u00fcchtlingsfamilien ankamen, die nach den Beschl\u00fcssen der Potsdamer Konferenz aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden waren. Waren am 1. Mai 1946 beim \u00f6ffentlichen Wohnungsamt 325 Wohnungssuchende mit zusammen 1113 Personen gemeldet, so standen wenig sp\u00e4ter etwa 5000 Fl\u00fcchtlinge vor den Toren der Stadt, die untergebracht werden mussten. Die Menschen mussten also noch mehr zusammenr\u00fccken, Waschk\u00fcchen und Gartenh\u00fctten wurden damals zu Notquatieren. Biebrichs Einwohnerzahl stieg von 27.995 (1946) in vier Jahren auf 32.512 (1950).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit zun\u00e4chst bescheidenen Mitteln ging man gemeinsam ans Aufbauen. Dazu z\u00e4hlte zun\u00e4chst einmal der Ausbau zahlreicher Dachgeschosse. Erste Neubauten entstanden 1946 auf st\u00e4dtischem Gel\u00e4nde an der Schulstra\u00dfe (heute Wilhelm-Tropp-Stra\u00dfe).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Aufbruch nach der W\u00e4hrungsreform<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der W\u00e4hrungsreform im Jahre 1948 begann dann die eigentliche Epoche des Aufbaus und der Stadterweiterung. Am 21. Juni 1948 trat das Gesetz \u00fcber die neue W\u00e4hrung &#8211; Deutscche Mark genannt &#8211; in Kraft. Von einem Tag auf den anderen war die Reichsmark f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4rt worden.Die naoch in Umlauf befindlichen Banknoten, M\u00fcnzen und Briefmarken waren auf einmal nur noch ein zehntel ihres Nennwertes wert. Jeder Einwohner erhielt einen Kopfbetrag von 60 DM im Umtausch gegen 60 RM; 40 DM wurden sofort, die restlichen 20 DM einen Monat sp\u00e4ter ausgezahlt. Die neue W\u00e4hrung bewirkte ein Wunder. Auf einmal war in den Gesch\u00e4ften alles zu haben, was bisher nur unter gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten &#8222;beschafft&#8220; werden konnte. Doch war die Bev\u00f6lkerung mit der Ausgabe des neuen Geldes sehr Zur\u00fcckhaltend, da keiner wusste, wann die n\u00e4chste Auszahlung erfolgen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>IV. Neue Impulse f\u00fcr das Biebricher Vereinsleben in den 70er Jahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als 1977 der BFV 02 75 Jahre geworden war, hatte sich eine neue Situation ergeben<\/p>\n\n\n\n<p>Die 60er Jahre waren f\u00fcr das Vereinswesen eine Zeit des Niedergangs. Nach einem regen Vereinsleben in der Nachkriegszeit war pl\u00f6tzlich eine Zeit der Depression angebrochen. Noch in den 50er Jahren belebten die Orchester und Gesangsvereine mit ihren Konzerten die Wintermonate in Biebrich, und auch die Tabellenpl\u00e4tze der Sport- und Turnvereine zeigten, dass das sportliche Leben mehr von Vereinsinteressen als von pers\u00f6nlichen Vorteilen der Aktiven gepr\u00e4gt war. Dieses rege Vereinsleben ging in den 60er Jahren zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnd f\u00fcr diesen R\u00fcckgang sind wohl weniger in den Vereinen selbst zu suchen, sondern eher von au\u00dfen herangetragen worden. Damals war der Aufbau in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft nach dem totalen Zusammenbruch von 1945 endg\u00fcltig abgeschlossen. Die Wirtschaft stand in voller Bl\u00fcte. Doch die Menschen waren auf einmal tr\u00e4ge geworden, und das insbesondere im Hinblick auf die Zeit nach Feierabend in den Betrieben. Aktive Freizeitgestaltung war auf einmal zu einem Fremdwort geworden. Insbesondere hatte das &#8222;Pantoffelkino&#8220; jegliche Aktivit\u00e4ten abgew\u00fcrgt. Durch das Fernsehen war auf einmal die ganze Welt ins eigene Wohnzimmer gekommen, und da war es dann v\u00f6llig m\u00fc\u00dfig, den Fu\u00df vor die T\u00fcr zu setzen, um selbst aktiv zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Vereine konnten damals ihre T\u00e4tigkeit nicht mehr fortsetzen. Eigene Veranstaltungen waren zu einem finanziellen Risiko geworden. Man musste neue Wege suchen, um in der Zukunft weiter bestehen zu k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr boten sich einerseits Zusammenschl\u00fcsse an, andererseits war aber auch die Verbessrung der Organisation der Vereine vor Ort gefragt, um eine Koordinierung der Vereinsarbeit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die 1100-Jahrfeier Biebrichs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So kam es am 3. Januar 1969 in Biebrich zur Gr\u00fcndung eines Vereinsrings. Erster Vorsitzender wurde der Initiator Karl Carius. Als Beisitzer f\u00fcr die Fu\u00dfballvereine wurde Erwin M\u00fcller (BFV 02) gew\u00e4hlt. Eine wichtige Aufgabe f\u00fcr den Vereinsring war die Durchf\u00fchrung der 1100-Jahrfeier Biebrichs 1974.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die hierf\u00fcr erforderlichen Aktivit\u00e4ten auf eine breite Grundlage zu stellen, wurde eine eigene Arbeitsgemeinschaft gegr\u00fcndet, der nicht nur der Ortsvereinsring, sondern auch der Ortsbeirat, die Kirchen, die politischen Parteien und alle Vereine und Verb\u00e4nde angeh\u00f6rten, die bisher dem Vereinsring nicht angeh\u00f6rt hatten. Horst Seilberger (BFV 02) vertrat dort die Interessen des Sports. Ein H\u00f6hepunkt war sicher der Festumzug durch die Stra\u00dfen Biebrichs. Es war ein denkw\u00fcrdiger Tag, an dem Deutschland zum zweiten Mal Weltmeister wurde &#8211; unter der Beteiligung von J\u00fcrgen Grabowski, dem die Biebricher am Schlo\u00df ein herzliches Willkommen bereiteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 1100-Jahrfeier war in der Tat ein voller Erfolg. Von ihr gingen sehr viele Impulse aus, die das gesellschaftliche Leben Biebrichs v\u00f6llig ver\u00e4nderten. Die Hinwendung zur eigenen Geschichte gab Biebrich und den Biebrichern ein neues Gef\u00fchl der Identit\u00e4t. Die Erinnerung an die Vergangenheit f\u00fchrte zu einem neuen Selbstbewusstsein. Die 1100-Jahrfeier hat dazu gef\u00fchrt, dass Vereine und Verb\u00e4nde ihre Geschichte wieder entdeckt haben und es deshalb in den folgenden Jahren zu zahlreichen weiteren Gedenkveranstaltungen gekommen ist. Auch das Biebricher Schlo\u00df ist damals f\u00fcr die Biebricher &#8222;wieder entdeckt&#8220; worden. Seit der gro\u00dfen Heimatausstellung im Schlo\u00df, die von \u00fcber 30.000 B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern besucht wurde, wird das Schlo\u00df von den Vereinen als &#8222;gut Stubb Biebrichs&#8220; genutzt und steht allen offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 1000-Jahrfeier Mosbachs im Jahre 1991 hat erneut die gute Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in Biebrich gezeigt und die Identifikation der Bev\u00f6lkerung mit ihrem Stadtteil gest\u00e4rkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gr\u00fcndung der AG Biebricher Vereine und Verb\u00e4nde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem gro\u00dfen Jubil\u00e4umsjahr ist aus der Arbeitsgemeinschaft Biebricher &#8222;1100 Jahr Biebrich &#8220; 1975 die Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verb\u00e4nde hervorgegangen, die heute \u00fcber 100 Mitgliedsvereine umfasst. Die enge Verbindung zwischen dem BFV und der AG wird durch die Mitgliedschaft von Horst Klee im Beirat gew\u00e4hrleistet. Neben dem Neujahrsempfang im Biebricher Schlo\u00df, dem Maisingen der Gesangsvereine, den Kulturtagen im Herbst, der Kranzniederlegung am Volkstrauertag, der Nikolausbescherung unter dem Weihnachtsbaum steht seit 1979 das Mosburgfest im Mittelpunkt der Aktivit\u00e4ten der AG. Das Mosburgfest ist ein Fest der Biebricher f\u00fcr die Biebricher. Hier wird den Vereinen Gelegenheit gegeben, sich den B\u00fcrgern vorzustellen. Hier haben die Vereine auch die Gelegenheit, ihre Vereinskasse aufzubessern. Von Anfang an war auch der Biebricher Fu\u00dfballverein mit einem gro\u00dfen Stand an diesem Fest beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>V. Integration von Ausl\u00e4ndern und Partnerschaft zur Wirtschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als der BFV 1992 die 90-Jahrfeier beging, wurden zwei Dinge besonders hervorgehoben: die integrative Jugendarbeit des Vereins und die enge Partnerschaft zwischen Verein und Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum ein anderer Stadtteil Wiesbadens weist eine solch internationale Pr\u00e4gung auf wie Biebrich. So waren 1974 rd. 2000 Ausl\u00e4nder in Biebrich ans\u00e4ssig. Die H\u00e4lfte davon waren Griechen; zahlenm\u00e4\u00dfig folgten T\u00fcrken, Jugoslawen, Italiener und Portugiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar kann heute im Stra\u00dfenbild festgestellt werden, dass sie eigene Gesch\u00e4fte und Dienstleistungsbetriebe haben, wobei sie mehr oder weinger ehemals alteingesessene Familienbetriebe abgel\u00f6st haben, doch ist die Frage der Integration der Familien bis heute noch nicht gel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausnahmen bilden die Gastwirte, die gesellschaftliche Anerkennung gefunden haben, sowie Mitglieder von politischen Parteien, die sogar in den Ortsbeirat gew\u00e4hlt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem ist festzustellen, dass sich Griechen und T\u00fcrken in Biebrich gewisserma\u00dfen nur in ihren jeweils eigenen Kreisen wohlf\u00fchlen. So haben die Griechen etwa ihr Zentrum in ihrer eigenen Kirche, die durch den Umbau des fr\u00fcheren Adler-Kinos eingerichtet worden ist. Auch die T\u00fcrken haben eigene Treffpunkte, etwa in ihrem Fu\u00dfballverein. Dessen ungeachtet ist es der BFV 02, der in unserem Stadtteil praktische Integrationsarbeit leistet. Sind doch \u00fcber 60 Prozent der Jugendspieler (t\u00fcrkischer, griechischer, italienischer und anderer Abstammungen).<\/p>\n\n\n\n<p>In der Jugendabteilung des BFV finden junge Ausl\u00e4nder im Spiel um Punkte und Tore zusammen. Durch das gemeinsame Spiel ist zu erwarten, dass auch unter den verschiedenen Landsmannschaften Gemeinschaft entsteht und dies nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch \u00fcber das Spielfeld hinaus. Auch das alle zwei Jahre stattfindende Fu\u00dfballtunier unter Beteiligung mehrerer ausl\u00e4ndischer Vereine tr\u00e4gt dazu bei, bei den jugendlichen Teilnehmern das Bewusstsein f\u00fcr ein Leben in einem gemeinsamen Haus Europa zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die enge Verbindung des Vereins zu dem bedeutendsten Industriewerk Biebrichs, dem Werk Kalle-Albert der h\u00f6chst AG, hob in der Festschrift der Werksleiter Dr. Peter Goebel hervor. Durch gezielte Unterst\u00fctzung der Vereinsarbeit soll Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>VI. Ausblick in die Zukunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn in diesem Jahr das 100-j\u00e4hrige Bestehen gefeiert wird, so kann zun\u00e4xchst eimal mit Stolz zur\u00fcckgeblickrt werden, auf das, was der Verein in diesen 100 Jahren geleistet hat. Von der Gr\u00fcndung im Kaiserreich \u00fcber die Weimarer Republik und die Diktatur des Dritten Reichs zur demokratischen Ordnung der Bundesrepublik l\u00e4sst sich ein weiter Bogen schlagen, in dem der Verein gute und schlechte Zeiten erlebt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie schnell allerdings \u00c4nderungen eintreten k\u00f6nnen, beweist die Tatsache, dass das Werk Kalle-Albert, vor zehn Jahren enger Partner des Vereins, nicht mehr besteht. Dort wo in beiden Betrieben einmal 11.000 Menschen besch\u00e4ftigt waren, existiert nur noch ein Industriepark mit mehr als zehn Betrieben und Unternehmen, in denen noch nicht einmal die H\u00e4lfte von einst Arbeit findet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn mann bedenkt, dass 1974 einmal fast 20.000 Menschen an der Rheinfront t\u00e4tig waren, dann zeigt sich, welche Verluste an Arbeitspl\u00e4tzen in Biebrich inzwischen eingetreten sind. Trotz dieser negativen wirtschaftlichen Entwicklung ist Biebrich in den vergangenen Jahren zu einem attraktiven Wohnort geworden. Nicht nur hochwertige Wohnanlagen sind am Rheinufer entstanden, sondern auch gut geschnittene Einfamilienh\u00e4user.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das gesellschaftliche Leben entwickelte sich weiter. Neben der Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verb\u00e4nde hat sich eine Interessengemeinschaft f\u00fcr Handel und Gewerbe gebildet, die Initiativen einleitet, u\u00b4m das Biebricher Gesch\u00e4ftsleben attraktiver zu gestalten und um daf\u00fcr zu sorgen, dass der Ortskern Biebrichs im Hinblick auf die Einkaufszentren auf der gr\u00fcnen Wiese nicht &#8222;ausblutet&#8220;. Auch die im Ortsbeirat vertretenen Parteien versuchen \u00fcber das politisch Trennende hinweg, gemeinsam zum Wohle der Interessen Biebrichs zusammenzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwierige Perspektiven gibt es f\u00fcr die \u00f6rtlichen Vereine. Auf der einen Seite steht die Eigenst\u00e4ndigkeit der Vereine, die meist auf eine lange Tradition zur\u00fcckblicken k\u00f6nnen, auf der anderen Seite besteht der Zwang zusammenzugehen, um weiterhin existieren zu k\u00f6nnen. Viele beklagen das Fehlen von Nachwuchs, au\u00dferdem wird der R\u00fcckgang des ehrenamtlichen Engagements festgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ohne Nachwuchs und ohne Ehrenamt wird kein Verein die kommenden Jahre \u00fcberdauern k\u00f6nnen. So gilt es, junge Leute an die Vereine heranzuf\u00fchren, sie in die Vereinsfamilie einzubinden und ihnen nach und nach Verantwortung zu \u00fcbertragen. Nur so k\u00f6nnen unsere Vereine weiterbestehen. In diesem Sinne ist der BFV 02 seit Jahren erfolgreich t\u00e4tig. Der Vorstand hat vorausschauend daf\u00fcr gesorgt, dass die Zukunft des Vereins auch im n\u00e4chsten Jahrhundert gesichert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Rolf Faber<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>100 Jahre Biebricher Fu\u00dfballverein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Geburtsstunde des modernen Fu\u00dfballspiels wird auf den 26. Oktober 1863 datiert, als man in London die &#8222;Football Association&#8220; gr\u00fcndete und dabei erstmals versuchte, allgemeinverbindliche Spielregeln auszuarbeiten. Hierbei lautete die wichtigste Regel:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ein Tor ist erzielt, wenn ein Ball durchs Tor gebracht worden ist oder unter die Torlatte, ohne dass er getragen oder mit der Hand geschlagen wurde.&#8220; Niemand konnte damals auch nur im Entferntesten ahnen, dass das Fu\u00dfballspiel damit seinen Siegeszug zun\u00e4chst in Europa und danach bis zum Ende des 20. Jahrhunderts in der ganzen Welt antreten konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste offizielle L\u00e4nderspiel zwischen Deutschland und England fand 1899 in Berlin statt und endete 2:13. Die Dominanz der Briten um die Jahrhundertwende zeigte sich auch in den Zuschauerzahlen: Das im Gr\u00fcndungsjahr des Biebricher Fu\u00dfballvereins 1902 ausgetragene Wiederholungsspiel des Cup-Finales zwischen Sheffield und Southampton besuchten damals 130.000 begeisterte Zuschauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich war es daher nur eine Frage der Zeit, dass man auch in unseren Heimatort Biebrich zunehmend beobachten konnte, wie sich auf Schulh\u00f6fen, Rasenfl\u00e4chen und Exerzierpl\u00e4tzen mehr und mehr begeisterte Jugendliche und junge M\u00e4nner zusammenfanden, um dem runden Leder nachzujagen. Anfangs am\u00fcsierte man sich hier\u00fcber, denn niemand konnte ja auch nur im Entferntesten ahnen, welch sensationellen und gewaltigen Aufschwung &#8222;K\u00f6nig Fu\u00dfball&#8220; auch bei uns nehmen w\u00fcrde. Niemand war sich dar\u00fcber im klaren, dass sich hier eine neue Sportart entwickelte, die sp\u00e4ter Millionen von Menschen aller Altersgruppen in ihren Bann ziehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem sich relativ rasch \u00fcberall im Deutschen Reich die ersten Fu\u00dfballvereine konstituiert hatten, und man begonnen hatte, diese Vereine nach Klassen und Bezirken einzuteilen, fanden sich auch hier in Biebrich bald ein paar tatkr\u00e4ftige junge Burschen mit Organisationstalent, deren Ziel die Gr\u00fcndung des ersten Biebricher Fu\u00dfballvereins war.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 10. November 1902 war es dann soweit: Man traf sich im Restaurant &#8222;Deutscher Kronprinz&#8220;, w\u00e4hlte einen Vorstand und entschied sich f\u00fcr die Vereinsfarben blau und wei\u00df. Die &#8222;M\u00e4nner der ersten Stunde&#8220; waren Heinrich Schwalbach, der zum 1. Vorsitzenden gew\u00e4hlt wurde, Ludwig M\u00fcller, August Maus und Franz Ries. Etwas sp\u00e4ter kamen noch Johann Helbach, Karl Steinborn und auch Fritz Heep hinzu. In unserer Festschrift anl\u00e4sslich des 20-j\u00e4hrigen Vereinsbestehens wurden die Gr\u00fcndungsaktivit\u00e4ten sehr emotional beschrieben und gew\u00fcrdigt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Im Jahre 1902 besuchten unsere jetzigen Vorstandsmitglieder, die Herren H. Schwalbach und L. M\u00fcller, zur Aus\u00fcbung ihrer Berufspflicht die Kunstgewerbeschule in Wiesbaden. Bei ihrem Wege von und nach der Schule sahen sie mit sehns\u00fcchtigem Verlangen dem Spielen und Treiben der Fu\u00dfballabteilung der Turngemeinschaft Wiesbaden zu und wurde in ihnen der Wunsch erweckt, selbst in ihrer Vaterstadt mit gleichaltrigen Kameraden den Fu\u00dfballsport zu betreiben. Gest\u00e4rkt in ihrem Vorhaben wurden Obengenannte noch dadurch, dass sie durch den pers\u00f6nlichen Umgang mit Mitgliedern der Turngesellschaft Wiesbaden in das innere Wesen und den Geist, der die Aktiven des Fu\u00dfballsports beseelte, eingeweiht wurden. Als Gr\u00fcndungstag kann man wohl den Tag bezeichnen, an dem das Mitglied W. Ohlemacher zu einem sehr niedrigen Preise einen gebrauchten Rugby-Ball erstanden hat. Als erster Spielplatz wurde die heutige Kasteler Landstra\u00dfe benutzt, nachdem sich einige begeisterte Anh\u00e4nger des damals noch verspottetenund stark bek\u00e4mpften Fu\u00dfballsports zusammengefunden hatten. Mit gewisser jugendlicher Scheu und Beklommenheit wurde das Restaurant &#8222;Deutscher Kronprinz&#8220; Ecke Garten- und Kaiserstra\u00dfe zwecks Abhaltung der Gr\u00fcndungsversammlungam 10. November 1902 betreten. In dem Lokale selbst herrschten Voreingenommenheit und Verst\u00e4ndnislosigkeit f\u00fcr das Bestreben dieser Sportsanh\u00e4nger. Nach \u00dcberwindung weiterer Schwierigkeiten konnte die Gr\u00fcndungsversammlung vonstatten gehen, an der die Herren H. Schwalbach, L. M\u00fcller, A. Maus, K. Seifert, W. Weber, F. Ries, W. Ohlemacher, F. Weitzel und M. Jost teilnahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser heute nicht mehr ganz nachvollziehbaren Ressentiments gegen\u00fcber der neuen Sportart wuchs die Zahl der Mitglieder rasch an, und schon bald war der Biebricher Fu\u00dfballverein der dritte gro\u00dfe Verein in Wiesbaden neben dem Wiesbadener FC 1900 und der Fu\u00dfballriege der Turngesellschaft 1889, aus der sich sp\u00e4ter der Sportverein Wiesbaden entwickelte. Nachdem man von der damals noch selbst\u00e4ndigen Stadt Biebrich ein Spielfeld und eine Spielgenehmigung erhalten hatte, wurden die ersten Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus Wiesbaden, Mainz, Bingen und Frankfurt ausgetragen. Bereits zwei Jahre nach der Gr\u00fcndung, im Herbst 1904 trat man dem S\u00fcddeutschen Fu\u00dfballverband bei und erhielt damit die Berechtigung an den offiziellen Verbandsspielen teilzunehmen. Selbstverst\u00e4ndlich musste unsere Mannschaft in der untersten Klasse &#8211; damals der C-Klasse &#8211; beginnen. Doch bereits im ersten Jahr errang sie den Meistertitel in stieg in die B-Klasse auf. In der Folgezeit kam es &#8211; bedingt durch die unruhige innenpolitische Situation &#8211; zu st\u00e4ndigen Neugruppierungen in den Verb\u00e4nden, so dass ab etwa 1910 die Biebricher zusammen mit Wiesbadener, Frankfurter und Offenbacher Vereinen in der sogenannten &#8222;Liga&#8220; um die Punkte k\u00e4mpften.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit herrschte in unserem Verein eine sportliche Bet\u00e4tigung. Man spielte mit mehreren Mannschaften und nahm au\u00dferdem &#8211; haupts\u00e4chlich in den Sommermonaten &#8211; auch mit gro\u00dfem Erfolg an den Leichtathletikwettk\u00e4mpfen teil.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aktivit\u00e4ten fanden 1914 mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein j\u00e4hes Ende: Der Vereinsbetrieb ruhte v\u00f6llig, und von den insgesamt 130 Mitgliedern waren nur ganz wenige zu Hause geblieben. Sie waren es aber, die bis 1916 wieder eine kampfstarke Mannschaft aufbauten und sogar im Jahre 1918 erneut die Meisterschaft erringen konnten. Diese Mannschaft geh\u00f6rte damals zu den st\u00e4rksten Vereinen im S\u00fcdwesten Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>1918, nach Beendigung des Krieges, dem 23 Mitglieder zum Opfer fielen, wurde das Vereinsgeschehen neu geordnet. Man w\u00e4hlte einen neuen Vorstand, stellte mehrere Mannschaften zusammen und erhielt die Erlaubnis, auf einem neuen, gro\u00dfz\u00fcgig angelegten Sportplatz, dem Dyckerhoff-Platz, zu spielen. Der anf\u00e4ngliche Schwung und die Begeisterung wurden aber durch die in Wiesbaden und Umgebung stationierten Besatzungstruppen getr\u00fcbt, die unser Sportfeld f\u00fcr ihre eigenen sportlichen und milit\u00e4rischen Zwecke in Anspruch nahmen. Nicht selten kam es dabei zu ernsten Zusammemst\u00f6\u00dfen. Und wie gef\u00e4hrlich das Fu\u00dfballspielen damals war, zeigt die Tatsache, dass es in einem Falle sogar zu Freiheitsstrafen dreier Vereinsmitglieder durch das franz\u00f6sische Milit\u00e4rgericht kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer erneuten Neueinteilung der Spielgruppen kam unsere Mannschaft zwei Jahre nach Kriegsende wieder in die oberste Spielklasse und k\u00e4mpfte im Bezirk Rhein-Hessen-Saar&#8220; gegen damals sehr renommierte Vereine wie Mainz 05, FV Saarbr\u00fccken, Borussia Neunkirchen, Wormatia Worms, FC Pirmasenes, Trier 05 und SV Wiesbaden um die Meisterehre. Leider musste man bereits nach einem Jahr Zugeh\u00f6rigkeit zu dieser Klasse wieder absteigen und spielte nun f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit in der zweiten Spielklasse, wo man allerdings regelm\u00e4\u00dfig in der Spitzengruppe zu finden war.<\/p>\n\n\n\n<p>1927 wurde das 25-j\u00e4hrige Bestehen des Vereins w\u00fcrdig gefeiert. Leichtathletische Wettk\u00e4mpfe, Jubil\u00e4umsfu\u00dfballspiele, Werbez\u00fcge und ein gro\u00dfer Abschlussball fanden den ungeteilten Beifall der Biebricher B\u00fcrger und trugen dazu bei, den Verein auch auf kuturellem Sektor beliebt und attraktiv zu machen. In den folgenden Jahren bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges besa\u00df der Biebricher Fu\u00dfballverein ein bew\u00e4hrtes Gremium um den damaligen 2. Vorsitzenden Wilhelm Klee, der es verstand, bunte und gesellige Feste zu arrangieren, z.B. Weihnachtsfeiern, Maskenb\u00e4lle und Dampferfahrten. Es wurde nicht nur Fu\u00dfball gespielt, sondern es fanden sich auch andere kleine Abteilungen f\u00fcr Handball, Schwimmen, Faustball und Tischtennis zusammen. Ja sogar eine vereinseigene Gesangsgruppe, die allerdings nach dem Krieg nicht wieder aufgebaut wurde, erfreute die Mitglieder zu den verschiedenen Anl\u00e4ssen. Alle diese Aktivit\u00e4ten f\u00fchrten nat\u00fcrlich zu einer stetigen Aufw\u00e4rtsentwicklung, die sich in einem rapiden Ansteigen der Mitgliederzahl und zahlreichen sportlichen Erfolgen niederschlug.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine erneute Umstrukturierung der Verb\u00e4nde im Zusammenhang mit den politischen Ver\u00e4nderungen von 1933 f\u00fchrte vor\u00fcbergehend dazu, dass unsere Mannschaft in der dritten Klasse des S\u00fcdwestgaues spielen musste. Im Laufe der Jahre hatte man aber durch intensive Jugendarbeit eine spielstarke Mannschaft mit technisch versierten Spielern aufgebaut. Allen voran Christel Kraus, der sogar zum Kader der vom Reichstrainer Herberger betreuten Nationalmannschaft geh\u00f6rte. Diese Mannschaft erk\u00e4mpfte sich gleich im ersten Jahr den Meistertitel und kehrte damit in den Kreis der gewohnten zweiten Klasse zur\u00fcck. 1938 scheiterte man in der Pokalrunde mit einem 4:6 knapp an dem damaligen Erstligisten FSV Frankfurt, der daraufhin bis ins Endspiel kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Wiederum bewirkten die Kriegsjahre bis 1945 eine deutliche Stagnation im Vereinsgeschehen. Au\u00dferdem war der Dyckerhoffplatz durch Bomben v\u00f6llig zerst\u00f6rt worden, so dass an das Fu\u00dfballspielen vorerst nicht zu denken war. Nachdem aber Christian Kraus, der Vater des im Kriege gefallenen Christel, die Vereinsleitung \u00fcbernommen hatte, ging es innerhalb k\u00fcrzester Zeit wieder aufw\u00e4rts. Man spielte zwei Jahre in der Landesliga zusammen mit Mannschaften wie SV Wiesbaden, Rot-Wei\u00df Frankfurt, Neu-Isenburg, VfB Friedberg, Darmstadt 98 und Arheilgen. Wie zuvor brachte aber eine Neugruppierung der Ligen bald einen erneuten R\u00fcckschlag, und unsere Mannschaft musste in die Bezirksklasse absteigen. Zweimal wurde der Aufstieg nach einem zweiten Platz knapp verpasst: einmal schaffte es der Sportverein Wiesbaden, und beim zweiten Male Opel R\u00fcsselsheim. Der erhoffte Wiederaufstieg gelang erst vierJahre nach unserem 50- j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um in der Saison 1956\/57, als wir mit gro\u00dfem Vorsprung Bezirksmeister wurden und nach dramatischen Spielen in einer Aufstiegsrunde gegen die SKG Sprendlingen un den BC Sport Kassel erfolgreich blieben. Dank der Heimst\u00e4rke der Mannschaft und ihres Trainers und ehemaligen Spielers Heinz Przybilla wurden die ersten kritischen Jahre in der Amateurliga Hessens heil \u00fcberstanden. Bald war man Stammgast in Hessens &#8222;guter Stube&#8220; und hatte meist einen sicheren Platz in der Tabellenmitte inne. Man besa\u00df einen engagierten und \u00fcber Jahre kontinuierlich arbeitenden Vorstand, der vor allem der Nachwuchsf\u00f6rderung besondere Aufmerksamkeit widmete.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fr\u00fcchte dieser Arbeit zeigten sich zum ersten Mal 1962, als unsere A-Jugend mit J\u00fcrgen Grabowski als Spielmacher und Kurt Klein als Trainer hinter dem KSV Hessen Kassel, dem man sich im Endspiel knapp beugen musste, hessischer Vizemeister wurde. Die Spieler dieser Mannschaft bildeten f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre den erfolgreichen Stamm des wegen seiner technischen und spielerischen Qualit\u00e4ten \u00fcberall gef\u00fcrchteten aber auch beliebten Hessenligateams um Klier und Grabowski, die als Amateurnationalspieler unseren Verein \u00fcber die Grenzen des Landes hinaus bekannt machten.<\/p>\n\n\n\n<p>Von ganz besonders gro\u00dfem Interesse waren Anfang der 60er Jahre vor allem die reizvollen, in der Regel recht torreichen und zum Teil dramatischen Lokalderbys gegen den SV Wiesbaden, Germania Wiesbaden und die Fvgg Kastel 06.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Spiele fanden seinerzeit eine riesige Resonanz beim Wiesbadener Publikum, und Zuschauerzahlen zwischen 5.000 und 10.000 (!) brachten nat\u00fcrlich auch eine Menge Geld in die Vereinskasse. So konnte auch nach dem Weggang von Klier und Grabowski ins Lager des bezahlten Fu\u00dfballs eine stabile und kampfkr\u00e4ftige Mannschaft erhalten werden, welche allerdings nie mehr das hohe spielerische Niveau wie zuvor erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie man sp\u00e4ter erkannte, bahnte sich allerdings bereits in dieser Zeit eine Wende zum Negativen hin an. Vor allem die Nachwuchsspieler, deren Chance auf einen Stammplatz in den oberen Mannschaften damals nicht allzu gro\u00df war, wechselten zu anderen Vereinen. Die musste zwangsl\u00e4ufig zu einer \u00dcberalterung der ersten Mannschaft f\u00fchren. Aber auch sp\u00e4ter, als nach und nach Positionen freiwurden, vers\u00e4umte man es, entwicklungsf\u00e4hige Talente aus den eigenen Reihen gezielt einzusetzen. Stattdessen gab man erfahrenen \u00e4lteren Spielern aus anderen Klubs den Vorzug. Zwar konnte die Hessenliga so noch einige Jahre gehalten werden, letzlich aber war der Abstieg in die Gruppenliga im Jahre 1968 &#8211; nach elf Jahren Zugeh\u00f6rigkeit zur obersten Amateurklasse &#8211; vorprogrammiert und nicht mehr zu vermeiden. Zudem war das Interesse des durch die erfolgreichen Jahre sehr verw\u00f6hnten Biebricher Fu\u00dfballpublikums zunehmend geringer geworden, und man musste mehr und mehr die finanziellen Reserven anzapfen. Die str\u00e4fliche Vernachl\u00e4ssigung der Aufbau- und Jugendarbeit machte sich nun erst bemerkbar: erfolgversprechende Nachwuchskr\u00e4fte waren \u00e4u\u00dferst d\u00fcnn ges\u00e4t oder bereits zu anderen Vereinen abgewandert. So blieb dem damaligen Vorstand erneut keine andere Wahl, als Spieler aus Nachbarvereinen anzuwerben und zu versuchen, sie zu einem homogenen Mannschaftsgef\u00fcge zusammenzuschwei\u00dfen. Ein solches Vorhaben gelang aber &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; erst zu einem so sp\u00e4ten Zeitpunkt, dass an einen Wiederaufstieg nicht mehr zu denken war. Im Gegenteil: nach f\u00fcnf Jahren Gruppenligazugeh\u00f6rigkeit erteilte uns 1973 erneut das bittere Los des Abstiegs in die Bezirksliga und gleich im Jahr darauf, 1974, sogar in die A-Klasse Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dieser Phase permanenter Abw\u00e4rtsentwicklung konnte es eigentlich nur noch besser werden. Und so war es denn auch: Durch konsequenten Neuaufbau wurde nach und nach wieder eine stabile Besetzung der ersten Mannschaft gefunden, und die Leistungskurve stieg kontinuierlich an. Der sportliche Erfolg schlug sich sofort auch in einem verst\u00e4rkten Zuschauer-Interesse nieder. Die Jugendarbeit trat aus ihrem Schattendasein und wurde als wesentlicher Aspekt des langfristigen Aufbaus erkannt. Erfahrene aktive Spieler der ersten und zweiten Mannschaften \u00fcbernahmen hier Trainings- und Betreuungsfunktionen. Au\u00dfersportliche Aktivit\u00e4ten auf dem Sektor des allgemeinen Vereinslebens wie Auslandsreisen, gesellige Veranstaltungen zu Weihnachten, Fastnacht, die Feierlichkeiten zum 75-j\u00e4hrigen Bestehen, vor allem aber die Fertigstellung unseres vereinseigenen Klubheims am Dyckerhoffplatz unterst\u00fctzen diese positive Entwicklung ganz entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p>1978 gelang dann nach \u00fcber 20 Jahren erstmals wieder ein Aufstieg in eine h\u00f6here Spielklasse. Die Mannschaft etablierte sich sofort unter den Spitzenteams der Bezirksliga Wiesbaden und belegte bereits nach der ersten Saison einen beachtlichen Rang.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits in der folgenden Saison 1979\/80 lieferten sich der FV Biebrich 02 und der SV Hattersheim ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Bezirksligameisterschaft. Nach dem letzten Spieltag standen beide Mannschaften punktgleich an der Tabellenspitze. Unvergessen ist das Entscheidungspiel, das am 18. Mai 1980 in Kelsterbach stattfand. Das Wiesbadener Tagblatt schrieb in seiner Ausgabe vom 19. Mai: &#8222;In der 117. Minute waren 1.000 Biebricher im Fu\u00dfballhimmel.&#8220; Der Jubel kannte keine Grenzen, als Michael Lauf nach herrlicher Vorarbeit von &#8222;Jogi&#8220; Kehr in der Verl\u00e4ngerung den 2:1-Siegtreffer erzielte. Biebrich 02 war Bezirksmeister, und dies wurde anschlie\u00dfend ausgiebig gefeiert. Mit wehenden Fahnen und un\u00fcberh\u00f6rbarem Hupkonzert kehrten die zahlreichen Fans nach Biebrich zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Meisterschaft waren beteiligt: Trainer Achim Euler, J\u00fcrgen Migge, Werner Tobies, Kurt Glantsching, Peter Scharfenberg, Wolfgang Schardt, Roland Berger, Bernd Fiala, Michael Lauf, Ekkehard Glass, Klaus Loy, Bernd Deider, Winfried Fiegen, Norbert Kehr, Eberhard Storch, Peter Fasel, Hermann Portugall, Roland Spitz, Lothar Petry, Manfred Fritz und Bela Bodis.<\/p>\n\n\n\n<p>13 Jahre lang blieb dann die Landesliga die sportliche Heimat der 02er. Um ganz oben mitzuspielen, reichte es nicht: Rang vier war die beste Platzierung, die in der Saison 1989\/90 erreicht werden konnte. Einige Male stand man kurz vor dem Abstieg, aber die Blauen schafften es immer wieder, die Klasse zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein ganz besonderes sportliches und gesellschaftliches Ereignis pr\u00e4sentierte der FV Biebrich 02 seinen Anh\u00e4ngern am 16. Mai 1984, als die &#8222;Uwe-Seeler- Tradionself&#8220; auf dem Dyckerhoff-Sportfeld in &#8222;Bestbesetzung&#8220; antrat, u.a. mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Wolfgang Overath, J\u00fcrgen Grabowski, Uwe Seeler, G\u00fcnter Netzer, Lothar Emmerich, Ludwig M\u00fcller und Siggi Held. Sie begeisterten die etwa 8.000 Zuschauer mit abgekl\u00e4rter Routine und immer wieder \u00fcberraschenden technischen Kabinettst\u00fcckchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend euphorisch fiel auch die Resonanz der lokalen Tagespresse aus mit \u00dcberschriften wie &#8222;Fu\u00dfball-Gala-Schau in Biebrich&#8220;, &#8222;8.000 sahen das Spiel des Jahres&#8220; und &#8222;Ein Fu\u00dfball-Fest wie schon lange nicht mehr&#8220;. Zudem war die &#8222;Deutsche Welle&#8220; mit einem \u00dcbertragungswagen und drei Kameras anger\u00fcckt, um f\u00fcr ihr Auslandsprogramm einen Bericht zu produzieren, der z.B. auch in den arabischen L\u00e4ndern \u00fcber den Bildschirm flimmerte. Das Spiel endete \u00fcbrigens 9:3 f\u00fcr die Traditionsmannschaft, nachdem unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit mit 1:1 noch eindrucksvoll Paroli geboten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>In der 02-Mannschaft standen damals J\u00fcrgen Migge, Michael Kr\u00e4mer, Werner Tobies, Wolfgang Schardt,Thomas Gr\u00f6ner, Michael Gabel, Horst Kalb, Kurt Glantsching, Pico Sch\u00fctz,Gerd Kramp, Wolfgang Kopp, Ulrich Just, Holger Gladitz, Bernd Deider, &#8222;Zico&#8220; Hofmann, Thomas Sch\u00f6ttke, &#8222;Hacki&#8220; Wawrock, Michael Lauf und Peter Engelhardt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr viele Spieler und Vereinsmitglieder wurde das anschlie\u00dfende gemeinsame Festbankett mit den ehemaligen Topspielern des DFB zudem zu einem einmaligen und unvergessenen Erlebnis ihrer eigenen Fu\u00dfballkarriere.<\/p>\n\n\n\n<p>1992 feierte der FV biebrich seinen 90. Geburtstag, wobei er erneut im Rahmen seiner Jubil\u00e4umsaktivit\u00e4ten bem\u00fcht war, seinen treuen Mitgliedern sportlich wieder etwas Besonderes zu bieten. Hierbei wurde diesmal vor allem der Tatsache Rechnung getragen, dass erfreulicherweise mehr und mehr ausl\u00e4ndische Mitb\u00fcrger unser Vereinsgeschehen vor allem in der gro\u00dfen Jugendabteilung aktiv mitgestalteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verein pr\u00e4sentierte daher &#8222;als Geschenk&#8220; die griechische Spitzenmannschaft von Panathinaikos Athen. 1.300 Zuschauer sahen am 29. Juli den 6:0-Erfolg der Hellenen. In der 02-Mannschaft spielten damals Eder, Kremer, Ruppert, Foussekis, Langmann, H\u00f6lzer, Steinmetz, Jung, Keutmann, Kramp, Christoph, Rossmann, Zell, Tiefenbach, Pendic, Wagner, Le Maire und Fr\u00f6hlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Saison 1993\/94 war f\u00fcr den FV Biebrich 02 schmerzlich, der Abstieg der ersten Mannschaft aus der Landesliga in die Bezirks-Oberliga ein einschneidendes Ereignis. Das Zuschauerinteresse lie\u00df angesichts der schwachen Leistungen rapide nach, die Spieler aber steigerten ihre Forderungen, die aber durch ihre Leistungen nie gerechtfertigt waren. Der Abstieg war gleichbedeutend mit dem gro\u00dfen Schnitt: 25 Spieler kehrten dem Verein den R\u00fccken, suchten sich neue, lukrativere Fleischt\u00f6pfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Blauen gingen mit einer jungen, vielleicht sogar unerfahrenen Mannschaft in die Saison der Bezirks-Oberliga, doch verf\u00fcgte der engagierte Trainer Andreas Ludewig \u00fcber einen Kader, der noch etwas erreichen wollte. Vorsitzender Horst Klee: &#8222;Unsere junge Mannschaft hat vielleicht weniger fu\u00dfballerische F\u00e4higkeiten, daf\u00fcr aber mehr Charakter&#8220;. Andreas Ludewig war beim Neuaufbau der wichtigste Mann. Schon fr\u00fchzeitig wurde dem Trainer im Januar ein neuer Vertrag angeboten. Er war zu finanziellen Abstrichen bereit und willens, das neue Konzept mit verst\u00e4rktem Einbau eigener Talente mitzutragen. Nach Startschwierigkeiten erreichte unsere junge Mannschaft immerhin einen beachtlichen neunten Rang in der Abschlusstabelle hinter dem SG Walluf und der SG Germania Wiesbaden. Auch unter dem nachfolgenden Trainer J\u00fcrgen Migge, der als langj\u00e4hriger Klassetorwart unserer ersten Mannschaft bei allen Spielen beliebt und respektiert war, konnten wir uns dann in den n\u00e4chsten zwei Jahren in der Bezirksoberliga etablieren und uns zielstrebig auf h\u00f6here Aufgaben vorbereiten. So war es dann auch f\u00fcr niemanden \u00fcberraschend, dass wir 1996 mit einem klaren 4:2-Sieg \u00fcber den Ligakonkurrenten SV Italia Kreispokalsieger wurden. In der darauf folgenden Saison waren dann auch wieder mal eine Meisterschaft und ein damit verbundener Wiederaufstieg angesagt. Mit dem Ex-Wehener Werner Orf wurde ein erfahrener und engagierter Trainer verpflichtet, der es verstand, die positive Arbeit von J\u00fcrgen Migge fortzusetzen und der Mannschaft zudem neue Impulse zu geben. Die Spielzeit 1997\/98 war von Anfang bis Ende gepr\u00e4gt von einem hochspannenden Zweikampf zwischen unserer Mannschaft und dem Team von Kastel 06. Bereits nach dem siebten Spieltag konnten wir die Tabellenf\u00fchrung \u00fcbernehmen, welche dann bis zuletzt gegen\u00fcber dem Ortsnachbarn erfolgreich verteidigt wurde. F\u00fcr beide Teams bedeutete dies den Wiederaufstieg in die Landesliga Mitte. Zudem wurden wir 1998 erneut Kreispokalsieger mit einem 3:2-Erfolg in der Verl\u00e4ngerung nach einem begeisterndem Finale gegen den Sportverein Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit waren die &#8222;Blauen&#8220; erstmals unbestritten die &#8222;Nummer eins&#8220; im Wiesbadener Fu\u00dfball mit folgender Mannschaft. Melzer, Desiderio, Sittig, Karjasevic, Keutmann, Migge, Julevic, During, M\u00e4rz, Achoud, Gr\u00f6ner, Zarioh und Kaluscha.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser positiven Entwicklung verlie\u00dfen sowohl Trainer als auch einige wichtige Spieler den Verein, so dass in der folgenden Saison 1998\/99 viele Neuzug\u00e4nge herangef\u00fchrt und integriert werden mussten. Mit &#8222;Manni&#8220; Geyer wurde ein seit seiner Jugend im Biebricher Fu\u00dfballverein aktiver und erfahrener Spieler als Trainer verpflichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Auftakt gegen die SG Walluf musste eine junge, noch unerfahrene Mannschaft mit einer 0:7-Niederlage reichlich Lehrgeld zahlen. In der Folge wuchs man jedoch menschlich und sportlich zunehmend zusammen und konnte sich zum Ende der Saison mit einem beachtlichen zw\u00f6lften Rang \u00fcber den Klassenerhalt freuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider war es dann aber nicht mehr m\u00f6glich, das spielerische Niveau auch f\u00fcr die n\u00e4chste Saison 1999\/2000 zu konservieren, sodass wir bereits nach zwei Jahren der Zugeh\u00f6rigkeit zur Landesliga wieder den bitteren Weg des Abstiegs in die Bezirksoberliga antreten mussten. Nachdem sich diese Entwicklung schon relativ fr\u00fch in der Vorrunde abgezeichnet hatte, entschloss sich die Vereinsf\u00fchrung zu einem konsequenten Neuaufbau einer entwicklungsf\u00e4higen Mannschaft, \u00fcberwiegend aus talentierten Spielern unserer erfolgreichen Jugend. Zudem wurde mit dem Wehener Ex-Profi Bernhard Raab ein ausgewiesener Fu\u00dfballfachmann verpflichtet., der als Spielertrainer auch w\u00e4hrend des Spiels vorbildhaft und gestaltend wirken kann. Der Verlauf der ersten gemeinsamen Saison mit nur knapp verpasstem Wiederaufstieg zeigt, dass der Biebricher Fu\u00dfballverein durchaus sehr optimistisch in die Zukunft schauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Hans J. Vogt<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Blauen Stars vom Rhein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Pers\u00f6nliche Erinnerungen an die gro\u00dfe Zeit des FV Biebrich 02<\/p>\n\n\n\n<p>In der Festschrift zum 60-j\u00e4hrigen Bestehen des Biebricher Fu\u00dfball-Vereins habe ich das Geschehen von 1952 bis 1962 auf elf Seiten geschildert. Zwischenzeitlich sind weitere Jahrzehnte vor\u00fcber, und die Zahl der Mitglieder und Freunde, die unsere Glanzzeiten noch miterlebt haben, wird immer kleiner. Wir sind es den zahlreichen 02ern schuldig, die in jenen Jahren auf dem gr\u00fcnen Rasen und im Vorstand mitgewirkt haben, diese Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Dankbarkeit und Erinnerungen gegen\u00fcber den vielen, die nicht mehr unter uns sind, gebietet dies.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Spielzweck im Fu\u00dfball ist relativ einfach. Von der Mannschaft am Ball verlangt er, Tore zu schie\u00dfen, von der Mannschaft in der Abwehr, Tore zu verhindern. Heute erscheint das dennoch alles kompliziert und bedeutsam, weil mit gro\u00dfem Spektakel daran gearbeitet wird. Wenn ich meine langj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit als Trainer des FV Biebrich 02 an meinem geistigen Auge vor\u00fcberstreifen lasse, muss ich feststellen, dass wir weit weniger Aufwand, aber mit einer guten Kameradschaft das Optimale erreicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wintertraining in der Turnhalle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir trainierten mit einem Stamm von 25 Mann auf dem Hartplatz, hatten im Winter kein Flutlicht und mussten in der kleinen Turnhalle der Riehlschule unser Trainingsprogramm durchf\u00fchren. Manche Fensterscheibe ging dabei zu Bruch; aber flei\u00dfige H\u00e4nde sorgten daf\u00fcr, dass beim n\u00e4chstenmal alles wieder in Ordnung war. Wir waren deshalb dem Verein dankbar, als die selbstgebaute Flutlichtanlage in der letzten M\u00e4rz-Woche 1963 eingeweiht wurde. Eine Bundeswehrauswahl aus dem Bezirk Gie\u00dfen\/Marburg war bei dieser Premiere unser Gegner und wurde deutlich mit 8:1 Toren geschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Leinbergers Platz stets bespielbar<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Training mit den Mannschaften fand jeweils dienstags und donnertags statt. In den 90 Minuten stand der Ball im Mittelpunkt. Er ist ja der springende Punkt, um den sich alles dreht und bewegt. Trainiert wurde bei allen Witterungsverh\u00e4ltnissen, denn Spielausf\u00e4lle gab es so gut wie \u00fcberhaupt nicht, und Platzkommissionen kannte man damals nicht. Die Schiedsrichter waren entschlossen, ihr Spiel unter allen Umst\u00e4nden \u00fcber die B\u00fchne zu bringen. Dazu kam noch, dass wir mit Willi Leinberger einen ehrgeizigen Platzwart hatten, dessen oberste Maxime war, seinen Dyckerhoffplatz in bespielbarem Zustand pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Mein Augenmerk war vor allem auf die Technik der Spieler gerichtet. Konzentration und Wachsamkeit in Erwartung des Balles. Schnelle Reaktionen und schnelle Beine bringen entscheidende Vorteile. Daher wurden T\u00e4uschungsman\u00f6ver, Tricks, Dribblings sowie die Ballbeherrschung in Abwehr und Angriff stets ge\u00fcbt. Nicht ohne Grund nenne ich deshalb das eigene praktische K\u00f6nnen am Ball als elementare Forderung an einen guten Trainer. Erkannte Fehler wurden duch mein eigenes Vormachen korrigiert und durch kl\u00e4rende Worte untermauert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich war stets bestrebt, den Spielern Begeisterung und Selbstvertrauen zu vermitteln. Begeisterung steckt an. Begeisterte Spieler arbeiten hart und rei\u00dfen andere mit. Agressive Spieler lassen sich von M\u00fcdigkeit und Schmerzen nicht entmutigen. Sie verteilen Schl\u00e4ge und stecken welche ein. Sie \u00fcberwinden die Schmerzgrenze, k\u00e4mpfen verbissen um jeden Ball und haben Mut zum Risiko. Aber auch eine gesunde H\u00e4rte muss erarbeitet werden, um auf engstem Raum und in h\u00f6chstem Tempo dem Druck des Gegners standzuhalten. Deshalb spielte in unserem Training die Zweikampfschulung, also das Spiel 1:1 eine wesentliche Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser damaliges Spielsystem war relativ einfach. Das im Jahre 1925 durch die \u00c4nderung der Abseitsregel eingef\u00fchrte WM-System wurde von allen Biebricher Mannschaften bis Mitte der sechziger Jahre praktiziert, obwohl die Brasilianer bereits 1958 mit ihrem 4:2:4-System die ganze Welt in einen wahren Fu\u00dfballrausch versetzt hatten. Bis zum heutigen Tag folgten weitere Systeme, und wir sind sicher noch nicht am Ende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biebricher in der Hessenauswahl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Teams kamen mit dem WM-System, mit dem auch Sepp Herberger 1954 Weltmeister geworden war, bestens zurecht. Jeder Akteur in der Abwehr wusste, wen er zu decken hatte und wenn wir unter Druck standen, orientierten sich die Halbst\u00fcrmer nach hinten, um die Abwehr zu verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcberhinaus hatten wir schon damals Spielerpers\u00f6nlichkeiten, die in der Lage waren, sich jeder Spielsituation anzupassen. Nicht umsonst geh\u00f6rten Weber, Grabowski, Klier, Peuckmann, Hassler, Herbig und V\u00f6lker in der damaligen Zeit zum Stamm oder engeren Kreis der Hessenauswahl.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gute Mischung, tolle Reserve<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Getragen wurde unser Spiel von einer Mischung aus Alt und Jung, der Erfahrung der \u00e4lteren und dem Schwung der j\u00fcngeren Spieler. Und wir waren im Spielausschuss bestrebt, so wenig wie m\u00f6glich umzustellen. Auf diese Weise erzielten wir 1961 mit nur 16 Spielern den vierten Tabellenplatz. Und so konnten wir auch eine starke Reserve ins Feld schicken, die in der Zeit der Zugeh\u00f6rigkeit zum Amateur-Oberhaus immer unter den ersten vier zu finden war; zweimal holte sie mit enormen Vorsprung die Meisterschaft. Sie machte jeweils das Vorbild zur ersten Mannschaft und konnte durch gute Leistungen vor einer imposanten Zuschauerkulisse \u00fcberzeugen. Der Trainer hatte zudem die M\u00f6glichkeit, all seine Akteure im Einsatz zu sehen. Das ist im heutigen System leider nicht mehr der Fall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wenig Verletzte, keine Schauspieler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Spieler durften damals nicht ausgewechselt werden. Bei Verletzungen mussten sie den Platz verlassen oder nahmen eine Au\u00dfenposition ein, um einen gegnerischen Abwehrmann zu binden. Allerdings wurden wir in meiner mehr als zehnj\u00e4hrigen Trainert\u00e4tigkeit von Verletzungen weitgehenst verschont. Ich erinnere mich nur an die Schienbeinbr\u00fcche von Wenz und Hassler, an Beinbr\u00fcche von Dankelmann und V\u00f6lker, an den Arnbruch von Peukmann, einem gebrochenen Zeh von Karl-Heinz Klug und an den Muskelfaserriss unseres Mittell\u00e4ufers Rath. Bluterg\u00fcsse und Prellungen wurden im Schnellverfahren von unserem Vereinsarzt Dr. Willibald T\u00fcrr geheilt. Hautabsch\u00fcrfungen, die sehr h\u00e4ufig vorkamen, wurden unter der Dusche mit Kernseife behandelt, von unserem treuen Helfer Jule Jung begutachtet, und danach war alles okay. Unsere Spieler waren nicht wehleidig oder schauspielerisch veranlagt. Wenn man heute sieht, dass das gefoulte Opfer noch in der Lage ist, sich sechsmal am Boden zu w\u00e4lzen, kann die Verletzung nicht so schlimm sein. Erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich, dass auch eine gute Juniorenmannschaft am Spielbetrieb beteiligt war &#8211; in einer Runde mit den Vertretungen des SV Wiesbaden, der Germania, Hofheim, Kriftel, Fl\u00f6rheim, um nur einige zu nennen. Auch aus diesem Kader stie\u00dfen sp\u00e4ter die talentierten Nachwuchskr\u00e4fte in den Bereich der ersten Mannschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Zuschauerschnitt \u00fcber 2.000<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei Heimspielen der &#8222;Blauen Stars vom Rhein&#8220; erlebten die Biebricher einen Zuschauer-Boom. Tausende von Besuchern dr\u00e4ngten sich fr\u00fchzeitig an den Kassenh\u00e4uschen, um einen guten Platz zu ergattern. Die Lokalderbys gegen den Sportverein, die Germania und Kastel 06 waren stets die Kn\u00fcller der Saison. 6.500 Zuschauer wie am 28. Oktober 1962 gegen den SVW waren da keine Seltenheit. Mit einem Durchschnitt von weit \u00fcber 2.000 Besuchern konnte man mehr als zufrieden sein. Sie alle kamen, um gute Spiele zu sehen. Namen wie Kunz, Taler und M\u00fcller vom VfB Friedberg, Preissend\u00f6rfer und Zimmermenn von Westend Frankfurt, Himmelmann und Fischer vom VfB Gie\u00dfen, Tripp und T\u00f6rner vom VfL Marburg, Galler und Siebert von Kassel 03, Grunenberg von Hermannia Kassel, Rupp von Burgsolms, Gr\u00fcbel und Brinkmann von Preu\u00dfen Frankfurt, Stein, Schal und Parisol von Darmstadt 98, Lotz von Viktoria Urberach, Zaczyk von Borussia Fulda, Zeitler und Kuhn vom SVW, Schmidt und Kautzmann von der Germania hatten in Hessen einen guten Ruf. Vergessen m\u00f6chte ich auch nicht die Kasteler Planitzer und Wild, nicht zuletzt unsere Elitegarde mit J\u00fcrgen Grabowski an der Spitze. Der Gro\u00dfteil der hier aufgef\u00fchrten Spieler wechselte sp\u00e4ter ins bezahlte Fu\u00dfball-Lager. Selbst unsere Trainingstage hatten eine gro\u00dfe Resonanz zu verzeichnen. In der Vorbereitungkamen weit \u00fcber 200 Zuschauer, um die neuen Spieler kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Asse vom Stra\u00dfenfu\u00dfball<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt mag es anders sein, aber ich richtete schon fr\u00fchzeitig mein Augenmerk auf die eigene Jugend. Sie spielte damals in unserem Kreis und dar\u00fcber hinaus eine dominierende Rolle. Es gab nur vier Altersklassen, beginnend von der D- bis zur A-Jugend, also f\u00fcr die Zehn- bis Achtzehnj\u00e4hrigen. Sie kamen vom Stra\u00dfenfu\u00dfball in die Vereine und brachten schon gute F\u00e4higkeiten mit. Ein funktionierender Jugendausschuss sorgte f\u00fcr ihre Fort- und Weiterbildung, machte sich Gedanken \u00fcber die Tuniere und Fahrten und war auch im Au\u00dferpolitischen Bereich sehr rege. Da ich die A-Jugend oft trainierte und ihren Spielen beiwohnte, war mir die Leistungsst\u00e4rke der einzelnen Jungs bestens bekannt. 1962 wurde die Mannschaft Kreis- und Bezirksmeister, nach einem 2:2 gegen Kickers Offenbach und einem 5:2 gegen Bensheim 07 S\u00fcdhessenmeister. Das Endspiel fand am 30. Juni in Gr\u00fcnberg statt. Es ging knapp mit 2:3 verloren. Trotz dieser Niederlage spielte unsere Elf einen technisch hervorragenden Fu\u00dfball und hinterlie\u00df bei den zahlreichen Besuchern &#8211; es fand gerade der Verbandstag in Gr\u00fcnberg statt &#8211; einen hervorragenden Eindruck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Das j\u00fcngste Team in Hessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gro\u00dfteil dieser A-Jugend stellte kurz darauf den Stamm der ersten Mannschaft. So hatten wir in der Saison 1963\/64 einen Kader von 18 Spielern mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren. Mit Klaus-Dieter Herrmann (18), Grabowski, Vogt, Rainer K\u00f6hler, dem neu zu uns gesto\u00dfenen Gerd Klier (19), Hassler (21), Dinges (22), Weller, Fink (23), Thorand, Herbig, V\u00f6lker (24), Hansi Werner (27), Meinhardt, Steinm\u00fcller (28) und Mannschaftskapit\u00e4n Willi Peuckmann (29) hatten wir die j\u00fcngste Elf in der Hessenliga, die durch gutes Auftreten und herzerfrischenden Fu\u00dfball viel Sympathien bekam. F\u00fcr mich als Trainer war diese Neuformierung gewiss keine leichte Sache. Courage und Risikobereitschaft wurden verlangt. So musste ich altgediente Spieler, die den Aufstieg geschafft, dreimal erfolgreich gegen den Abstieg gek\u00e4mpft, sich besondere Verdienste im Verein erworben hatten, pl\u00f6tzlich in die Reserve verbannen. Dank der Einsicht vieler Spieler, meiner \u00dcberzeugungskraft und dem sich schnell abzeichnenden Erfolg ging der Wechsel besser \u00fcber die B\u00fchne als viele geglaubt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die fliegenden Fu\u00dfball-Boten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Tageszeitungen und im Fu\u00dfballmagazin &#8222;Der neue Sport&#8220; wurde aufgrund der Tatsache, dass vier Wiesbadener Mannschaften in der Amateurliga spielten, viel geschrieben. In den Montagsausgaben wimmelte es nur so von Schlagzeilen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oldtimer Lakatos und Biebrichs neue Garde<br>Lange Langener Gesichter in Biebrich<br>Dieter Weber &#8211; Held des Tages<br>Die Preu\u00dfen keine Gefahr f\u00fcr Biebrich 02<br>Der gro\u00dfe Solist Bubi Meinhardt<br>Biebrich kontert mit K.o.-Schlag<br>Kurstadt-Derby mit Pfeffer und Salz vor 8.000 Zuschauern<br>Biebrichs Stern strahlt heller denn je<br>Biebricher Pfeile Grabowski, Klier und Hassler<br>7.000 im Banne eines begeisternden Spiels<br>Biebrich wie ein Ph\u00f6nix aus der Asche<br>Biebrichs Kreisel auf vollen Touren<br>4.000 sahen brilliantes Fu\u00dfball-Feuerwerk<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von den Ausw\u00e4rtsspielen habe ich nach Spielende den beiden Wiesbadener Tageszeitungen Bericht erstattet. Das war nicht immer einfach, zumal in den Vereins-Gastst\u00e4tten reger Betrieb und viel L\u00e4rm herrschte. Dar\u00fcber hinaus hatten wir aber f\u00fcr alle Biebricher eine Informationsquelle, die wohl in ganz Deutschland einmalig war: die &#8222;fliegenden Biebricher Fu\u00dfball-Boten&#8220;. Unser treuer Anh\u00e4nger Michael Pacholczyk arbeitete mit dem von ihm erfundenen Bieftauben-Nachrichten-System. Die Brieftauben wanderten in einen gro\u00dfen Korb. Bie den Heimspielen oder von den Pl\u00e4tzen der Gegner lie\u00df der Z\u00fcchter bei jedem Tor eine oder mehrere Tauben in die L\u00fcfte st\u00fcrzen. Wenn die dann zuhause einkehrten, wurde das in der Gibb, oben in der Kante Weihergasse\/Bleichwiese sofort weitergegeben und entsprechend begossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Bier und Reisen zur rechten Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn mann von dem guten Zuschauerschnitt h\u00f6rt, m\u00fcsste man annehmen, dass hierbei f\u00fcr die Spieler ein ordentlicher Batzen abgefallen ist. Das war aber keineswegs so. Ein mit Augenma\u00df arbeitender Vorstand richtete sich streng nach der Spesenordnung des Hessischen Fu\u00dfball-Verbandes. Acht Mark f\u00fcr Heim- und 14 Mark f\u00fcr Ausw\u00e4rtsspiele &#8211; das war der Tarif, nach dem die Akteure bezahlt wurden. Sie bekamen nur noch donnerstags nach dem Training einen Verzehrgutschein in H\u00f6he von drei Mark. Alle Spieler waren mit dieser Regelung durchaus zufrieden, zumal sich der Spielausschuss nach den Spielen mit dem Verteilen von Biermarken nicht lumpen lie\u00df. Und wir unternahmen als erster Wiesbadener Verein schon damals Reisen ins In- und Ausland. Das hatte neben der Pflege der Kammeradschaft und des Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls freilich einen weiteren Sinn: Die Termine wurden so gelegt, dass die Fahrten in die Wechselfrist fielen. Nach der R\u00fcckkehr konnte somit keon Spieler mehr den Verein verlassen. Reisen nach Weda, Stalinstadt &#8211; dem sp\u00e4teren Eisenh\u00fcttenstadt, an den Bodensee, nach Lido di Jesolo, Milano Marittma und anderen Zielen waren Ergebnisse, die sicher bei allen heute noch in Erinnerung sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Damals schon international<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vereinswechsel spielte zu unserer Zeit eine untergeordnete Rolle. Mein Bestreben war es, die talentierten Eigengew\u00e4chse zu halten, um die Mannschaft nur gezielt zu verst\u00e4rken. Dabei waren die vom Verein ausgehenden Bem\u00fchungen sehr gering, denn viele ehrgeizige Spieler aus unteren Klassen und der n\u00e4heren Umgebung wollten bei uns spielen. Mit Lakatos, Nestmann, Klug und Norden schafften wir den Aufstieg. Spieler wie Hansi Werner, Meinhardt, Dinges, Barthel, Gerhard K\u00f6hler, Helmut Herrmann, V\u00f6lker und Steinm\u00fcller halfen, die schweren Oberliga-Jahre zu \u00fcberstehen. Danach kamen noch Klier aus Oestrich, Ullrich vom VfB Gie\u00dfen, Kuhn vom SV Wiesbaden und lallemandt von der Germania. \u00dcbrigens hatten wir zu meiner Zeit auch einen Ausl\u00e4nder im Kader. Es war der sympathische Bernard Aubourg, der aus Frankreich kam, bei Albert als Volont\u00e4r t\u00e4tig war und bei uns in der ersten und zweiten Mannschaft als Mittelst\u00fcrmer eingesetzt wurde. Alle passten menschlich und spielerisch in unser Konzept und verstanden es relativ schnell, sich ein- und unterzuordnen. Der Vereinswechsel erfolgte innerhalb von sieben Tagen nach der Abmeldung beim alten Klub. Handgelder und Abl\u00f6sesummen gab es nicht. Da ist es schon erstaunlich, welche Betr\u00e4ge in der heutigen Zeit beim Transfer eines Amateurs auf den Tisch gebl\u00e4ttert wereden, und dies teilweise f\u00fcr Kicker, die den Ball kaum streicheln k\u00f6nnen. M\u00e4zene und G\u00f6nner m\u00fcssen einspringen, um manchen Schatzmeister vor seinem Herzinfakt zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Bergsteig\u00e9rtour nach Mitternacht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sponsoren und Bandenwerbung gab es damals kaum, ein Klubheim gar nicht. Unser Torwart Herbert Zimmermann beschaffte lediglich Annoncen f\u00fcr unser Mittteilungsblatt, das monatlich erschien und das Vereinsleben schilderte. Das spielte sich weitgehend auf dem Sportplatz und im Frankfurter Hof, sp\u00e4ter in der Turnhalle ab. Spielersitzungen, Stunden geselligen Zusammenseins, Feiern jeglicher Art wurden dort abgehalten. Nach dem Abpfiff &#8211; ob Sieg oder Niederlage &#8211; begann das Gerangel an der Theke. Biere und klare Schn\u00e4pse waren die Renner jener Tage. Die Aktiven, auch die Gastmannschaften bewiesen ihre Standhaftigkeit. Bis sp\u00e4t nach Mitternacht wurde getagt. Den Abschluss bildete die obligatorische Bergsteigertour mit Musik und Gesang. Unter der Leitung von Jule Jung mussten Tische und St\u00fchle \u00fcber- und unterschritten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Schiedsrichter versackt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Schiedsrichter-Gespanne wurden nicht vergessen. Und wir hatten damals excellente Referees: Eisemann aus Mannheim, Alt aus Frankfurt, Rodenhausen aus Gie\u00dfen, Spanning aus Kassel, um nur einige zu nennen, hatten im s\u00fcddeutschen Raum einen Hervorragenden Ruf. Sie wurden von unserem Mitglied, dem damaligen Schiedsrichter-Lehrwart Karl D\u00f6rr in einer Biebricher Gastst\u00e4tte bewirtet und unterhalten. Unvergessen, als wir den Unparteiischen vom Derby-Sieg an der Waldstra\u00dfe in Biebrich mitnahmen, wo wir mit wehenden Fahnen eintrafen. Dem Mann gefiel es beim Franzek unten am Rheinufer in unserer Gesellschaft so gut, dass er nicht mehr heim nach Darmstadt fahren konnte, sondern auf einem Notlager in der Turnhalle \u00fcbernachten musste. W\u00e4hrend meiner langj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit hatte ich es mit weit mehr als hundert Spielern zu tun. Einige Namen sind schon gefallen. Ich trainierte allein zehn Torh\u00fcter, n\u00e4mlich Zimmermann, Kopp, Laux, Dinges, Sauer, Kreis, Debus, Wolf und Hess. Auch hatte ich w\u00e4hrend meiner Zeit mehrere Generationen zu betreuen. Litzinger, Sch\u00e4fer oder Lakatos waren \u00e4lter als ich. Nestmann, Stevens, Kummer, F\u00fcll und Meurer waren gleichaltrig, mit Peuckmann und Steinm\u00fcller oder Mangels folgte das Mittelalter, und den Schluss bildete die junge Garde mit Herbig beginnend \u00fcber Hassler bis zum Klaus-Dieter Herrmann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Pullover f\u00fcr die Spieler gestrickt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich an die gro\u00dfe Schar der freiwilligen Helfer, an Fu\u00dfballer und Erlebnisse, die erw\u00e4hnt werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer kannte nicht unsere liebe Frau Kerschensteiner, die Pullover f\u00fcr unsere Spieler strickte, einen guten Kuchen backte oder auch den Schiedsrichter mit dem Regenschirm bedrohte. Wer erinnert sich noch an den verschossenen Elfmeter von Heiner Sch\u00e4fer? Der Ball landete nicht wie gewollt im Tor, sondern traf den Schornstein von Leinbergers Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>Als echter Biebricher Bub erlebte Fritz Herbig bereits als Jugendlicher den Einsatz in der ersten Mannschaft. Im Entscheidungskampf um den Aufstieg spielte er in Gie\u00dfen- Heuchekheim gegen den BC Sport Kassel auf der Position des linken L\u00e4ufers. Auch dank ihm feierten wir einen hohen 6:1-Sieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Unvergessen auch, als unser Rechtsau\u00dfen Hansi Vogt nicht zum Spiel von H\u00fcnfeld eintaf. So kam der jetzige Vorsitzende Horst Klee, der als junges Spielausschussmitglied die Fahrt mitgemacht hatte, zu seinem einzigen Hessen-Liga-Einsatz. Hinterher war manche Runde f\u00e4llig, zumal die Partie im April 1965 4:2 gewonnen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Borkholder Hof in Blau und Wei\u00df<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Meisterschaftsfeier besonderer Art wurde uns nach dem Aufstieg 1957 zuteil. Martin Fuhr, der Chef unseres Linksau\u00dfen M\u00fcller, lie\u00df den Borkholder Hof in den Farben Blau und Wei\u00df erstrahlen. Das Essen wurde in blau-wei\u00dfem Geschirr gereicht, die Tafel mit blau-wei\u00dfen Blumengebinden dekoriert, und gespeist wurde bei blau-wei\u00dfem Kerzenlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sch\u00f6nes Erlebnis f\u00fcr alle Biebricher war die Einweihung des Rasenplatzes am 2. Oktober 1960. Vor gro\u00dfer Kulisse und viel Prominenz wurde Viktoria Uberach 3:1 besiegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim 1:0 im Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt gegen Olympia Lorsch im Juni 1960 in Neu-Isenburg gab unser Jungtalent Franz Hassler sein Deb\u00fct auf dem ihm ungewohnten Posten des Linksau\u00dfen. Er sicherte sich auf Anhieb einen Stammplatz. Die Spannung in dieser Begegnung war so gro\u00df, dass unser Treuer Anh\u00e4nger Friedrich Steinacker an einem Herzschlag starb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>02-Premiere im Fernsehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieter Weber war der erste Biebricher, der im Fernsehen seinen Einstand gab. Die Sportschau sendete am 21. Novenber 1960 Ausschnitte aus dem Amateur &#8211; L\u00e4nderkampf Hessen &#8211; Nordbaden. Seine Abschiedsvorstellung als Amateur gab Weber am 10. Juni 1961 im Berliner Olympiastadion, wo die Hessen gegen Berlin mit 4:0 gewannen. Weber ging alsdann nach Offenbach. Sein Nachfolger in Biebrich wurde Karl-Heinz Laux.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Explosives Silvester-Match<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>4.000 Zuschauer ums\u00e4umten an Sylvester 1960 den Zwinger (unseren Hartplatz) beim Punktspiel gegen den VfB Friedberg. Nachdem hunderte von Besuchern den Schnee niedergetrampelt hatten, sahen sie gemeinsam mit Bundestrainer Helmut Sch\u00f6n und Verbandssportlehrer Rudi Gellesch ein rassiges Match mit einem gerechten 3:3. Nach dem Einl\u00e4uten des neuen Jahres explodierte ein Riesenkracher, wobei sich unser J\u00fcrgen Bernhardt eine Augenverletzung zuzog und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Schiedsrichter in Grube gejagt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von zahlreichen Platzordnern und Polizei musste Schiedsrichter Gathow (Offenbach-Bieber) nach dem 3:3 gegen Darmstadt 98 vor 7.000 Zuschauern in eine riesige Baugrube &#8211; die neue Sporthalle war im Entstehen &#8211; in Sicherheit gebracht werden. Der Zorn unserer Anh\u00e4nger wandte sich gegen ihn, weil er dem Gegner zwei Abseitstore geschenkt, andererseits einen klaren Treffer von Rainer K\u00f6hler nicht anerkannt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfer Tag war der 4. M\u00e4rz 1961 f\u00fcr Bubi Meinhardt und seine Frau. Filmkameras surrten und Blitzlichter flammten auf, als das junge Paar durch ein Spalier von gro\u00dfen und kleinen Fu\u00dfballern zum Traualtar schritt. H\u00f6hepunkt, als ein schwarzer Bub aus der C-Jugend einen riesigen Blumenstrau\u00df \u00fcberreichte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der neue Sport&#8220; brachte in seiner Ausgabe vonm 15. Februar 1962 von der Partie Biebrich 02 &#8211; Hermannia Kassel folgenden Satz: &#8222;Ein Artistentor a la Piola von Klier in der horizontalen Lage erzielt, lie\u00df 3.000 Zuschauer noch einmal begeistert Beifall klatschen.&#8220; Piola war einer der weltbesten Mittelst\u00fcrmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele freiwillige Helfer, darunter der heutige Vorsitzende Horst Klee, saugten am 1. Februar 1964 mit Schw\u00e4mmen und Putzlappen bewaffnet, das viele Wasser vom Rasenplatz, um die Austrgung der Hessenliga-Partie gegen den Sportverein zu erm\u00f6glichen. Alle M\u00fche und Schufterei zahlten sich nicht aus, denn die Begegnung ging mit 2:6 Toren verloren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>T\u00fcnnes, Piep, Attila und Co<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Namen aus der damaligen Zeit, die man nennen muss:<br>Ludwig Attila Lakatos, der ewig junge Sohn der Puszta<br>Christian Piep M\u00fcller, der Mann auf dem linken Fl\u00fcgel<br>Wilfried Rath, der ehrgeizige Stopper aus Leidenschaft<br>Helmut T\u00fcnnes Thorand, der geborene K\u00e4mpfer mit der Raketen-Technik<br>Der lachende Toremacher Gerhard K\u00f6hler<br>Willi Steinm\u00fcller, ein K\u00e4mpfer von Format<br>Dieter Weller, der Allrounder vom Dyckerhoff-Platz<br>Hansi Werner, ein Vorbild f\u00fcr den Nachwuchs<br>Rainer K\u00f6hler, ein Mann von hohen k\u00e4mpferischen Qualit\u00e4ten<br>Hansi Vogt, der schnellste Mann von Biebrich<br>Willi Peuckmann, unser Gentleman-Sportler &#8211; er erhielt Weihnachten 1964 f\u00fcr 500 Spiele in der ersten Mannschaft den erstmals verliehenen Silbernen Ehrenteller,<br>Zeugwart Jule darf nicht vergessen werden, der zugleich Masseur war. Hohes Lob gilt den vier Spielausschussvorsitzenden, die von 1951 bis 1968 fungierten:<br>Willi Lindner, Karl Gilles, Paul Haas und G\u00fcnther Seilberger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Stets ein lieber Mensch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend muss ich noch einen Mann erw\u00e4hnen, mit dem mich all die Jahre eine gegenseitige Achtung verband. Es ist unser lieber J\u00fcrgen Grabowski. Als er zu uns kam, habe ich sem damaligen Spielausschuss-Vorsitzenden G\u00fcnther Seilberger gesagt: &#8222;Das wird einmal ein ganz Gro\u00dfer&#8220;. Das hat sich best\u00e4tigt. Er war nicht nur Biebrichs technisch bester und begabtester Fu\u00dfballer, nein, er ist auch bis zum heutigen Tage trotz seiner vielen Erfolge Mensch und Kamerad geblieben. Und das zeichnet ihn besonders aus. Hessenauswahlspieler, Amateur- Nationalspieler, Bundesligaspieler, A-Nationalspieler und Weltmeister waren Stationen seiner gro\u00dfen Laufbahn. Bei uns trug er die Nummer acht auf dem R\u00fccken. Mit seiner leichtf\u00fc\u00dfigen, eleganten Art verstand er es, eine gesamte Hintermannschaft auszuspielen. Seine Perfektion am Ball lie\u00df ihn zum Publikumsliebling werden. Haargenau kamen seine Flanken, und der Doppelpass mit Klier oder den anderen Youngstern erfreute jedes Fu\u00dfballherz. Heute ist er ein gro\u00dfes Vorbild f\u00fcr die Jugend. Ich hatte h\u00e4ufig Gelegenheit, ihn beim St\u00fctzpunkttraining in der Sportschule Gr\u00fcnberg zu beobachten, wenn er als &#8222;Pate&#8220; t\u00e4tig war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sie nannten mich immer Chef<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1965 schrieb der &#8222;Hessen-Fu\u00dfball&#8220;: &#8222;Heinz Przybilla schied nach 13 Jahren Trainert\u00e4tigkeit bei Biebrich 02 von seinem Amt und wurde in der Jahreshauptversammlung in Anerkennung seiner Verdienste mit der Verleihung der Nadel in Gold geehrt und zum ersten Vorsitzenden gew\u00e4hlt&#8220;. Sie alle nannten mich damals &#8222;Chef&#8220; und tun es heute noch. Ich bin nicht traurig, da\u00df eine so sch\u00f6ne Zeit vor\u00fcber, sondern gl\u00fccklich, da\u00df sie gewesen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz Przybilla<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>25 Jahre f\u00fcr die Jugend<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als ich von unserem Organisationsteam den Auftrag bekam, die letzten 25 Jahre der Jugendabteilung Revue passieren zu lassen, fiel mir gleich so vieles an Besonderheiten und Veranstaltungen ein, da\u00df ein exakter \u00dcberblick den Rahmen dieses Berichtes sprengen w\u00fcrde. Die folgenden Gedanken und Fakten k\u00f6nnen daher nur einen Bruchteil der interessanten Geschehnisse in der 02er-Jugend umfassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stellen schon seit \u00fcber 20 Jahren die gr\u00f6\u00dfte Jugendabteilung im Kreis. Zwischen 220 und 260 Kinder und Jugendliche werden dabei von einem \u00fcber 20-k\u00f6pfigen Jugendausschuss betreut. Was Mannschaftsmeldungen betrifft (derzeit haben wir 13) sind nicht immer die Nummer eins: Das liegt daran, dass wir im Bereich der D- und E-Jugend fast ausschlie\u00dflich in Gro\u00dffeld-Runden spielen. Bei einer Kleinfeld-Philosophie br\u00e4uchten wir jede Saison drei Trainer zus\u00e4tzlich und m\u00fcssten regelm\u00e4\u00dfig Kleinfelder auf dem Hartplatz abstreuen. Daher werden wir immer Gro\u00dffeld-L\u00f6sungen favorisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Anteil der ausl\u00e4ndischen Kinder an der Gesamtzahl hat sich dabei in meiner Jugendleiterzeit mehr als verdoppelt: Fast 60 Prozent aller Jugendspieler sind nicht deutscher Abstammung. T\u00fcrken und tradionell Griechen stellen dabei das Gros. Wir haben dadurch zwangsl\u00e4ufig auch Mannschaften, in denen keine deutschen Kinder mehr spielen. Nicht allen deutschen Eltern gef\u00e4llt das, aber die Stadtvereine im Rhein-Main-Gebiet sind heute alle \u00e4hnlich gegliedert. Der Jugendausschuss sieht darin kein Problem, zumal wir auch immer wieder ausgezeichnete ausl\u00e4ndische Mitarbeiter im Trainerstab haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der B-Jugend bis zur F-Jugend besetzen wir regelm\u00e4\u00dfig jede Altersklasse mit mindestens zwei Teams. Auch schw\u00e4chere Fu\u00dfballer sind bei uns willkommen. Breitensport bildet nun mal die Grundlage des Leistungssports, dies haben wir schon immer erkannt. Dass wir trotzdem besonders stolz auf unsere Leistungsteams sind, wird jeder verstehen. Mit wenigen Ausnahmen sind wir regelm\u00e4\u00dfig mit allen Mannschaften in der Bezirksliga vertreten. Bei den in den letzten elf Jahren durchgef\u00fchrten und von uns so ungeliebten Qualifikationsrunden (nur ausw\u00fcrfeln ist unfairer) hatten wir zwangsl\u00e4ufig auch kleine Auszeiten zu verzeichnen. Wesentlich interessanter sind da die &#8222;Aussetzer&#8220; nach oben: Nach Bezirks-Meisterschaften spielte die B-Jugend zwei Jahre und die A-Jugend drei Jahre am St\u00fcck in der Hessenliga. Elf Bezirksmeisterschaften konnte wir ab 1977 erringen: Je dreimal hie\u00dfen dabei die Trainer Klaus Tobies und Ulrich Janocha, viermal durfte ich herausragende Mannschaften zu diesem Titel f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich haben wir in dieser Zeit auch Spieler hervorgebracht, die f\u00fcr unseren Verein irgendwann zu gut waren: Stellvertretend m\u00f6chte ich unseren Torwart Thomas Ernst nennen (Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, VfL Bochum und VfB Stuttgart) sowie Georg Theodoridis, griechischer Jungnationalspieler von Aris Saloniki. Kennt jedoch auch jeder unsere Ex-Jungendspieler Frank Burneleit und Charalambos Mentis? Die haben es zwar nicht in die erste Liga geschafft, trainieren aber schon seit vielen Jahren unsere Jugendmannschaften. Was f\u00fcr eine funktionierende Betreuerstruktur wichtiger ist, kann jeder ermessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trainer und Betreuer habe ich einige kommen und gehen sehen. Insbesondere im Bereich der \u00e4lteren Jugendteams hat es immer einer gro\u00dfen \u00dcberzeugungs- und auch \u00dcberredungsarbeit bedurft, um engagierte Fu\u00dfball-Lehrer f\u00fcr uns zu gewinnen, die auch mit jungen Leuten umgehen k\u00f6nnen. Wie gut wir auch aus Sicht unseres gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Vorstandes damit oft lagen, dokumentiert die Saison 1998\/99: Zun\u00e4chst wurde der A-Jugend-Trainer Manni Geyer zum Trainer unserer Landesliga-Mannschaft gemacht, dann hat man dessen Nachfolger Siggi Maurer zum Trainer der Zweiten ernannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trainer unserer j\u00fcngeren Teams sind im Schnitt jedoch wesentlich mehr eingebunden: Besonders stolz bin ich auf die schon \u00fcber zehn Jahre andauernde Zusammenarbeit mit unserem Kurt-Duo: Ohne Kurt Morlock (dem E-Jugend-General) und Kurt Bissinger (trotz Wohnortwechsel ins tiefste Bad Kreuznacher Hinterland) w\u00e4re unsere Jugendabteilung kaum weiter funktionsf\u00e4hig. Auch in dieser Saison decken sie wieder insgesamt f\u00fcnf Teams verantwortlich ab &#8211; das ist einfach sensationell. Stellvertretend f\u00fcr viele Super-Typen, die im vergangenen Vierteljahrhundert bei uns mitgemacht haben, m\u00f6chte ich noch zwei herausheben, die nicht mehr in unserer Mitte sind: Toni Deusser, 20 Jahre Herz und Seele unseres Stabs, ist nun schon sieben Jahre tot; Norbert Michale war \u00fcber 25 Jahre immer dabei wenn`s gebrannt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Begegnungen mit gro\u00dfen Fu\u00dfball-Pers\u00f6nlichkeiten m\u00f6chte ich bei meinen Aufzeichnungen nicht vergessen. 1993 durfte ich als Vereinsvertreter die Profis von Panathinaikos Athen von der Erbism\u00fchle nach Biebrich begleiten: Die Bus-Gespr\u00e4che mit dem damaligen Trainer der Hellenen, Ivica Osim, haben den Kroaten f\u00fcr mich zu einem ganz gro\u00dfen Sportler gemacht. Unvergessen f\u00fcr mich auch ein fast einst\u00fcndiges Vier-Augen-Gespr\u00e4ch mit Egidius Braun 1998: Aus Anlass meiner Wahl zu den ersten hundert Siegern der DFB-Ehrenamtsaktion beeindruckte mich die Nat\u00fcrlichkeit und Menschlichkeit des damaligen DFB-Pr\u00e4sidenten zutiefst.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon Anfang der achtziger Jahre wurde unsere Jugend oft als Biebricher Reiseverein bezeichnet. Es gibt in der Tat wenig L\u00e4nder in Europa, wo wir noch nicht gespielt haben. Solche Gemeinschaftsfahrten f\u00f6rdern nicht nur den Zusammenhalt von Mannschaften und Jugendausschuss, sondern erleichtern auch das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr fremde V\u00f6lker und Mentalit\u00e4ten. H\u00f6hepunkte waren zweifelsohne die einmaligen Reisen nach Israel, Griechenland, in die T\u00fcrkei sowie zum gr\u00f6\u00dften Jugendturnier der Welt nach Hj\u00f6rring in D\u00e4nemark (Dana-Cup). Am meisten zu erz\u00e4hlen gibt es aus Ungarn, wo wir bereits f\u00fcnf zweiw\u00f6chige Ferienfreizeiten am Plattensee organisierten. Hervorheben m\u00f6chte ich f\u00fcnf Vereine, mit denen wir \u00fcber Jahre vorbildliche Austauschprogramme organisiert haben:<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst war da VV Hercules Haarlem. Dieser holl\u00e4ndische Verein hat uns von 1977 bis 1985 vorgemacht, wie man internationale Jugendbegegnungen organisiert. Mittlerweile hat der Klub, der inseiner Bl\u00fctezeit \u00fcber 50 Jugendteams betreute, keine Jugendabteilung mehr. Die Schweizer vom FC Ebikon waren 1982 erstmals in Biebrich und sind somit der Klub, mit dem wir am l\u00e4ngsten gegenseitige Besuche pflegen. Von 1983 bis 1994 fuhren wir regelm\u00e4\u00dfig mit der D-Jugend zum KFC Strombeek nach Br\u00fcssel. Seit 1988 besteht der Austausch mit Hamburg-Ochsenwerder und seit 1990 mit dem OFC Neugersdorf aus Sachsen. Dieser Kontakt wurde 1988 in Ungarn gekn\u00fcpft und auch ohne den Mauerfall war eine Begegnung f\u00fcr 1990 \u00fcber viele Schriftwechsel und Gremien vorbereitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon vor meiner Zeit gab es die Feldturniere um den J\u00fcrgen-Grabowski-Wanderpokal (D-Jugend seit 1973) und um den E-Jugend-Pokal der Biebricher Zeitung. F\u00fcr Hallenrunden sehen wir uns als Vorreiter im Kreis Wiesbaden. Von 1977 bis 1987 haben wir die offiziellen Hallenmeister unter den besten sechs Wiesbadener C-Jugend-Mannschaften gek\u00fcrt. Ab 1983 haben wir dann im Zwei-Jahres-Tumus Hallenmeisterschaften bei E-, D- und C-Jugend gestartet. Alle Wiesbadener Vereine haben teilgenommen, und der Kreisjugendausschuss hat dann jeweils zwei Jahre sp\u00e4ter die Organisation \u00fcbernommen. Nur f\u00fcr die 1989 gestartete Hallenrunde der B-Jugend konnten wir kein Interesse beim Kreisjugendausschuss wecken. Wir denken jedoch, dass gerade diese problematische Altersklasse genauso ein Anrecht auf eine organisierte Hallenrunde hat wie die Kleinen. Deswegen machen wir uns auch heute immer wieder diese M\u00fche.<\/p>\n\n\n\n<p>1982 haben wir erstmals ein Internationales Feldturnier ausgerichtet. Da dies im Bereich der A-Jugend zu etlichen Problemen gef\u00fchrt hat, spielen wir dieses Turnier seit 1984 im Zwei-Jahres-Rythmus bei der C-Jugend. Mittlerweile geh\u00f6rt diese Veranstaltung zu den am meisten gefragten C-Jugend-Turnieren in unserem Land. Internationalit\u00e4t ist dabei neben der Teilnahme von attraktiven Profiklubs schon immer unser Hauptziel gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1983 veranstalten wir am Sonntag vor Heiligabend das Wiesbadener Betreuer- und Jugendtrainerturnier. Viele Vereine nehmen hier die M\u00f6glichkeit wahr, neben dem gemeinsamen Kicken Gedankenaustausch zu betreiben. Nachdem wir in den achtziger Jahren das Turnier dreimal gewinnen konnten, sind wir mittlerweile im Altersdurchschnitt weit hinten und freuen uns, wenn wir die letzten Pl\u00e4tze vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dfen m\u00f6chte ich mit ein paar pers\u00f6nlichen Dingen. 1973 bin ich von meinem damaligen Trainer und Jugendleiter Bernhard Walter zum C-3-Trainer ausgeguckt worden. Herr Walter hatte bei mir gute Karten, denn er hatte mich nach einigen Jugendjahren in der Abwehr zum Mittelst\u00fcrmer gemacht. Tore schie\u00dfen ist nun mal der Traum eines jeden Jugendfu\u00dfballers, und in einer starken Mannschaft konnte ich das mehr als genug. Schon kurz darauf mochte ich mir den Alltag ohne Jugendtraining nicht mehr vorstellen, und als der Verein 1980 keinen Nachfolger f\u00fcr Jugendleiter Klaus Kroener finden konnte, musste man mich nicht lange \u00fcberreden. In den Achtzigern war fast alles im Jugendausschuss mit Spa\u00df und Freude verbunden. Nach einigen f\u00fcr mich pers\u00f6nlich v\u00f6llig rechtswidrigen und unsportlichen Entscheidungen von Verbandsmitarbeitern entschloss ich mich dann 1990, die offizielle Jugendleiterbezeichnung an meinen Stellvertreter J\u00fcrgen Dindorf abzutreten. Ich wollte selbst ohne Probleme entscheiden, mit welchen Verbandsfunktion\u00e4ren ich zusammenarbeite und wo ich lieber dankend ablehne. J\u00fcrgen Dindorf ist dabei mit seiner Zuverl\u00e4ssigkeit und seinen Kenntnissen ein wichtiger Mann f\u00fcr uns geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem ich nun zwei kleine Kinder habe, die nat\u00fcrlich zusammen mit meiner Frau nach ihrem Papa verlangen, habe ich mein Engagement in den vergangenen drei Jahren etwas zur\u00fcckgenommen. Ich bin jedoch festen Willens, mich trotz zeitlicher Bedenken weiter als Jugendleiter den gewiss nicht einfacher werdenden Aufgaben zu stellen. Ich kann mir hierzu nur w\u00fcnschen, dass der Jugendausschuss in seinem Kern weiterhin zusammen bleibt. Ebenso bleibt die seit Jahren vorhandene Bereitschaft des Gesamtvorstandes, die Probleme der Jugendabteilung mindestens gleichrangig mit anderen Vereinsangelegenheiten zu sehen, zwingende Voraussetzung, dass die positiven Aspekte unseres Engagements \u00fcberwiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hartmut Steindorf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ein Blauer aus Ionnina<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wurde im Jahr 1978 in Ionnina in Griechenland geboren. Bis zu meinem sechsten Lebensjahr lebte ich in Griechenland bei meinen Gro\u00dfeltern, da meine Eltern in Deutschland arbeiteten. 1984 kam ich ebenfalls nach Deutschland und wurde in die zweite Klasse der Goetheschule eingeschult. Durch Klassenkameraden kam ich mit neun Jahren zum FV Biebrich 02. Mein damaliger Trainer in der E-Jugendwar Horst Schuhmacher. Bis zur A-Jugend durchlief ich, mit mehr oder weniger Erfolg, s\u00e4mtliche Nachwuchsteams des Vereins. Dabei schaute ich mir von den verschiedenen Trainern viel ab. Meine Trainer achteten sehr darauf, dass wir Spieler uns trotz der unterschiedlichsten Nationalit\u00e4ten gut verstanden. Das hat mir damals sehr imponiert. Als mich eines Tages mein damaliger Mitspieler in der B-Jugend, Eugen Loran bat, bei der E-Jugend von Herrn Morlock als Jugendbetreuer t\u00e4tig zu werden, sagte ich sofort zu. Dies bereitete mir soviel Spa\u00df, dass ich es vorzog, lieber die Kleinen zu betreuen, als selbst in der A-Jugend zu spielen. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen pr\u00e4gte mich sehr, denn ich lernte, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, Priorit\u00e4ten zu setzen und den Begriff Integration selbst zu verwirklichen. Es waren gute Voraussetzungen, um mich in meiner Lehre und jetzt in meinem Beruf als Industriemechaniker bei Dyckerhoff durchzusetzen. Ich f\u00fchle mich in Biebrich sehr wohl. Ich hatte nie das Gef\u00fchl, wegen meiner Nationalit\u00e4t herablassend behandelt zu werden. Im Gegenteil: Es ist beeindruckend, wie es den Leuten im Verein immer wieder gelingt, verschiedenste Nationalit\u00e4ten und Kulturen unter einen Hut zu bringen. Zur Zeit trainiere ich die C-Jugend des Vereins und w\u00fcnsche mir, dass der FV Biebrich 02 auf seinem Weg weiter viel Erfolg hat. Ich jedenfalls werde alles daf\u00fcr tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Charalampos Mentis<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Fast unser erster Nationalspieler &#8211; Christel Kraus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1935 spielte der BFV 02 nach Erreichen der Meisterschaft in der zweith\u00f6chsten Liga, der Bezirksklasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Pokalspielen 1938 k\u00e4mpften sich die Blauen bis zur ersten Liga durch und wurden von ihrem letzten Gegner, vom FSV Frankfurt, nur knapp mit 6:4 besiegt. 0:5 lag die Mannschaft des BFV in der Pause im R\u00fcckstand, ehe es in der zweiten H\u00e4lfte durch vier herrliche Tore von Christel Kraus zum Endresultat kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders erw\u00e4hnt sei das gro\u00dfe Biebricher Spielertalent Christel Kraus, das aus der eigenen Vereinsjugendhervorgegangen war, vom damaligen Reichstrainer Sepp Herberger zum Lehrgang f\u00fcr die Nationalmannschaft berufen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Er spielte schon bald in der B-Auswahlmannschaft Gau S\u00fcdwest.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vater des im Krieg gefallenen Christel, Christian Kraus, \u00fcbernahm sp\u00e4ter f\u00fcr zwei Jahre die Vereinsf\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ein Torwart f\u00fcr die Bundesliga &#8211; Thomas Ernst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als kleiner Steppke begann Thomas Ernst beim FV Biebrich 02 mit dem Fu\u00dfballspielen. Schon seine E-Jugend Trainer, Walter Brauner und Andreas J\u00e4ger erkannten sein Talent und stellten ihn ins Tor. Um ihn weiter zu f\u00f6rdern, schoben sie mit ihm die eine oder andere Sonderschicht im Sandkasten.<\/p>\n\n\n\n<p>In der D-Jugend absolvierte er einige Spiele als Linksau\u00dfen. Als er in die C-Jugend wechselte, wurde er von seinem Trainer Hartmut Steindorf wieder zwischen die Pfosten beordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 14 Jahren verlie\u00df er den FV Biebrich 02 und wechselte zur Frankfurter Eintracht. Mehrmals in der Woche fuhr er zum Training an den Riederwald. Anfangs lie\u00df er sich von seinen Eltern chauffieren, sp\u00e4ter fuhr er mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Der Aufwand lohnte sich. Er wurde Meister bei der B- und A-Jugend der Eintracht. Einige seiner damaligen Mannschaftskameraden wurden sp\u00e4ter Nationalspieler., so zum Beospiel Thomas Berthold oder Andreas M\u00f6ller. Thomas Ernst landete als Aktiver zun\u00e4chst in der Oberligamannschaft der Eintracht. In dieser Zeit absolvierte er ein U-19-L\u00e4nderspiel unter Trainer Reinhold Franz, der viele Jahre sp\u00e4ter auch mal die Eintracht trainierte. Als Zweiter Torh\u00fcter hinter Hansi Gundelach und Ulli Stein schnupperte er dann Bundesligaluft. Seinen ersten Einsatz in der Eliteklasse hatte er sich aber anders vorgestellt. Es war am 18. September 1987 im Ausw\u00e4rtsspiel beim FC Homburg, als sich Hansi Gundelach in der 51. Minute so schwer verletzte, dass er nicht mehr weiter spielen konnte. Innerhalb von 39 Minuten kassierte Ernst drei Tore &#8211; die Eintracht verlor mit 2:5.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf seinen zweiten Einsatz in der h\u00f6chsten deutschen Spielklasse musste er fast sieben Jahre warten. Es war am 16. April 1994, als Thomas Ernst vom Rauswurf Ulli Steins bei der Eintracht profitierte und das Frankfurter Geh\u00e4use h\u00fctete. In den Spielen gegen Wattenscheid (5:1), in Dortmund (0:2), beim Hamburger SV und in K\u00f6ln (3:2) bekam er gute Kritiken und erreichte mit der Eintracht einen UEFA-Cup-Platz. In seiner Freizeit trainierte er die Damenfu\u00dfballmannschaft von Schwarz-Wei\u00df Wiesbaden und f\u00fchrte zusammen mit seinem Mannschaftskameraden Thomas Lasser ein Bistro in Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Biebricher, der vor einigen Jahren im Schloss heiratete, wo 02-Jugendspieler Spalier standen, wechselte zum VfL Bochum und im Sommer 2000 zum VfB Stuttgart. Der 34-j\u00e4hrige hat mittlerweile 60 Bundesliga-Eins\u00e4tze auf dem Konto.<\/p>\n\n\n\n<p>Horst Schuhmacher<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Georgios Theodoridis &#8211; von Biebrich in die Champions League<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Person:<br>Geboren am 3. 7. 1980 in Frankfurt<br>1986 &#8211; 1995 Jugendspieler beim FV Biebrich 02<br>1995 Griechischer B-Jugendmeister mit Aris Saloniki<br>1997 erster Profivertrag<br>1999 erstes Punktspiel f\u00fcr Aris Saloniki<br>2001 Angebot von Panathinaikos Athen; Vertrag ab 2002<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang einer gro\u00dfen Karriere steht unser ehemaliger Jugendspieler Georgios Theodoridis. 1986 kam er zum FV Biebrich 02, spielte in der F-Jugend, danach zwei Jahre in der E-Jugend von Stefan Frey. 1991 und 1992 wurde er unter Trainer Janocha Bezirksmeister mit der D-Jugend. Es folgten zwei Jahre in der C-Jugend unter Trainer Kurt Bissinger; danach noch ein Jahr in der B-Jugend, die von Hartmut Steindorf trainiert wurde. Mehrere Angebote von gr\u00f6\u00dferen Vereinen (Wehen, H\u00f6chst, Mainz 05 oder Eintracht Frankfurt) schlug der mehrmalige Bezirksauswahlspieler aus &#8211; sein Vater Spyro war von der Jugendarbeit beim FV Biebrich 02 \u00fcberzeugt. 1995 ging er mit seinen Eltern zur\u00fcck nach Griechenland. Mit der B-Jugendvon Aris Saloniki wurde er gleich im ersten Jahr griechischer Meister.<\/p>\n\n\n\n<p>1997, gerade 17 Jahre alt geworden, erhielt er einen Vertrag als Profi und wurde f\u00fcr sechs Monate an den zweitligisten Athinaikos Athen ausgeliehen. Er absolvierte mehrere Meisterschaftsspiele und kehrte dann nach Saloniki zur\u00fcck. Im April 1999 bestritt er sein erstes Punktspiel f\u00fcr Aris Saloniki. In der R\u00fcckrunde der Saison 2000\/2001 kam er in allen Begegnungen f\u00fcr Aris zum Einsatz. Im Sommer 2001 nahm er ein Angebot des griechischen Champions League Teilnehmers Panathinaikos Athen an und schloss einen Vertrag ab Sommer 2002 ab. Auf zahlreiche internationale Eins\u00e4tze kann Georgios Theodoridis inzwischen zur\u00fcckblicken. F\u00fcr die U18-Nationalmannschaft der Griechen absolvierte er 24 Spiele in Folge, wurde 1998 bei der EM-Endrunde in Schweden Vierter und als bester Spieler seines Landes ausgezeichnt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der U21-Mannschaft ist er mittlerweile zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe geworden. In mehreren Europameisterschafts-Qualifikationsspielen trug er das blaue Trikot und konnte sich beim 3:1-Sieg gegen England sogar in die Torsch\u00fctzenliste eintragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hartmut Steindorf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Blaue Pers\u00f6nlichkeiten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Horst Klee &#8211; traditionsbewusst auf immer neuen Wegen<\/p>\n\n\n\n<p>Solange wie niemand sonst f\u00fchrt Horst Klee den Biebricher Fu\u00dfball-Verein. Fast ein Drittel der hundertj\u00e4hrigen Geschichte gestaltete er als Vorsitzender &#8211; und das stets mit wachem Kopf, aber auch mit ganzem Herzen. Wenn man ihn portr\u00e4tiert, muss man sich die Entwicklung der Blauen in dieser Zeit vor Augen halten. W\u00e4hrend andere Klubs erst noch in ihre Krisen hineinschlidderten und zum Teil bis jetzt nicht mehr herausfanden, baute er den BFV um, stellte ihm neue, den Zeiten angepasste Aufgaben, aus denen der Verein bis heute und in Zukunft seine Existenzberechtigung zieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Blauen stehen nicht mehr zuvorderst in Konkurrenz zu ihren Nachbarn. Neben dem sportlichen Wettkampf betrachten die 02er ihr Mitwirken bei dem Bem\u00fchen, Biebrich als gr\u00f6\u00dften Wiesbadener Stadtteil zu einem f\u00fcr alle Bewohner lebenswerten Gemeinwesen zu machen, als erste Ehrenpflicht. Der BFV unterbreitet seit vielen Jahren jedem &#8211; ohne Unterschied von Alter, Talent, Herkunft, Glauben und sozialer Stellung &#8211; ein fu\u00dfballsportliches Angebot. Dass die Arbeit mit den Jugendlichen und die Nachwuchsf\u00f6rderung dabei im Mittelpunkt stehen, ist eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Noch lange bevor andere auch nur davon sprachen, machte man sich bei den 02ern die Integrationskraft des Mannschaftssports zu Nutze, um aktiv einen wesentlichen Anteil am au\u00dfergew\u00f6hnlich friedfertigen Miteinander aller Biebricher zu leisten. Diesen Weg hat Horst Klee gewiesen und dadurch dem Klub und seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern eine sinnvolle Aufgabe gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung des Vereins seit seiner Amts\u00fcbernahme 1971 ist rundum positive. Zwar spielt die erste Mannschaft heute eine Klasse tiefer als damals, aber die Blauen sind mittlerweile unumstritten zur Nummer eins im Wiesbadener Fu\u00dfball geworden, wenn man alle relevanten Parameter zur Beurteilung heranzieht: Mitgliederzahl, Gr\u00f6\u00dfe und Erfolge der gesamten Jugendabteilung, Stellung der aktiven Mannschaften, Organisation von Veranstaltungen, gesellschaftliche Bedeutung und wirtschaftliche Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Horst Klee besa\u00df Schuldenfreiheit stets oberste Priorit\u00e4t. Nur ein finanziell gesunder Verein, so seine Maxime, kann seine sportlichen und sozialen Aufgaben erf\u00fcllen. Die Verl\u00e4sslichkeit des 02-Handelns und die Zuverl\u00e4ssigkeit der 02-Verantwortlichen sind nat\u00fcrlich nicht allein sein Verdienst. Aber sein Name steht als Synonym f\u00fcr die Solidit\u00e4t der Blauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Gl\u00fcck war sicher, engagierte Top-Mitstreiter f\u00fcr die Schl\u00fcsselpositionen zu finden. Sein Verdienst war es, sie bei aller Unterschiedlichkeit der Charaktere einzubinden und lange bei der stange zu halten. Die Kontinuit\u00e4t der Vereinsarbeit wurde garantiert auch durch die vielj\u00e4hrige Dauerhaftigkeit, mit der die Vorstandsst\u00fchle besetzt blieben. Hartmut Steindorf, Werner Kuhn, Dieter Zorn, Horst Seilberger &#8211; ohne sie w\u00e4re die \u00c4ra Klee so nicht vorstellbar. Aber Horst Klee verstand es stets auch, neue Mitstreiter zu finden und blieb immer offen f\u00fcr neue Wege, Ideen und Konzepte, wenn sie g\u00fcnstige Perspektiven versprachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als er vor 31 Jahren mit 31 Jahren antrat, rettete er zuerst die eigenst\u00e4ndige Zukunft des Biebricher Fu\u00dfball-Vereins. Dank seiner Energie, die er trotz Beruf, Familie, seinem politischen Engagement und anderen ehrenamtlichen Aufgaben in die Blauen investierte, entwickelte er die 02er zu einer wieder unumstrittenen, gegen Krisen jedweder Art unanf\u00e4llige Gr\u00f6\u00dfe in der Landeshauptstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit seinem Team schuf er 1977 mit dem Klubheim das Zuhause der Blauen, belebte Anfang der 80er Jahre die Vereinszeitung wieder und kn\u00fcpfte neue Kontakte zur heimischen Wirtschaft. Das internationale C-Jugendtuniere, das grenzenlose Meeting f\u00fcr den Nachwuchs, der Nostalgiecup, das Treffen der Wiesbadener Fu\u00dfball-Asse von einst, sowie die Blaue Nacht, das Fest f\u00fcr die ganze 02er Familie, Freunde und G\u00f6nner, wurden zu Traditionsveranstaltungen, die die gesamte Breite der Vereinsarbeit nicht nur symbolisch in aller \u00d6ffentlichkeit widerspiegeln. In viel beachteten Diskusions-Foren belegten die Blauen wiederholt, dass auf dem Dyckerhoff-Sportfeld nicht nur Sport getrieben, sondern auch seine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen reflektiert, seine M\u00f6glichkeiten stets aufs neue ausgelotet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Vorsitzenden und jeden engagierten Blauen ist es keine H\u00e4rte, in die Pflicht genommen zu werden. Sie sp\u00fcren die soziale Verantwortung und machen sie zum Programm: Der uneigenn\u00fctzige Verein als notwendiger Teil einer funktionierenden Gesellschaft ist Sinnstifter f\u00fcr all seine Mitstreiter. Jeder hilft in Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten. Und es geh\u00f6rt zum guten Stil Klees und seiner Mannschaft, um die kleinen, guten Taten wenig Aufhebens zu machen. Das Horst Klee zu seinem 60. Geburtstag statt der Geschenke Spenden f\u00fcr die 02-Jugendarbeit erbat, dass beim Nostalgiecup bislang schon \u00fcber 13.000 Mark f\u00fcr soziale Zwecke erwirtschaftet und gesammelt wurden, passt ins Gesamtbild. W\u00e4hrend in unserer Gesellschaft erst langsam wieder die Erkenntnis zu reifen scheint, dass Spass und Geld vielleicht doch nicht alles sind, leben sie beim beim Biebricher Fu\u00dfball-Verein unter der F\u00fchrung von Horst Klee schon lange nach dem Motto: Spa\u00df haben und Gutes tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">J\u00fcrgen Grabowski &#8211; auch als Weltmeister ein Kamerad<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss keine teuren Gutachten in Auftrag geben, um es zu belegen: J\u00fcrgen Grabowski war es, der den Namen des Biebricher Fu\u00dfball-Vereins \u00fcber die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. In den Fu\u00dfball-Alben, in die in den Sechziger Jahren Kinder und Jugendliche in der ganzen Republik die gesammelten Bilder der neuen Bundesliga geklebt haben.Sp\u00e4ter in den Saison-Sonderheften oder im Kicker-Almanach stand`s schwarz auf wei\u00df: J\u00fcrgen Grabowski, fr\u00fcher FV Biebrich 02. Er war unzweifelhaft das gr\u00f6\u00dfte Talent, der beste Fu\u00dfballer, der je in den Reihen der Blauen gekickt hat. 1960 kan er von den 19ern, weil die keine A-Jugend auf die Beine bekamen. Zwei Jahre mit dem \u00e4ltesten Nachwuchs, drei Jahre bei den Aktiven in der Hessenliga &#8211; das war die \u00c4ra des Weltmeisters bei den Blauen, denen er aber stets &#8211; in den 15 Bundesliga-Spielzeiten f\u00fcr die Eintracht Frankfurt und danach &#8211; die Treue gehalten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4ngst Ehrenmitglied, sagt er heute: &#8222;Meine Zeit bei Biebrich 02 war f\u00fcr mich ein Gl\u00fccksfall. Es stimmte einfach alles. Ich hatte immer das Gef\u00fchl, dass ich von Leuten umgeben war, auf die ich mich verlassen konnte.&#8220; Kein Wunder, dass er sich von einem Blauen begleiten lie\u00df, als er zu Vertragsverhandlungen mit dem Frankfurtern ging: Das damalige Spielausschuss-Mitglied Horst Klee nahm an den Gespr\u00e4chen mit Eintracht-Pr\u00e4sident Rudi Gramlich teil. &#8222;Wir einigten uns, und der Vertrag war perfekt&#8220;, erinnert sich Grabowski, &#8222;obwohl es mir nicht leicht fiel, die 02er und ihr intaktes Umfeld zu verlassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zahl 44 spielt im Fu\u00dfballer-Leben J\u00fcrgen Grabowskis eine magische Rolle. Am 7. Juli 44 geboren, absolvierte er sp\u00e4ter 44 L\u00e4nder- und 441 Bundesligaspiele. Mit der Nationalmannschaft, f\u00fcr die er f\u00fcnf Tore erzielte, nahm er an drei Weltmeisterschaften teil. Schon 1966, als er in England noch ohne Einsatz blieb, 1970 in Mexiko, wo er sich als &#8222;weltbester Auswechselspieler&#8220; in die Schlagzeilen spielte und mit dem Team Dritter wurde und schlie\u00dflich 1974, als er in der Mannschaft stand, die das M\u00fcnchner Finale gegen Holland 2:1 gewann. Er erhielt das silberne Lorbeerblatt und trat zur\u00fcck. Vier Jahre sp\u00e4ter wollte ihn Helmut Sch\u00f6n zur R\u00fcckkehr und zur Teilnahme an den Titelk\u00e4mpfen \u00fcberreden, doch der Grabi sagte nach reiflicher \u00dcberlegung ab. Obwohl gerade in seinen &#8222;sp\u00e4teren Jahren&#8220; seine Genialit\u00e4t auf dem Platz so beeindruckend zur Geltung kam. Nicht mehr auf Rechtsau\u00dfen, sondern als gro\u00dfer Regisseur f\u00fchrte er die Eintracht, f\u00fcr die er 109 Bundesliga-Treffer markierte, zu zwei DFB-Pokalsiegen. Ein letzter H\u00f6hepunkt h\u00e4tte der Uefa-Pokalsieg 1980 werden k\u00f6nnen, doch im Endspiel gegen Borussia M\u00f6nchengladbach fehlte er wegen einer Verletzung, die er bei einem b\u00f6sen Foul des damals 19-j\u00e4hrigen Lothar Matth\u00e4us erlitten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenngleich J\u00fcrgen Grabowski seit mehr als einem Jahrzehnt mit gro\u00dfer Begeisterung und mit dem ihm eigenen sportlichen Ehrgeiz Golf spielt, erinnert er sich gern gerade an seine Zeit bei den Blauen. Rufen die alten Mitstreiter aus der Jugend oder der Hessenliga-Mannschaft, wenn sie sich zu den Stammtischen bei Helmut Mehl am Schlo\u00dfpark oder in jedem Januar zum Nostalgiecup treffen, ist er oft dabei, kickt nicht mehr selbst, aber plauscht ausdauernd mit den Kumpels von einst. Nicht um der Runde durch seine Anwesenheit h\u00f6here Weihen zu verleihen und sich huldigen zu lassen. Nein, so ist, so war der Grabi bei allen Erfolgen, die ihn aus diesem Kreise herausheben, nie gewesen. Und wie selbstverst\u00e4ndlich ist er mit seiner Frau Helga bei jeder Trauerfeier dabei, wenn einer aus der gro\u00dfen Zeit des Biebricher Fu\u00dfballs zu Grabe getragen wird, seien es ehemalige Mitspieler oder aber, wie in den vergangenen Jahren, seine Wegbegleiter: Heinz Przybilla, sein Trainer bei den 02ern, und Kurt Klein, sein Jugendleiter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Kurt Klein schrieb J\u00fcrgen Grabowski einmal: &#8222;Er war der Initiator und Macher einer tollen A-Jugend. Er hatte ein Team zusammengebastelt, das von Erfolg zu Erfolg eilte. Es war f\u00fcr uns eine wunderbare Zeit. Kurt Klein hat uns zwei einzigartige Jahre beschert. Er war besessen vom Fu\u00dfball, war Ansprechpartner, hatte immer Zeit f\u00fcr uns. Er leitete das Training, er organisierte einfach alles. Wir gingen f\u00fcr ihn durchs Feuer.&#8220; Die Elf erreichte 1961\/62 das Finale um die Hessenmeisterschaft und unterlag Hessen Kassel nach tollem Match nur knapp. Auch wenn es vielen heutigen Fu\u00dfballern antiquiert erscheinen mag, ist das damalige Erfolgsrezept f\u00fcr J\u00fcrgen Grabowski schnell genannt: &#8222;Kameradschaft hie\u00df unser Zauberwort.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Und daran hat sich &#8211; wie gesagt &#8211; nichts ge\u00e4ndert. Heinz Przybilla, der die Blauen in 13 Trainerjahren bis in die Spitzengruppe der Hessenliga f\u00fchrte, verband mit Grabowski eine Beziehung gegenseitiger Hochachtung. Zum 90-j\u00e4hrigen Bestehen des BiebricherFu\u00dfball_vereins schrieb der Trainer \u00fcber seinen Meistersch\u00fcler: &#8222;Er ist bis zum heutigen Tage trotz seiner vielen Erfolge Mensch und Kamerad geblieben. Und das zeichnet ihn besonders aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Horst Seilberger &#8211; das blaue Lebenselexier<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der Biebricher Fu\u00dfballverein ist mein gro\u00dfes Hobby und mein zweites Zuhause bis zum heutigen Tag.&#8220; Beeindruckende Zahlen belegen dieses Zitat von Horst Seilberger. 65 Jahre ist er Mitglied, in 35 Jahren engagierte er sich f\u00fcr seine Blauen im Vorstand, zun\u00e4chst im Spielausschuss, dann von 1965 bis 1992 als zweiter Vorsitzender. Seit dem Tod seiner Inge vor drei Jahren nimmt er wieder regelm\u00e4\u00dfig an den Sitzungen der 02-F\u00fchrungsriege teil: &#8222;Ich versuche, meinem Verein mit Rat und Tat zu helfen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat er schon immer getan. Und manche halten es f\u00fcr fraglich, ob sein Verein je so alt geworden w\u00e4re, h\u00e4tte er nicht in der schwierigsten Zeit, vor allem Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre mitunter pers\u00f6nlich f\u00fcr die n\u00f6tige Liquidit\u00e4t gesorgt. &#8222;Sagt mir blo\u00df der Inge nichts&#8220;, f\u00fcrchtete er ein wenig den Einspruch seiner Frau gegen eine allzu freim\u00fctige finanzielle Unterst\u00fctzung. Dabei geh\u00f6rte die ja selbst dazu und h\u00e4tte den Untergang der Blauen nie zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der &#8222;Pan&#8220;, wie ihn alle 02er nennen, war aber nicht nur f\u00fcr eine pragmatische Kassenpolitik, sondern auch f\u00fcr das unvergleichlich famili\u00e4re Klima in Verein zust\u00e4ndig. 1960 \u00fcbernahmen die Seilbergers den &#8222;Treffpunkt&#8220; in der Hopfgartenstra\u00dfe, in dem fortan alles geregelt wurde, was die 02-Fu\u00dfballer betraf: Hier wurden Spielerwechsel vereinbart, &#8222;hier hat meine Inge auch manche Ehe gestiftet&#8220;, berichtet Horst Seilberger von einem besonderen Hobby seiner Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit Werner Kuhn und Gerhard K\u00f6hler hat der Pan die ber\u00fcchtigten Kurzreisen von Mannschaft und Vorstand organisiert, die die Blauen nach Italien, Holland, Belgien, England, Frankreich, Ungarn, \u00d6sterreich und in die damalige DDR nach Stalingrad, das heutige Eisenh\u00fcttenstadt, f\u00fchrten. &#8222;Das hatte neben der Pflege der Kameradschaft und des Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls freilich einen weiteren Sinn&#8220;, wusste der ehemalige Trainer und Vorsitzende Heinz Przybilla Seilbergers Pfiffigkeit wohl zu sch\u00e4tzen: &#8222;Die Termine wurden so gelegt, dass die Fahrten in die Wechselfrist fielen. Nach der R\u00fcckkehr konnte kein Spieler mehr den Verein verlassen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Warum sich Horst Seilberger so lange f\u00fcr die 02er engagiert hat? Der Verein war von Kindesbeinen gerade auch in tristen Zeiten sein Lebenselexier: &#8222;Wir waren als junge Fu\u00dfballbegeisterte froh, als 1945 der Spielbetrieb nach dem Krieg wieder aufgenommen wurde. Mit meinen Freunden Kurt F\u00fcll, Lothar Meurer, Otto Reinemer, Josef Schmitt und Herbert Zimmermann war ich bei allen Spielen unseres Klubs in der Landesliga Gro\u00dfhessen &#8211; und abends sind wir in die Parklichtspiele und haben uns f\u00fcr 50 Pfennig einen Western angesehen.&#8220; Dank der Blauen, betont er, &#8222;hatten wir eine sch\u00f6ne Jugend, die wir nicht missen m\u00f6chten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die wollte er auch den J\u00fcngeren erm\u00f6glichen. Den Lieferwagen der v\u00e4terlichen Gem\u00fcsehandlung funktionierte er mehr als einmal zum Mannschaftstransporter um, wie es der Vater selbst in den 30er Jahren schon gemacht hatte. Und 1957 wurde Seilberger erstmals in den Spielausschuss gew\u00e4hlt: &#8222;Eine tolle Zeit war das gemeinsam mit meinem Bruder G\u00fcnther und Trainer Przybilla.&#8220; Die elf Jahre in der Hessenliga, die erfolgreichste \u00c4ra des Vereins mit regelm\u00e4\u00dfig vierstelligen Zuschauerzahlen und den Derbys gegen die Germania, den SVW und Kastel vor f\u00fcnf-, sechstausend Besuchern werden ihm nat\u00fcrlich immer in Erinnerung bleiben. &#8222;Selbst zum Training kamen damals 150 bis 200 Kibitze&#8220;, erinnert sich Seilberger wehm\u00fctig. Denn so viele z\u00e4hlt er heute selten genug bei einem Meisterschaftsspiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spielernamen gehen ihm von der Zunge, als w\u00fcrdre er sie heute noch Woche f\u00fcr woche auf den Spielberichtsbogen schreiben m\u00fcssen. &#8222;Ich bin stolz darauf, mit allen noch einen freundschaftlichen Kontakt zu haben&#8220;, sagt der 72-j\u00e4hrige und freut sich \u00fcberjede Zusammenkunft der gro\u00dfen Blauen von einst. Nur die fr\u00fcher obligatorische Bergsteigertour &#8211; eine Polonaise \u00fcber St\u00fchle hinweg und unter Tische hindurch &#8211; mit der Betreuer Jule Jung den Abschluss der Siegesfeiern weit nach Mitternacht zu inszenieren pflegte, schenken sich die \u00e4lteren Herren heute. Aber sonst sind sie noch genauso ausdauernd fr\u00f6hlich wie zu ihrer aktiven Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals mussten die 02-Fu\u00dfballer noch umherziehen, tagten in der Turnhalle, im Treffpunkt und im Frankfurter Hof. Seilberger rackerte denn auch zielstrebig daf\u00fcr, den Blauen ein eigenes Dach \u00fcber dem Kopf zu schaffen. &#8222;Es war meine gr\u00f6\u00dfte Freude, als wir 1977 unser Klubheim er\u00f6ffnen konnten.&#8220; Eigentlich m\u00fcsste es Horst-Seilberger-Haus hei\u00dfen, denn auch nach der Fertigstellung sorgte zun\u00e4chst vornehmlich er daf\u00fcr, dass der Laden lief. Und heute z\u00e4hlt das Ehrenmitglied zu den wenigen verbliebenen Dauer-Stammg\u00e4sten: &#8222;Es ist und bleibt nunmal mein zweites Zuhause.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Heinz Przybilla &#8211; der Chef<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Heinz Przybilla war ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr den Biebricher Fu\u00dfball-Verein&#8220;, formulierte es Willi Peuckmann, Ehrenmitglied und einst Kapit\u00e4n der Hessenliga-Mannschaft: &#8222;f\u00fcr uns Spieler war er Respekts- und Vertrauensperson. Er konnte junge Spieler f\u00fchren, hatte stets ein offenes Ohr f\u00fcr ihre Belange und einen guten Rat&#8220;. Der Oberschlesier, der vor und zu Beginn des Krieges in Ratibor dem runden Leder nachgejagt hatte, stellte sein ganzes Leben in den Dienst dieser Sportart. Den vielleicht besten Teil von 1952 an tat er das bei den Blauen. Er, der bis ins Alter nicht nur Theoretiiker war, sondern alles auch vormachen wollte, reagierte geradezu \u00e4rgerlich, als die Gesundheit ihn zwang, k\u00fcrzer zu treten. Zu Beginn des Jahres 2000, nur wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag, starb er dennoch f\u00fcr alle v\u00f6llig \u00fcberraschend. F\u00fcr die Blauen, bei denen er noch als Kassenpr\u00fcfer fungierte, vor allem f\u00fcr seine einstigen Spieler, die bis zum Schluss engen Kontakt zu ihm hielten, war es ein Schock.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum 60- und zum 90-j\u00e4hrigen Bestehen des BFV fasste er die erfolgreiche Zeit zusammen, in der er als Trainer und sp\u00e4ter als Vorsitzender Verantwortung trug. 1992 schrieb er: &#8222;Wir sind es den zahlreichen 02ern schuldig, die in jenen Jahren auf dem gr\u00fcnen Rasen und im Vorstand mitgewirkt haben, diese Zeiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Dankbarkeit und Erinnerung gegen\u00fcber Vielen, die nicht mehr unter uns sind, gebietet dies.&#8220; Heute gilt das auch f\u00fcr ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den 13 Trainerjahren Przybillas auf dem Dycherhoff-Sportfeld ragen nat\u00fcrlich die Bezirksmeisterschaft mit dem folgenden Aufstieg in die oberste Amateurklasse 1957 und die Arbeit mit der tollen Mannschaft um J\u00fcrgen Grabowski heraus, die 1963\/64 in der Hessenliga mit 96 Toren den besten Angriff stellte und die Saison wie ein Jahr zuvor und 1960\/61 auf Platz vier abschloss. &#8222;Wir haben seinerzeit mit weniger Aufwand, aber mit einer gro\u00dfen Kameradschaft das optimale erreicht&#8220;, verabscheute Przybilla jegliches Spektakel, mit dem heute Fu\u00dfball oft betrieben wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der &#8222;Chef&#8220;, wie ihn all seine Spieler bis zum Schluss nannten, widmete sich sp\u00e4ter im Auftrag des Hessischen Fu\u00dfball-Verbandes der Trainerausbildung und der Nachwuchsf\u00f6rderung. Er, der bei den Blauen 1962 f\u00fcnf A-Jugendliche mit Erfolg in des Hessenliga-Team integrierte, war 30 Jahre Wiesbadens Kreisjugendwart und seit seiner Gr\u00fcndung Vorsitzender der Trainergemeinschaft. Und doch dachte er stets mit besonderer Freude zur\u00fcck an die Hochzeit der 02er, holte die gesammelten B\u00e4nde des l\u00e4ngst eingestellten Fu\u00dfball-Magazins &#8222;Der neue Sport&#8220; hervor, las die alten Artikel und zitierte die \u00dcberschriften: &#8222;Kurstadt-Derby mit Pfeffer und Salz vor 8.000 Zuschauern &#8211; Bienbrichs Kreisel auf vollen Touren.&#8220; Mit Stolz erinnerte er an die positive Resonanz, die die Leistung seines Teams bei Verbandssportlehrer Rudi Gellesch fand: &#8222;Nicht umsonst geh\u00f6rten Weber, Grabowski, Klier, Peuckmann, Hassler, Herbig und V\u00f6lker zum Stamm oder engeren Kreis der Hessenauswahl.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Spieler wussten es Przybilla zu danken. Der langj\u00e4hrige Spielf\u00fchrer Willi Peuckmann scharte die Mannschaft immer wieder um den einstigen Coach, und Weltmeister J\u00fcrgen Grabowski verga\u00df trotz seiner gro\u00dfen Erfolge und der zahlreichen mamhaften Trainer, denen er im Laufe seiner Profi-Karriere begegnet ist, nie seinen ersten Lehrmeister in Biebrich: &#8222;F\u00fcnf 18-j\u00e4hrige in eine Mannschaft einzubauen, dazu braucht man Mut. Heinz Przybilla hatte diesen Mut. Er hatte au\u00dferdem Fu\u00dfballverstand, Durchblick und Autorit\u00e4t. Als Trainer war er echt superund nicht umsonst f\u00fcr uns alle der Chef. Ich verdanke ihm sehr viel. Er hat mich gef\u00f6rdert, mir auch schw\u00e4chere Spiele zugestanden und mir nie den Spa\u00df am Fu\u00dfball genommen. Er hat f\u00fcnf junge Spieler in eine intakte Mannschaft integriert und mir die M\u00f6glichkeit gegeben, Fu\u00dfballerisch zu reifen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Lothar Meurer &#8211; weltl\u00e4ufig und heimatverbunden<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat neben J\u00fcrgen Grabowski den Namen Biebrich 02 in die Fu\u00dfballwelt getragen: Lothar Meurer, \u00fcber Jahre Generalsekret\u00e4r des Bundes Deutscher Fu\u00dfball-Lehrer (BDFL) und weit \u00fcber das normale Pensionsalter hinaus der von ihm aufgebauten und gro\u00df gemachten Union Europ\u00e4ischer Fu\u00dfball-Trainer (UEFT), erz\u00e4hlt allenthalben bei den zahlreichen nationalen Kongressen und Symposien, wo er seine Heimat hat: &#8222;Meurer, Biebrich 02.&#8220; Auch wenn er es nun in seinem 72. Lebensjahr langsam etwas ruhiger angehen l\u00e4sst &#8211; wenn er um den Globus jettet, f\u00fchrt er den Namen seines Vereins und seiner Stadt im Munde: &#8222;Ich bin einer vom echten, alten Rheinadel.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 62 Jahren Mitglied der Blauen, Spieler bis in die erste Mannschaft, aktiv auch an der Seitenlinie und im Vorstand, ist er heute noch dankbar, das der Verein ihm und seinen Altersgenossen in schwieriger Zeit Heimat gewesen ist. Und die Blauen h\u00e4tten auch ihnen damals schon dazu verholfen, anst\u00e4ndige Menschen zu werden: &#8222;Jugendleiter- und betreuer wie Heinz Kaiser, Jule Jung, G\u00fcnter Seolberger und andere vermittelten uns Jungen wunderbare Faktoren wie Sportsgeist, Freundschaft, Fairness, Achtung vor dem Gegner, Toleranz und Aufrichtigkeit; Tugenden, die mein ganzes Leben pr\u00e4gten, denn ich betrachte mich als jemand, der die Regeln achtet &#8211; Regeln, die f\u00fcr den Sport wie f\u00fcr das Leben gelten.&#8220; Nie habe er die Werte aus seiner 02-Lehrzeit vergessen: &#8222;Und ich konnte sie \u00fcber Jahrzehnte weitergeben an viele, viele junge Trainer.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr ihn, der sich zun\u00e4chst journalistisch bet\u00e4tigte und einige Trainerstationen bei heimischen Vereinen durchlief, wurde das geliebte Hobby zum Beruf. 1969 machte ihn Jupp Derwall zum &#8222;General&#8220; der deutschen Fu\u00dfball-Lehrer. Und er hat sich um die Sache der Trainer nicht nur im eigenen Land, sondern auf dem ganzen Kontinent verdient gemacht. Bei der UEFT-Gr\u00fcndungsversammlung 1980 in Wien nahmen gerade acht Nationen teil. Jetzt z\u00e4hlt die Union 35 Mitgliedsverb\u00e4nde. Lothar Meurer, der ausgefuchste Organisator, kundige Referent und launige Festredner hat heute Freunde in allen Erdteilen, diskutiert mit den internationalen Experten des runden Leders auf Du und Du.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat den Blauen als Erster vorgelebt, dass politische Grenzen, Probleme durch unterschiedliche Herkunft, Sprache und Religion bei gutem Willen und mit Hilfe des Fu\u00dfballs durchaus \u00fcberwindbar sind. Seine unz\u00e4hligen Reisen, der Sport, seine Kontakte zu viel j\u00fcngeren Kollegen haben ihn k\u00f6rperlich fit und geistig frisch gehalten. Meurers Weltl\u00e4ufigkeit sticht heraus in Biebrich und st\u00f6\u00dft durchaus auch auf Bewunderung, wenn er so herrlich von seinen Begegnungen mit den Gro\u00dfen des Gesch\u00e4fts plaudert. Bei alledem sp\u00fcrt aber jeder die treue Verbundenheit, die ihn immer wieder zu seinem Ausgangspunkt zur\u00fcckf\u00fchrt. Man glaubt es ihm, wenn er sagt: &#8222;Ich bin stolz darauf, Mitglied des Biebricher Fu\u00dfball-Vereins zu sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz-J\u00fcrgen Hauzel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die blaue Familie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte des Biebricher Fu\u00dfballvereins ist auch eine Geschichte der Familien. V\u00e4ter, die sich engagieren, solange der Sohn in 02-Mannschaften kickt, gab und gibt es in gro\u00dfer Zahl. Aber auch dar\u00fcber hinaus, quasi ohne eine derartigen &#8222;Verpflichtung&#8220; f\u00fchlten und f\u00fchlen sich Familien \u00fcber Genrationen den Blauen verbunden. Christian Kraus, der Vater des so talentierten Christel, der in den 30er Jahren schon im Notizbuch von Reichstrainer Sepp Herberger stand und im Krieg fiel, wurde 1946 in schwierigster Zeit f\u00fcr zwei Jahre Vorsitzender, wurde Ehrenmitglied und engagierte sich 1952 im Jubil\u00e4ums-Festausschuss.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcrgen Kraft, nach seinem Wechsel von Biebrich 19 seit \u00fcber einem Jahrzehnt Spielausschuss-Vorsitzender, spannt die ganze Verwandschaft ein, wennes darum geht, die Reserve zu besetzen oder das Klubheim zu renovieren. Sohn Thorsten hat sich aus der Jugend \u00fcber die zweite in die erste Mannschaft gespielt, z\u00e4hlte bei den zahlreichen Umbr\u00fcchen des letzten Jahrzehnts zu den wesentlichen stabilisierenden Elementen. Er ist mittlerweile dienst\u00e4ltester Spieler &#8211; gemeinsam mit Kapit\u00e4n Kurt Migge, dessen Bruder J\u00fcrgen nach seinen tollen Torwartjahren als Vorstandsmitglied, Trainer und Festorganisator bis zu diesem Tag einer der wichtigsten St\u00fctzen des Vereins ist. Und Vater Kurt Migge, der als aktiver Fu\u00dfballer seine gro\u00dfe Zeit bei der Wiesbadener Germania erlebte, greift den Blauen regelm\u00e4\u00dfig mit Geld- und Sachspenden unter die Arme. Werner Kuhn, dessen Erika in den ersten Jahren zu den guten Geistern im neuen Vereinsheim z\u00e4hlte, und Schwager G\u00fcnter Busse sitzen gemeinsam im Vorstand. F\u00fcr handwerkliche Arbeiten im Klubheim oder f\u00fcr die gro\u00dfen 02-Feste muss der ganze Nordenstadter Clan mit ran. Drei Br\u00fcder Tobies spielten zeitweise f\u00fcr die Blauen, w\u00e4hrend Schwester Walli an der Kasse oder hinterm Tresen stand, bediente und Sekt schl\u00fcrfte. &#8222;Beppo&#8220; kickt bei den Alten Herren, Klaus manchmal sogar noch in der Reserve &#8211; und vor allem arbeitet der Vorstandsbeisitzer seit 23 Jahren im Jugendausschuss, war zuletzt mit seiner tollen D-Jugend der erfolgreichste Trainer im Verein.<\/p>\n\n\n\n<p>So gibt es viele Beispiele, aber die blaue Ur-Familie sind die Seilbergers mit gleich drei Ehrenmitgliedern. Opa Karl war schon 1902 oder 1903 eingetreten und z\u00e4hlte zu den ersten Mitgliedern. Auch der Vater Wilhelm geh\u00f6rte zu den ganz fr\u00fchen 02ern und blieb dem Verein treu bis zu seinem Tod 1994. G\u00fcnther arbeitete gleich nach dem Krieg als Jugendbetreuer mit und gestaltete als Spielausschuss-Vorsitzender die erfolgreichsten Jahre der Biebricher Fu\u00dfballer in der Hessenliga entscheidend mit. Bruder Horst unterst\u00fctzte ihn, blieb dann aber auch in den Zeiten des Niedergangs engagiert, wurde 1969 zweiter Vorsitzender und geh\u00f6rte dank seiner pragmatischen Finanzpolitik zusammen mit Horst Klee zu den Bewahrern der Eigenst\u00e4ndigkeit des Klubs. Gemeinsam mit seiner Frau Inge, die nicht nur im &#8222;Treffpunkt&#8220; in der Hopfgartenstra\u00dfe sofort jeden in ihr gro\u00dfes Herz schloss, der sich als Blauer zu erkennen gab, trug er ma\u00dfgeblich zur famili\u00e4ren Atmosph\u00e4re des neuen BFV bei. Und dieses Klima war es vor allem, das das Fortbestehen sicherte, weil es Mitglieder zu Mitarbeitern machte und ehrenamtliche Helfer zum dauerhaften Weitermachen bewog.<\/p>\n\n\n\n<p>Vier Generationen der Laufs haben sich in die 02 eingebracht. Balthasar geh\u00f6rte zum Jugendausschuss, als sein Sohn G\u00fcnter 1948 eintrat und in den schon damals erfolgreichen BFV-Nachwuchsmannschaften kickte. Und G\u00fcnter engagierte sich f\u00fcr die Jugend, als Filius Michael zu Beginn der 70er Jahre ins blaue Trikot schl\u00fcpfte. Micki, wie ihn alle bis heute nennen, war ein ganz gro\u00dfes Talent, ein herausragender Techniker. Er stand in der Meistermannschaft, erzielte im Kelsterbacher Entscheidungsspiel den Siegtreffer, der 1980 den Aufstieg in die Landesliga besiegelte und war dort \u00fcber Jahre eine feste Gr\u00f6\u00dfe, ehe er bei Viktoria Sindlingen den Sprung in die Oberliga wagte. L\u00e4ngst ist er wieder daheim am Dyckerhoff-Sportfeld, wo er mit seinen einstigen Mitstreitern aus den fr\u00fchen 80er Jahren die in Wiesbaden \u00fcber lange Zeit erfolgreichste Alt-Herren-Riege bildete. Die Oldies der Blauen eilten auf dem Platz und bei Hallenturnieren von Sieg zu Sieg. Aktiv und Spielstark sind sie immer noch, doch macht es sich nat\u00fcrlich bemerkbar, wenn sie heute gegen zum Teil erheblich j\u00fcngere Teams antreten m\u00fcssen. Stefan hat das Talent von Papa und Opa geerbt, aber &#8211; zumindest im Augenblick &#8211; nicht so ganz die Begeisterung f\u00fcrs regelm\u00e4\u00dfige Training und f\u00fcrs Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Bernd Deider, 1973 Kreismeister mit der Biebricher A-Jugend, dann weit \u00fcber ein Jahrzehnt als Dauerl\u00e4ufer und Dauerbrenner Stammspieler der ersten Mannschaft, ist nach dem Umzug seines Weggef\u00e4hrten Wolfgang Schardt nach Ludwigshafen der Chef der Alten Herren. Seine S\u00f6hne kicken von klein auf in den 02-Nachwuchsteams. Der j\u00fcngere Sven gilt als ganz gro\u00dfes Talent, gewann in der ersten Saison des neuen Jahrtausends mit der D-Jugend alle Titel, die zu vergeben waren. Dennis ist nicht nur aktiver Jugendspieler, er hilft auch bereits, Fu\u00dfball zu organisieren. Mit seinem Freund Stefan Lauf bildete er schon fr\u00fch die Turnierleitung bei Biebricher AH-Meetings, wenn sich die eigenen V\u00e4ter unten auf dem Hallenparkett austobten. Auch den Nostalgiecup der Wiesbadener Traditionsmannschaften bringen die beiden regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die B\u00fchne.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie mit den meisten 02-Mitgliedern hei\u00dft freilich Wei\u00df. Kein Wei\u00df, der nicht ein Blauer w\u00e4re. Ilona ist im Vorstand f\u00fcr die Bewirtschaftung des Klubheims verantwortlich. Harald ist nicht nur in der &#8222;Gud Stubb&#8220; des Vereins und bei den Veranstaltungen wie Mosburgfest, Blaue Nacht und den Turnieren unersetzbares &#8222;M\u00e4dchen f\u00fcr alles&#8220;. Er wirkt auch seit Jahren im Jugendausschuss, springt trotz seines Schichtdienstes immer dort ein, wo er gebraucht wird &#8211; und sei es als Linienrichter und Wassertr\u00e4ger der Reserve. Dort spielt auch Sohn Andreas, w\u00e4hrend Christopher &#8211; bereits mit manchem Titel geschm\u00fcckt &#8211; inzwischen in die B-Jugend aufger\u00fcckt ist. Patricia und selbst &#8222;Nesth\u00e4kchen&#8220; Katharina helfen im Klubheim. &#8222;So sparen sie sich daheim eine gr\u00f6\u00dfere Wohnung&#8220;, ulken Sp\u00f6tter &#8211; aber wenn man`s richtig betrachtet, bleibt nur eins zu sagen: Von solchen Familien m\u00fcsste es mehr geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz-J\u00fcrgen Hauzel<\/p>\n\n\n\n<p>Folgende Texte und Aufs\u00e4tze stammen aus der Festschrift, die zum zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen des Vereins herausgegeben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gru\u00dfwort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sieht, welche Anziehungskraft die Fu\u00dfballspiele der Bundesligen Woche f\u00fcr Woche aus\u00fcben und welche Beachtung gro\u00dfe Tuniere mit Spitzenleistungen weltweit genie\u00dfen, dann muss man sich auch bewusst werden, dass der Grundstock daf\u00fcr in jedem einzelnen Fu\u00dfballverein gelegt wird. Denn Spitzensport ist ohne Breitensport nicht m\u00f6glich. Und zu den zahlreichen Vereinen unseres Landes, die so vielen sportbegeisterten Menschen jeden Alters und jeder Leistungsklasse die M\u00f6glichkeit geben, die &#8222;sch\u00f6nste Nebensache der Welt&#8220; selbst aktiv zu genie\u00dfen, geh\u00f6rt auch der Biebricher Fu\u00dfballverein 02, der jetzt sei 100-j\u00e4hriges Bestehen feiern kann.Ihm und allen seinen Mitgliedern gelten meine herzlichen Gr\u00fc\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Waren es im Verein anfangs \u00fcberwiegend junge Burschen, die sich in ihrer Freizeit f\u00fcr den Mannschaftssport Fu\u00dfball als Abwechslung zue t\u00e4glichen Arbeit in den Werkshallen begeisterten, so sind es inzwischen l\u00e4ngst angeh\u00f6rige aller Berufsgruppen, die intensiv den Fu\u00dfballsport betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders freue ich mich \u00fcber die beachtenswerte und erfolgreiche Jugendarbeit bei Biebrich 02. Denn mit \u00fcber 260 Nachwuchsspielern in 13 Mannschaften verf\u00fcgt er \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Jugendabteilung in unserer Landeshauptstadt. Au\u00dferdem leistet der Verein einen wichtigen und gro\u00dfartigen Beitrag zur Integration. 63 Prozent der hier aktiven Jugendlichen sind fremdl\u00e4ndischer Herkunft, die sich hier im sportlichen Wettstreit im Spiel um Punkte und Tore mit deutschen Jugendlichen zu einer Gemeinschaft zusammenfinden und Freundschaften \u00fcber alle Grenzen hinaus entstehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>All das zeigt, wie wichtig und wertvoll die Vereine f\u00fcr unsere Gesellschaft und unsere Zukunft sind. Deshalb danke ich an dieser Stelle allen, die sich aktiv in der ehrenamtlichen Arbeit des Vereins engagieren. Denn anders w\u00e4ren solche Leistungen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Allen Aktiven w\u00fcnsche ich f\u00fcr die Zukunft weiterhin sportlichen Erfolg, den vielf\u00e4ltigen Veranstaltungen einen guten Verlauf und allen Besuchern bei den Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten viele frohe und unbeschwerte Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Roland Koch, Hessischer Ministerpr\u00e4sident<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sport spricht alle Sprachen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Pr\u00e4sidiums des Deutschen Sportbundes \u00fcbermittele ich dem Fu\u00dfballverein Biebrich 02 die besten Gl\u00fcckw\u00fcnsche zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen. Der FV Biebrich z\u00e4hlt 580 Mitglieder, darunter sind 60 Prozent Kinder und Jugendliche. Und wiederum 63 Prozent von diesen sind junge Ausl\u00e4nder, die bei dem Jubil\u00e4umsverein ihre sportliche Heimat, aber auch Freunde und Partner gefunden haben. Hier zeigt sich deutlich: Sport spricht alle Sprachen, und hier wird einmal mehr der Beweis erbracht: Die Sportvereine sind in unserer Gesellschaft l\u00e4ngst der Integrationsfaktor Nummer eins. Die Aktivit\u00e4ten des Jubil\u00e4umsvereins bringen zum Ausdruck, dass &#8211; allen Unkenrufen zum Trotz &#8211; der Slogan des Deutschen Sportbundes &#8222;F\u00fcr alle ein Gewinn&#8220; seine Richtigkeit hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht vergessen werden d\u00fcrfen gerade bei einem Jubil\u00e4umsfest, bei dem der Blick zur\u00fcck und nach vorn gerichtet wird, die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mithelfen, dass eine Gemeinschaft wie die des Biebricher Fu\u00dfballvereins \u00fcberhaupt existieren kann. Diese Menschen engagieren sich an einer wichtigen Stelle in unserer Gesellschaft, und ihnen geb\u00fchrt unser besonderer Dank.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche dem Jubil\u00e4umsjahr mit dem interessanten Veranstaltungsprogramm einen guten Verlauf, verbunden mit der Hoffnung, dass die vielf\u00e4ltigen Zukunftsaufgaben in unserer immer schnelllebiger und hektischer werdenden Zeit mit Optimismus angepackt und auch gemeistert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manfred von Richthofen, Pr\u00e4sident des Deutschen Sportbundes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gru\u00dfwort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Fu\u00dfballfreunde,<br>zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen des Fu\u00dfballvereins Biebrich 1902 e.V. \u00fcbersende ich Ihnen meine herzlichsten Gr\u00fc\u00dfe und Gl\u00fcckw\u00fcnsche.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass die r\u00fchrigen Organisatoren diesen runden Geburtstag durch ein festliches Programm zu einer runden Sache machen. Ein Blick auf den Veranstaltungskalender der &#8222;Blauen&#8220; im Jahr 2002 zeigt, dass das bevorstehende Jubil\u00e4um in Biebrich von Januar bis Dezember geb\u00fchrend gefeiert wird. Ein solches Jubil\u00e4um ist jedoch nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern gibt auch Anlass f\u00fcr einen nachdenklichen R\u00fcckblick.<\/p>\n\n\n\n<p>100 Jahre FV Biebrich &#8211; ein wirklich stolzes Jubil\u00e4um. Am 10. November 1902 wurde der heutige Fu\u00dfballverein als &#8222;Biebricher Fu\u00dfball-Club 02&#8220; gegr\u00fcndet, zum ersten &#8222;Pr\u00e4sidenten&#8220; wurde Heinrich Schwalbach gew\u00e4hlt. Elf Jahre sp\u00e4ter, genau am 7. April 1913, entschied eine Jahreshauptversammlung die Umbenennung zum &#8222;Biebricher Fu\u00dfball-Verein 02&#8220;, der bis heute geblieben ist und in der Bezirksoberliga Wiesbaden auf Punktejagd geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verein hat seiner Geschichte manche Krise unserer Zeit \u00fcberdauert, darunter auch zwei schreckliche Kriege. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges konnte der Sport vielen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern in Deutschland neuen Mut und neue Hoffnung verleihen. Dazu trug der Fu\u00dfball in ganz besonderem Ma\u00dfe bei. Denken wir nur an die riesige Begeisterung, die der erste deutsche Weltmeistertitel 1954 durch Fritz Walter und seine Kameraden im Bremer Wankdorf-Stadion hervorrief.<\/p>\n\n\n\n<p>In all den Jahren haben sich die Zeiten und Verh\u00e4ltnisse enorm gewandelt. Unver\u00e4ndert gro\u00df geblieben ist aber bis zum heutigen Tag die Bedeutung der Sport- und Fu\u00dfballvereine. Mein Dank gilt daher an dieser Stelle den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern &#8211; auch denen des FV Biebrich 02. Nur dank solch vorbildlicher T\u00e4tigkeit und durch diesen unerm\u00fcdlichen Einsatz ist ein intaktes Vereinsleben m\u00f6glich. Von diesem gro\u00dfartigen Engagement, liebe Sportfreunde, profitieren vor allem auch die Jugendlichen, deren F\u00f6rderung auf allen Ebenen uns stets am Herzen liegen muss. Auf seine vorbildliche Jugendarbeit ist der Fu\u00dfballverein Biebrich ganz besonders stolz, ging doch aus ihr unter anderem J\u00fcrgen Grabowski hervor, der 44 L\u00e4nderspiele f\u00fcr die deutsche Nationalmannschaft bestritt und 1974 zu Helmut Sch\u00f6ns Weltmeister-Team z\u00e4hlte. Dar\u00fcber hinaus werden die &#8222;Blauen&#8220; seit vielen Jahren von ihrem Ehrenmitglied Lothar Meurer, Generalsekret\u00e4r der Union Europ\u00e4ischer Fu\u00dfballtrainer, pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Allen Vereinsmitgliedern und nat\u00fcrlich auch allen G\u00e4sten w\u00fcnsche ich bei dem sehr umfangreichen und attraktiven Festprogramm gute Unterhaltung, den Mannschaften und jedem einzelnen Aktiven des FV Biebrich 02 e.V. f\u00fcr die Zukunft viel Erfolg!<\/p>\n\n\n\n<p>Gerhard Mayer-Vorfelder, Pr\u00e4sident des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Gru\u00dfwort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Fu\u00dfballverein Biebrich e.V., gegr\u00fcndet 1902, feiert sein 100-j\u00e4hriges Bestehen. Der Verein ist der mitgliederst\u00e4rkste Fu\u00dfballverein in Wiesbaden mit der gr\u00f6\u00dften Jugendabteilung und dem h\u00f6chsten Ausl\u00e4nderanteil. Rund 520 Mitglieder machen \u00fcberaus deutlich, dass der Verein nach 100-j\u00e4hriger Geschichte zu einem aktiven Mitglied der modernen Sportbewegung geworden ist, der unersetzbare sozial- und jugendpolitische und gesundheitpolitische Arbeit in der Gesellschaft leistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem Jubil\u00e4um, aber auch zu der in den vergangenen Jahren geleisteten Arbeit m\u00f6chte ich dem Verein im Namen der Hessischen Landesregierung, aber auch pers\u00f6nlich als Sportminister unseres Landes, sehr herzlich gratulieren.<\/p>\n\n\n\n<p>In der gro\u00dfen Familie des Sports sollte jeder Platz finden, ohne Ansehen seiner Herkunft, seiner Stellung oder seines Berufes. Im Biebricher Fu\u00dfballverein ist dies Wirklichkeit und auch Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden, ganz nach dem Grundsatz &#8222;Der Sportverein als Sozialpartner im Stadtteil&#8220;. Seit vielen Jahren ist der Verein f\u00fcr seine beispielhaften Integrationsbem\u00fchungen im Stadtteil Biebrich bekannt. Die Bedeutung des Clubs f\u00fcr das Zusammenleben in Biebrich ist unbestritten. Neben der Organisation des Spiel- und Trainingsbetriebs f\u00fcr 17 Mannschaften werden Fahrten und Tuniere organisiert, bei denen sich Nachwuchsfu\u00dfballer aus allen Regionen und L\u00e4ndern kennenlernen. Seit 1980 wird regelm\u00e4\u00dfig ein internationales C-Jugendtunier ausgetragen. Im Zweijahresrhythmus treffen sich 300 12 bis 14-j\u00e4hrige Fu\u00dfballer aus verschiedenen L\u00e4ndern zum sportlichen Wettstreit auf dem Dyckerhoff &#8211; Sportfeld. Es ist und bleibt Programm des Vereins, durch diese sportlichen Aktivit\u00e4ten einen erheblichen Beitrag zu leisten, Jugendliche zu st\u00e4rken, zu st\u00fctzen und auch zu sch\u00fctzen. Neben diesen besonderen Aktivit\u00e4ten tragen die Trainingsarbeit, der Spielbetrieb, die Betreuung der Kinder, der Jugendlichen, der aktiven und passiven Mitglieder dazubei, dass sich die Vereinsmitglieder in Biebrich heimisch und wohlf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter diesen Leistungen stehen zahlreiche M\u00e4nner und Frauen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement den Verein mit Leben erf\u00fcllen. Ihnen gilt mein Dank daf\u00fcr, dass sie in ihrem Verein Verantwortung tragen und dadurch diese Vereinsarbeit erst erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>100 Jahre Vereinsgeschichte sind eine stolze Bilanz. Aber sie sind auch zugleich eine Herausforderung, die bew\u00e4hrte und erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Dazu w\u00fcnsche ich dem Verein in erster Linie viele engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter, so dass er auch in Zukunft ein lebendiges Mitglied in der Wiesbadener Vereinsfamilie bleibt, an der Gestaltung des Sports in der Landeshauptstadt mitwirken und zum friedlichen Zusammenleben im Stadtteil Biebrich beitragen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Volker Bouffier, Hessischer Minister des Innern und f\u00fcr Sport<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Sinnbild f\u00fcr Kontinuit\u00e4t und Qualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Berufung in den Ehrenausschuss zum Jubil\u00e4um des Biebricher Fu\u00dfballvereins 02 e.V.: komme ich gerne nach. Der Biebricher Fu\u00dfballverein ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie man erfolgreich sowohl den sportlichen wie den sozialen Bed\u00fcrfnissen aller B\u00fcrger gerecht werden kann. Durch alle H\u00f6hen und Tiefen der vergangenen 100 Jahre hinweg ist es dem Verien seit seiner Gr\u00fcndung am 10. November 1902 gelungen, den Biebrichern ein kontinuierliches fu\u00dfballerisches Angebot zu bieten, welches lediglich w\u00e4hrend der Weltkriege eine kurze Unterbrechung erfuhr. Aber auch gerade in solch schweren Zeiten zeigte sich immer wieder, was den Biebricher Fu\u00dfballverein heute noch auszeichnet. Er ist fest verwurzelt im gesellschaftlichen Leben Biebrichs. Seit 14 Jahren k\u00fcmmert sich auch ein Freundeskreis um die kleinen und gro\u00dfen meist finanziellen Probleme. Dies zeigt, wie wichtig der Verein f\u00fcr die B\u00fcrger ist. Mittelpunkt des Vereinslebens mit einer Vielzahl von \u00f6ffentlichen und privaten Veranstaltungen ist das Vereinsheim, das praktisch ohne \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse \u00fcberwiegend in Eigenleistung errichtet wurde. Ich freue mich, dass mit dem Biebricher Fu\u00dfballverein eine Institution dieses Jubil\u00e4um begehen kann, die immer bem\u00fcht war und ist, durch eigene Ideen und Initiativen zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch nicht nur in Biebrich, sondern auch in der vielf\u00e4ltigen Sportpalette der gesamten Landeshauptstadt Wiesbaden spielen die &#8222;Blauen&#8220; eine wichtige Rolle und sind Sinnbild f\u00fcr Kontinuit\u00e4t und Qualit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Jugendarbeit. Eine Vielzahl von Mannschaften von der F- bis zur A-Jugend nehmen am Spielbetrieb teil, was einen erheblichen Aufwand an ehrenamtlichem Engagement in der Betreuung mit sich bringt. Gerade in Biebrich ist die Integration junger Menschen von ganz erheblicher Bedeutung, da ein erheblicher Anteil aus Jugendlichen der unterschiedlichsten Nationen besteht und durch die Arbeit des Vereins ein Gemeinschaftssinn entwickelt wird, der vorbildlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche dem Biebricher Fu\u00dfballverein 02 f\u00fcr die Zukunft die gew\u00fcnschten Erfolge im sportlichen wie im sozialen Bereich und der Vereinsf\u00fchrung stets eine gl\u00fcckliche Hand, allen Widrigkeiten erfolgreich entgegenwirken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Karlheinz Weimar, Hessischer Minister der Finanzen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Dieser Verein bietet eine Heimat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Pr\u00e4sidiums des Landessportbundes Hessen gratuliere ich dem Biebricher Fu\u00dfballverein 02 zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen recht herzlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Verein hat in den vergangenen Jahrzehnten beispielhaft bewiesen, dass Sport die Menschen verbindet und ihnen Gemeinschaft und Gemeinsamkeit vermittelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei bietet er der Bev\u00f6lkerung seit 1902 mehr als nur ein sportliches Angebot. Er \u00f6ffnet sich f\u00fcr all diejenigen, die den sportlichen Gedanken leben und erleben wollen. Er bietet eine Heimat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Biebricher Fu\u00dfballverein stellt sich heute als eine Gemeinschaft dar, die den sportlichen uns sozialen Bed\u00fcrfnissen ihrer Mitglieder entgegenkommt und eine weite Palette von \u00dcbungs-, Wettkampfm\u00f6glichkeiten und Betreuungsangeboten bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche dem Fu\u00dfballverein Biebrich e.V. auf seinem weiteren Weg alles Gute und den Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten einen harmonischen Verlauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Rolf M\u00fcller, Pr\u00e4sident des Landessportbundes Hessen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Mein herzlicher Gru\u00df gilt dem Vorstand und allen Mitgliedern des Biebricher Fu\u00dfballvereins 02, der in diesem Jahr sein 100-j\u00e4hriges Bestehen feiern kann.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sportvereine haben in unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung: Sie geben nicht nur dem Einzelnen Gelegenheit, sich k\u00f6rperlich zu bet\u00e4tigen, sondern sie sind auch soziale Zentren menschlicher Beziehungen. Der FV Biebrich 02 ist hierf\u00fcr geradezu ein Paradebeispiel: Hier bieten erfolgreiche Sportler in der Berzirksoberliga lokalen Spitzensport und in einer ganzen Anzahl von Jugendmannschaften wachsen hoffnungsvolle Talente heran, die in den unterschiedlichsten Klassen spielen. Die &#8222;Blauen&#8220; haben im Fu\u00dfball einen Namen: Nicht nur wegen ihres herausragenden Engagements f\u00fcr die Kinder und Jugendlichen. Was hier an Integrations- und Nachwuchsarbeit geleistet wird, kann nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden &#8211; und darauf k\u00f6nnen Vorstand, Trainer und Betreuer sehr stolz sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Wunsch des Organisationsteams dem Ehrenausschuss beizutreten und ein Gru\u00dfwort zu schreiben, bin ich gerne nachgekommen. Vor allem deshalb, weil mir damit Gelegenheit gegeben wird, all denen ein herzliches &#8222;Dankesch\u00f6n&#8220; zu sagen, die in der Vergangenheit bereit waren oder augenblicklich sind, au\u00dferhalb des Vereins Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Die kontinuierliche Vereinsarbeit der letzten Jahrzehnte lassen den Schluss zu, dass der FV Biebrich 02 hoffnungsfroh in die Zukunft sehen kann, weil er \u00fcber viele Mitglieder verf\u00fcgt, die einfach da sind, wenn sie gebraucht werden. Das ist nicht selbstverst\u00e4ndlich, aber ein sicheres Zeichen f\u00fcr die hohe Akzeptanz der &#8222;Blauen&#8220; in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch und alles Gute f\u00fcr die Zukunft!<\/p>\n\n\n\n<p>Hildebrand Diehl, Oberb\u00fcrgermeister<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Ein nachahmenswertes Beispiel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Fu\u00dfballfreunde,<br>der Hessische Fu\u00dfball-Verband gratuliert dem Fu\u00dfballverein Biebrich 02 herzlich zu seinem 100-j\u00e4hrigen Bestehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fu\u00dfballsport ist trotz des Aufkommens zahlreicher Trendsportarten in Deutschland nach wie vor die f\u00fchrende und von der breiten \u00d6ffentlichkeit am meisten beachtete Sportart. Ma\u00dfgeblich dazu beigetragen hat &#8211; neben der Anziehungskraft des Spitzenfu\u00dfballs &#8211; die unerm\u00fcdliche Aufbauarbeit in den vielen Amateurvereinen des HFV und den anderen 20 Landesverb\u00e4nden des Deutschen Fu\u00dfball-Bundes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fu\u00dfball kann seine Stellung als Sportart Nummer eins allerdings nur dann erhalten, wenn es uns auch in Zukunft gelingen wird, Kinder und Jugendliche daf\u00fcr zu begeistern. Hier geht der FV Biebrich 02 mit nachahmenswertem Beispiel voran und leistet gleichzeitig ein gutes St\u00fcck Erziehung zum Gemeinschaftsdenken und zum Fairplay.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere zentrale Aufgabe der Vereinsarbeit ist das Ehrenamt. Fest steht: Eine so langj\u00e4hrige Vereinsgeschichte wie die Ihre w\u00e4re nicht denkbar ohne das eigenn\u00fctzige Wirken vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter, die einen gro\u00dfen Teil ihrer Freizeit und pers\u00f6nlichen Interessen hintenanstellen. Mein besonderer Dank in unserer leider immer mehr von Egoismus gepr\u00e4gten zeit gilt jenen, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz dazu beitragen, dass ihr Verein seine sportlichen und gesellschaftspolitischen Aufgaben erf\u00fcllen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Hoffnung, dass sich stets Sportkameraden finden m\u00f6gen, die zu einem ehrenamtlichen Einsatz f\u00fcr ihren Verein bereit sind, w\u00fcnsche ich dem Biebricher Fu\u00dfballverein 02 f\u00fcr seine k\u00fcnftigen Aufgaben alles Gute und seinen Jubil\u00e4umsfeierlichkeiten einen erfolgreichen und harmonischen Verlauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Rolf Hocke, Pr\u00e4sident des Hessischen Fu\u00dfball-Verbandes<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Eine gro\u00dfe positive Ausnahme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Namen des Kreisfu\u00dfballausschusses Wiesbaden darf ich dem FV Biebrich 02 zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen die herzlichsten Gl\u00fcckw\u00fcnsche aussprechen. Die &#8222;Blauen&#8220; sind eine feste gr\u00f6\u00dfe nicht nur im Wiesbadener Fu\u00dfballgeschehen. Gerne erinnert man sich an die erfolgreichen Zeiten in den 50er und 60er Jahren zur\u00fcck. Damals war der Biebricher Fu\u00dfballverein 1902 eine der st\u00e4rksten Mannschaften in der Hessenliga. Als ehemaliger Spieler verbindet mich noch heute Freundschaft mit vielen Biebricher Sportkameraden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele andere Vereine hatte der FV Biebrich 02 im Laufe seiner Geschichte neben vielen H\u00f6hen auch einige R\u00fcckschl\u00e4ge zu verkraften. Aber es fanden sich immer wieder Mitstreiter, die in schwierigen Zeiten Verantwortung \u00fcbernahmen. Besonders Stolz darf der FV Biebrich 02 auf seine Best\u00e4ndigkeit sein. Hierbei sind drei Schwerpunkte besonders hervorzuheben:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; ein wesentlicher Teil der Vorstandsmitglieder leitet seit \u00fcber zwanzig Jahren die Geschicke des Vereins. In der heutigen Gesellschaft eine gro\u00dfe positive Ausnahme von der Regel.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Die Jugendlichenin der Breite und Spitze nimmt ebenfalls seit vielen Jahren eine herausragende Stellung innerhalb der Wiesbadener Nachwuchsf\u00f6rderung ein. Hierbei verdient die Integration von ausl\u00e4ndischen Jugendlichen in dem von der Industrie gepr\u00e4gten Stadtteil Biebrich eine besondere Erw\u00e4hnung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Auch die Zielsetzungen des Vereins d\u00fcrfen durchaus f\u00fcr einige zur Nachahmung empfohlen werden. Nicht der schnelle und einseitige Erfolg steht im Mittelpunkt der Vereinsarbeit, sondern der kontinuierliche Aufbau. Sportlicher Erfolg ja, aber eben nicht um jeden Preis.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich dem Biebricher Fu\u00dfballverein 02 alles Gute und weiterhin ein erfolgreiches Wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Helmut Herrmann, Kreisfu\u00dfballwart<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Die Blauen &#8211; eine Biebricher Institution<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Blauen werden 100 Jahre alt! Ich gratuliere dem Verein im Namen des Ortsbeirates ganz herzlich zu diesem sch\u00f6nen Jubil\u00e4um und w\u00fcnsche weiterhin alles Gute, sportliche Erfolge und ein aktives und reges Vereinsleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Stadtbild verdankt dem Fu\u00dfballverein Biebrich 02 sehr viel. Er bietet seinen Mitgliedern, von den Kindern und Jugendlichen angefangen bis zu den Alten Herren, in einer bewegungsarmen Zeit nicht nur k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung und Gesundheitsvorsorge, er vermittelt zudem \u00fcber den Sport Lebenserfahrungen und Verhaltensweisen, Freundschaften und soziale Kontakte. Das Vereinsleben schlie\u00dft auch die mit ein, die Fu\u00dfball nicht oder nicht mehr aktiv betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Blauen sind \u00fcber die 100 Jahre ihrer Geschichte eine Biebricher Institution geworden, der wir Respekt, Anerkennung und Dank schulden f\u00fcr guten Sport, f\u00fcr die Betreuung unserer Kinder und ihrer Erziehung zu Fairness sowie f\u00fcr viele Beitr\u00e4ge zum gesellschaftlichen Leben in unserem Stadtteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Verein im einhundertsten Jahr seines Bestehens so gro\u00dfe Anerkennung genie\u00dft, dann verdankt er das nat\u00fcrlich den Aktiven, die f\u00fcr die sportlichen Erfolge gesorgt haben, aber auch den Funktion\u00e4ren und treuen Mitgliedern, die hinter den Kulissen den Verein mit Rat, Tat, Zeit und Geld unterst\u00fctzt haben und unterst\u00fctzen und die dem Verein auch in schwierigen Zeiten immer die Treue gehalten haben. Es spricht f\u00fcr den Verein, wenn sich ihm so Viele verbunden f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gratuliere, danke und w\u00fcnsche dem Biebricher Fu\u00dfballverein weiterhin alles Gute.<\/p>\n\n\n\n<p>Kuno Hahn, Ortsvorsteher<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Vorbildlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele herausragende sportliche Erfolge sind mit dem Namen des Biebricher Fu\u00dfballvereins 02 verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Klub, der im Jahre 2002 100 Jahre besteht und sich ausschlie\u00dflich dem Fu\u00dfball verschrieben hat, kann man zu seiner Vorbildfunktion nur begl\u00fcckw\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich Vereinsmanen wie Schalke 04, Mainz 05, Kastel 06, Schierstein 08, Wattenscheid 09 betrachtet, muss man feststellen, dass der Fu\u00dfballverein Biebrich 02 auch zu den Pionieren des Deutschen Fu\u00dfballs zu z\u00e4hlen ist. Und die Blauen haben deutsche Fu\u00dfballgeschichte mitgeschrieben. Schon in den drei\u00dfiger Jahren geh\u00f6rte Christel Kraus zum Herberger-Kader der Nationalmannschaft, Gerd Klier war sp\u00e4ter Amateurnationalspieler, und J\u00fcrgen Grabowski wurde 1974 mit der deutschen Fu\u00dfballnationalmannschaft Weltmeister. Begegnungen der 02er auf dem Dyckerhoff-Sportfeld gegen Darmstadt 98 oder den Sportverein Wiesbaden mit \u00fcber 5000 Zuschauern geh\u00f6rten zu den gro\u00dfen Erfolgen des Vereins.<\/p>\n\n\n\n<p>Hervorzuheben ist auch die ausgezeichnete Jugendarbeit, f\u00fcr die nun schon seit 25 Jahren Hartmut Steindorf verantwortlich zeichnet. Mit mehr als 250 Jugendspielern, davon 170 junge Menschen ausl\u00e4ndischer Abstammung, geh\u00f6rt die Nachwuchsarbeit des Fu\u00dfballvereins Biebrich 02 zu der erfolgreichsten in der Landeshauptstadt Wiesbaden und hat mit ihren zahlreichen Tunieren und Reisen auch ins Ausland zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorstand und Trainer haben es \u00fcber lange Zeit der Vereingeschichte verstanden, die gesellschaftlichen Str\u00f6mungen zu erfassen, mit der Zeit zu gehen und offen zu sein f\u00fcr neue Gedanken. Dass die erste Fu\u00dfballmannschaft in der Berzirks-Oberliga spielt ist ein Beleg daf\u00fcr, dass der Fu\u00dfballverein Biebrich 02 in seiner Zeit der Fu\u00dfballpleiten, Skandale und negativen Schlagzeilen ruhig und kontinuierlich die selbstgestellten Aufgaben angegangen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der wesentlichen Grunds\u00e4tze des Vereinsvorsitzenden Horst Klee, der diese Amt schon 31 Jahre mit Umsicht f\u00fchrt, seines Stellvertreters Heinz-J\u00fcrgen Hauzel und von Schatzmeister Werner Kuhn hei\u00dft: &#8222;Wir geben nur das aus, was wir finanziell haben, denn der Gesamtverein mit \u00fcber 500 Mitgliedern ist f\u00fcr das soziale und gesellschaftliche Gef\u00fcge in unserem Stadtteil Biebrich vo viel zu gro\u00dfer Bedeutung, als dass wir seine Existenz durch waghalsige Finanzman\u00f6ver leichtfertig aufs Spiel setzen w\u00fcrden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fu\u00dfballverein Biebrich 02, der sich vor 25 Jahren unter der Federf\u00fchrung von Rainer Winkler und Horst Seilberger ein schmuckes Vereinsheim f\u00fcr seine Mitglieder als St\u00e4tte der Begegnung geschaffen hat, wirkt auch gesellschaftlich in unseren Stadtteil Biebrich. Die &#8222;Blaue Nacht&#8220;, die Teilnahme an den Mosburgfesten, die Hallentuniere, die Begegnungen mit unserer Freundschaftsstadt Glarus in der Schweiz sind auch sozialpolitische Aufgaben, die man gar nicht hoch genug bewerten kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank und Anerkennung geb\u00fchrt im Jubil\u00e4umsjahr allen, die sich ehrenamtlich selbstlos und uneigenn\u00fctzig \u00fcber all die Jahrzehnte hinaus in den Dienst des Vereins gestellt, ihn unterst\u00fctzt, gef\u00f6rdert, getragen und somit das Fu\u00dfballspielen hier erm\u00f6glicht haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum 100-j\u00e4hrigen Bestehen gratulieren wir, der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft mit seinen 102 Vereinen und Verb\u00e4nden, den Blauen ganz herzlich und w\u00fcnschen den Jubil\u00e4umsveranstaltungen einen guten Verlauf, dem Verein f\u00fcr die Zukunft sportbegeisterten Nachwuchs sowie Frauen und M\u00e4nner, die sich im Fu\u00dfballverein Biebrich 02 engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnter Noerpel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verb\u00e4nde<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Wir feiern ein stolzes Jubil\u00e4um, welches Anlass zu Freude und Dank ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anlass zur Freude, weil wir es verstanden haben, trotz den Wirnissen der Zeit Anlaufstelle f\u00fcr Generationen von jungen Menschen zu sein, die selbst gew\u00e4hlte Sportart auszu\u00fcben und viele Eigenschaften und Tugenden f\u00fcr das sp\u00e4tere Leben zu lernen und zu pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank an alle die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die \u00fcber Jahrzehnte die Voraussetzungen geschaffen und erhalten haben, dass Biebrich 02 so alt werden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank auch an die vielen Menschen, die unsere Arbeit ideell und finanziell unterst\u00fctzt haben. Ohne diese Unterst\u00fctzung w\u00e4ren viele Aktivit\u00e4ten nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der 100. Geburtstag unseres Vereins ist Verpflichtung und Auftrag zugleich, Bew\u00e4hrtes weiterzuf\u00fchren und Neues anzupacken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche der 02-Familie und allen Freunden und G\u00e4sten des Vereins ein glanzvolles und fr\u00f6hliches Jubil\u00e4umsjahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Verein w\u00fcnsche ich, dass er aus dem Jubil\u00e4umsjahr neue Kraft und Impulse gewinnt, um auch in der Zukunft f\u00fcr Biebrich eine positive Rolle zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Horst Klee, 1. Vorsitzender<\/p>\n\n\n\n<p>Seit 1998 befa\u00dft sich das Organisationsteam mit unserem 100-j\u00e4hrigen Vereinsjubil\u00e4um. Was in dieser Zeit erarbeitet wurde, k\u00f6nnen sie im Rahmenterminkalender unserer Jubil\u00e4umsfestschrift ablesen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber das ganze Jahr hinweg wird unser Jubil\u00e4um in das laufende Vereinsgeschehen integriert. Warum sollten wir auch Veranstaltungen, Tuniere etc. erfinden wenn unser lebendiges, aktives Vereinsgeschehen eine Vielzahl solcher &#8211; heute schon traditionellen &#8211; Veranstaltungen zu bieten hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Motto war schnell gefunden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ganz Biebrich feiert mit den Blauen &#8211;<br>Die Blauen feiern mit den B\u00fcrgern Biebrichs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau diesem Motto entsprechen auch unsere Veranstaltungen am 15. und 16. Juni 2002 im Festzelt der Gibber Kerbegesellschaft, der ich an dieser Stelle unseren Dank f\u00fcr die Unterst\u00fctzung und Bereitstellung des Festzeltes aussprechen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Redaktionsschlu\u00dfwar war es uns leider nicht m\u00f6glich auch ein Jubil\u00e4umsspiel zu pr\u00e4sentieren. Ich kann ihnen aber versichern, dass wir auf gutem Wege sind ihnen einen Fu\u00dfballleckerbissen pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur mit der Gegenwart, sondern auch mit der Vergangenheit haben wir uns besch\u00e4ftigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als besonders gelungen kann ich ihnen unsere Vereinschronik, welche als Buch erscheint und k\u00e4uflich erworben werden kann, empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich mic herzlichst bei meinen Mitstreitern im Orga-Team f\u00fcr die Zusammenarbeit bedanken. Einen besonderen Dank an H.J. Vogt, unter dessenFederf\u00fchrung diese Vereinschronik entstanden ist. Unterst\u00fctzt wurde er dabei tatkr\u00e4ftig von unserem 2. Vorsitzenden H.-J. Hauzel und Pressewart H. Schuhmacher.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob unser Jubil\u00e4um gelingt, das h\u00e4ngt vor allem in gro\u00dfem Ma\u00dfe von Ihnen liebe Freunde der Blauen ab. Ich hoffe Sie nehmen unsere Angebote an.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen und uns w\u00fcnsche ich viel Spa\u00df und Fre\u00fade im Jahre 2002, dem Jahr unserer Blauen<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Bernhard Fuidl<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Blau und Wei\u00df von Anfang an<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es muss ein guter Stern gewesen sein, der am 10. November 1902 \u00fcber dem &#8222;Deutschen Kronprinz&#8220; in Biebrich gestanden hat. Heinrich Schwalbach, der zum ersten Vorsitzenden gew\u00e4hlt wurde, Ludwig M\u00fcller, August Haus, Franz Ries, Carl Seifert, Wilhelm Weber, M. Jost, W. Ohlenmacher, Fritz H\u00f6hn, Fr. Wietzel und eine handvoll weiterer Mitstreiter gr\u00fcndetenden Biebricher Fu\u00dfball- Club 02. W\u00e4hrend andere Vereine kamen und gingen, erwies sich ihre Sch\u00f6pfung schnell als gesundes, rasch wachsendes, kr\u00e4ftiges und bis heute allen Unbilden gegen\u00fcber widerstandsf\u00e4higes Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In nunmehr 100 Jahren wechselten die Biebricher nicht einmal ihre Farben. Blau und Wei\u00df von Anfang an. und seit dem 7. April 1913 ist auch der Name unver\u00e4ndert. Dem nationalen Hochgef\u00fchl der Vorkriegszeit folgend, entschied sich die Jahreshauptversammlung, das von den ungeliebten Engl\u00e4ndern stammende Iduom abzulegen. Aus dem Club wurde der Biebricher Fu\u00dfball-Verein 02 &#8211; und er ist es bis heute geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Sportbetrieb aufrechtzuerhalten, den Biebrichern ein fu\u00dfballsportliches Angebot zu unterbreiten, war offensichtlich stets das oberste Gebot der Vereins-Verantwortlichen. Und das hat zu einer Kontinuit\u00e4t gef\u00fchrt, die ihresgleichen selbst bei ausdauernder M\u00fche hierzulande vergeblich sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte 1915 zum Beispiel waren von 130 Mitgliedern noch drei in Biebrich. Zusammenmit der Vereinswirtin Frau Sauter und dem damaligen Vorsitzenden Karl Kilz hielten sie Verbindung zu den Fu\u00dfballern, die drau\u00dfen in den Gr\u00e4be des elenden Stellungskrieges zu \u00fcberleben hofften. Sie schrieben Briefe und schickten Fresspakete. Das schaffte Dankbarkeit, sorgte f\u00fcr freundliche Erinnerung. Bereits 1916 konnten die 02er so wieder eine Mannschaft zu den Verbandspielen melden, an denen man sich erstmals seit 1905 neun Jahre lang nach Kriegsbeginn beteiligt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte machte Bockspr\u00fcnge. Im Fu\u00dfball-Verband wurde das vorwiegend dadurch deutlich, wenn sich mal wieder die Klasseneinteilung \u00e4nderte. der BFV 02 spielte und spielte &#8211; gegen wen auch immer &#8211; in einer einmaligen, aus der zeitlichen Entfernung fast gleichg\u00fcltig wirkenden Konstanz, die sich hervorragend in den historischen Tabellen ablesen l\u00e4sst: Als einer der letzten vor dem Zusammenbruch, und er war 1945 gleich wieder dabei, als die Landesliga Gro\u00dfhessen ihre Rund aufnahm. Hermann Barthel hatte es geschafft, bei der Gr\u00fcndungsversammlung des Hessischen Fu\u00dfball-Verbandes die Eingliederung in die oberste Amateurklasse zu bewirken.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Festschrift zum 52er Jubil\u00e4um wurden die tausend Jahre des Dritten Reiches, die letztlich nur zw\u00f6lf hatten w\u00e4hren sollen, schamhaft ausgeklammert. Doch auch in dieser Zeit rollte der Fu\u00dfball &#8211; in Biebrich nicht einmal schlecht. Die 02er standen sportlich in voller Bl\u00fcte, als sie von 1937 an in der zweith\u00f6chsten Klasse spielten. Christel Kraus z\u00e4hlte unzweifelhaft zu den gro\u00dfen Stars der Region, vertrat den Verein in Auswahlmannschaften. Sogar die Reichstrainer hatten ein Auge auf ihn geworfen. Christel Kraus fiel im Krieg, sein Vater Christian sollte in den sp\u00e4ten 40er Jahren den Vorsitz der 02er \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind Vereine damals benutzt, politisch missbraucht worden. Reichssportf\u00fchrer von Tschammer, dessen Name seinerzeit der Pokalwettbewerb trug, machte keinen Hehl aus der staatstragenden Rolle, die das Regime der Durchf\u00fchrung von Sportveranstaltungen selbst und gerade in Kriegszeiten zuerkannte. Schon 1935 musste auch von den Fu\u00dfballern mit gro\u00dfem Brimborium die Wiedereingliederung des Saargebiets begannen werden. Den sportlichen Vergleichsspielen &#8211; Saar 05 wurde von der 02-Mannschaft 5:2 bezwungen &#8211; ging ein Fahnenumzug der Fu\u00dfballer durch Biebrich voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieso sollten wir uns nicht erinnern, dass auch hier einst Embleme aus jenen Fahnen gerissen wurden? Die Pragmatiker des Biebricher Fu\u00dfball-Vereins wussten die Stoffe f\u00fcr ihre Zwecke zu nutzen: aus ihnen wurden 1945 die ersten Trikots der neuen Epoche gen\u00e4ht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dften, die ruhmreichsten Jahre der Blauen wurden mit der Bezirksmeisterschaft und dem Aufstieg in die erste Amateurliga 1957 eingeleitet. Das Team von Heinz Przybilla sorgte nun landesweit f\u00fcr Schlagzeilen. Als gr\u00f6\u00dfter 2Sohn&#8220; der 02er-Familie machte J\u00fcgen Grabowski sp\u00e4ter Karriere in der Bundesliga und wurde 1974 mit der Nationalmannschaft Fu\u00dfball-Weltmeister. Was gibt`s erfreulicheres, als sich anl\u00e4sslich eines hohen, runden Geburtstages der sch\u00f6nsten Stunden erinnern zu k\u00f6nnen? Auch die Spieler der Hessenliga-Jahre tun das bei ihren regelm\u00e4\u00dfigen Treffen, zu denen auch der Biebricher Nostalgie-Cup z\u00e4hlt, bei dem seit 1996 in jedem Januar Wiesbadens Fu\u00dfball-Gr\u00f6\u00dfen der vergangenen Jahrzehnte zusammenkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht ganz so sch\u00f6n das Erinnern, aber sicher genauso bemerkenswert und bedeutsam ist die Leistung des Vereins, den Ende der 60er Jahre einsetzenden Niedergang \u00fcberstanden zu haben. Viele Weggef\u00e4hrten, die mit den Blauen gemeinsam in der Hessenliga spielten, Westend Frankfurt, Preu\u00dfen Frankfurt, Viktoria Urberach, Hanau 93, der FV Horas, der SV Herborn und wie sie alle hei\u00dfen, sind inder Versenkung verschwunden oder existieren gar nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Biebricher Fu\u00dfball-Verein 02 wurde anl\u00e4sslich der Jahreshauptversammlung 1971 laut \u00fcber ein Ende der Eigenst\u00e4ndigkeit nachgedacht. Die Mitglieder gingen auf die Barrikaden, schickten den eben gew\u00e4hlten Vorsitzenden Paul Haas ob seiner nachgerade blasphemischen \u00c4u\u00dferungen in die W\u00fcste und vertrauten Horst Klee die Vereinsgeschicke an.<\/p>\n\n\n\n<p>1982 schon, als der Klub sein 80-j\u00e4hriges Bestehen feierte, war alles wieder in Butter: die 02er finanziell gesund, mit der gr\u00f6\u00dften Jugendabteilung weit und breit; und die erste Mannschaft geh\u00f6rte wieder zu einer Verbandsspielklasse. Bei gleichbleibenden und sinkenden Platzeinnahmen wurde der Etat binnen eines Jahrzehnts verdoppelt. Eine schier unvorstellbare Leistung, den Haushalt jedesmal auszugleichen. Zumal sich die 02er-Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt in die H\u00e4nde obskurer M\u00e4zene begeben haben. W\u00e4hrend die Nachbarn und zeitweiligen Liga-Konkurrenten Biebrich 76, Kassel 06, SV Wiesbaden, Germania Wiesbaden und SV Hallgarten heftigsten Eruptionen ausgesetzt waren, durften die Blauen stolz sein auf ihre unspektakul\u00e4re Vereinsarbeit und die stets schuldenfreien Bilanzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wesentlichen Ereignisse der j\u00fcngeren Vereins-Vergangenheit sind die allgemein eher weniger beachteten. Da ist zun\u00e4chst und vor allem einmal die Tatsache, dass sich die Namen der verantwortlichen Macher mit wenigen Ausnahmen nicht ge\u00e4ndert haben. Wechsel steht viel mehr im Lichte der \u00d6ffentlichkeit als die allj\u00e4hrlichen Widerwahl-Zeremonien der Blauen. Aber sie sorgten f\u00fcr Vertrauen in die Verl\u00e4sslichkeit der Vereinspolitik. Horst Klee ist seit \u00fcber 30 Jahren Vorsitzender, Hartmut Steindorf seit 25 Jahren Jugendleiter. Horst Seilberger engagiert sich fast seit einem halben Jahrhundert f\u00fcr seine Blauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stets auf der Suche, mit den vorhandenen finanziellen und personellen M\u00f6glichkeiten den Anforderungen an einen zeitgem\u00e4\u00dfen Fu\u00dfballverein gerecht zu bleiben, hat der Biebricher Fu\u00dfball-Verein seinen Weg gefunden. Einige Meilensteine der &#8222;Neuzeit&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p>1977 wurde das eigene Klubheim gebaut, 1983 bereits der Anbau realisiert. Im Dezember 1985, als von der Ausl\u00e4nder-Problematik sonst noch kaum jemand redete und Gespr\u00e4chsrunden zum Thema nicht in heutigem Ma\u00dfe modern waren, wurde in eben jenem Klubheim auf Einladung der 02er die Integrationskraft der Sportvereine diskutiert. Neben anderen w\u00fcrdigte der damals beim hessischen Sozialministerium mit Sport befasste, einstige Weltklasse-Mittelstreckler Franz-Josef Kemper die Leistung der Blauen bei der Eingliderung Ausl\u00e4ndischer Jugendlicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei weitere Diskussionsveranstaltungen &#8211; 1987 zur Frage, ob Sport zum Beruf zwangsl\u00e4ufig in Konflikt stehe oder g\u00fcnstige Erg\u00e4nzung sei, 1990 zum Thema Sport und Wirtschaft sowie 1995 zur Integration im Sport &#8211; demonstrieten, dass im Biebricher Fu\u00dfball-Verein nicht nur Sport getrieben, sondern auch dar\u00fcber nachgedacht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher in dieser Form eine seltene Konstruktion: der 1988 erstandene Freundeskreis, der sich seitdem regelm\u00e4\u00dfig einmal im Monat trifft. Bei diesen Stammtisch-Abenden wirft keiner sinnlos mit Tausendern, aber jeder macht sich Gedanken, was m\u00f6glich und wie dem Verein sinnvoll zu helfen ist. Und wenn erfolgreiche Gesch\u00e4ftslute gemeinsam nachdenken, ist das &#8211; wie sich gezeigt hat &#8211; das Schlechteste nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein f\u00fcr alle sichtbare Ausflug dieser Stammtischtreffen ist die &#8222;Blaue Nacht&#8220;, die im vergangenen August zun 14. Male mit gro\u00dfem Erfolg im Festzelt auf den Gibber Bleichwiesen gefeiert wurde. Der dort erwirtschaftete Gewinn tr\u00e4gt ebenso ma\u00dfgeblich zur Etatdeckung bei wie das Engagement, mit dem die 02er ihren Stand beim j\u00e4hrlichen Mosburgfest im Schlosspark betreiben. Ohnehin versteht der Verein, der in den 20ern \u00fcber eine eigene Gesangsgruppe verf\u00fcgte, auch heute noch in unnachahmlicherweise Tassen und Puppen tanzen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach zehnj\u00e4hriger Unterbrechung nahm der Verein auf Initiative des damaligen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Bernhard Fuidl die neuerliche Herausgabe einer Vereinszeitung auf. Sie dient nicht nur &#8211; wie vielerorts \u00fcblich &#8211; der Aufbesserung der Kasse durch ein gutes Anzeigengesch\u00e4ft, sondern bem\u00fcht sich darum, Biebricher und Verein einander wieder n\u00e4herzubringen. Kein anderer fu\u00dfballverein in und um Wiesbaden, der ein derartiges Produkt \u00fcber so lange Zeit &#8211; nun schon fast 20 Jahre &#8211; kontinuierlich jeden Monat auf den Markt bringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sportlichen Veranstaltungen und Leistungen dienen als Spiegel der Vereinsarbeit. Dabei sollte nicht der Fehler gemacht werden, heutzutage noch die Situation einer ersten Mannschaft isoliert zu betrachten. Das w\u00e4re nicht aussagekr\u00e4ftig, vermittelte ein schr\u00e4ges Bild. Bei den Blauen &#8211; das wird sicher deutlich &#8211; freut man sich genauso \u00fcber die sch\u00f6nen Erfolge des nachwuchses, ist geradezu vehement stolz auf die internationalen C-Jugend-Tuniere, die im Zwei-Jahres-Rhythmus aus dem Dyckerhoff-Sportfeld einen gl\u00fcckseligen Mikrokosmos machen. Seit zwei Jahrzehnten besitzt der Verein die gr\u00f6\u00dfte und auf Dauer auch mit Abstand erfolgreichste Jugendabteilung des Fu\u00dfballkreises Wiesbaden. &#8222;Beispiel sinnvoller Jugendarbeit&#8220; und &#8222;Gelebte V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung&#8220; waren nur zwei der vielen positiven Schlagzeilen, die sich die 02er auf diese Weise verdienten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die 14 Jahre Landesliga von 1980 bis 1994 schienen vielen langweilig. In der Zeit danach haben sich manche Blaue in diese an Aufregungen arme Epoche oft genug zur\u00fcck gew\u00fcnscht. Denn nun wurden auch die 02-Verantwortlichen aus ihrer Idylle gerissen und erlebten eine Vielzahl menschlicher Entt\u00e4uschungen. Dreimal mussten sie binnen sieben Jahren einen Neuaufbau einleiten, nachdem jeweils quasi der komplette Kader der ersten Mannschaft den Verein verlassen hatte. Die Biebricher lie\u00dfen sich nicht erpressen, und ihr Mut wurde belohnt. Jetzt zahlte sich die kontinuierliche gute Nachwuchsarbeit aus. Mit blutjungen Spielern aus den eigenen Reihen wurde der von vielen prophezeite Absturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit vermieden. Auch die erste Mannschaft tr\u00e4gt heute dazu bei, dass der BFV im Fu\u00dfball der Landeshauptstadt die Nummer eins ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bedeutung der Jugendlichen, die F\u00f6rderung des Nachwuchses und die Eingliederung der gr\u00f6\u00dften Talente in den aktiven Spielbetrieb wird das 02-Programm bleiben. Die auch finanziellen Bem\u00fchungen werden in dieser Richtung noch verst\u00e4rkt, um weiter unabh\u00e4ngig sein zu k\u00f6nnen und fit zu werden f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies ist ohne ehrenamtliche Helfer nicht vorstellbar. Die 02er sind &#8211; dank ihrer intakten Strukturen von der F-Jugend bis zu den Alten Herren &#8211; in der gl\u00fccklichen Lage, \u00fcber solche Mitstreiter in vergleichsweise hoher Zahl zu verf\u00fcgen. Von ihnen wird zwar gro\u00dfer Einsatz gefordert. Aber diese M\u00fche unerm\u00fcdlich auf sich zu nehmen, gibt Sinn und bereitet Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Diesen Helfern das Erlebnis des positiven Wirkens und das Wir-Gef\u00fchl der freundschaftlich verbundenen Gemeinschaft zu vermitteln, ist die vordringliche Aufgabe der Verantwortlichen. Beim Biebricher Fu\u00dfballverein haben sie die Idealisten, angefangen bei der Frau Sauter, die 1915 den 02-Fu\u00dfballern Fresspakete an die Front geschickt hat, zu allen Zeiten h\u00f6her gesch\u00e4tzt als eingebildete Gelds\u00e4cke, deren Launen sich auszusetzen, allenfalls kurzfristigen Erfolg zeitigt. Der Biebricher Fu\u00dfball-Verein ist nicht der Platz f\u00fcr Abenteurer, f\u00fcr Freunde waghalsig-rauschiger Episoden. In seinem Alter denkt man nicht an den n\u00e4chsten Tag, sondern in Souver\u00e4nit\u00e4t ans n\u00e4chste Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Heinz-J\u00fcrgen Hauzel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Biebrich im Gr\u00fcndungsjahr<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Gr\u00fcndungsjahr des Fu\u00dfball-Vereins Biebrich 02 f\u00fchrt uns in eine der wichtigsten und interessantesten Epochen der Biebricher Geschichte. Biebrich war 1902 noch eine selbst\u00e4ndige Stadt, also noch nicht nach Wiesbaden eingemeindet &#8211; ein Schritt, der erst 1926 erfolgen sollte. Die Stadt z\u00e4hlte am 30. 10. 1902 15.956 Einwohner. Sie war nach Wiesbaden die gr\u00f6\u00dfte Stadt im preu\u00dfischen Regierungsbezirk gleichen Namens; zugleich geh\u00f6rte sie zum Landkreis Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>In den beiden Jahrzehnten zwischen 1890 und 1910 verdoppelte sich nahezu die Einwohnerzahl von 11.023 auf 21.199. Aus allen Gegenden des Deutschen Reiches zogendie Menschen hierher, um in den Biebricher Industriewerken Arbeit zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Den vielf\u00e4ltigen Anforderungen, die an eine derart gewachsene Stadt gestellt wurden, waren die Stadtv\u00e4ter damals nachgekommen. Unter hohem Aufwand an Kosten wurden Wasserleitungen gelegt. Kanalisation gebaut, Stra\u00dfen gepflastert, Gehwege befestigt und freie Pl\u00e4tze angelegt. Rathenauplatz ( Kaiserplatz ) Friedensanlage ( Wilhelmsanlage ) und Herzogsplatz sind damals entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders hervorzuheben ist, da\u00df Biebrich 1902 mit vier Volksschulen \u00fcber ein vorz\u00fcgliches \u00f6ffentliches Schulsystem verf\u00fcgte, an dessen Spitze das Realgymnasium mit Realschule, aus dem sp\u00e4ter die Riehlschule hervorging, und das Lyzeum standen.<\/p>\n\n\n\n<p>An der Spitze der Stadtverwaltung standen Rudolf Vogt als erster und August Wolff als zweiter B\u00fcrgermeister. Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung war der Fabrikant Dr. Ludwig Beck.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf ihr Rathaus waren die Biebricher besonders stolz. Es war 1876 auf der Grenze zwischen Biebrich und Mosbach errichtet worden. Bereits 1906 wurde es umgebaut und erhielt einen Anbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Verkehrsm\u00e4\u00dfig war Biebrich ausreichend angebunden. vier Bahnh\u00f6fe geh\u00f6rten 1902 zur Stadt: der Rheinbahnhof, auf der Anh\u00f6he oberhalb des Zollamtes, der 1905 zur Wilhelm-Kalle-Stra\u00dfe zur\u00fcckverlegt wurde, die Bahnh\u00f6fe Curve ( Biebrich-Ost und Biebrich-West ) sowie die Stadion Chaussehaus im Biebricher Wald an der Aartalbahn gelegen. ( Zu Biebrich geh\u00f6rten damals gro\u00dfe Waldgebiete am Fu\u00dfe des Schl\u00e4ferskopfs ). Auch die verkehrsm\u00e4\u00dfige Verbindung nach Wiesbaden war gut gel\u00f6st. Seit dem 18. Mai 1899 fuhr die Dampfbahn zwischen dem Rheinufer und dem Nerotal. 1900 wurde sie von der elektrischen Stra\u00dfenbahn abgel\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Biebricher Hafen hatte damals noch eine viel gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als heute. Zun\u00e4chst nat\u00fcrlich f\u00fcr den Fremdenverkehr. Hier landeten alle Schiffe der beidengro\u00dfen Rheindampferlinien, der K\u00f6ln-D\u00fcsseldorfer und der Niederl\u00e4nder. Von hier aus konnte man am bequemsten Wiesbaden, Langenschwalbach ( Bad Schwalbach ) und Bad Homburg sowie die Handels- und Messestadt Frankfurt am Main erreichen. Aber auch f\u00fcr die G\u00fcterdampfer war Biebrich ein idealer Landeplatz, zumal ein K\u00f6nigliches Zollamt mit Lagerr\u00e4umen vorhanden war.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Touristen war das Biebricher Schlo\u00df eine gro\u00dfe Attraktion. Es war noch im Besitz des fr\u00fcheren Landesherrn, des Herzogs Adolph von Nassau, der 1866 seinen Thron verloren hatte und 1890 Gro\u00dfherzog von Luxenburg geworden war. Auch der Schlo\u00dfpark war ein Anziehungspunkt f\u00fcr Fremde und Einheimische.<\/p>\n\n\n\n<p>So galt Biebrich im Jahre 1902 nicht nur als g\u00fcnstiger Ort f\u00fcr Handel und Gewerbe, sondern auch als ideale Wohnstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Rolf Faber<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Folgende Texte und Aufs\u00e4tze stammen aus dem Buch &#8222;100 JAHRE FUSSBALL IN BIEBRICH&#8220;, das unter der Federf\u00fchrung von Hans Joachim Vogt, Heinz-J\u00fcrgen Hauzel und Horst Schuhmacher entstand. Gru\u00dfwort des Schirmherrn Liebe Fu\u00dfballfreunde, liebe G\u00e4ste,100 Jahre Biebricher Fu\u00dfballverein &#8211; dies ist wahrlich ein Grund zur Freude und zum Feiern. Gerne habe ich als ehemaliger langj\u00e4hriger aktiver [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-308","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/308","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=308"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/308\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":357,"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/308\/revisions\/357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/biebrich02.de\/portal\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=308"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}